NachDenkSeiten – Die kritische Website

Gazacide – es gibt keinen Waffenstillstand, das Morden geht weiter

💜116 min · 12. juni 2026
episode Gazacide – es gibt keinen Waffenstillstand, das Morden geht weiter cover

Description

„Der Tod menschlicher Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen einer Kultur, die im Begriff ist, in die Barbarei zu verfallen.“ (Hannah Arendt) Am 19. Mai erhielt der palästinensische Journalist Rami Abu Jamous den Nord-Süd-Preis des Europarats. Jamous war Gründer der Agentur GazaPress, die westlichen Journalisten bei Recherchen und bei Übersetzungen half. Im Oktober Weiterlesen [https://www.nachdenkseiten.de/?p=152142]

Comments

0

Be the first to comment

Sign up now and become a member of the NachDenkSeiten – Die kritische Website community!

Get Started

1 month for 9 kr.

Then 99 kr. / month · Cancel anytime.

  • Podcasts kun på Podimo
  • 20 lydbogstimer pr. måned
  • Gratis podcasts

All episodes

5084 episodes

episode Drohnen auf Moskau: Je schlechter es für Russland läuft, umso gefährlicher wird es artwork

Drohnen auf Moskau: Je schlechter es für Russland läuft, umso gefährlicher wird es

Angeblich gibt es eine „Wende“ im Ukrainekrieg und hierzulande wird es teils indirekt begrüßt, dass ukrainische Drohnen in Russland einschlagen. Doch diese kaum verhohlene Freude ist nicht angebracht, denn damit beklatscht man die eigene Gefährdung: Je mehr Russland unter Druck geraten sollte, umso mehr können völlig unberechenbare Entwicklungen in Gang gesetzt werden. Wer die Sorge vor einem real näherrückenden Atomkrieg lächerlich macht, ist nicht mutig, sondern ein skrupelloser Lobbyist. Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Das „Blatt wendet sich für die Ukraine“, behauptet aktuell nicht nur Ursula von der Leyen – und natürlich fordert sie im gleichen Atemzug noch mehr „Hilfe“ für das Land [https://www.fr.de/politik/lukaschenko-und-trump-wenden-sich-putin-freunde-von-diesem-ab-94354558.html]. Außerdem heißt es momentan auf allen Kanälen, die „Expertise“ der Ukraine bei ihrer „revolutionierten Kriegsführung“ [https://orf.at/stories/3430655/] sei nun international gefragt [https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ukraine-unterstuetzung-golfstaaten-drohnen-luftabwehr-experten-100.html] und das Land entwickele dauernd „neue Fähigkeiten“ [https://defence-network.com/jetzt-hat-auch-die-ukraine-eine-gleitbombe/]. Da ist bestimmt auch viel Wunschdenken und Propaganda dabei, aber: Die aktuellen Drohnentreffer in Russland [https://www.tagesschau.de/ausland/russland-ukraine-selenskyj-100.html] sprechen doch eine starke, zumindest symbolische Sprache. Dass die auch auf NATO-Technik gestützten Ukrainer solche symbolischen oder möglicherweise auch militärisch relevanten Erfolge dann auch feiern [https://lostineu.eu/moskau-wird-brennen-nato-und-eu-helfen-fleissig-nach/], ist selbstverständlich (Selenskyj: „Moskau wird brennen“). Viel weniger verständlich ist aber, wenn hierzulande teils indirekt in diese Freude eingestimmt wird. Denn es ist überhaupt keine gute Nachricht für unsere Sicherheit, wenn Russland zunehmend militärisch unter Druck gerät. Schwelle zum russischen Atombombeneinsatz wurde kürzlich gesenkt Muss man denn wirklich daran erinnern, dass Russland eine Atommacht ist, die zusätzlich die Schwelle eines Atombombeneinsatzes kürzlich gesenkt hat, wie Medien berichtet haben [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/lawrow-drohung-atomdoktrin-100.html]? Neu ist laut diesen Berichten beispielsweise, dass Moskau die Aggression eines nichtnuklearen Staates, der aber von Atommächten unterstützt wird, als gemeinsamen Angriff auf Russland wertet. Das muss man nicht gut finden, aber man muss es sich doch einmal klarmachen und diese Tatsache dann in sein diplomatisches Handeln einpreisen. Wer das nicht tut, nimmt uns alle als Pfand für eine gefährliche Wette auf die russische atomare Zurückhaltung. So, wie das momentan viele deutsche Politiker und Journalisten machen. Dabei ist klar: Wer die Sorge vor einem real näherrückenden Atomkrieg lächerlich macht, ist nicht mutig, sondern ein Idiot – oder besser: ein skrupelloser und zielgerichteter Lobbyist für eine zerstörerische Politik und gegen unsere Interessen. Dass genau diese Leute dann Kritiker als „nützliche Idioten“ Russlands diffamieren, kommt noch hinzu. Dass man mit der Warnung vor russischen Atomwaffen aber die eigenen Interessen schützt und nicht die Russlands – solche Selbstverständlichkeiten wurden erfolgreich mit Propaganda zugeschüttet. Das bezieht sich auch auf andere Ebenen, etwa den Energiehandel. Auch hier wird die Forderung nach Handel mit Russland oft als Liebesdienst für Moskau bezeichnet, obwohl damit eindeutig die eigenen Interessen wahrgenommen würden. Russische Extremisten in Wartehaltung In diesem Artikel [https://www.nachdenkseiten.de/?p=152333] habe ich gerade geschrieben, dass die „Bedrohungslüge“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=131428] der deutschen Militaristen, Russland wolle/würde im Jahr 20XX die NATO angreifen, nach allen seriösen Kriterien wie Militärbudgets etc. weder Hand noch Fuß hat. Dieses Aussage muss man nicht einschränken, aber es gibt natürlich trotzdem Szenarien, in denen Russland NATO-Staaten angreifen könnte, weil diese die in der Atomdoktrin genannten Kriterien verletzen oder auf anderen Wegen eine dramatische russische Reaktion (aus Sicht der Russen) „unausweichlich“ machen. Auch hier gilt: Das muss man nicht begrüßen, aber man kann die reale Gefahr doch auch nicht einfach ignorieren. Es müsste mäßigend auf die Ukraine eingewirkt werden – doch unsere Politiker reagieren lieber mit weiterer „Hilfe“ für die Hasardeure in Kiew. Eine Tragik des durch westliche Geopolitik und ukrainische Ultranationalisten provozierten Ukrainekriegs: Der Krieg hätte im Vorfeld leicht verhindert werden können. Und selbst nach dem russischen Einmarsch hätte man ihn sehr wahrscheinlich schnell beenden können, wenn es nicht westliche Interventionen dagegen gegeben hätte (etwa in Istanbul). Das alles soll die konkreten russischen Kriegshandlungen nicht pauschal rechtfertigen und dass Russland umgehend einen Waffenstillstand ausrufen soll, habe ich mehrfach geschrieben. Aber eine Verständigung mit Russland ist ja keine Unterwerfung unter das Land und auch keine Übernahme „russischer Verhältnisse“. Außerdem sollte man sich dringend mit den Realitäten innerhalb Russlands auseinandersetzen, bevor man sich etwa einen Sturz des russischen Präsidenten Wladimir Putin wünscht. Hinter Putin warten ja nicht etwa Kriegsgegner mit großer Gefolgschaft in der Bevölkerung – viel wahrscheinlicher ist, dass dann Extremisten an Einfluss gewinnen würden, die schon lange fordern, dass Russland einen viel härteren Kriegskurs fahren soll. Putin ist (gleichzeitig) „verrückt“ und „zögerlich“ Bei der Frage, wie real die Gefahr eines russischen Einsatzes von Atomwaffen ist, offenbart sich einer der großen Widersprüche der hiesigen Propaganda: Einerseits wird Wladimir Putin oft als das irrationale Böse schlechthin dargestellt, der nicht zögern würde, „die Ukraine zu vernichten“. Andererseits wird ihm dann bei der Atomfrage aber doch so viel Vernunft und Berechenbarkeit (oder gar Zögerlichkeit) unterstellt, dass man aktuell Risiken „übernimmt“, die für verantwortungsvolle Politiker schlicht nicht zu übernehmen wären. Selbst wenn die Wette auf die russische Zurückhaltung bei Atomwaffen am Ende „gewonnen“ werden sollte: In unserem ureigensten Interesse verbietet es sich bereits, dieses Risiko einzugehen. Titelbild: Screenshot/ARD[https://vg04.met.vgwort.de/na/57d1828de98845348231c06e4e274d68]

