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Jens Spahn war regelmäßig bei Peter Thiels geheimer und antidemokratischer „Dialog Society“ dabei

7 min · Ayer
Portada del episodio Jens Spahn war regelmäßig bei Peter Thiels geheimer und antidemokratischer „Dialog Society“ dabei

Descripción

Geheime Treffen, bei denen sich Milliardäre, Militärs, Politiker und Journalisten „austauschen“, wirken antidemokratisch. Aber es wird oft verharmlost, wenn nur durch ihren Reichtum „legitimierte“ Akteure in exklusiver Atmosphäre und ohne öffentliche Kontrolle Einfluss auf Spitzenpolitiker nehmen können. Die nun belegte regelmäßige Teilnahme von Jens Spahn an den Geheimtreffen des politisch radikalen US-Tech-Milliardärs Peter Thiel ist ein Skandal. Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag, hat eingeräumt, an mehreren vertraulichen Treffen teilgenommen zu haben, die vom US-Tech-Milliardär Peter Thiel organisiert wurden, wie der Deutschlandfunk berichtet [https://www.deutschlandfunk.de/jens-spahn-bestaetigt-teilnahme-an-veranstaltungen-von-peter-thiel-104.html]. Der Tagesspiegel schreibt in diesem Artikel [https://www.tagesspiegel.de/politik/privates-netzwerk-von-peter-thiel-jens-spahn-ist-wieder-zum-treffen-eingeladen-15724994.html], dass durch ein Datenleck die Mitglieder von Peter Thiels „Dialog Society“ offengelegt worden seien. Diese habe er 20 Jahre lang geheimgehalten. Auf dieser Liste findet sich auch Jens Spahn. Um den Skandal zu erfassen, sollte man sich zunächst mit der Person Peter Thiel beschäftigen – eines US-Unternehmers, der mit dem Verkauf der Firma PayPal sowie mit Überwachungs- und Kriegstechnik („Palantir“) reich geworden ist und der diesen Reichtum nutzt, um sein radikales politisches Sendungsbewusstsein auszuleben. Die NachDenkSeiten sind etwa im Artikel Das ist nicht kontrovers, das ist gemeingefährlich: Der Konzern Palantir demaskiert sich mit seinem „Manifest“ selbst [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149544] und im Artikel „Technofeudalismus“ – das Geschäftsmodell der Macht [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148954] und im Artikel Zwischen Freiheit und Kontrolle: Wer bestimmt die Regeln der digitalen Welt? [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148806] und im Artikel Baden-Württembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147462] auf ihn eingegangen. Für Monopole, gegen Demokratie Thiel steht für eine staatsfeindliche und gleichzeitig totalitär Denkrichtung, die offiziellen CDU-Phrasen vom „Schutz der Demokratie“ eigentlich total entgegensteht. Und auch dem (von der CDU zumindest öffentlich proklamierten) Schutz eines „freien Marktes“, denn Thiel findet nicht nur Demokratie hinderlich [https://www.agev.de/agev-im-dialog/hoertipp-aid/der-stille-strippenzieher-wie-tech-milliardaer-peter-thiel-die-demokratie-unterwandert/], sondern auch Monopole empfehlenswert [https://www.fr.de/wirtschaft/wettbewerb-verlierer-11058399.html]. Konnte das Umfeld von Thiel den deutschen Politiker in dieser Richtung politisch beeinflussen? Schließlich bezeichnete sich das „Dialog“-Netzwerk laut Phoenix [https://www.instagram.com/p/DZxpHH-FgdL/] in einer Einladung aus dem Jahr 2012 selbst als exklusiven Kreis von rund 150 globalen Führungskräften, die „dabei helfen können“, die vom Netzwerk entwickelten Pläne umzusetzen. Wenn Bundestagsabgeordnete von Linke oder AfD für Posten in Ausschüssen im Gespräch sind, hebt sofort ein Chor von Bedenkenträgern an, um vor „Geheimnisverrat“, Einflussnahme und Spionage zu warnen. Wie ist das bei Spahn? Bei seiner Teilnahme an den Treffen 2018 und 2019 war er sogar Bundesminister – was hat er der illustren Runde aus ausländischen Akteuren wohl an bundespolitischen Interna ausgeplaudert? Und was sagt es über Spahn aus, dass er überhaupt zu den „Auserwählten“ gehört, bei denen das Thiel-Umfeld anscheinend davon ausgeht, dass sie bereit seien, „dabei helfen zu können“, die „vom Netzwerk entwickelten Pläne umzusetzen“? Wer ist eigentlich ein Oligarch? Doppelte Standards erkennt man auch an Begriffen. Würde es sich bei Thiel um einen russischen Milliardär handeln, wäre in den Berichten großer deutscher Medien sicherlich von einem „demokratiefeindlichen Oligarchen“ die Rede, der unsere Gesellschaft angreifen möchte. Genau so (Oligarch) könnte man Thiel auch bezeichnen – ich habe in diesem Text darauf verzichtet, um