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Das Museum Sammlung Prinzhorn in Heidelberg blickt neu auf seine Werke

3 min · 29. Juni 2026
Episode Das Museum Sammlung Prinzhorn in Heidelberg blickt neu auf seine Werke Cover

Beschreibung

Das Museum Sammlung Prinzhorn in Heidelberg feiert sein 25-jähriges Jubiläum mit einer Sonderausstellung und untersucht, wie man diesen besonderen Werken am besten gerecht wird. Gezeigt werden Textil-Arbeiten, Zeichnungen, Aquarelle und skulpturale Arbeiten aus der weltweit einmaligen Sammlung Prinzhorn, die 40.000 Werke sogenannter „Outsider Art“ von 1840 bis heute umfasst.

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Episode Erschreckend guter Theaterabend: „Die Räuber“ in Stuttgart sind ein Warnruf für die Demokratie Cover

Erschreckend guter Theaterabend: „Die Räuber“ in Stuttgart sind ein Warnruf für die Demokratie

DIE WELT KURZ VOR DEM UNTERGANG Alles aschgrau und düster, selbst der riesige Mond im Hintergrund der Bühne. Dazu ein paar Mauerreste und in der Mitte aufgehäufte Steine, obendrauf thront ein rechteckiger, hermetisch geschlossener Betonbau mit einer Aussichtsplattform. Es könnte eine niedergebrannte Stadt oder die Welt kurz vor dem Untergang sein. Hier schmiedet Franz Moor – wunderbar gespielt von Therese Dörr –  finstere Intrigen, um an die Macht zu kommen.  AUF DER BÜHNE PASSIERT ALLES GLEICHZEITIG Schon ist man mittendrin in der fantastischen Überforderungsmaschinerie, die Regisseur Stefan Pucher an diesem Abend anwirft. Alles scheint gleichzeitig zu passieren: Auf die Fläche des Betonbaus projizierte Videos, Leinwände, die überall herunterfahren. Die Bühne dreht sich, ein in Stein gehauener Riese, ein Koloss, wird sichtbar, überzogen mit Filmen von Explosionen, Hubschraubern über Kriegsgebieten, Lavaströmen oder Totenschädeln. Parallel dazu flimmert Franz in silberfarbenem Kostüm mit übertriebenen Schulterpolstern in Nahaufnahme über eine von oben heruntergelassene Leinwand, verleugnet seinen Bruder, bis ihn der Vater verstößt. Und dann ist da noch Amalia, die Geliebte Karls, die auf ihn wartet und anfängt, alles zu hinterfragen. AMALIA EMANZIPIERT SICH: DIE STÄRKSTE FIGUR Amalia emanzipiert sich von den patriarchalen Strukturen, den Macht- und Ränkespielen, die alle ins Verderben führen. Thomas Melles Text macht sie zur stärksten Figur. Sie lotet aus, was Freiheit sein kann, wie sie aussehen muss. Sie erklärt auf der Bühne, dass Freiheit einen Rahmen und eine Ordnung braucht, um zu funktionieren. KARLS RÄUBER SIND EINE TERRORBANDE Währenddessen scheitert der verstoßene Karl, der eigentlich mit seiner Räuberbande gegen bestehende Machtverhältnisse und Ungerechtigkeit ankämpfen wollte. Doch seine Truppe ist zu einer mordenden und plündernden Terrorbande verkommen „Brenne, Stadt, brenne“, schreien die Räuber, aufgereiht als Punkband, an der Bühnenrampe. In dieser Truppe versammelt sich jede politische Couleur: ein aalglatt gegelter Rechtsradikaler in Bomberjacke neben dem linksalternativ angehauchten Typen in kurzer Adidashose und Felljacke. „Wer sind denn die wahren Verbrecher?“ Und: „Ihr habt uns allein gelassen,“ schreien die Räuber als frustrierte Jugend ins gutsituierte Stuttgarter Publikum. Am Ende ermorden sich die gescheiterten Brüder Franz und Karl. Amalia, über die ganze Bühnenfläche eingeblendet, fordert die restliche Räuberbande daraufhin auf, die Gräueltaten hinter sich zu lassen. FINGER TIEF IN DEN WUNDEN DER GEGENWART Die alten Parolen haben ausgedient. Wozu erzählen, wenn man handeln kann? Hier beginnt kein neues Zeitalter. Hier beginnt die Arbeit.  Ein großartig aufspielendes Ensemble vermittelt gekonnt die Botschaft des Abends: Handeln, solange es geht, sich einbringen, Demokratie und Freiheit schützen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus, in Zeiten des Krieges, in Zeiten, in denen Despoten die Welt ins Chaos stürzen. Es ist eine Inszenierung, die erschreckend gut die Finger ganz tief in die Wunden der Gegenwart stößt. Das ist auch dem Text von Thomas Melle zu verdanken, der Schiller ins Heute holt. Sehenswert!

6. Juli 20264 min
Episode Zum 80. Geburtstag: Rocky und Rambo erzählen vom amerikanischen Traum Cover

Zum 80. Geburtstag: Rocky und Rambo erzählen vom amerikanischen Traum

Zum 80. Geburtstag von Sylvester Stallone würdigt der Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt den Schauspieler als weit mehr als einen Actionstar. Seine ikonischen Figuren Rocky Balboa und John Rambo stünden für den amerikanischen Traum, aber auch für dessen Schattenseiten, so Schmitt im Gespräch mit SWR KULTUR: „Rocky ist ein ganz deutliches Zeichen: Man kann es schaffen – aber zu welchem Preis?“, sagt Schmitt. Rambo wiederum verkörpere einen Kriegshelden, der nach seiner Rückkehr von der Gesellschaft vergessen werde und um Anerkennung kämpfen müsse. Stallone sei deshalb lange unterschätzt worden, so Schmitt: „Sylvester Stallone wurde sehr lange unterschätzt – und das sollte jetzt aufhören.“

6. Juli 20265 min
Episode Rolle der Amerika-Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg: „Freihandbibliotheken waren nach amerikanischem Vorbild“ Cover

Rolle der Amerika-Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg: „Freihandbibliotheken waren nach amerikanischem Vorbild“

Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde in Philadelphia die Unabhängigkeitserklärung der USA unterzeichnet. Dreizehn britische Kolonien erklärten sich damit unabhängig von Großbritannien und bezeichneten sich zum ersten Mal als Vereinigte Staaten von Amerika, die United States of America. Daran erinnert jedes Jahr der Nationalfeiertag der USA, der Independence Day. Auch hier in Deutschland wird dieser Tag gefeiert: In vielen Amerika-Häusern bundesweit oder in deutsch-amerikanischen Instituten, in denen die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA gefördert werden sollen. Christiane Pyka, Direktorin des deutsch-amerikanischen Zentrums, dem DAZ in Stuttgart, betont in SWR Kultur, wie wichtig diese Zentren nach dem Zweiten Weltkrieg für die Redemokratisierung waren, etwa Dank der Bibliotheken in den Amerika-Häusern. „Sie konnten zum Beispiel in den Bibliotheken einfach an die Regale gehen. Diese Freihandbibliotheken, die für uns heute so völlig selbstverständlich sind, gab es damals noch nicht und das war amerikanisches Vorbild. Ihr könnt selbst entscheiden, was ihr lesen wollt, nehmt die Möglichkeiten wahr“, so Pyka.

3. Juli 20265 min