19. juni 20267 min
episode Mittendrin statt nur dabei – Deutsche Marineschiffe „bereit“ zum Einsatz im Nahen Osten artwork

Mittendrin statt nur dabei – Deutsche Marineschiffe „bereit“ zum Einsatz im Nahen Osten

„Wir sind ready“ – das sagte [https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-06/bundeswehr-strasse-von-hormus-minen-mission-iran?utm_referrer=twitter&utm_campaign=zon&wt_zmc=sm.int.zonaudev.twitter.ref.zeitde.redpost.link.sf&utm_medium=redpost&utm_source=twitter] Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im Hinblick auf einen Einsatz der deutschen Marine in der Straße von Hormus. Unter dem Motto „mittendrin statt nur dabei“ will die Politik wohl Deutschlands Militär an Auslandseinsätzen beteiligen. Da ist die Rede von der „Ostfront“, Stichwort: Litauen-Brigade, von einem möglichen Minenräumeinsatz im Nahen Osten. Und was kommt als Nächstes? Diese Politik zieht Deutschland immer tiefer in Konflikte, aus denen sich das Land dringend raushalten muss. Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Das Minenjagdboot „Fulda“ und das Versorgungsschiff „Mosel“ sind laut Medienberichten schon auf Kurs Richtung Straße von Hormus. Die Schiffe der Marine sollen am Hafen von Dschibuti vorstationiert werden, wie die Zeit berichtet. „Wir wollen, wenn es gefordert ist und Realität wird, schnell handlungsfähig und vor allen Dingen schnell in der Straße von Hormus sein“, sagte Pistorius in Brüssel bei einem NATO-Treffen. „Wir sind jedenfalls ready: Wenn es so weit ist, sind wir bereit.“ Dass der Verteidigungsminister zuerst das englische Wort „ready“ benutzt, mag für die Geschichtsschreibung nur als Randnotiz taugen. Aus analytischer Sicht ist die Sprechweise des Ministers verräterisch. Sie zeigt – längst nicht nur in der Sprache – woher der Wind weht, der den Minister und die deutsche Politik antreibt. Deutschland agiert militärisch wie es agiert, weil die USA samt der NATO es so wollen. Die neue deutsche Militärpolitik ist zwar im Interesse jener Kräfte, die unaufhörlich von Frieden, Freiheit und Demokratie reden, aber zugleich auf Kriegspolitik setzen. Im Interesse von Deutschland ist die Militärpolitik jedoch nicht. Über Jahrzehnte hat Deutschland gut getan, sich mit der Bundeswehr zurückzuhalten – und sich aus Konflikten mit militärischen Mitteln rauszuhalten. Das war eine verantwortungsvolle Politik. Wenn deutsche Politiker nun davon reden, Deutschland müsse „Verantwortung übernehmen“, dann ist klar: Mit Verantwortung hat diese Politik nichts am Hut. Es geht um eiskalte geostrategische und tiefenpolitische Interessen, die im Hintergrund wirken. Die gegenwärtige Politik ist unverantwortlich. Sie will die Bundeswehr „mittendrin statt nur dabei“ sehen. Sie redet von „Kriegstüchtigkeit“, vom „Kampf“, von der „Ostflanke“. Auf der Rennstrecke der Geschichtsvergessenheit überholt sie alles, was ihr begegnet. Titelbild: wikicommons [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:00_1121_Versorgungsschiff_A_516_Donau.jpg] / W. Bulach / Creative Commons [https://en.wikipedia.org/wiki/en:Creative_Commons] Attribution-Share Alike 4.0 International [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en][http://vg07.met.vgwort.de/na/3a250102366240f19f33be908ed2962b]

19. juni 20263 min
episode Neutralität versus NATO: Europas Weg zwischen Krieg und Frieden artwork

