HANSA Podcast
Die Chefin der Kloska Group über die unterschätzte Arbeit der Schiffsausrüster, flexible Lieferketten und prägende Einsätze Ist Kloska so etwas wie das Amazon der Schifffahrt? Die Frage ist zugespitzt, aber ganz falsch ist sie offenbar nicht. "Bei uns gibt es ja so ziemlich alles, was ein Schiff braucht", erklärt Nadine Kloska. Die geschäftsführende Gesellschafterin der Kloska Group spricht im neuen HANSA-Podcast über ein Geschäft, das im Hintergrund läuft, aber für den Schiffsbetrieb von entscheidender Bedeutung ist. Das Bremer Familienunternehmen wurde 1981 von ihrem Vater Uwe Kloska gegründet und hat sich seitdem zu einem großen Systemlieferanten für Schifffahrt, Werften, Offshore und die Industrie entwickelt. "Meine Eltern haben das Unternehmen zusammen gegründet – mit nur einem Mitarbeiter". Heute beschäftigt die Gruppe mehr als 800 Angestellte an 30 Standorten. Nadine Kloska ist 2007 in das Unternehmen eingestiegen. Im Podcast erzählt die Unternehmerin, warum dieser Schritt für sie kein vorgezeichneter Weg war, wie sie sich ihre Rolle im Familienunternehmen erarbeitet hat und weshalb flache Hierarchien für sie zur Unternehmenskultur gehören. Wie breit das Angebots-Spektrum ist, zeigt Kloska mit einem einfachen Bild: Wenn man ein Schiff umdrehe und schüttele, liefere ihr Unternehmen alles, was herausfalle – und die Ersatzteile, die hoffentlich nicht herausfallen. Dazu gehören Proviant, Werkzeuge, Matratzen, Bettzeug, Reinigungsmittel, Arbeitsschutz, Festmacher und technische Komponenten. Auch vermeintliche Kleinigkeiten spielen eine große Rolle: "Wir haben im vergangenen Jahr 2,8 Mio. Toilettenpapierrollen geliefert“, so Kloska.In der Podcastfolge geht es außerdem um internationale Lieferketten, Lehren aus der Pandemie, die Versorgung von Schiffen in geopolitisch unsicheren Zeiten und die Rolle der weltweiten Kloska-Standorte. Auch die Kreuzfahrt kommt zur Sprache: In Hamburg betreibt Kloska unter anderem das nordeuropäische Zentrallager für die Rostocker Reederei Aida Cruises. Wie schnell Schiffsausrüster reagieren müssen, erzählt Kloska am Beispiel der Havarie des Öltankers "Annika". Nach dem Brand des Schiffes auf der Ostsee waren die Festmacher verbrannt, ein Festmachen im Hafen war nicht möglich. Mitarbeiter von Kloska fuhren noch an einem Freitagabend in die Werkstatt, schnitten neue Festmacher zu, spleißten die Augen ein und lieferten die Leinen in der Nacht aus.
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