nicht auf das sprachliche Niveau von Kampfbegriffen hinabzusteigen. Weitere doppelte Standards treten dadurch auf, dass wiederum Peter Thiel hierzulande dann doch kritischer betrachtet wird als etwa der US-Tech-Milliardär Bill Gates, der aber doch ebenso schamlos versucht, seinen Reichtum in politischen Einfluss umzusetzen. Regelmäßiger Gast: Spahn mindestens fünf Mal dabei Laut dem oben zitierten Artikel im Tagesspiegel [https://www.tagesspiegel.de/politik/privates-netzwerk-von-peter-thiel-jens-spahn-ist-wieder-zum-treffen-eingeladen-15724994.html] hat Spahns Büro eingeräumt, dass der ehemalige deutsche Gesundheitsminister 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland „an dem Format ‘Dialog’ teilgenommen“ habe. Ob der Christdemokrat sogar Mitglied der „Dialog Society“ ist, habe die Antwort des Büros offengelassen, so der Tagesspiegel. Spahns Sprecher erklärten demnach, den Begriff „Dialog Society“ kenne Spahn nicht und im Rahmen von ‚Dialog’ sei Spahn dem Gründer Thiel „nie begegnet“. Die Teilnahme bei der „Dialog Society“ kostet laut Medienberichten mehrere Tausend Dollar. Das US-Magazin „Wired“ hatte die Teilnehmer der geheimen Treffen in diesem Artikel [https://www.wired.com/story/leak-exposes-members-of-peter-thiels-secretive-dialog-society/] bekanntgemacht. Overton [https://overton-magazin.de/top-story/die-dialog-teilnehmer-sind-nicht-bescheiden-wir-wollen-die-welt-veraendern/] berichtet, dass sich unter den 222 Eingeladenen für das nächste Treffen im August in Irland unter anderem Elon Musk, Eric Schmidt, Scott Bessent (US-Finanzminister), Jared Kushner, Gary Kasporov, Senator Ted Cruz, Tulsi Gabbard (ex-DNI), Armeeminister Dan Driscoll oder General und SACEUR Alexus Grynkewich befinden. Aber auch Medienakteure wie Ezra Klein von der New York Times oder Nick Thompson von The Atlantic oder Autoren wie Steve Pinker würden erwähnt. Auch die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, wird aufgeführt – die EU-Kommission hat aber bestritten [https://euobserver.com/222529/eu-denies-kallas-attendance-at-peter-thiels-secret-dialog-society-after-leak/], dass Kallas am Treffen im August teilnehmen wolle. Das nächste Treffen soll vom 12. bis 16. August dieses Jahres nahe Dublin stattfinden. Spahns Büro habe bestätigt, dass er zum nächsten „Dialog“-Treffen ebenfalls eingeladen worden ist: „Die Teilnahme wurde abgesagt.“ Bilderberg und Dialog Society: Milliardäre außer Kontrolle Die Bilderberg-Konferenzen verfolgen ein ähnliches Konzept aus einflussreichen internationalen Gesprächsrunden und Geheimhaltung wie die „Dialog Society“, Marcus Klöckner hat über die letzte Bilderberg-Konferenz hier berichtet [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149033]. Auch bei einer Bilderberg-Konferenz war Jens Spahn schon dabei – mindestens einmal 2017, wie die damalige Teilnehmerliste [https://www.bilderbergmeetings.org/meetings/meeting-2017/participants-2017] zeigt. „Hochkarätige“ Geheimtreffen wie die hier thematisierte „Dialog Society“ oder auch die Bilderberg-Konferenzen sind wegen ihrer Geheimhaltung und der fehlenden öffentlichen Kontrolle über dort eventuell gefasste Pläne antidemokratisch – das sollte auch in den Medien viel stärker betont werden. Stattdessen wird der problematische Charakter solcher Geheim-Klubs aus Milliardären, Militärs, Politikern und Journalisten aber eher heruntergespielt, nach dem Motto: „Bei solchen Treffen werden keine Verschwörungen verabredet, sondern besorgte einflussreiche Personen plaudern darüber, wie sie die Welt ein kleines Stückchen besser machen können.“ Titelbild: blue spruce media / Shutterstock Mehr zum Thema: Das ist nicht kontrovers, das ist gemeingefährlich: Der Konzern Palantir demaskiert sich mit seinem „Manifest“ selbst [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149544] „Technofeudalismus“ – das Geschäftsmodell der Macht: Monopol, Risiko-Kapital und Plattformökonomie (Serie, Teil 2) [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148954] Zwischen Freiheit und Kontrolle: Wer bestimmt die Regeln der digitalen Welt? [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148806] Baden-Württembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147462] Die Software „Palantir“: Der „sehende Stein“ des Überwachungszeitalters [https://www.nachdenkseiten.de/?p=136921] [https://vg04.met.vgwort.de/na/fc07886c68814e14b12ccab66afb4610]