Neutralität versus NATO: Europas Weg zwischen Krieg und Frieden

Der Neutralität gehört die Zukunft, nicht dem Militärpakt NATO: Diese These hat Sevim Dagdelen kürzlich bei einem Vortrag in der Schweiz ausgeführt. Wir dokumentieren hier diesen Text. Von Redaktion. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Der folgende Vortrag wurde im Juni bei einer Veranstaltung in Basel gehalten, Veranstalter waren das parteiunabhängige Schweizer Netzwerk Linksbündig [https://linksbuendig.ch] und die PdA-Basel [https://pdasbasel.ch]. Ich bin sehr froh, heute bei Ihnen in Basel zu sein, in der Schweiz. Froh, in einem neutralen Staat zu sein, denn das ist meine feste Überzeugung: Der Neutralität gehört die Zukunft, nicht dem Militärpakt NATO, der – wie es sein Generalsekretär Mark Rutte in aller Deutlichkeit formuliert hat – die „globale Machtprojektion“ der USA befördern soll. Neutralität statt Kriegspakt, das ist die Entscheidung unserer Zeit. Wer wissen möchte, was der Unterschied auch emotional ist, der musste sich nur den Jubel der neutralen Österreicher nach der Entscheidung über den UN-Sicherheitsratssitz anschauen. Für das NATO-Mitglied Deutschland war es eine krachende Niederlage. Sowohl die Unterstützung des Völkermords Israels an den Palästinensern als auch der erkennbare Wille, den NATO-Stellvertreterkrieg in der Ukraine gegen Russland nach dem finanziellen Rückzug praktisch im Alleingang eskalieren zu wollen, haben dem Ansehen Deutschlands in der Welt schweren Schaden zugefügt. Damit zusammenhängend natürlich die Doppelmoral Deutschlands in Sachen Völkerrecht. Österreich konnte damit werben, dass „wir nicht Deutschland sind.“ Und dieser Absturz Deutschlands im internationalen Ansehen ist wesentlich auf die NATO-Mitgliedschaft, die jüngsten Zuspitzungen innerhalb des Militärpakts und die blinde Gefolgschaft gegenüber der Trump-Administration zurückzuführen. Deshalb möchte ich, bevor ich in das Thema einsteige, einen Appell aus ganzem Herzen an Sie richten. Ich weiß, Sie haben die Abstimmung über die Neutralität. Tun Sie alles, um diese Neutralität zu verteidigen. Die Alternative zur neutralen Schweiz ist ein schlechtes Deutschland, das moralisch in einen Abgrund blickt und dabei ist, die Gespenster der Vergangenheit wieder heraufzubeschwören. Neutralität heißt Frieden, und ohne Frieden ist – wie es der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt pointiert gesagt hat – alles nichts. Für mich als Deutsche ist es erschreckend, wie diese Bundesregierung selbst aus der deutlichen Niederlage in der UN-Generalversammlung nichts gelernt hat. Als wolle man die Dolchstoßlegende der Niederlage im Ersten Weltkrieg wieder aufwärmen, sind wieder einmal die anderen schuld. Der deutsche Außenminister Wadephul sah Deutschland als Opfer einer russischen Kampagne. Der Kurs auf die Kriegstüchtigkeit Deutschlands mit dem Anspruch, bis 2039 – man beachte die sicherlich unfreiwillige Magie der Zahlen, Olympia möchte man übrigens 2036 wieder nach Deutschland holen – die größte Armee Europas werden zu wollen, ist gepaart mit einer weinerlichen Larmoyanz, als müsse man als Schutzschild irgendwelche Folgerungen aus eigenen Niederlagen ziehen. Ich möchte, dass Ihnen das alles in der Schweiz erspart bleibt und Sie sich stolz auf Ihre friedenstüchtige Neutralität berufen können, statt die Welt mit weinerlicher Kriegstüchtigkeit überziehen zu wollen. Ich will mich zunächst den drei grundlegenden Mythen der NATO widmen, bevor ich Ihnen die fünf Hauptgründe nenne, warum die NATO-Mitgliedschaft so gefährlich geworden ist und insbesondere ihre europäischen Mitglieder sozial, moralisch und wirtschaftlich ruiniert. Was die Mythen angeht, ist und bleibt die NATO von ihrem Selbstverständnis her eine mythische Gemeinschaft. Was meine ich damit? Es ist ein Bund, der seine wahre raison d’être hinter Nebelschleiern propagandistischer Begründungen verbirgt, die er sich per Vertrag als Selbstbild geschaffen hat und die durch tausendfache Nacherzählung vom Schulbuch bis zum Lehrstuhl ein Geflecht mythischer Erzählungen bilden, die den Kern der Daseinsberechtigung – hören wir Mark Rutte: die globale Machtprojektion für die USA – verdecken sollen. 1. Der erste Mythos ist die Aussage, die NATO sei eine Wertegemeinschaft. Erzählt wird, dass die Mitglieder der NATO alle dieselben Werte teilten. In der Präambel werden hier etwa die UN-Charta, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit benannt. Wenn wir uns allein die Geschichte der NATO anschauen, kann das nicht stimmen. So war etwa die faschistische Diktatur Salazars in Portugal Gründungsmitglied der NATO oder auch Frankreich, sodass selbst der von Frankreich als Kolonie besetzte Norden Algeriens anfangs NATO-Gebiet war. Blutige Kolonialkriege gehörten praktisch zur DNA der NATO von Anfang an. Zudem muss man sagen, wenn wir das NATO-Motto der Musketiere „Alle für einen und einer für alle“ ernst nehmen, dass man natürlich dann auch etwa die CIA-Unterstützung für den Putsch im NATO-Mitglied Türkei 1980 als schweren Verstoß gegen auch nur die Behauptung einstufen muss, die NATO sei eine Wertegemeinschaft, von der Tätigkeit der NATO-Geheimarmeen wie Gladio einmal ganz zu schweigen. Wenn ich mit NATO-Enthusiasten spreche, dann wird dies alles irgendwann eingeräumt, aber zugleich behauptet, das sei ja die Vergangenheit, heute sei das alles doch ganz anders. Wenn wir uns aber die Gegenwart wirklich anschauen, dann ist doch alles noch viel gravierender. Denn welche Werte sollten dies sein, wenn wir uns ansehen, dass die beiden führenden NATO-Mitglieder, die USA und Deutschland, einen Drittstaat, nämlich Israel, mit Waffenlieferungen unterstützen, obwohl Israel nach Einschätzung von Amnesty International einen Völkermord in Gaza begeht; und der Generalsekretär der Allianz das israelische Vorgehen in Gaza gutheißt; und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz davon spricht, Israel mache für das NATO-Mitglied Deutschland im Gazastreifen die „Drecksarbeit“. Kurz: Die NATO ist keine Wertegemeinschaft – weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Alle diesbezüglichen Behauptungen sind Propagandaschleier. 