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#128 Nadine Kloska: "Man muss verrückt sein für die Schiffsausrüstung"

29 min · 7. Mai 2026
Episode #128 Nadine Kloska: "Man muss verrückt sein für die Schiffsausrüstung" Cover

Beschreibung

Die Chefin der Kloska Group über die unterschätzte Arbeit der Schiffsausrüster, flexible Lieferketten und prägende Einsätze Ist Kloska so etwas wie das Amazon der Schifffahrt? Die Frage ist zugespitzt, aber ganz falsch ist sie offenbar nicht. "Bei uns gibt es ja so ziemlich alles, was ein Schiff braucht", erklärt Nadine Kloska. Die geschäftsführende Gesellschafterin der Kloska Group spricht im neuen HANSA-Podcast über ein Geschäft, das im Hintergrund läuft, aber für den Schiffsbetrieb von entscheidender Bedeutung ist. Das Bremer Familienunternehmen wurde 1981 von ihrem Vater Uwe Kloska gegründet und hat sich seitdem zu einem großen Systemlieferanten für Schifffahrt, Werften, Offshore und die Industrie entwickelt. "Meine Eltern haben das Unternehmen zusammen gegründet – mit nur einem Mitarbeiter". Heute beschäftigt die Gruppe mehr als 800 Angestellte an 30 Standorten. Nadine Kloska ist 2007 in das Unternehmen eingestiegen. Im Podcast erzählt die Unternehmerin, warum dieser Schritt für sie kein vorgezeichneter Weg war, wie sie sich ihre Rolle im Familienunternehmen erarbeitet hat und weshalb flache Hierarchien für sie zur Unternehmenskultur gehören. Wie breit das Angebots-Spektrum ist, zeigt Kloska mit einem einfachen Bild: Wenn man ein Schiff umdrehe und schüttele, liefere ihr Unternehmen alles, was herausfalle – und die Ersatzteile, die hoffentlich nicht herausfallen. Dazu gehören Proviant, Werkzeuge, Matratzen, Bettzeug, Reinigungsmittel, Arbeitsschutz, Festmacher und technische Komponenten. Auch vermeintliche Kleinigkeiten spielen eine große Rolle: "Wir haben im vergangenen Jahr 2,8 Mio. Toilettenpapierrollen geliefert“, so Kloska.In der Podcastfolge geht es außerdem um internationale Lieferketten, Lehren aus der Pandemie, die Versorgung von Schiffen in geopolitisch unsicheren Zeiten und die Rolle der weltweiten Kloska-Standorte. Auch die Kreuzfahrt kommt zur Sprache: In Hamburg betreibt Kloska unter anderem das nordeuropäische Zentrallager für die Rostocker Reederei Aida Cruises. Wie schnell Schiffsausrüster reagieren müssen, erzählt Kloska am Beispiel der Havarie des Öltankers "Annika". Nach dem Brand des Schiffes auf der Ostsee waren die Festmacher verbrannt, ein Festmachen im Hafen war nicht möglich. Mitarbeiter von Kloska fuhren noch an einem Freitagabend in die Werkstatt, schnitten neue Festmacher zu, spleißten die Augen ein und lieferten die Leinen in der Nacht aus.

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Episode #130 Eine neue Stimme für die Bremer Reedereien Cover