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Portada del episodio Lisa Fitz – Wie Mitarbeiter ticken

Lisa Fitz – Wie Mitarbeiter ticken

Stellen wir uns vor, so ein Sozialkredit-System würde bei uns eingeführt. Punkte sammeln wie Autofahrer in Flensburg, nur umfassender: Bist du politisch korrekt, klimaneutral, meinungsstabil? Dann musst du dich als systemkonformer Mitarbeiter trotzdem ganz schön nach der Decke strecken, um den Job in diesen Zeiten zu behalten. Dann reicht es nicht mehr, dass du meinungskonform/-kompatibel gelächelt hast – dann musst du performen. Und die KI sitzt schon im Büro nebenan und flüstert: „Ich mach das schneller. Und billiger. Und ohne Urlaub. Ohne Krankheit und ohne Weihnachtsgeld.“ Von Lisa Fitz. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. ---------------------------------------- Externer Inhalt Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Inhalt von Youtube zulassen Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen ---------------------------------------- Die nächsten Auftritts-Termine und das aktuelle Programm von Lisa Fitz erfahren Sie stets auf der Website lisa-fitz.de [https://www.lisa-fitz.de].

24 de jun de 20269 min
Portada del episodio Denglisch for advanced Beginners

Denglisch for advanced Beginners

Nachdem ich den Artikel von Albrecht Müller gelesen habe zum Thema „Die Verhunzung unserer Sprache macht Fortschritte“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=152344] und ich im Newsletter nochmals auf den Artikel aufmerksam gemacht wurde, bin ich in mich gegangen, überlegte, wann ich dieses Denglisch anwende bzw. wann es mir begegnet, und habe ein paar Tage lang gesammelt, zum Thema, Arbeit, Sport, Sprache meiner Enkelinnen, Werbung u.v.m. Gut, das, was von den Enkelinnen kam, musste ich mir übersetzen lassen. Von Susanne Bur. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Ein ganz normaler fiktiver Tag (oder: Das absolute Cringe-Fest unseres Alltags): Dein Handy weckt dich, weil du das im Timer so gescheduled hast. (Fun Fact für die Besserwisser-Fraktion: „Handy“ ist kein englisches Wort, sondern kommt aus dem Schwäbischen „Hänn die koi Kabel?“. Der Brite nennt das Ding Mobile Phone, der Amerikaner Cell Phone, aber wir sind hier in Germany, also who cares.) Vor dem Aufstehen erst mal die absolute Core-Routine: Durch die Socials scrollen und ein paar Memes liken, die heute viral gehen. Danach kurz die News-Apps auschecken – man muss ja wissen, was die Headers und Subheaders an Breaking News droppen. Vor allem bei der Politik brauchst du das tägliche Update, um zu checken, welche Gamechanger in den aktuellen Kriegen mal wieder performed haben. Exciting! Ich dachte immer, Krieg sei die Hölle, aber dass es ein Game ist, also ein Spiel, lässt die Grausamkeiten doch viel freundlicher wirken. Dann: Aufstehen, das Outfit of the Day wählen und ab in den Job. Das Business-Meeting: Wo die Magic happens: Heute steht ein Marketing Meeting an – ein großes Event wirft seine Schatten voraus. Einer der Sales Manager kommt natürlich late, weil ihn der Check-In am Airport ge-delayed hat. Absolute Katastrophe, denn wir haben eine unfassbar tighte Deadline. Plötzlich crasht der Kollege aus der IT rein: Er braucht dringend einen Quick Call mit dem gesamten Team, um uns zu updaten. Parallel fragt der Customer Service, ob die Flyer schon ready gedruckt sind. Und boom – plötzlich talkst du wie ein kalifornischer Tech-Bro auf Koks, obwohl du eigentlich nur sagen wolltest, dass der Drucker im Flur mal wieder einen Papierstau hat. Deep. Shopping-Time & Generation-Crash: Nach dem Business schnell noch eine Runde Shoppen gehen. Die Enkelinnen (13 und 15) kommen zu Besuch. Also Quality Time im Discounter, Lebensmittel-Restocking betreiben. Und hey, ein paar T-Shirts für die Kids müssen auch mit. Direkt rein in die Grabbelkiste, über der ein fettes SALE-Schild prangt. Die Power-Drinks nicht vergessen – die lieben die Beiden. Schnell nach Hause und auf der Couch noch kurz chillen, bevor der Nachwuchs über dich herfällt wie eine Horde hungriger Zombies. Sie sind da! Ab jetzt wird’s richtig anstrengend. Am besten fährst du direkt den Google Translator oder eine High-End-KI hoch, um dieses Kauderwelsch zu entschlüsseln. Die Stories sprudeln nur so aus ihnen heraus – alles Updates aus ihrem Life. Aber hey, du bist heute der absolute Hero und maximal cool, weil du Eis gesnackt hast und eine TK-Pizza in den Air Fryer schiebst. Die Vibes mit den Freundinnen? Komplett lit! Jungs? Alle doof und lost, die werden direkt ge-ghosted. Aber der neue Crush? Absolute Ausnahme, der ist einfach nur slay. Du wirst direkt gezwungen, dir auf TikTok eine Influencerin reinzuziehen, die dir die neuesten Basics zeigt – angeblich absolute Klamotten-Must-Haves, um überhaupt noch in zu sein. Der Feierabend-Overkill: Dank deines Smart-TVs wird jetzt eine neue Serie gestreamt, die die Kids unbedingt sehen müssen. Du starrst auf den Screen und hörst nur Jugend-Gedöns, das du in deinem Alter mental nicht mehr verarbeiten kannst, performed von Stars, die du aus der Boomer-Generation nicht kennst. Bevor du komplett im Binge-Watching versinkst, gehst du als Raucher erst mal auf den Balkon und ziehst dir zwei bis drei Glimmstängel zur Beruhigung rein. „Hilfe, ich verstehe die Welt nicht mehr!“ Aber hey: Keep calm, have a break, have a Kitkat. Solche Micro-Pauses sind schließlich essenziell für die eigene Work-Life-Balance. Schnell noch ein paar Runden Stuhl-Yoga, um den Body in shape zu halten, während der Mind schon Feierabend hat. Die Boomer unter uns erinnern sich bestimmt noch an die Jacobs-Kaffee-Frau: das ultimative Role Model. Gut aussehend, beruflich erfolgreich, fancy Wohnung, sportlich und meistens glücklicher Single. Peak Performance halt. Weil gerade die Fußball-WM live übertragen wird – natürlich zu absolut unnormalen Zeiten mitten in der Nacht –, wird das Binge-Watching eiskalt ge-cancelt. Zeit für den guten alten Volkssport. Der Moderator legt direkt los: „Der Coach hat das Team gestern noch mal richtig ge-briefed und mental eingeschworen. Jetzt schießt Spieler X mit maximalem Wumms Richtung Tor… der Keeper ist chancenlos! Die Meute schreit GOAL! Aber Pfiff vom Referee: Der Spieler war im Offside! Großes Kino. Sprachlich so high-level, dass selbst ein fades 0:0 klingt wie ein glorreiches 7:1. „Deutschland wankt gegen die Elfenbeinküste, dann kommt der Finisher Deniz Undav. Mit zwei Treffern dreht der abermals eingewechselte Stürmer die Partie. Er ist jetzt Topscorer der gesamten WM.“ (Subheader bei der WELT) Und genau so husteln wir uns durch den Tag. Wir chillen, streamen, binge-watchen, fixen und updaten uns durch dieses Konstrukt namens Leben. Immer schön das richtige Framing im Hinterkopf behalten, bis wir am Ende des Tages gar nicht mehr checken, dass wir eine völlig mutierte Sprache sprechen: Denglisch. Aber hey – dabei bitte immer schön politically correct bleiben! I wish you what! p.s.: Verhunzen können die Politiker auch nicht schlecht, kleine Aufgabe für „runaways“ :-) in Deutsch und Englisch: Bitte übersetzt mal das offiziell längste deutsche Wort ins Englische:„Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung“ Bedeutung: Eine Verordnung darüber, wer dafür zuständig ist, die Genehmigung für den Verkehr (Kauf/Verkauf) von Grundstücken zu übertragen. ---------------------------------------- Glossar: einige möglicherweise gänzlich unbekannte Begriffe: * cringe: Fremdschämen bzw. peinlich (der absolute Klassiker, war auch schon Jugendwort des Jahres) * viben/Vibs haben: Eine gute Zeit haben, sich gut verstehen oder die Atmosphäre genießen („Wir viben voll miteinander“) * lit: toll, super, schön * ghosten: Den Kontakt zu jemandem plötzlich und ohne Erklärung komplett abbrechen. * lost: Planlos, verwirrt oder völlig neben der Spur („Ich bin heute echt komplett lost“) * crush: Jemand, in den man heimlich verliebt ist („Mein Crush hat mir geschrieben“) * slay: Großartig sein, cool aussehen oder eine Situation meistern („Dein Outfit slayt richtig“) * Binge-Watching: das Anschauen mehrerer Folgen einer Serie oder sogar ganzer Staffeln direkt hintereinander, oft über mehrere Stunden hinweg. * Topscorer:(top „Spitze“ und scorer „Schütze“),Spieler in einer Mannschaft, der die meisten Punkte erzielt * Offside: Abseits * hustln: Die moderne Bedeutung: Hart arbeiten & Durchziehen