2. Der zweite Mythos ist die Behauptung, die NATO sei eine Verteidigungsgemeinschaft. Sehen wir uns aber an, dass die NATO selbst 1999 ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrats Jugoslawien bombardiert hat, 2011 unter Missbrauch eines UN-Sicherheitsratsbeschlusses einen Regime Change in Libyen durchgeführt hat und das Land in einen Abgrund gestürzt hat oder in Afghanistan mit der Behauptung, am Hindukusch würde das NATO-Gebiet verteidigt, 20 Jahre Krieg geführt hat – mit Hunderttausenden zivilen Toten und dem Wiedereinzug der Taliban, die man vorgab, beseitigen zu wollen. Dann muss die Behauptung, die NATO sei eine Verteidigungsgemeinschaft, als unwahr gelten. Die Behauptung der Verteidigungsgemeinschaft hält aber gerade auch, was die einzelnen Mitglieder angeht, nicht der Wirklichkeitsprüfung stand. Nehmen wir allein die USA unter der jüngsten Präsidentschaft von Trump. Was verteidigen die USA mit ihren Angriffen gegen den Iran? Was haben die Drohungen eines militärischen Einmarschs in Kuba mit dem Grundsatz der Verteidigung zu tun? Die Verteidigungsgemeinschaft der NATO gibt es nur auf dem Papier. Aber ich will auch noch auf etwas anderes hinaus, warum wir erkennen können, dass wir es bei der NATO keinesfalls mit einer Verteidigungsallianz, sondern mit einem aggressiven, expansiven Militärpakt zu tun haben. Es betrifft die ganze Frage der Osterweiterung der NATO nach dem Ende des Kalten Krieges. Denn während sich der Warschauer Vertrag auflöste, erweiterte sich die NATO von 16 auf 32 Mitglieder. Führende Diplomaten in den USA hatten vor dieser Expansion gewarnt mit dem Hinweis, dies würde entsprechende Reaktionen in Russland auslösen. Vergeblich. Als Rechtfertigung der Osterweiterung bis an die Grenze Russlands hören wir in Europa oft, jeder Staat dürfe doch selbstständig entscheiden, ob er Mitglied eines Militärpakts sein wolle oder nicht, das sei sein souveränes Recht. In den USA hören wir dieses Argument weit seltener. Warum? Weil die USA Staaten in ihrer Umgebung mit einer Militärintervention drohen, sollten sie sich einem Militärpakt anschließen, der gegen die USA gerichtet ist. Das heißt aber nichts anderes, als dass das führende Mitglied der NATO von Russland die Beachtung eines Prinzips in Europa einfordern wollte, das man auf dem lateinamerikanischen Kontinent für sich selbst ausschloss, da man es für eine Bedrohung der eigenen Sicherheit hielt. Die NATO-Erweiterung ist ein weiteres Dementi der NATO als Verteidigungsgemeinschaft. Die NATO-Expansion soll Russland herausfordern, und seit dem Washingtoner Gipfel mit dem globalen Anspruch gilt auch China als systemischer Rivale der NATO, und im Nahen Osten möchte man auch aktiv werden. Wie es so schön in einem James-Bond-Film heißt: „The world is not enough.“ Die Welt ist nicht genug. Und hier haben wir zugleich den Schlüssel zum Verständnis der Krise der USA und der NATO, die an einer eklatanten Überspannung leiden. Und wie bei allen Imperien ist die Überspannung der Kräfte eines Imperiums ein gefährlicher Moment für das Imperium selbst, aber auch für die Welt. Das ist der Moment der Thukydides-Falle: eines absteigenden Imperiums, das, um diesen Abstieg verhindern zu wollen, seine Kräfte überspannt und einen Krieg nach dem anderen anzettelt. 3. Der dritte Mythos der NATO, auch hier ein Gründungsmythos, ist der Mythos, dass die NATO der UN-Charta und dem Völkerrecht verpflichtet sei. Wir haben schon gesehen, dass dies in der Vergangenheit – sei es in Jugoslawien, Libyen und Afghanistan – für die Gemeinschaft als Ganzes schon nicht gestimmt hat. Aber es stimmt erst recht nicht für die USA, die sich der NATO für ihre globale Machtprojektion bedienen. Nehmen wir nicht nur die zahllosen Völkerrechtsbrüche der Vergangenheit der USA wie den Irak-Krieg, sondern nehmen wir einmal nur das letzte Jahr: die Unterstützung des Völkermords in Gaza, der unprovozierte Angriffskrieg gegen den Iran, die Entführung des venezolanischen Präsidenten und seiner Frau, die Annexionsdrohungen eines Teils des Staatsgebiets eines NATO-Mitglieds, nämlich Grönland. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Nein, die NATO hat mit dem Völkerrecht nichts zu tun. Sie wird von einem Staat geführt, der das Völkerrecht jeden Tag mit Füßen tritt. Kein anderer NATO-Staat hat die Völkerrechtsbrüche der USA im NATO-Rat zum Thema gemacht, deshalb heißt es: mitgegangen, mitgefangen. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass die NATO meint, einen Stellvertreterkrieg gegen Russland mit dem Argument des Völkerrechtsbruchs führen zu müssen, dessen Hauptquartier im Übrigen in Wiesbaden ist. Das Völkerrecht ist für die NATO nur der Steinbruch zur Legitimation ihrer Stellvertreterkriege. Und genau diese Doppelmoral wird ja weltweit immer stärker gesehen. Sie hat sicherlich dazu beigetragen, dass einer der größten Beitragszahler der UN, Deutschland, eine derart gravierende Niederlage bei der Abstimmung zum UN-Sicherheitsrat kassiert hat. Jetzt könnte man sich ja auch zurücklehnen und sich sagen: Gut, dann ist die NATO eben keine Werte- und Verteidigungsgemeinschaft und hält sich auch nicht an das Völkerrecht. Was soll’s? Dann ist die NATO eben eine mythische Gemeinschaft, aber stört sie wirklich? Und ist die Neutralität wirklich so viel besser? Wenn wir uns ansehen, was in der Welt vor sich geht, müssen wir feststellen, dass die NATO immer mehr zu einer gefährlichen Gemeinschaft wird, und zwar auch in Friedenszeiten. Ich werde dies in fünf Punkten kurz erläutern. 