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Parviz Sayyad ist zu Gast im Karlstorbahnhof beim Salon Underground

3 min · 19. Juni 2026
Episode Parviz Sayyad ist zu Gast im Karlstorbahnhof beim Salon Underground Cover

Beschreibung

Parivz Sayyad ist ein iranischer Schauspieler und Regisseur, den in seiner Heimat jeder kennt. Ein ist ein Vorbild für Regisseure wie Rasoulof und Panahi. Der 87-jährige lebt seit über 40 Jahren im Exil. Nun ist er zu Gast bei dem Heidelberger Format „Salon Underground“, das Künstlern unter Zensur eine Bühne geben will. Seine Filme wirken aktueller denn je.

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Episode Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über sein neues Buch „Faschismus ist keine Meinung“ Cover

Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über sein neues Buch „Faschismus ist keine Meinung“

WENDEPUNKT HIN ZU EINEM AUTORITÄREN ZEITALTER Ilko-Sascha Kowalczuk sieht Deutschland und viele andere Demokratien an einem Wendepunkt hin zu einem autoritären Zeitalter und macht dafür unter anderem gesellschaftliche Verunsicherung, wirtschaftliche Umbrüche und den Verlust von Zukunftsperspektiven verantwortlich. In seinem neuen Buch „Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ erklärt der Historiker: „Wir stehen an einem Epochenwechsel hin zu einem autoritären Zeitalter.“ CREDO DES HISTORIKERS: NICHT PESSIMISTISCH SEIN Zugleich betont Kowalczuk im Gespräch mit SWR Kultur, dass das Erstarken autoritärer Kräfte kein ausschließlich ostdeutsches Phänomen sei, sondern sich in vielen Regionen Deutschlands und Europas beobachten lasse. Trotz seiner Sorge ruft er dazu auf, demokratische Werte selbstbewusst zu verteidigen und sich aktiv gegen Menschenfeindlichkeit einzusetzen. Das habe er aus der Wende 1989 gelernt: „Seitdem gibt es für mich gewissermaßen das elfte Gebot: Du darfst nicht mehr politisch pessimistisch sein, es ist alles möglich.“

9. Juli 20267 min
Episode Tourismus-Forscherin im Gespräch: Overtourism und was man dagegen tun kann Cover

Tourismus-Forscherin im Gespräch: Overtourism und was man dagegen tun kann

10 Euro muss zahlen, wer aktuell Venedig besichtigen will. Zumindest als Kurzentschlossener. Bucht man drei Tage im Voraus, dann ist es nur die Hälfte. Eingeführt hat die Stadt das Ticketsystem vor zwei Jahren. Das Ziel: den Massentourismus eindämmen, der die Lagunenstadt so stark trifft wie kaum einen anderen Ort auf der Welt. VENEDIG: MEHR HOTELBETTEN ALS EINWOHNER Das historische Zentrum hat mittlerweile mehr Hotelbetten als Einwohner. Kein  Wunder also, dass die Stadt plant, den Eintritt noch weiter zu erhöhen. 30 bis 50 Euro pro Tag sind im Gespräch. Eine drastische Maßnahme. Und möglicherweise ein Vorbild für andere Städte. Wobei auch in Sachen Overtourism gilt: Jeder Tourismus-Hotspot hat so seine eigenen Probleme. So sagt es zumindest Eva Erdmenger, die an der Universität im niederländischen Wageningen zu den Folgen des übermäßigen Tourismus forscht. SANTORINI: ÜBER 800 KREUZFAHRTSCHIFFE IM JAHR Als Beispiel nennt sie die griechische Insel Santorini. Eine Oase in der Ägäis. Allerdings auch eine völlig überlaufene. Über 800 Kreuzfahrtschiffe legen dort Jahr für Jahr an und spülen Touristenmassen in die engen Gässchen der Stadt Thira. Der wirtschaftliche Mehrwert für die Einheimischen halte sich allerdings in Grenzen, sagt Erdmenger. Essen würden die meisten Besucher nämlich auf dem Schiff. Was von ihnen bleibt, ist letztlich nur: die Verstopfung der Stadt. Erdmenger rät daher auch jeder und jedem, sich vor dem Urlaub Gedanken darüber zu machen, wie man seinen touristischen Fußabdruck möglichst klein halten könne. Entscheidend dabei seien die sogenannten drei Säulen der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Soziales und Umwelt. ERDMENGERS VORSCHLAG: SELBST ANPACKEN! Zum Beispiel sollte man sich vorher überlegen, wie man sein Urlaubsbudget gezielt so investiert, dass es wirklich der lokalen Wirtschaft zugute kommt. Ein Studium der einheimischen Kultur und Sprache schade nicht, um vor Ort in Kontakt zu kommen. Und in Sachen Nachhaltigkeit gelte es vor allem, den Wasserverbrauch und die Verschmutzung reduzieren. Erdmenger schlägt sogar „spielerische Strand Clean-Ups“ vor, die man mit den Kindern veranstalten könnte. Ein bisschen Bewegung schadet ja nie. Und mit gutem Gewissen liegt es sich im Strandkorb gleich doppelt so bequem.

