WeTalkSecurity - der ESET Podcast
Ein eingebildet Kranker? Shownotes In dieser Folge von „WeTalkSecurity" geht es um Cybersicherheit im Gesundheitswesen – ein Sektor, der europaweit zu den Hauptzielen von Cyberangriffen zählt und gleichzeitig unter Fachkräftemangel und Budgetdruck steht. Philipp Plum spricht in Berlin mit Tony Liersch, Teamleiter IT-Infrastruktur und Support am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, und seinem Kollegen Andreas Kretschmer über den IT-Sicherheitsalltag eines 400-Betten-Hauses: über Managed Detection and Response, Netzwerksegmentierung bei Medizingeräten, die Umsetzung von NIS2 und die Frage, wie man als kleines Team mit großer Verantwortung dauerhaft handlungsfähig bleibt. Über die Gäste: Tony Liersch ist seit fünf Jahren als Teamleiter Infrastruktur und Support am Klinikum Garmisch-Partenkirchen tätig, einem der größten Arbeitgeber im Landkreis mit rund 1.600 Mitarbeitern und 400 Betten. Das Haus ist überregional vor allem als Spezialversorger für Sportverletzungen bekannt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Kretschmer verantwortet er die IT-Sicherheit des Klinikums. Andreas Kretschmer arbeitet seit 20 Jahren in der IT des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und betreut dort unter anderem den Bereich IT-Security. Gastgeber: Philipp Plum Schwerpunkte und Inhalte der Episode: Bedrohungslage im Gesundheitswesen: Krankenhäuser gehören zu den Hauptzielen für Cyberangriffe, allen voran Ransomware. Eine ESET-Umfrage unter 165 Gesundheitsbetrieben, davon 58 Krankenhäusern, bestätigt die größten Sorgen: Ransomware, Fachkräftemangel und mangelnde Cyber-Awareness der Mitarbeiter. Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist Phishing die häufigste Bedrohung, wird aber zuverlässig von den eigenen Systemen herausgefiltert. Vom Einstiegspaket zu Managed Detection and Response: Das Klinikum ist vom kleinsten ESET-Paket auf ESET MDR Ultimate umgestiegen. Angesichts des Personalmangels lässt sich ein durchgehender 24/7-Betrieb mit zwei Sicherheitsverantwortlichen intern nicht stemmen – das MDR-Team aus Jena übernimmt die laufende Überwachung. Bei dringenden Vorfällen erfolgt ein direkter Anruf, ansonsten laufen Hinweise als Ticket ein, und einmal im Monat gibt es ein gemeinsames Gespräch samt Report. Medizingeräte als Sonderfall im Netzwerk: Anders als klassische PCs verhalten sich Medizingeräte oft untypisch, was die Bewertung von „normalem" und „auffälligem" Netzwerkverhalten erschwert. Das Klinikum setzt auf eine fein justierte Netzwerksegmentierung; Hersteller sichern ihre Geräte teils mit eigener Firewall ab. Eine bleibende Schwachstelle: Updates, die per USB-Stick eingespielt werden – das Bild vom Ritter in voller Rüstung, den der Pfeil im Sichtschlitz trifft. _Schatten-IT und überraschende Funde:_MDR macht sichtbar, was im Haus an nicht freigegebener Software auftaucht. Ein Beispiel: eine medizinische Software mit integriertem Telegram-Bot, bei dem zunächst alle Alarmglocken schrillten – nach Rücksprache mit dem Entwickler stellte sich der Einsatz als legitim heraus. NIS2 und KRITIS-Compliance: Das Team hat sich vor fünf Jahren freiwillig einem B3S-Audit unterzogen und damit viele NIS2-Anforderungen vorab abgearbeitet. Das Klinikum ist kein KRITIS-Haus, erfüllt aber alle Kriterien. Laut ESET-Umfrage haben nur rund ein Drittel der Befragten in den letzten zwölf Monaten aktiv an ihrer NIS2-Compliance gearbeitet. Compliance als echter Sicherheitsgewinn:Ähnlich wie damals die DSGVO bringt auch NIS2 trotz Aufwand einen klaren Mehrwert – als Argumentationshilfe für notwendige Investitionen und als Schub für die eigene Sicherheit. Im Umgang mit den intimsten Daten überhaupt, den Patientendaten, ein entscheidender Faktor. Tipps für Krankenhäuser vergleichbarer Größe: „Die Hosen runterlassen" und das eigene System gezielt durchsuchen lassen – keine Scham vor Audits. Ergänzend empfiehlt sich Red Teaming, um reale Schwachstellen aufzudecken und den eigenen Fortschritt einzuordnen. Wichtig außerdem: Verantwortliche einbinden, den Informationsfluss für Anwender transparent halten – und regelmäßig patchen. Aufgenommen auf der ESET World 2026: Diese Folge ist live auf der ESET World 2026 entstanden, der internationalen Sicherheitskonferenz von ESET vom 18. bis 21. Mai 2026 im JW Marriott Hotel in Berlin. Unter dem Motto „Together for Cyber Resilience" trafen sich CISOs, Security-Analysten, SOC-Teams, IT-Entscheider und Threat-Researcher aus aller Welt, um über aktuelle Entwicklungen der Cyberabwehr, KI-gestützte Angriffstechniken, geopolitische Cyberkonflikte und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu sprechen. Tony Liersch hielt vor Ort einen Vortrag darüber, wie sich IT-Sicherheit gegenüber der Geschäftsführung greifbar machen lässt – und wie man Entscheider für Cybersecurity und die tägliche Arbeit der IT-Teams sensibilisiert. Für wen ist diese Folge besonders relevant? * IT-Verantwortliche in Krankenhäusern und Gesundheitsbetrieben * Sicherheitsverantwortliche kleiner und mittlerer IT-Teams * Geschäftsführer und Entscheider im Klinikumfeld * Compliance- und Datenschutzverantwortliche im Healthcare-Sektor * Verantwortliche für die Umsetzung von NIS2 und KRITIS-Anforderungen * Medizintechnik- und Infrastrukturverantwortliche Weiterführende Links: Mehr zu ESET MDR: https://www.eset.com/de/business/services/managed-detection-and-response/ [https://www.eset.com/de/business/services/managed-detection-and-response/] ESET im Gesundheitswesen: https://www.eset.com/de/business/healthcare/ [https://www.eset.com/de/business/healthcare/] ESET World 2026 – Programm und Rückblick: https://esetworld.com/ [https://esetworld.com/]
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