1. Die Vorgabe der NATO, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung und Militär auszugeben – beschlossen auf Drängen der USA –, stranguliert insbesondere die europäischen NATO-Gesellschaften wirtschaftlich und sozial. Fünf Prozent hört sich erst einmal wenig an, aber es geht im Kern um die Substanz des erarbeiteten Wohlstands Europas. Nehmen wir einmal die Schweiz. Diese gibt zurzeit 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Militär aus, das sind 6,3 Milliarden Schweizer Franken. Eine Natoisierung der Schweiz würde also am Ende auf ein Militärbudget von 45 Milliarden Schweizer Franken pro Jahr hinauslaufen. Das wären dann bei einem Schweizer Bundeshaushalt von 260 Milliarden über 17 Prozent nur noch für Militär. Es bedarf keiner großen Phantasie, was das dann sozial bedeuten würde. Für Deutschland jedenfalls ist die Lage bereits jetzt dramatisch, anvisiert wird ein Militärhaushalt von über 220 Milliarden Euro, das sind etwa 40 Prozent des gesamten Budgets. Bereits jetzt hat die Merz-Regierung einen sozialen Kahlschlagsplan bei Rente, Gesundheit und Sozialem vorgelegt, um die gigantische Aufrüstung zu finanzieren. Das Paradox ist, dass die NATO-Rüstungsausgaben die europäischen Gesellschaften selbst in Friedenszeiten destabilisieren. Errungenschaften aus 150 Jahren Arbeiterbewegung stehen zur Disposition. Die NATO-Aufrüstung zerstört den Sozialstaat, aber auch die internationale Solidarität sowie die notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Klimaschutz. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, wie tödlich diese Aufrüstung bereits jetzt ist: Oxfam hat ausgerechnet, dass zur Beseitigung des weltweiten Hungers 40 Milliarden notwendig sind, das sind etwas mehr als zwei Prozent des 1,5 Billionen US-Dollar schweren NATO-Gesamtrüstungsbudgets, das bereits jetzt 55 Prozent aller weltweiten Rüstungsausgaben umfasst. 2. Die NATO wird immer mehr zum Sicherheitsrisiko für die eigene Bevölkerung. Zum einen führt sie den Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine mit immer mehr Mitteln, nach dem Rückzug der USA fast ausschließlich mit deutschen und europäischen Steuergeldern, vom NATO-Hauptquartier für die Ukraine in Wiesbaden. Die NATO führt diesen Krieg mit ihrem Geld, mit ihren Waffen, mit ihren Zielinformationen – lediglich die Soldaten kommen aus der Ukraine. Selbst die Ausbildung wird von der NATO übernommen. Dadurch steigt permanent das Risiko, selbst Kriegspartei zu werden. Die jüngsten Angriffe ukrainischer Drohnen über NATO-Staaten müssen hier als bewusstes Risiko gesehen werden, einen offenen Krieg mit Russland zu beginnen. Deshalb gibt es übrigens zwar Mehrheiten bei Umfragen in Deutschland für die NATO – sozusagen als Grüßaugust –, aber nicht mehr für ihren Kern, den Artikel 5 und die Bündnisverpflichtung. Es gibt hier weder Vertrauen in die baltischen Staaten noch in die Türkei, dass man nicht durch deren Aktionen in einen Krieg gezogen wird, den man selbst nie wollte. 3. Die NATO wird angesichts der immer schnelleren Folge von Völkerrechtsbrüchen ihrer Führungsmacht zum moralischen Risiko. Deutschland hat, wie gesagt, die Folgen dieses moralischen Abstiegs bereits zu spüren bekommen. Die NATO-Staaten tragen durch ihre Waffenlieferungen die Verantwortung für den Völkermord Israels. Deutschland steht deswegen möglicherweise ein neues Verfahren wegen Beihilfe zum Völkermord bevor, erneut vor dem Internationalen Gerichtshof. Die NATO stürzt damit die Verbündeten in einen moralischen Abgrund. Sie droht statt einer Gemeinschaft der Werte eine Gemeinschaft der Verbrechen und der Omertà über diese Verbrechen zu werden. Aus der europäischen Vasallentreue ist hier lediglich Spanien ausgeschert und wurde sofort mit einem Handelsboykott von den USA bedroht. Statt der spanischen Basen wurden die deutschen Basen für den Angriffskrieg der USA im Nahen Osten genutzt. US-Präsident Trump stellte im Oval Office klar, dass die NATO-Mitgliedschaft absolute Vasallentreue für die Europäer und Kanadier bedeutet. Eine USA im Niedergang dringt aber auf eine Verdichtung des Vasallenverhältnisses und ist bereit, ihre Vasallen zum eigenen Vorteil für ihre Oligarchen unter den Bus zu werfen. Wer also NATO-Mitglied werden will, auch nur scheibchenweise, der bereitet den eigenen Untergang mit vor. 4. Die NATO wird auch deshalb zum Sicherheitsrisiko, weil sie sich in der imperialen Phase der Überspannung befindet. Um den Niedergang der USA aufzuhalten, werden die Kräfte der Vasallen mobilisiert. Die NATO globalisiert sich, bekommt immer mehr Aufgaben und dehnt sich durch bilaterale Abkommen de facto nach Asien aus. Ein Menetekel, etwa die Beteiligung Japans am NATO-Hauptquartier in Wiesbaden für den Krieg mit der Ukraine. Wir haben es also mit einer deutlichen imperialen Überspannung zu tun. Zugleich aber fördert die NATO durch ihre Expansion gerade auch nach Asien immer mehr Gegner zutage. Die NATO wird in Asien als Bedrohung gesehen, keineswegs nur in China, sondern auch in Vietnam, Indonesien oder Malaysia. 5. Die NATO gefährdet ihre eigene Bevölkerung, weil sie der Tod der Diplomatie ist. Verhandlungen werden nur noch zum Schein geführt, wie mit dem Iran. An einer politischen Lösung ist die NATO nicht interessiert, sondern allein daran, zu eskalieren. Folgerichtig torpedierte man auch die Istanbuler Verhandlungen für einen Frieden in der Ukraine. Was mich immer wieder erstaunt hat, ist die Parallelität dieser Entwicklung mit der Krise des Römischen Reiches, die am Ende zu seiner Auflösung führte. Durch die Ausweitung und die ständig steigenden Militärausgaben setzte sich das Reich einer permanenten Überspannung seiner Kräfte aus. Diplomatische Konfliktlösungen wurden zugunsten militärischer Interventionen zunehmend beiseitegeschoben. Die Militarisierung des Römischen Reiches, die wir jetzt auch bei der NATO beobachten, war ein wesentlicher Grund für sein Ende. Der große Unterschied zur heutigen Situation ist, dass das Heraufbeschwören eines Krieges gegen eine Atommacht mit hoher Wahrscheinlichkeit in gegenseitiger Vernichtung enden würde. Der Drang zur Diplomatie müsste also um