#130 Eine neue Stimme für die Bremer Reedereien

Rhederverein-Chefin Lorenz Medina und Vorgänger Völkl über Schifffahrtsstandort und Politik Er war 28 Jahre im Amt, sie ist die erste Frau an der Spitze des 1884 gegründeten Bremer Rhedervereins: Die neue Geschäftsführerin Angelica Lorenz Medina und ihr Vorgänger Robert Völkl blicken gemeinsam auf den Schifffahrtsstandort Bremen. Lorenz Medina ist gelernte Speditionskauffrau und hat viele Jahre im Seefracht-Geschäft gearbeitet. „Jetzt ist es ein komplett neues Tätigkeitsfeld – es ist unheimlich interessant und macht viel Spaß“, sagt sie in der neuen Episode des HANSA PODCASTs und geht darauf ein, ob ihr angesichts ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn auch Skepsis im Rhedervereins entgegengebracht wurde. Neu ist vor allem die politische Arbeit. Ihr Vorgänger stand ihr die ersten Wochen beratend zu Seite. Völkl und Lorenz Medina teilen eine ähnliche Sichtweise auf die Art und Weise, wie der Rhederverein in der Arbeit mit Politik und Verwaltung erfolgreich sein kann: "Gegeneinander erreichen wir absolut gar nichts“, sagt die neue Geschäftsführerin. Ein enger Draht ist wichtig: „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, den Schifffahrtsstandort zu erhalten. Und es ist Aufgabe des Rhedervereins, immer wieder deutlich zu machen, dass Bremen ein guter Schifffahrtsstandort ist, der hat alles, was eine Reederei braucht“, sagt Völkl. Er spricht in diesem Zusammenhang auch über zwischenzeitlich verloren gegangenes Renommee durch die große Schifffahrtskrise, in deren Rahmen etwa die Bremer Landesbank u.a. aufgrund vieler fauler Schiffskredite notverkauft werden musste. Darüber hinaus teilt er seine Einschätzung darüber, ob die Reeder-Stimme aus Bremen mehr Gehör und die dortige Branche mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Im Gespräch geht es auch um eine Halbierung der Flotte und ungesunde Dynamiken. Die aktuelle Situation bewertet Völkl positiv und geht auf Investitionen ein, die trotz der unsicheren geopolitischen Lage Sinn machen können. Ein weiterer Aspekt: die deutsche Flagge, deren Modernisierung in der Verwaltung derzeit sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Einen „Turnaround“ sieht Völkl noch nicht, erläutert aber, warum und unter welchen Umständen er dennoch optimistisch wäre, dass die deutsche Flagge bessere Chancen bei deutschen Reedern haben könnte. Lorenz Medina spricht über die Größe und Aufteilung der Bremer Flotte, die Anzahl der Reedereien und Schiffe. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit will sie künftig auch auf die Suche nach Fachkräften für die Reedereien legen: „Ich möchte herausfinden, warum wir die jungen Leute nicht mehr in die Ausbildung bekommen“, so Lorenz Medina, die dabei auch auf konkrete mögliche Schritte eingeht, wie man junge Leute besser erreichen kann. Völkl erläutert, warum keinen Wehmut oder Abschiedsschmerz verspürt und berichtet nicht zuletzt von „Highlights“ in seiner langen Tätigkeit und die Ursprünge des bekannten Bremer Reederabends.

Gestern25 min
Episode #129 BSH-Präsident Helge Heegewaldt: "Die Gefahr auf See ist real" Cover

#129 BSH-Präsident Helge Heegewaldt: "Die Gefahr auf See ist real"

