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Am Badischen Staatstheater in Karlsruhe kommt das Theaterstück „Debritz“ zur Uraufführung

4 min · 24. juni 2026
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Seit Wochen hat es im fiktiven Ort Debritz nicht mehr geregnet. Die Ernte leidet, das Grundwasser versalzt und die Sorgen wachsen. Mit seiner Uraufführung „Debritz“ erzählt Autor Kaleb Erdmann von Klimawandel, Landflucht und Krisenmüdigkeit. Regisseurin Brit Bartkowiak bringt die Mischung aus Sozialdrama und Komödie am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit viel Tempo und Spielfreude auf die Bühne.

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Schriftdesigner Erik Spiekermann: „Keiner weiß, wer ich bin – aber alle nutzen meine Arbeit“

DER „RUMPELSTILZCHEN-EFFEKT“ DES ERFOLGS Er gilt als einer der einflussreichsten Gestalter von Schrift und Konzerndesign im deutschsprachigen Raum. Gerade wurde Erik Spiekermann mit dem Gutenberg-Preis [https://www.gutenberg-gesellschaft.de/gutenberg-preis] der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft und der Stadt Mainz „als Pionier für prägende und stilbildende Schriften“ ausgezeichnet. Als „Legende“ möchte Erik Spiekermann trotz seines Lebenswerks nicht bezeichnet werden. „Wenn jemand sagt, ich sei Legende, dann bin ich ja eigentlich tot“, sagt der Typograf im Gespräch mit SWR Kultur. Er bevorzuge den „Rumpelstilzchen-Effekt“ seiner langjährigen Tätigkeit: „Keiner weiß, wie ich heiße, wer ich bin, aber alle benutzen meine Arbeit. Das finde ich eigentlich am schönsten daran.“ Was da alles zusammenkommt, ist weit mehr als das Tagewerk eines Rumpelstilzchens. Erik Spiekermann hat unter anderem das Schriftdesign der Deutschen Bahn entworfen, das Corporate Design von Audi und VW, von Bosch und ZDF. Bis 2001 führte er das damals deutschlandweit größte Designbüro mit bis zu 170 Mitarbeitern. GESTALTUNG DER DEUTSCHE TELEFONBÜCHER Das Wichtigste aus seiner Sicht: Ein guter Stil sollte nicht für Augenschmerzen sorgen. Auf Spiekermanns Entwürfe ging seit den 1980er Jahren auch die Gestaltung der deutschen Telefonbücher zurück. Da die „Schreibweise des Namens und die genaue Telefonnummer sehr, sehr, sehr wichtig sind“, sagt der Typograf, „darf man sich nicht zu weit von dem entfernen, was 84 Millionen Deutsche so unter Schrift verstehen.“ Als einer der ersten Designer importierte er elektronische Schriften aus den USA nach Deutschland. Heute dagegen habe er wieder angefangen, analog zu arbeiten. In Berlin hat er eine Buchdruckwerkstatt aufgemacht, wo er Andruckpressen und Schriftsätze aus Holz und Blei sammelt. Erik Spiekermann: „Ich bin wieder da, wo Gutenberg war, allerdings mit Strom und durchaus mit Computern.“ Heute verbinde er das elektronische und das altmodische Handwerk. Im Prinzip ist er nun auch wieder dort, wo er schon als 16-Jähriger war. Damals sei er durch die Stadt gefahren und habe an jeder Straßenecke etwas mitgenommen: „Und hatte dann nach einigen Jahren plötzlich eine Druckerei zusammen.“

24. juni 202613 min
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Mahnmal erinnert an verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

NEUES MAHNMAL IN BERLIN Die Zeugen Jehovas sind heute vor allem als Religionsgemeinschaft bekannt, deren Mitglieder öffentlich missionieren. Weniger bekannt ist ihre Geschichte während der NS-Zeit. Sie gehörten zu den ersten Gruppen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. In Berlin ist nun ein neues Mahnmal für die verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas eingeweiht worden. FRÜHE VERFOLGUNG DURCH DAS NS-REGIME Die Nationalsozialisten betrachteten die Zeugen Jehovas als Gegner des Regimes. Sie verweigerten den Hitlergruß und andere Loyalitätsbekundungen gegenüber dem Staat. Für viele Mitglieder war dies eine religiöse Überzeugung: Verehrung gebühre allein Gott, nicht politischen Führern. Der Historiker Tim Müller erklärt, dass die Gemeinschaft deshalb bereits in den frühen Jahren der NS-Herrschaft ins Visier der Behörden geriet. Viele Angehörige der Gruppe seien vor Gericht gestellt und früh in Konzentrationslager gebracht worden. DER LILA WINKEL ALS KENNZEICHEN In den Konzentrationslagern wurden die Zeugen Jehovas mit einem eigenen Symbol gekennzeichnet: dem sogenannten lila Winkel. Dadurch waren sie als eigene Häftlingsgruppe erkennbar. Besonders auffällig war nach Angaben Müllers ihre Haltung zum Militärdienst. Die pazifistisch geprägte Religionsgemeinschaft verweigerte geschlossen den Kriegsdienst. „Insgesamt wurden fast 300 junge Männer hingerichtet wegen Kriegsdienstverweigerung“, sagt Müller. Damit stellten die Zeugen Jehovas die größte Gruppe von Kriegsdienstverweigerern im Nationalsozialismus. STREITPUNKT ERINNERUNGSKULTUR Das neue Mahnmal soll an die Opfer erinnern. Müller mahnt jedoch zu einer klaren Trennung zwischen historischem Gedenken und aktuellen Interessen der Religionsgemeinschaft. „Es ist ein Denkmal nur für die historischen Opfer“, sagt der Historiker. Der Staat müsse gerade bei religiösen Themen Neutralität wahren. Das Gedenken solle vor allem die Geschichte der Verfolgten sichtbar machen und daran erinnern, wohin Ausgrenzung von Minderheiten führen könne. WARUM DAS GEDENKEN HEUTE WICHTIG BLEIBT Für Müller hat die Erinnerung an die NS-Verbrechen gerade für junge Menschen eine besondere Bedeutung. Sie zeige, wie verletzlich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sein können. Das Ziel der Gedenkarbeit sei es, zu vermitteln, dass Menschenwürde, Gleichheit und demokratische Grundrechte keine Selbstverständlichkeit seien. „Diese Demokratie der Menschenwürde, das Beste, was wir je hatten, ist zerbrechlich“, sagt Müller. Die Erinnerung an die verfolgten Zeugen Jehovas sei deshalb nicht nur ein Blick in die Vergangenheit. Sie könne auch dazu beitragen, das Bewusstsein für Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten in der Gegenwart zu stärken.

24. juni 20266 min