ein Vielfaches höher sein. Stattdessen verstärkt sich der Eindruck, dass die USA und die NATO das Risiko eines Atomkrieges eingehen. Aus der Sicht der USA vielleicht noch verständlich, weil man meint, den Atlantik zwischen sich zu haben – für die Europäer aber nicht mehr als ein Selbstmordkommando. Ich will Ihnen abschließend noch einmal kurz darlegen, warum ein neutrales Deutschland ein besseres Deutschland wäre: 1. Mehr Souveränität und strategische Autonomie Ein neutrales Deutschland könnte endlich eine eigenständige Außen- und Sicherheitspolitik betreiben, statt als verlängerter Arm der US-Interessen in Europa zu fungieren. Der Industriestandort Deutschland würde nicht weiter durch den Zwang, teure Energie aus den USA zu importieren, stranguliert. Deutschland geht jetzt ins fünfte Jahr wirtschaftlicher Stagnation. Statt automatisch in Konflikte hineingezogen zu werden (siehe NATO-Artikel 5), könnte Berlin entscheiden, die Stellvertreterkriege und die Wirtschaftskriege der USA nicht weiter führen zu müssen. Das wäre ein enormes Stück wiedergewonnener Handlungsfähigkeit. 2. Deutliche Reduzierung des Kriegsrisikos Die Mitgliedschaft in Militärbündnissen wie der NATO macht ein Land automatisch zum potenziellen Ziel. Russland sieht Deutschland aktuell als feindliches Territorium, weil es Waffen liefert und US-Stützpunkte beherbergt, in denen Hyperschallraketen stationiert werden sollen, die russische Kommandozentren in wenigen Minuten erreichen könnten. Neutralität würde diese Bedrohungslage massiv entschärfen. Historisch haben neutrale Staaten wie die Schweiz oder Österreich auch durch die Abwesenheit von US-Basen ihre eigene Bedrohungslage wesentlich reduziert. Deutschland als hochindustrialisiertes Land in der Mitte Europas hat besonders viel zu verlieren – Neutralität wäre der rationalste Selbstschutz. 3. Wirtschaftliche Vorteile und Energiesicherheit Neutralität würde den Weg freimachen für pragmatischen Handel mit allen großen Mächten – Russland bei Energie und Rohstoffen, bei China, was die Absatzmärkte angeht, und den USA gleichermaßen. Die aktuelle einseitige Westbindung hat zu Deindustrialisierung, hohen Energiepreisen und Abhängigkeit von teurem US-Flüssiggas geführt. Ein neutrales Deutschland könnte wieder günstige russische Energie importieren und gleichzeitig Technologie mit China austauschen, ohne ständige Sanktions- und Loyalitätskonflikte. Das wäre ein enormer Wettbewerbsvorteil. Generell könnte sich Deutschland für die BRICS öffnen und den Handel gerade mit diesen aufstrebenden Märkten fördern. Notwendig dazu ist allerdings der Bruch mit der NATO und den USA und einer Kompradorenbourgeoisie, die vor allem die Interessen von US-Oligarchen und US-Investmentfonds in Europa vertritt. US-Investmentfonds haben entscheidende Besitzanteile praktisch an allen DAX-Unternehmen. Bei Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall sind es US-Anleger, die die Mehrheit stellen. Man muss wissen, dass eine NATO-Mitgliedschaft einen Ausverkauf an US-Oligarchen mit sich bringt. 4. Weniger Militärausgaben, mehr Investitionen im Inland Deutschland gibt bereits über 108 Milliarden Euro pro Jahr für Rüstung aus, bald sollen es 220 Milliarden sein. Ein neutrales Land bräuchte keine teure Hochsee-Projektionsarmee oder die teuersten Kampfjets der Welt, um für Washington globale Interessen zu vertreten. Noch dazu Waffen wie die F-35, über deren Endkontrolle am Ende allein die USA entscheiden. Das frei werdende Geld könnte in Infrastruktur, Bildung, Forschung, Digitalisierung oder die Senkung der Schulden und Steuern fließen. Die Schweiz zeigt seit Jahrzehnten, dass man mit vernünftiger Milizarmee und Neutralität sehr sicher sein kann, ohne sich finanziell zu ruinieren. Eine Natoisierung der Schweiz würde das Land auch sozial und wirtschaftlich in einen Abgrund stürzen. 5. Bessere historische und moralische Position Deutschland wird weltweit immer noch mit großer Skepsis betrachtet. Vor dem Hintergrund der Unterstützung ukrainischer Nationalisten und dem Anspruch, wieder die größte Armee Europas zu stellen, wird der Schwur „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ zunehmend in Frage gestellt. Neutralität wäre die konsequenteste Lehre aus der eigenen Geschichte: Nie wieder Angriffskriege, nie wieder Vasall großer Mächte, stattdessen wirtschaftliche Stärke, Diplomatie und Vermittlung. Deutschland könnte als stabilisierender, wohlhabender Puffer- und Vermittlungsstaat in der Mitte Europas agieren – statt als Frontstaat in einem drohenden Weltkrieg. Zusammengefasst gesagt: Neutralität wäre nicht „Weltabgewandtheit“, sondern kluge Selbstbeschränkung und Konzentration auf die eigenen Stärken (Wirtschaft, Technologie, Ingenieurskunst). Sie würde die Menschen in Deutschland weniger angreifbar, wohlhabender und souveräner machen. Die aktuelle Politik der bedingungslosen Einbettung in westliche Strukturen unter der Dominanz der USA hat bisher vor allem zu Abhängigkeit, Deindustrialisierung und erhöhtem Kriegsrisiko geführt. Für die Verbündeten der USA sowohl am Golf als auch in Europa wird die Bündnisfrage immer mehr zur Existenzfrage. Anders gesagt, die NATO-Mitgliedschaft wird für die deutsche Bevölkerung immer mehr zur Existenzfrage, für die Schweiz wäre das Aufgeben der Neutralität genau diese Existenzfrage. Wer sich für den Sozialstaat und Frieden durch Dialog glaubwürdig einsetzt, muss für einen NATO-Austritt bzw. die Beibehaltung der Neutralität aktiv eintreten. Anders wird es nicht gehen. In diesem Sinne wünsche ich den Schweizern viel Erfolg bei der Verteidigung der Neutralität und erhoffe mir Schweizer Unterstützung bei einer kommenden Kampagne für einen NATO-Austritt und ein neutrales Deutschland. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank. Ein Video des Vortrags findet sich unter diesem Link [https://www.linksbuendig.ch/video/v/sevim-dadelen-neutralitt-vs-nato]. Titelbild: Ergfoto / Shutterstock