Gestern6 min
Episode Jenseits von John Wayne – „Black Cowboys“ im Stadthaus Ulm Cover

Jenseits von John Wayne – „Black Cowboys“ im Stadthaus Ulm

EINE GEMEINSCHAFT SCHWARZER COWBOYS Mehr Südstaaten geht kaum: Junge Kerle galoppieren, kernige Frauen posieren auf Pferden unter gleißender Sonne. Man schwitzt schon beim Hingucken. Sabine Bungert und Stefan Dolfen haben sich die Trail-Ride-Festivals in den Staaten angeschaut. In Shelby, North Carolina, wird die Black-Cowboy-Kultur gefeiert mit langen Ausritten, mit Essen, Musik und mit Rodeos. Auf das Thema der Black Cowboys sind Bungert und Dolfen durch Zufall gekommen: In Fernsehberichten über George Floyd und die Black-Lives-Matter-Bewegung fielen den Fotografen die schwarzen Reiter und damit auch der Begriff der Black Cowboys auf. Die Idee für das nächste Fotoprojekt war geboren.  > Es geht darum, dass sie auch sichtbar werden wollen mit ihrer Geschichte und im Prinzip die Geschichtserzählung ein Stück weit korrigieren wollen. > > > Quelle: Fotografin Sabine Bungert ES GEHT NICHT UM FRANSEN, COLT UND COWBOYHUT Die Black Cowboys schauen selbstbewusst, cool. Sie identifizieren sich mit den USA, schwingen die amerikanische Flagge oder tragen Schuhe mit dem rot-weiß-blauem Muster. Es geht überhaupt nicht um Folklore mit Fransen, Colt und Cowboyhut und schon gar nicht um Verklärung. Die Ausstellung will zeigen, dass die Black Cowboys schlicht ernst- und wahrgenommen werden wollen: „Sie verkleiden sich nicht. Es ist ihre Identität und sie verstehen sich so. Und es ist wahnsinnig wichtig für sie, dass ihre schwarze Identität als Teil der amerikanischen Geschichte gesehen wird“, erklärt Fotograf Stefan Dolfen. GESCHICHTEN VON AUSBEUTUNG UND WIEDERGUTMACHUNG In der Ausstellung im Stadthaus Ulm wird etwa die Geschichte eines Black Cowboys erzählt, der als Streetworker arbeitet und damit Identifikationsfigur für Jugendliche geworden ist. Porträtiert wird auch der Gründer des Black-Cowboy-Festivals, Marc Myers, in South Carolina. Die Vorfahren der Familie waren nach Ende der Sklavenzeit sogenannte Sharecroppers. Auf dem Papier waren sie freie Landwirte, mussten jedoch „am Ende des Jahres einen Großteil der Ernte abgeben, mussten alle Kleidung, alle Gerätschaften, alles, was sie brauchten, um das Land zu bearbeiten, beim Grundbesitzer auf Kredit kaufen und hatten niemals die Möglichkeit, aus dieser ständigen Verschuldung und immer weiteren Verschuldung rauszukommen“, führt Dolfen aus.   Jetzt guckt Marc Myers zufrieden unter dem Cowboyhut: Das Gelände ist im Besitz seiner Familie. Solche Geschichten dokumentiert die Ausstellung eindrucksvoll. Aber sie ist mehr als ein Dokument, sondern ein starkes künstlerisches wie politisches Statement.

Gestern3 min
Episode Rot ist jetzt, was Trump für rot hält Cover

Rot ist jetzt, was Trump für rot hält

INFANTINO IST STAMMGAST IM WEISSEN HAUS Donald Trump greift zum Telefonhörer und übt Druck aus, in Politik, Wirtschaft, Medien. Dass er nun offenbar in eine Fußball-WM eingreift, ist keine Überraschung, sondern war zu erwarten. Trump umgeht Regeln und will bestimmen. Und er hört selten Widerworte. Natürlich auch nicht von Gianni Infantino. Der FIFA-Präsident war seit dem Amtsantritt von Trump so oft im Weißen Haus zu Gast wie kein Staatschef. Die FIFA hat Räumlichkeiten im Trump Tower in New York gemietet und dem US-Präsidenten einen „Friedenspreis“ verliehen. Infantino hat ein Umfeld für die WM geschaffen, in dem politische Einflussnahme sogar wahrscheinlicher geworden ist. EIN BEISPIELLOSER VORFALL BEI EINER WM Wobei Fußball und Politik seit Generationen verbunden sind, auch bei Weltmeisterschaften: 1934 in Italien wollte Mussolini mitbestimmen, 1978 in Argentinien die Militärjunta. Heute hat die FIFA 211 Mitgliedsverbände. In dutzenden Ländern bestimmen Minister, Generäle oder Monarchen den Fußball. Immer mal wieder hat die FIFA deshalb kleine und weniger einflussreiche Nationen ausgeschlossen. Dass nun aber der Präsident einer westlichen Demokratie, wie nun offenbar Trump, die Strafe für eine Rote Karte abmildern will, ist in der Geschichte der WM beispiellos.    EUROPA REAGIERT EMPÖRT, DIE USA BEDANKT SICH In Europa ist die Empörung groß, in den USA jedoch bedanken sich zahlreiche Fans und Medien bei Trump. Der Erfolg der US-Nationalmannschaft sorgt für Rekord-Einschaltquoten. Trump, der wegen des Iran-Krieges, der Epstein-Akten und der Zoll-Politik stark unter Druck steht, nutzt den Fußball für „America First“.  Ob sich der Fußball gegen Trump und Infantino zur Wehr setzen kann? Theoretisch ja. Die großen Verbände aus Deutschland, England, Frankreich und Brasilien könnten sich von dieser FIFA abwenden. Aber sie alle wollen am Rekordumsatz teilhaben, der nun bei der WM rund neun Milliarden Dollar beträgt.  SKANDALUMWITTERTE FIFA Der europäische Fußballverband UEFA sieht eine „rote Linie“ überschritten. DFB-Präsident Bernd Neuendorf wollte solche Worte nicht wählen. Seine Stellungnahme: diplomatisch. Deutschland will spätestens in den 2040er-Jahren wieder eine WM austragen. Denn das größte Sportspektakel bleibt lukrativ. Und die Einflussnahme von Trump könnte in dieser skandalumwitterten FIFA schon bald wieder vergessen sein.

7. Juli 20262 min