Der maritime Behördenchef über Schattenflotten, Neubauten und die deutsche Flagge BSH-Präsident Helge Heegewaldt warnt im neuen HANSA-Podcast vor den Risiken der Schattenflotte in der Ostsee. "Die Gefahr ist real – insbesondere für Umwelt und Küste", so der Behörden-Chef. Viele dieser Schiffe seien alt, hätten unklare Besitzstrukturen und erfüllten teils nicht mehr die Standards, die deutsche Reeder akzeptieren würden. Rechtlich sei der Umgang schwierig, weil Schiffe die Ausschließliche Wirtschaftszone grundsätzlich passieren dürften. Komme es zu einem Ölaustritt, könne dies vor allem Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein treffen. "Das wäre eine absolute Katastrophe", so der Behördenchef. Das Thema zeigt, wie stark sich die Lage auf Nord- und Ostsee verändert hat. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sei zwar eine zivile Behörde, Sicherheitsthemen seien aber deutlich stärker in den Fokus gerückt. Dazu zählen der Schutz von Offshore-Infrastruktur, Datenkabeln und Energieanlagen ebenso wie die Zusammenarbeit mit Marine, Bundespolizei und weiteren Sicherheitsbehörden. Das BSH ist die zentrale maritime Fachbehörde Deutschlands. Zuständig ist es unter anderem für Sicherheit auf See, Seevermessung, Seekarten, ozeanographische Daten, Offshore-Genehmigungen und Fragen der deutschen Flagge. Seit März 2023 steht Heegewaldt an der Spitze der Behörde. Im Gespräch geht es außerdem um den Offshore-Ausbau. Bis 2045 sollen in der deutschen AWZ 70 GW Offshore-Windleistung entstehen, aktuell sind es etwas mehr als 10 GW. "Wir wollen in den nächsten 20 Jahren eine Versiebenfachung der Leistung", sagt Heegewaldt. Dafür brauche es Unternehmen, die investieren, und verlässliche Rahmenbedingungen. "Planungssicherheit muss die Verwaltung, muss die Politik geben.“ Auch Cyberangriffe auf maritime Energieinfrastruktur beschäftigen das BSH. Der Jurist verweist auf eine deutlich verschärfte Bedrohungslage. Absolute Sicherheit werde es nicht geben. Entscheidend sei, "vor die Welle" zu kommen und mögliche Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen. Das BSH lasse sich dabei unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Marine und weiteren Sicherheitsbehörden beraten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die eigene Flotte des BSH. Die fünf Schiffe bezeichnet Heegewaldt als "Datensammler des BSH". Rund 80 % der Einsätze entfielen auf Seevermessung, 20 % auf Forschung. Mit zwei Neubauten will die Behörde ältere Einheiten ersetzen. Die Schiffe sollen in Spanien gebaut und perspektivisch mit Methanol beziehungsweise Biomethanol betrieben werden. Auch bei den geplanten BSH-Neubauten wird es politisch und wirtschaftlich interessant: Warum die Schiffe nicht auf einer deutschen Werft gebaut werden, sondern in Spanien, erklärt Heegewaldt im Gespräch mit einem bemerkenswert klaren Kostenvergleich. Am Ende habe es zwei Angebote gegeben: "Mit der einen Werft hätten wir ein Schiff bauen können, mit der anderen zwei.“ Auch die deutsche Flagge kommt zur Sprache. Heegewaldt wirbt für eine moderne, serviceorientierte Flaggenstaatsverwaltung. Die Verfahren seien bereits vereinfacht worden, Zuständigkeiten würden stärker gebündelt. Aus mehreren Einflaggungsanträgen sei ein einziger geworden, zudem gebe es mit deutsche-flagge.de eine zentrale Anlaufstelle. "Wir haben das sehr entbürokratisiert", sagt Heegewaldt. Zum Schluss richtet der BSH-Präsident den Blick auf die maritime Wahrnehmung in Deutschland. Sein Ziel sei es, die Sichtbarkeit maritimer Themen zu erhöhen – nicht nur an der Küste, sondern auch in Süd- und Westdeutschland sowie in Berlin. "Wir sind ein Land, das nicht sehr meeresbewusst ist", so Heegewaldt.

22. Mai 202643 min
Episode #128 Nadine Kloska: "Man muss verrückt sein für die Schiffsausrüstung" Cover

#128 Nadine Kloska: "Man muss verrückt sein für die Schiffsausrüstung"