19. juni 202627 min
episode Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (24) artwork

Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (24)

„Es war ein lauer Abend, der kleine Tisch war zum Abendbrot eingedeckt und wir aßen zu dritt mit meiner Oma. Mein Vater wickelte ein kleines Stück Wurst aus Butterpapier und begann akribisch, den pelzigen Schimmel von den Rändern zu schneiden.“ In dieser 24. und voraussichtlich letzten Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ drucken wir diesmal einen Beitrag unseres Lesers Ingo Kranz ab. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. ---------------------------------------- Hier können Sie den ersten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403], den zweiten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464], den dritten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486], den vierten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605], den fünften Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632], den sechsten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671], den siebenten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740], den achten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816], den neunten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812], den zehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802], den elften Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038], den zwölften Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098], den dreizehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156], den vierzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209], den fünfzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151229], den sechzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151393], den siebzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151418], den achtzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151461], den neunzehnten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151530], den zwanzigsten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151546], den einundzwanzigsten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151551], den zweiundzwanzigsten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151731] sowie den dreiundzwanzigsten Teil [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151881] der Zusendungen unserer Leser nachlesen. ---------------------------------------- Ein Sommerabend in Mahlsdorf Sehr geehrte Nachdenkseiten Team, im Anhang sende ich ihnen eine kurze Anekdote zum Thema “Erinnerungen gegen Krieg”. In meiner Familie gibt es viele solcher kleinen Momente der Erinnerung. Durch ihre Initiative bin ich heute um so mehr gehalten sie Kollegen, Freunden und immer wieder im Kreise der Familie zu erzählen. Diese hier rührt mich regelmäßig zu Tränen da ich sehr lange nicht verstand, was meinen Vater bewegte. Vielen Dank für ihre Arbeit, sie ist ein sehr wichtiger Beitrag zur Aufklärung. Mit freundlichen Grüßen Es ist Sommer und ich sitze mit meinem Vater vor unserem kleinen Gartenhäuschen im Berlin Mahlsdorf. Das Grundstück, mit dem später errichteten Häuschen, ist der Nachlass eines Onkels, welcher im ersten Weltkrieg sein Bein verlor. Es wurde über fünf Generationen weitergegeben und war Zuflucht und Sicherheit in allen Zeiten. In den 1920er Jahren wurde von staatlicher Seite Land zum vergünstigten Preis an Kriegsversehrte des ersten Weltkriegs abgegeben, um sich und ihre Familien wegen der ohnehin schwierigen Weltwirtschaftslagen und der schier aussichtlosen Situation mit ihrer Behinderung durchzubringen. Mein Vater wurden 1935 in Berlin Köpenick geboren und war mit seiner Schwester direkt von den Auswirkungen des zweiten Weltkriegs betroffen. Es war ein lauer Abend, der kleine Tisch war zum Abendbrot eingedeckt und wir aßen zu dritt mit meiner Oma. Mein Vater wickelte ein kleines Stück Wurst aus Butterpapier und begann akribisch, den pelzigen Schimmel von den Rändern zu schneiden. Ich, im Alter von 16 Jahren, redete auf meinen Vater ein, diesen Zipfel Wurst doch wegzuwerfen, und hatte so überhaupt kein Verständnis dafür, ein derartig überfälliges Lebensmittel unter der Gefahr sich ernsthaft den Magen zu verderben überhaupt noch zu essen. Mein Vater erklärte mir sichtlich berührt, dass er es auch heute noch nicht übers Herz bringe, auch nur den kleinsten Rest an Nahrung wegzuwerfen. Hunger gab es bis weit nach dem Krieg in Berlin und das war neben der prekären Lage zu Wohnraum und Brennmaterial im Winter nur eines der zu bewältigenden Probleme. Ich war genervt von der Uneinsichtigkeit meines Vaters und maß der Situation wenig Tiefe bei, bis meine Oma, die bis dahin vollkommen ruhig weiter aß, sich zu Wort meldete. Sie erzählte von Abenden zum Ende des Krieges, Unterkünften in der Nähe von Flakstellungen, der Enge in den bewohnten Zimmern der Nachkriegsjahre und ganz ruhig davon, wie oft sie abends meinem Vater warmes Wasser zum Trinken gab, um ihn trotz Hunger in den Schlaf zu bekommen. Heute bin ich 58 Jahre alt. Mein Vater ist vor 5 Jahren gestorben. Meine Generation hat nie leiden müssen. Aber erst jetzt begreife ich die Situation umfassend. Generationen haben durch Krieg und Zerstörung alles verloren, unendliches Leid erfahren und nie wieder ein normales Leben führen können. Im gleichen Zeitraum haben wenige ihre Vermögen vervielfacht und ohne Skrupel alles getan, was ihren Gewinn immer noch weiter zu steigern. Eine Parallele zur heutigen Zeit ist unübersehbar. Feindbilder vergiften die Menschen, ständige Wiederholungen von einseitigen Berichterstattungen schaffen die Bereitschaft, Grenzen der menschlichen Vernunft unbedacht zu überschreiten und all das Wissen zur Unvereinbarkeit von Krieg und einem erfüllten Leben für die Mehrheit der Bevölkerung zu verdrängen. Nie wieder Krieg! Nie wieder! war das feste Versprechen der betroffenen Generationen und fand im wohl wichtigsten Dokument, der UNO-Charter, seine Niederschrift. Wann endlich durchbrechen die von Tod und Zerstörung bedrohten Menschen diesen Teufelskreis? Wir sind es unseren Eltern und Großeltern schuldig! Vielen Dank für ihre aufklärende Arbeit. Wir sollten diese, mit ihrer Hilfe, durch authentische Berichte wiederholen, um das Leid der vorangegangenen Generation im Bewusstsein der Menschen bewahren. Mit freundlichen Grüßen Ingo Kranz ---------------------------------------- Titelbild: wikicommns – Deutsche Fotothek‎ – Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en]

Yesterday5 min
episode ZDF, Schönbohm, Musk: „Die Anmoderation wurde aus rechtlichen Gründen gekürzt“ artwork