Ayer9 min
Portada del episodio ARD-Interview mit Pistorius zur Litauen-Brigade: Wie beim Fußball – Steilvorlagen für den Minister

ARD-Interview mit Pistorius zur Litauen-Brigade: Wie beim Fußball – Steilvorlagen für den Minister

„Reichen 5.000 Soldaten aus Deutschland, um Russland abzuschrecken?“ [https://www.ardmediathek.de/video/tagesschau24/schutz-der-nato-ostflanke-verteidigungsminister-pistorius-zur-deutschen-litauen-brigade/tagesschau24/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvY2ExNGI0YTMtOWU1OS00NzMyLTlkOWItMmI1ZDE1NzMxN2Ji] Diese Frage stellt eine ARD-Redakteurin bei einem Interview mit Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Sendung „Berlin direkt“. Wie wäre es, wenn die ARD zukünftig Interviews mit dem Verteidigungsminister gleich von der Pressestelle der NATO führen lassen würde? Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundeswehr gehen deutsche Soldaten zu einer dauerhaften Stationierung ins Ausland. Sie sollen die, wie es heißt, „Ostflanke“ in Litauen „schützen“. Deutsche Soldaten, die in einem Krieg gegen Russland zur Verteidigung der NATO gegen russische Soldaten kämpfen? Das zieht die Politik – im Falle eines Falles – längst als reale Möglichkeit in Betracht. Viele kritische Fragen müssten insbesondere von Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu dieser Entwicklung gestellt werden. Doch was macht die Leiterin der Radio-Gemeinschaftsredaktion im ARD-Hauptstadtstudio, Anna Engelke [https://www.ard.de/ard-hauptstadtstudio/ueber-uns/studioleitung-und-redaktionen-100.html]? Sie eröffnet ein Interview mit Pistorius mit der Frage: „Reichen 5.000 Soldaten aus Deutschland, um Russland abzuschrecken?“ Was das auch nur im Ansatz mit einem kritischen Journalismus zu tun haben soll – für den der öffentlich-rechtliche Rundfunk immerhin Milliarden erhält – erschließt sich nicht. Da gerade die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet: Beim Fußball versuchen die Mitglieder einer Mannschaft einander Steilvorlagen zu liefern. Dieses Bild drängt sich auf, wenn man als Zuschauer dieses rund vierminütige Interview sieht. Eine Gefälligkeitsfrage, die jeden kritischen Gedanken zum gesamten politischen Wahnsinn der deutschen Konfrontationspolitik im Ansatz erstickt: Das setzt die ARD ihren Zuschauern vor. Warum will Pistorius überhaupt 5.000 deutsche Soldaten in Litauen stationieren? Wäre jemand bei der ARD vielleicht mal in der Lage, die politisch gesetzten Grundannahmen zu hinterfragen? Oder ist das zu viel verlangt? Und so geht es munter weiter. Pistorius spricht davon, dass deutsche Soldaten bereit sind, „jeden Quadratzentimeter NATO-Territorium auch zu verteidigen“, und sagt, dass die deutsche Brigade alleine Russland nicht aufhalten werde, aber „es geht darum, dass eine Brigade da ist, die aufhält“. Das heißt im Klartext: Im Kriegsfall würden 5.000 deutsche Soldaten an vorderster Front die Ersten sein, die sterben – aber wenigstens würden sie Russland ein bisschen bremsen. Wie dieses ‚bisschen bremsen‘ im zeitlichen Sinne zu verstehen ist, darüber verliert der Minister kein Wort und die Interviewerin stellt auch keine entsprechende Frage. Je nach Waffeneinsatz reden wir von: Ein paar Stunden? Minuten? Sekunden? Gewiss: Alleine schon der Gedanke, dass Russland die NATO angreift, ist absurd und Teil politischer Paranoia. Doch davon abgesehen: In Anbetracht der Ungeheuerlichkeit, die in den so selbstverständlich vorgetragenen Aussagen Pistorius’ steckt, wäre eine ganze Reihe an kritischen Einlassungen vonseiten der Interviewerin angebracht. Stattdessen geht es weiter mit der nächsten Frage: „Es fehlen noch ungefähr 3.000 Soldatinnen und Soldaten (…), die sollen sich möglichst freiwillig melden zu dem Umzug nach Litauen: Klappt das?“ Nochmal die Frage: Was soll das sein? Das hat mit kritischem Journalismus nichts zu tun. Ob das „klappt“ oder „nicht klappt“ – darüber haben Medien bereits breit berichtet. Längst ist bekannt, dass die Politik eine Verpflichtung von Soldaten zur Stationierung in Litauen in Betracht zieht. Pistorius darf dann noch ungestört sagen: „Es wird einen Prozentsatz geben – davon kann man wahrscheinlich ausgehen – wo wir verpflichten müssen, aber dann ist das eben so. Das ist dann die Frage der Einsatzbereitschaft vor Ort an der Ostflanke (…).“ Kritische Nachfrage? Erneut Fehlanzeige. Engelke war übrigens von 2017 bis 2022 Sprecherin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk verkauft der demokratischen Öffentlichkeit Politik im Gewand des Journalismus. Das ist untragbar. Titelbild: Screenshot ARD[http://vg07.met.vgwort.de/na/6547caca774840cf96d8e5389a7c19f4]