Die Chefin der Kloska Group über die unterschätzte Arbeit der Schiffsausrüster, flexible Lieferketten und prägende Einsätze Ist Kloska so etwas wie das Amazon der Schifffahrt? Die Frage ist zugespitzt, aber ganz falsch ist sie offenbar nicht. "Bei uns gibt es ja so ziemlich alles, was ein Schiff braucht", erklärt Nadine Kloska. Die geschäftsführende Gesellschafterin der Kloska Group spricht im neuen HANSA-Podcast über ein Geschäft, das im Hintergrund läuft, aber für den Schiffsbetrieb von entscheidender Bedeutung ist. Das Bremer Familienunternehmen wurde 1981 von ihrem Vater Uwe Kloska gegründet und hat sich seitdem zu einem großen Systemlieferanten für Schifffahrt, Werften, Offshore und die Industrie entwickelt. "Meine Eltern haben das Unternehmen zusammen gegründet – mit nur einem Mitarbeiter". Heute beschäftigt die Gruppe mehr als 800 Angestellte an 30 Standorten. Nadine Kloska ist 2007 in das Unternehmen eingestiegen. Im Podcast erzählt die Unternehmerin, warum dieser Schritt für sie kein vorgezeichneter Weg war, wie sie sich ihre Rolle im Familienunternehmen erarbeitet hat und weshalb flache Hierarchien für sie zur Unternehmenskultur gehören. Wie breit das Angebots-Spektrum ist, zeigt Kloska mit einem einfachen Bild: Wenn man ein Schiff umdrehe und schüttele, liefere ihr Unternehmen alles, was herausfalle – und die Ersatzteile, die hoffentlich nicht herausfallen. Dazu gehören Proviant, Werkzeuge, Matratzen, Bettzeug, Reinigungsmittel, Arbeitsschutz, Festmacher und technische Komponenten. Auch vermeintliche Kleinigkeiten spielen eine große Rolle: "Wir haben im vergangenen Jahr 2,8 Mio. Toilettenpapierrollen geliefert“, so Kloska.In der Podcastfolge geht es außerdem um internationale Lieferketten, Lehren aus der Pandemie, die Versorgung von Schiffen in geopolitisch unsicheren Zeiten und die Rolle der weltweiten Kloska-Standorte. Auch die Kreuzfahrt kommt zur Sprache: In Hamburg betreibt Kloska unter anderem das nordeuropäische Zentrallager für die Rostocker Reederei Aida Cruises. Wie schnell Schiffsausrüster reagieren müssen, erzählt Kloska am Beispiel der Havarie des Öltankers "Annika". Nach dem Brand des Schiffes auf der Ostsee waren die Festmacher verbrannt, ein Festmachen im Hafen war nicht möglich. Mitarbeiter von Kloska fuhren noch an einem Freitagabend in die Werkstatt, schnitten neue Festmacher zu, spleißten die Augen ein und lieferten die Leinen in der Nacht aus.

7. Mai 202629 min
Episode #127 MPP-Reederei dship und NSB gründen "Hinode Shipmanagement" Cover

#127 MPP-Reederei dship und NSB gründen "Hinode Shipmanagement"

Die CEOs Lars Feller und Tim Ponath über Hintergründe sowie eigene Flotten-Pläne Neue Kooperation in der deutschen Schifffahrt: Die Hamburger MPP-Reederei dship Carriers und der Shipmanager NSB aus Buxtehude legen ein Joint Venture auf. Die CEOs Lars Feller und Tim Ponath machen das Joint Venture zuerst im HANSA Podcast publik. Es ist gewissermaßen eine ungewöhnliche Konstellation, die sich in der deutschen Schifffahrt gefunden hat. dship Carriers hat das technische Management bislang anderen Unternehmen anvertraut, die NSB war bislang nicht in der klassischen MPP-Schifffahrt aktiv. Lars Feller und Tim Ponath erläutern in der neuen Episode des HANSA Podcasts, wie es zu der Zusammenarbeit kam und berichten von den Hintergründen. Das Gespräch geht aber auch weit über das neue Joint Venture hinaus. Worum geht es bei der Zusammenarbeit? Der Name des Joint Ventures ist Hinode Shipmanagement. Es wird aufgesetzt für sechs MPP-Neubauten von dship Carriers, und zwar für das technische Management und das Crewing. Die Frachter sollen zwischen Juni dieses Jahres und Ende 2027 in Fahrt kommen. "Für diese Schiffe wollten wir einen anderen Weg gehen und mehr Hand auf das Management haben", sagt Feller und geht auf weitere Details ein – unter anderem, ob es Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit anderen Shipmanagern geben könnte. Er spricht von einer Entwicklung zur Reederei und einem "logischen Schritt". "Für uns ist das ein Einstieg in ein neues Schiffssegment", sagt NSB-Chef Ponath, "aber wir sind aus der Vergangenheit vertraut mit komplexen Projekten. Daher bin ich super zuversichtlich und euphorisch, dass es ein Mega-Start wird". Der CEO spricht von zwei Unternehmen, die bestimmte Werte teilen (und von einer "neuen Freiheit" der NSB. Beide Manager betonen den Plan, das Joint Venture weiter wachsen lassen zu wollen – auch mit Schiffen anderer Unternehmen. Das Wachstum ist auch für die einzelnen Flotten der beiden Schifffahrtsunternehmen ein Thema des Gesprächs. Dabei geht es um potenzielle Neubauten für dship und NSB, Schiffsgrößen und -segmente sowie die nötigen Rahmenbedingungen bzw. Voraussetzungen. Lars Feller und Tim Ponath sprechen u.a. auch über weitere Details des Joint Ventures (Sitz, Anteile, "Rote Linien" etc.), gemeinsame Werte von inhabergeführten Unternehmen, die generelle Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der deutschen Schifffahrt, die MPP-Neubauten von dship und weitere Flottenpläne, die Möglichkeit eigener Neubauten für NSB, die Zusammenarbeit von NSB mit anderen MPP-Akteuren (im Crewing), die Frage nach weiteren Neubauten oder S&P-Transaktionen für dship, die Frage nach einem Einstieg von NSB und von dship in neue Schiffssegmente, die "neue Freiheit" von NSB nach dem Ausstieg von Anteilseignern, Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Lage auf das Alltagsgeschäft und Schiffe, die im Zuge der iranischen Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf festhängen.