ZDF, Schönbohm, Musk: „Die Anmoderation wurde aus rechtlichen Gründen gekürzt“

Das ZDF stapelt aktuell schlechte Schlagzeilen in eigener Sache: eine juristische Niederlage im Fall Arne Schönbohm, eine Unterlassungserklärung gegenüber Elon Musk, eine Zustimmung des Senders zu US-Sanktionslisten. Das erinnert zusätzlich an die kürzlich besonders unseriöse USA-Berichterstattung des Senders, etwa zu Charlie Kirk oder ICE. Ist das ZDF ein hoffnungsloser Fall? Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Das ZDF hat in jüngerer Vergangenheit häufig Schlagzeilen in eigener Sache produziert. Die aktuellsten Beispiele aus den letzten Tagen sind die vom ZDF abgegebene Unterlassungserklärung gegenüber Elon Musk [https://www.deutschlandfunk.de/zdf-gibt-unterlassungserklaerung-gegenueber-elon-musk-ab-und-streicht-umstrittene-passage-102.html] und die Niederlage des Senders in einem Prozess [https://www.berliner-zeitung.de/article/arne-schoenbohm-zdf-gerichtsurteil-10101240] um eine umstrittene Böhmermann-Sendung zum damaligen Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm. Außerdem hat sich der Sender kürzlich US-Sanktionslisten unterworfen – dazu weiter unten mehr. Böhmermann, Faeser und Schönbohm Zu Schönbohm: Der 18. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München (Az.: 18 U 217/26) hat aktuell die Berufung des ZDF im Verfahren um Jan Böhmermanns ZDF Magazin Royale zurückgewiesen, soweit es um die zentralen Äußerungen über Arne Schönbohm geht, wie Medien berichten. Einerseits werde im Urteil bestätigt, dass in der Sendung eine „unwahre Tatsachenbehauptung“ verbreitet worden sei, die auch nicht durch Satire gedeckt sei. Andererseits habe das Gericht Schönbohm erneut keine Geldentschädigung zugesprochen. Der ZDF-Beitrag vom Oktober 2022 hatte ernste Konsequenzen: Wenige Tage nach Ausstrahlung wurde Schönbohm von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) als BSI-Präsident abgesetzt. Schönbohm selber hat sich aktuell in diesem Beitrag auf X [https://x.com/ArneSchoenbohm/status/2066857272651677989] zum Urteil geäußert. Dass Schönbohm laut des Urteils keinen Anspruch auf Geldentschädigung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch Jan Böhmermann hat, wird in diesem Artikel [https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/18u21726-olg-muenchen-schoenbohm-bsi-boehmermann-zdf-magazin-royale] bei Legal Tribune Online beschrieben. Die betreffende Böhmermann-Sendung war skandalös, dass das ZDF sich auch noch so intensiv wehrt, das öffentlich einzugestehen, ist ein weiterer Skandal. Elon Musk und die „Jagd auf Migranten“ Zu Elon Musk: Das ZDF hat laut diesem Bericht der Bild [https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/nach-post-vom-anwalt-zdf-kuerzt-anmoderation-vor-beitrag-zu-elon-musk-6a313ab76bb5c7fe2e1c954c] aktuell auf Anwaltspost von US-Tech-Milliardär Elon Musk reagiert. Musk hatte den deutschen Fernsehsender über seinen Anwalt Joachim Steinhöfel abgemahnt. Das ZDF bestätigt in diesem Statement [https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-statement-zu-zdfheute-live-vom-12-juni-2026] den Vorgang. Musk wehrt sich laut Bild gegen eine Aussage in der Sendung „ZDF heute live“ vom 12. Juni [https://www.zdfheute.de/video/zdfheute-live/belfast-ausschreitungen-musk-video-100.html], in der ihm vorgeworfen wurde, einen „rassistischen Mob“ zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen zu haben. Das ZDF hat am Dienstag beim betreffenden Beitrag „Ausschreitungen in Belfast – Wie Musk die Proteste befeuerte“ die Anmoderation gekürzt und eine Unterlassungserklärung abgegeben, wie auch der Deutschlandfunk [https://www.deutschlandfunk.de/zdf-gibt-unterlassungserklaerung-gegenueber-elon-musk-ab-und-streicht-umstrittene-passage-102.html] oder die Berliner Zeitung [https://www.berliner-zeitung.de/article/elon-musk-klage-gegen-zdf-an-10098544] berichten. US-Sanktionslisten, ICE, Charlie Kirk Diese aktuellen Vorgänge beim ZDF erinnern an weitere Episoden rund um den Sender aus der jüngeren Vergangenheit. Unter anderem soll hier auf die falsche Berichterstattung des ZDF zu Charlie Kirk [https://www.spiegel.de/ausland/charlie-kirk-zdf-korrespondent-elmar-thevessen-entschuldigt-sich-fuer-falsche-berichterstattung-a-1a927e58-a565-46ad-8872-eb068229b789] oder die vom ZDF mit KI-Elementen ergänzten [https://www.zdfheute.de/politik/ausland/falsche-bilder-zdf-heute-journal-ice-usa-100.html] Berichte über die US-Migrations-Einheit ICE hingewiesen werden. Kürzlich wurde außerdem berichtet, dass das ZDF US-Sanktionslisten übernommen hat, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt [https://www.sueddeutsche.de/medien/experten-talkshow-gaeste-trump-sanktionsliste-terrorliste-li.3449653]. Demnach müssen sich Mitwirkende an ZDF-Sendungen teilweise verpflichten, nicht mit Personen zusammenzuarbeiten, die auf einer Sanktions- oder Terrorliste der USA stehen. In dem Artikel heißt es: > „Die OFAC-Listen machten kürzlich Schlagzeilen, weil die Regierung von Donald Trump im Dezember auch Richter und Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs auf sie gesetzt hat. Das ZDF verlangt also von ‚Mitwirkenden‘ seiner Sendungen, weder direkt noch indirekt mit hochrangigen Vertretern eines Gerichtes zusammenzuarbeiten, zu dessen Vertragspartnern neben über 100 anderen Staaten die Bundesrepublik Deutschland gehört.“ Gegen diese inakzeptable Unterwerfung des ZDF unter US-„Terror“-Listen kann man aktuell bei der Kampagnen-Plattform Campact einen Appell unterzeichnen [https://aktion.campact.de/menschenrechte/petition-zdf-compliance-ofac-sanktionsliste/teilnehmen?utm_medium=email&utm_source=campact_mailing&utm_campaign=20260617-as-hv-zdf-sanktionsliste-inaktive&utm_content=variation-a&utm_term=unterzeichne-jetzt-gegen-trumps-sanktionslisten-beim-zdf]. Das ist gut. Trotzdem werden auch von Campact doppelte Standards genutzt, weil in der zugehörigen Mail nur Folgen der US-Sanktionen skandalisiert werden, ohne auf die ebenso inakzeptablen EU-Sanktionen Bezug zu nehmen. Interessant: Laut Campact hat sich die ARD den US-Listen nicht unterworfen, der Deutschlandfunk habe sich sogar öffentlich davon distanziert [https://www.instagram.com/p/DXUAbVLj6Y4/]. Es ist also möglich, aber das ZDF handelt anders. „Vertrauen in Nachrichten bleibt stabil“ Angesichts solcher Zustände bei einem der größten deutschen Rundfunksender überrascht es nicht, dass das Vertrauen in viele etablierte Nachrichtenkanäle allgemein abnimmt. Laut dem aktuellen Reuters-Digitalreport [https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/] hat nicht einmal mehr die Hälfte der deutschen Bürger noch dieses Vertrauen. Weil dieser Wert aber angeblich nicht noch einmal abgenommen hat, wird das teils als Erfolg verkauft („bleibt stabil“). So schreibt die Süddeutsche Zeitung [https://www.sueddeutsche.de/medien/mediennutzung-deutschland-studie-reuters-news-report-2026-li.3499619]: > „Vertrauen in Nachrichten bleibt stabil. (…) 46 Prozent der Befragten sind der Ansicht, man könne dem Großteil der Nachrichten in Deutschland meist vertrauen.“ Übersetzt: Nur noch 46 Prozent sind der Meinung, man könne überhaupt noch Vertrauen haben – und das dann auch noch nur „meist“ und auch nur gegenüber „dem Großteil“. Glückwunsch für diese „Stabilität“. Titelbild: Screenshot/ZDF Mehr zum Thema: Die Dreistigkeit des ZDF-Chefs: „Der Feind steht woanders“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147984] Rettet den Rundfunk – Vor Privatisierung und vor der eigenen Propaganda [https://www.nachdenkseiten.de/?p=68150] [https://vg04.met.vgwort.de/na/020017b37f374ae987e4691c6212dde8]

Yesterday6 min