Ayer5 min
Portada del episodio Jens Spahn war regelmäßig bei Peter Thiels geheimer und antidemokratischer „Dialog Society“ dabei

Jens Spahn war regelmäßig bei Peter Thiels geheimer und antidemokratischer „Dialog Society“ dabei

Geheime Treffen, bei denen sich Milliardäre, Militärs, Politiker und Journalisten „austauschen“, wirken antidemokratisch. Aber es wird oft verharmlost, wenn nur durch ihren Reichtum „legitimierte“ Akteure in exklusiver Atmosphäre und ohne öffentliche Kontrolle Einfluss auf Spitzenpolitiker nehmen können. Die nun belegte regelmäßige Teilnahme von Jens Spahn an den Geheimtreffen des politisch radikalen US-Tech-Milliardärs Peter Thiel ist ein Skandal. Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag, hat eingeräumt, an mehreren vertraulichen Treffen teilgenommen zu haben, die vom US-Tech-Milliardär Peter Thiel organisiert wurden, wie der Deutschlandfunk berichtet [https://www.deutschlandfunk.de/jens-spahn-bestaetigt-teilnahme-an-veranstaltungen-von-peter-thiel-104.html]. Der Tagesspiegel schreibt in diesem Artikel [https://www.tagesspiegel.de/politik/privates-netzwerk-von-peter-thiel-jens-spahn-ist-wieder-zum-treffen-eingeladen-15724994.html], dass durch ein Datenleck die Mitglieder von Peter Thiels „Dialog Society“ offengelegt worden seien. Diese habe er 20 Jahre lang geheimgehalten. Auf dieser Liste findet sich auch Jens Spahn. Um den Skandal zu erfassen, sollte man sich zunächst mit der Person Peter Thiel beschäftigen – eines US-Unternehmers, der mit dem Verkauf der Firma PayPal sowie mit Überwachungs- und Kriegstechnik („Palantir“) reich geworden ist und der diesen Reichtum nutzt, um sein radikales politisches Sendungsbewusstsein auszuleben. Die NachDenkSeiten sind etwa im Artikel Das ist nicht kontrovers, das ist gemeingefährlich: Der Konzern Palantir demaskiert sich mit seinem „Manifest“ selbst [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149544] und im Artikel „Technofeudalismus“ – das Geschäftsmodell der Macht [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148954] und im Artikel Zwischen Freiheit und Kontrolle: Wer bestimmt die Regeln der digitalen Welt? [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148806] und im Artikel Baden-Württembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147462] auf ihn eingegangen. Für Monopole, gegen Demokratie Thiel steht für eine staatsfeindliche und gleichzeitig totalitär Denkrichtung, die offiziellen CDU-Phrasen vom „Schutz der Demokratie“ eigentlich total entgegensteht. Und auch dem (von der CDU zumindest öffentlich proklamierten) Schutz eines „freien Marktes“, denn Thiel findet nicht nur Demokratie hinderlich [https://www.agev.de/agev-im-dialog/hoertipp-aid/der-stille-strippenzieher-wie-tech-milliardaer-peter-thiel-die-demokratie-unterwandert/], sondern auch Monopole empfehlenswert [https://www.fr.de/wirtschaft/wettbewerb-verlierer-11058399.html]. Konnte das Umfeld von Thiel den deutschen Politiker in dieser Richtung politisch beeinflussen? Schließlich bezeichnete sich das „Dialog“-Netzwerk laut Phoenix [https://www.instagram.com/p/DZxpHH-FgdL/] in einer Einladung aus dem Jahr 2012 selbst als exklusiven Kreis von rund 150 globalen Führungskräften, die „dabei helfen können“, die vom Netzwerk entwickelten Pläne umzusetzen. Wenn Bundestagsabgeordnete von Linke oder AfD für Posten in Ausschüssen im Gespräch sind, hebt sofort ein Chor von Bedenkenträgern an, um vor „Geheimnisverrat“, Einflussnahme und Spionage zu warnen. Wie ist das bei Spahn? Bei seiner Teilnahme an den Treffen 2018 und 2019 war er sogar Bundesminister – was hat er der illustren Runde aus ausländischen Akteuren wohl an bundespolitischen Interna ausgeplaudert? Und was sagt es über Spahn aus, dass er überhaupt zu den „Auserwählten“ gehört, bei denen das Thiel-Umfeld anscheinend davon ausgeht, dass sie bereit seien, „dabei helfen zu können“, die „vom Netzwerk entwickelten Pläne umzusetzen“? Wer ist eigentlich ein Oligarch? Doppelte Standards erkennt man auch an Begriffen. Würde es sich bei Thiel um einen russischen Milliardär handeln, wäre in den Berichten großer deutscher Medien sicherlich von einem „demokratiefeindlichen Oligarchen“ die Rede, der unsere Gesellschaft angreifen möchte. Genau so (Oligarch) könnte man Thiel auch bezeichnen – ich habe in diesem Text darauf verzichtet, um nicht auf