23. Apr. 202635 min
Episode #126 Christoph Ploß: "Deutsche maritime Wirtschaft muss eine Einheit bilden!" Cover

#126 Christoph Ploß: "Deutsche maritime Wirtschaft muss eine Einheit bilden!"

Maritimer Koordinator der Bundesregierung über die NMK, Finanz-Paradigmenwechsel, Koalition Finanz-Paradigmenwechsel und Wettbewerbsfähigkeit: Christoph Ploß, Maritimer Koordinator der Bundesregierung, spricht im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz exklusiv über seine Vorstellung einer maritimen Politik für Deutschland. Der Hamburger CDU-Politiker will die Rahmenbedingungen für Reeder, Schiffbauer, Zulieferer und Häfen auf politischem Wege verbessern. Dabei geht es zum Einen um Geld, zum Anderen aber auch um Förderprogramme, die Digitalisierung und die Bürokratie. Alle Segmente der maritimen Industrie sind für ihn "gleichbedeutend wichtig". Ploß will dafür werben, dass Bereiche "zusammenarbeiten und zusammenhalten". Dann könne man insgesamt für Alle mehr erreichen – sowohl in Berlin als auch in Brüssel und in der öffentlichen Debatte. Zu Häfen, Reedern und Schiffbauern hat er eine klare Meinung: Im Schiffbau wolle die schwarz-rote Koalition über Bürgschaftsprogramme, Forschungsprogramme und Aufträge der öffentlichen Hand das Geschäft stärken. Der Maritime Koordinator will Arbeitsplätze nicht nur erhalten, sondern explizit auch neue Jobs zu schaffen. In einigen Bereichen ist seiner Ansicht nach eine Verdopplung möglich. Ploß sieht größere mögliche Effekte auch mit Blick auf die Demokratie-Verdrossenheit und die verlorengegangene Hoffnung in einigen Regionen. Im Gespräch geht er darauf detailliert ein. Das Geschäft der deutschen Reeder (und die deutsche Flagge) will er stärken, nicht zuletzt "weil wir im Krisenfall diese Reedereien dringend brauchen". Ploß spricht dabei auch über die Entbürokratisierung bei der deutschen Flagge sowie eine Ausweitung der Tonnagesteuer – und einen Zeitplan dafür. Häfen haben für ihn eine wichtige bundespolitische Bedeutung, nicht zuletzt im Krisen- und Kriegsfall. Bei der Finanzierung des Infrastruktur-Ausbaus hält Ploß einen "Paradigmenwechsel" für nötig und erläutert, wie das beispielsweise mit dem Sozial-Etat zusammenhängen kann. "Ich will die Länder aber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen", so der CDU-Politiker, der in diesem Zusammenhang auch über Gewerbesteuereinnahmen ("darauf pochen die Länder"), und eine notwendige Verfassungsänderung spricht – sowie über eine mögliche Zusammenarbeit mit der AFD und der LINKEN im Bundestag (Stichwort "Brandmauer"). Außerdem geht der Hamburger Politiker ausführlich darauf ein, was er sich von der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden erhofft und wie verhindert werden soll, dass das Treffen zu einer Palaver-Runde verkommt, wie es in der Vergangenheit schonmal der Fall war. Nicht zuletzt spricht Ploß über das Zusammenspiel mit SPD-geführten Ministerien, die Lage an der Straße von Hormus, die deutsche Flagge, Tonnagesteuer und Offshore-Schiffe und den VDR-Vorschlag zu "Wehrdienst auf Handelsschiffen".

8. Apr. 202639 min