das sprachliche Niveau von Kampfbegriffen hinabzusteigen. Weitere doppelte Standards treten dadurch auf, dass wiederum Peter Thiel hierzulande dann doch kritischer betrachtet wird als etwa der US-Tech-Milliardär Bill Gates, der aber doch ebenso schamlos versucht, seinen Reichtum in politischen Einfluss umzusetzen. Regelmäßiger Gast: Spahn mindestens fünf Mal dabei Laut dem oben zitierten Artikel im Tagesspiegel [https://www.tagesspiegel.de/politik/privates-netzwerk-von-peter-thiel-jens-spahn-ist-wieder-zum-treffen-eingeladen-15724994.html] hat Spahns Büro eingeräumt, dass der ehemalige deutsche Gesundheitsminister 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland „an dem Format ‘Dialog’ teilgenommen“ habe. Ob der Christdemokrat sogar Mitglied der „Dialog Society“ ist, habe die Antwort des Büros offengelassen, so der Tagesspiegel. Spahns Sprecher erklärten demnach, den Begriff „Dialog Society“ kenne Spahn nicht und im Rahmen von ‚Dialog’ sei Spahn dem Gründer Thiel „nie begegnet“. Die Teilnahme bei der „Dialog Society“ kostet laut Medienberichten mehrere Tausend Dollar. Das US-Magazin „Wired“ hatte die Teilnehmer der geheimen Treffen in diesem Artikel [https://www.wired.com/story/leak-exposes-members-of-peter-thiels-secretive-dialog-society/] bekanntgemacht. Overton [https://overton-magazin.de/top-story/die-dialog-teilnehmer-sind-nicht-bescheiden-wir-wollen-die-welt-veraendern/] berichtet, dass sich unter den 222 Eingeladenen für das nächste Treffen im August in Irland unter anderem Elon Musk, Eric Schmidt, Scott Bessent (US-Finanzminister), Jared Kushner, Gary Kasporov, Senator Ted Cruz, Tulsi Gabbard (ex-DNI), Armeeminister Dan Driscoll oder General und SACEUR Alexus Grynkewich befinden. Aber auch Medienakteure wie Ezra Klein von der New York Times oder Nick Thompson von The Atlantic oder Autoren wie Steve Pinker würden erwähnt. Auch die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, wird aufgeführt – die EU-Kommission hat aber bestritten [https://euobserver.com/222529/eu-denies-kallas-attendance-at-peter-thiels-secret-dialog-society-after-leak/], dass Kallas am Treffen im August teilnehmen wolle. Das nächste Treffen soll vom 12. bis 16. August dieses Jahres nahe Dublin stattfinden. Spahns Büro habe bestätigt, dass er zum nächsten „Dialog“-Treffen ebenfalls eingeladen worden ist: „Die Teilnahme wurde abgesagt.“ Bilderberg und Dialog Society: Milliardäre außer Kontrolle Die Bilderberg-Konferenzen verfolgen ein ähnliches Konzept aus einflussreichen internationalen Gesprächsrunden und Geheimhaltung wie die „Dialog Society“, Marcus Klöckner hat über die letzte Bilderberg-Konferenz hier berichtet [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149033]. Auch bei einer Bilderberg-Konferenz war Jens Spahn schon dabei – mindestens einmal 2017, wie die damalige Teilnehmerliste [https://www.bilderbergmeetings.org/meetings/meeting-2017/participants-2017] zeigt. „Hochkarätige“ Geheimtreffen wie die hier thematisierte „Dialog Society“ oder auch die Bilderberg-Konferenzen sind wegen ihrer Geheimhaltung und der fehlenden öffentlichen Kontrolle über dort eventuell gefasste Pläne antidemokratisch – das sollte auch in den Medien viel stärker betont werden. Stattdessen wird der problematische Charakter solcher Geheim-Klubs aus Milliardären, Militärs, Politikern und Journalisten aber eher heruntergespielt, nach dem Motto: „Bei solchen Treffen werden keine Verschwörungen verabredet, sondern besorgte einflussreiche Personen plaudern darüber, wie sie die Welt ein kleines Stückchen besser machen können.“ Titelbild: blue spruce media / Shutterstock Mehr zum Thema: Das ist nicht kontrovers, das ist gemeingefährlich: Der Konzern Palantir demaskiert sich mit seinem „Manifest“ selbst [https://www.nachdenkseiten.de/?p=149544] „Technofeudalismus“ – das Geschäftsmodell der Macht: Monopol, Risiko-Kapital und Plattformökonomie (Serie, Teil 2) [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148954] Zwischen Freiheit und Kontrolle: Wer bestimmt die Regeln der digitalen Welt? [https://www.nachdenkseiten.de/?p=148806] Baden-Württembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147462] Die Software „Palantir“: Der „sehende Stein“ des Überwachungszeitalters [https://www.nachdenkseiten.de/?p=136921] [https://vg04.met.vgwort.de/na/fc07886c68814e14b12ccab66afb4610]

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Portada del episodio Elon Musk ist nun Billionär – auch dank Ihnen!

Elon Musk ist nun Billionär – auch dank Ihnen!

Durch den Börsengang seines Unternehmens SpaceX ist Elon Musk nun der erste Billionär der Menschheitsgeschichte. Das ist erstaunlich, wenn man sich die Zahlen dieses Unternehmens, das keine relevanten Umsätze macht und Verluste schreibt, einmal näher anschaut. Laut Bewertung soll SpaceX so viel wert sein wie alle 40 deutschen Dax-Unternehmen zusammen; oder auch dreimal so viel wie Coca-Cola, Netflix und Disney zusammen. Wie kann das gehen, werden Sie sich fragen. Um das zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. Spoiler: Wenn Sie private Altersvorsorge betreiben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Ihr Geld schon bald in die Taschen des Billionärs und seiner Milliardärsfreunde fließt. Von Jens Berger. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Da der gesamte Themenkomplex recht kompliziert ist und selbst von Menschen mit ökonomischem Sachverstand oft nicht in Gänze verstanden wird, ist es sicher hilfreich, zunächst einmal in die Grundlagen abzutauchen. Sollten Sie sich auf dem Gebiet fit fühlen, können Sie gerne diese Passagen überspringen. Wie wird man auf dem Papier Billionär? Glaubt man den einschlägigen Listen, ist Elon Musk seit letzter Woche Billionär. Der Großteil seines Vermögens – geschätzt 756 Milliarden US-Dollar – besteht aus eben jenen 42 Prozent der Anteile am Unternehmen SpaceX, um das es hier geht. Nun wird man sich sicher zunächst einmal fragen, wie man auf diese Zahl kommt. Ganz einfach. Stellen Sie sich einfach vor, Sie besäßen eine ein Hektar große Wiese irgendwo auf dem Land. Nehmen wir mal an, der Bodenrichtwert liegt bei zwei Euro pro Quadratmeter. Dann wäre Ihre Wiese rund 20.000 Euro wert. Nun will ein Nachbar von Ihnen aber eine Straße zu seinem Grundstück bauen, und Ihnen einen kleinen Streifen Land abkaufen. Es geht um 500 Quadratmeter, also 5 Prozent Ihres Hektars. Da Ihr Nachbar wohlhabend ist und ihm die Straße wirklich am Herzen liegt, verlangen Sie nun 50.000 Euro für die Parzelle. Ihr Nachbar schlägt ein. Und mit diesem Deal sind Sie nun – nach den Bewertungsmaßstäben der Finanzmärkte – zwar nicht Billionär, aber doch zumindest Millionär. Wenn 5 Prozent Ihres Grundstücks 50.000 Euro wert sind, dann ist das gesamte Grundstück ja eine Million Euro wert. Exakt so lief es bei der Bewertung des Unternehmens SpaceX. 4,25 Prozent der Aktien des Unternehmens wurden letzte Woche beim Börsengang für 75 Milliarden US-Dollar an den Märkten platziert. 100 Prozent der Aktien wären damit 1,8 Billionen US-Dollar wert. Elon Musk besitzt 42 Prozent davon, macht 756 Milliarden US-Dollar. Addiert man das zu seinem sonstigen Vermögen, das hauptsächlich aus Tesla-Aktien, die auch nach dieser Methode bewertet werden, besteht, kommt man auf die magische Zahl von etwas mehr als einer Billion. Ein Billionär, zumindest auf dem Papier. Zumindest dann, wenn man diesen Zahlen und Bewertungen Glauben schenkt. Was ist eine Aktie wert? Grundlage dieser Zahlen ist der Wert – oder besser der Preis – von Aktien. Dank jahrelangen Konsums des berüchtigten TV-Formats „Börse vor Acht“ und vielen einschlägigen Artikeln in Zeitungen könnte man den Eindruck haben, Aktienkurse hätten direkt etwas mit den wirtschaftlichen Kennzahlen der betreffenden Unternehmen zu tun. Vielleicht wird es Sie daher erstaunen, dass dies gar nicht so ist. Der Preis einer Aktie hat ausschließlich etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun. Es gibt potenzielle Verkäufer, also Menschen oder Unternehmen, die diese Aktie besitzen, die bereit sind, zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Und es gibt Käufer, die umgekehrt bereit sind, zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Der Preis, bei dem sich Verkäufer und Käufer zuletzt einig wurden und ein Handel stattgefunden hat, ist der vielzitierte Kurs dieser Aktie. Nicht mehr und nicht weniger. Realwirtschaftliche Daten oder Kennzahlen des Unternehmens beeinflussen den Preis/Kurs nicht direkt, sondern bestenfalls indirekt, weil beispielsweise Käufer nicht bereit sein könnten, eine Aktie von einem Unternehmen mit schlechten Zahlen zum Preis zu kaufen, den die Verkäufer verlangen, oder Verkäufer nicht bereit sind, Aktien von einem florierenden Unternehmen zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. In diesen Fällen passen sie ihre Preisvorstellung nach oben oder nach unten an, und wenn die Gegenseite diese Anpassung mitgeht, steigt oder fällt der Preis/Kurs der Aktie. Geht ein Unternehmen frisch an die Börse, wie im Fall SpaceX, gestaltet sich die Sache noch einfacher. Das Unternehmen gibt – natürlich in Absprache mit den betreuenden Investmentbanken – den Ausgabepreis vor. Nun kommt es nur noch darauf an, ob die Interessenten bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Im Fall SpaceX waren sie es. Aber warum? Elons Resterampe Was genau ist eigentlich SpaceX? SpaceX wurde im Jahre 2002 von Elon Musk als privates Raumfahrtunternehmen gegründet. Lässt man die Musk’schen Visionen einmal raus, ging es schlicht und einfach darum, Raketen zu entwickeln und später zu betreiben, die Nutzlast – also Satelliten – preiswerter ins All schießen können als die damals fast ausschließlich staatlichen Konkurrenten. Das gelang. 2025 schoss SpaceX 165 Raketen ins All – mehr als die Konkurrenz aus China, Russland und Europa zusammen. Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass dieser Markt kein großes Wachstumspotenzial hat und die wachsende Konkurrenz zu sinkenden Margen führt. Großartig Geld lässt sich damit ohnehin nicht verdienen. Ob Musks Raketensparte überhaupt Geld verdient, ist auch nicht zu sagen, da er selbst mit seinem Satellitennetzwerk Starlink der größte Kunde seiner Raketensparte ist und nicht bekannt ist, welche Sparte die andere in welcher Höhe querfinanziert. Starlink ist ein System aus derzeit über 10.000 Satelliten, die Kunden am Boden eine Internetverbindung anbieten. Das ist zweifelsohne sinnvoll auf hoher See, in der Luft oder in einsamen Weltgegenden. In besiedelten Gebieten sind Breitband- und 5G-Verbindungen jedoch meist deutlich preiswerter, so dass auch hier die ökonomische Perspektive zumindest fragwürdig erscheint; zumal das System hohe Betriebskosten hat, die Satelliten nur rund fünf Jahre halten, dann im Orbit verglühen und ersetzt werden müssen. Dennoch ist Starlink – dank der Querfinanzierung durch die Raketensparte – zurzeit wohl das einzige SpaceX-Unternehmen, das überhaupt schwarze Zahlen schreibt. Ganz anders sieht es beim größten Unternehmen im SpaceX-Reich aus – xAI, Elon Musks KI-Unternehmen, bekannt vor allem durch den Chatbot Grok. xAI läuft der Konkurrenz jedoch chronisch hinterher und hat kaum Abonnenten. Um die horrenden Verluste in Grenzen zu halten, vermietet xAI nun seine Rechenzentren an die erfolgreiche Konkurrenz und sieht dies paradoxerweise als Geschäftsmodell. Böse Zungen munkeln, dass xAI nur durch die Übernahme durch SpaceX und den Börsengang vor der Pleite gerettet werden konnte. Wie dem auch sei. xAI schreibt massive Verluste und es fällt schwer, da irgendwelche positiven Perspektiven zu erkennen. Last but not least gehört noch X, das ehemalige Twitter, zu Elons Resterampe SpaceX – ein chronisch defizitäres soziales Netzwerk, um das Werbekunden einen großen Bogen machen und dessen Umsätze nur noch ein Schatten früherer Tage sind. Nimmt mal alle Sparten zusammen, bekommt man ein Unternehmen, das pro Jahr bei 19 Milliarden US-Dollar Umsatz stolze fünf Milliarden US-Dollar Verlust macht und kaum Wachstum generiert. Wie würden Sie ein solches Unternehmen bewerten? Elons Visionen Hieße der Firmenchef und -inhaber nicht Elon Musk, wäre SpaceX wohl eher ein Fall für einen Geierfonds, der die Resterampe entrümpelt und die wenigen profitablen Teile dann für einen überschaubaren Preis weiterverkauft. Doch bei Musk geht es natürlich nicht um so profane Dinge wie Umsätze oder gar Gewinne. Musk verkauft Visionen. Wenn er über SpaceX spricht, geht es um die Besiedlung des Mars, Asteroidenbergbau, Rechenzentren im All und eine „nach Wahrheit strebende KI“, „um das Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu tragen“ – nein, das ist kein Zitat eines zugekifften Kneipenphilosophen, sondern steht so wörtlich im Börsenprospekt von SpaceX. Ein klassischer Bankberater würde ja nun fragen, welches Geschäftsmodell in der Besiedlung des Mars oder Rechenzentren im All besteht. Aber das ist ja „old school“. So denkt in der hippen Finanzwelt niemand. Es geht um die Show – the next big thing. Und da niemand ernsthaft kritisch die Zahlen anschaut und es ja mit 4,25 Prozent dank künstlicher Verknappung auch nur wenige Aktien gibt und jeder Angst hat, beim größten IPO seit Menschengedenken nicht dabei zu sein, nahm der Wahnsinn seinen Lauf. So kam es dann auch zur absurden Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar. Am ersten Handelstag war SpaceX auf dem Papier sogar mehr wert als Amazon und Microsoft. Um das mal zu vergleichen: Amazon machte im letzten Jahr 717 Milliarden US-Dollar Umsatz und 78 Milliarden US-Dollar Gewinn. Microsoft kam im ersten Halbjahr 2026 auf 282 Milliarden US-Dollar Umsatz und sagenhafte 102 Milliarden US-Dollar Gewinn. Zur Erinnerung: SpaceX machte im letzten Jahr 19 Milliarden US-Dollar Umsatz und fünf Milliarden US-Dollar Verlust. Aber klar – Amazon fliegt auch nicht irgendwann zum Mars und Microsoft hat keine Rechenzentren im Weltall. Und vor allem: Hinter den beiden erfolgreichen Unternehmen steht nicht Elon Musk. Die größte Abzocke aller Zeiten? Nun werden sich viele Leser fragen, warum so viele Menschen und Finanzunternehmen so dumm sein können, diese Preise beim Börsengang zu bezahlen. Sicher sind unter den Erstzeichnern einige Musk-Fans und wahrscheinlich auch viele dumme Menschen, die sich vom Hype hinreißen ließen. Aber diese Überzeugungstäter kriegen keine 75 Milliarden US-Dollar zusammen. Der Großteil der Aktien dürfte vielmehr an Profis gegangen sein, die ganz genau wissen, was sie da tun. Und das hat nichts mit dem Mars oder Musks AI-Wahrheitsmission für das Universum zu tun. Nein, hier geht es schlichtweg um eine sehr irdische Umverteilung von unten nach oben. Und hier kommt nun die private Altersvorsorge ins Spiel. In den USA wird die vor allem über sogenannte 401k-Sparpläne und Pensionsfonds geregelt. Die Gelder aus diesen Sparplänen und Fonds werden in der Regel in ETFs finanziert. ETFs sind Indexfonds, die Aktienindizies nachbilden. Wenn Sie also über einen solchen Sparplan beispielsweise 100 US-Dollar pro Monat in einen ETF investieren, der den Technologieindex Nasdaq nachbildet, muss ihr Anbieter für diese 100 US-Dollar exakt die Aktien kaufen, die im Nasdaq gelistet sind – und zwar exakt in dem Verhältnis, in dem diese Aktien im Index gewertet sind. Hört sich kompliziert an? Das Gegenteil ist der Fall. Nehmen wir das Unternehmen Apple, das mit 10,9 Prozent im Nasdaq eines der am höchsten gewichteten Unternehmen ist. Wenn Sie bei Ihrem Anbieter für 100 US-Dollar Nasdaq-ETFs kaufen, muss er für 10,90 US-Dollar Apple-Aktien kaufen und sie im Rahmen Ihres ETFs indirekt in Ihr Depot legen. Solange sich Pensionen und private Altersvorsorge insgesamt in der „Ansparphase“ befinden und über die ETFs dadurch stetig mehr Aktien gekauft als verkauft werden, ist dies ein dauerhafter Nachfrageüberschuss, der die Preise/Kurse der Aktien nach oben treibt. Elon Musks großes Schurkenstück war es, zusammen mit der Nasdaq einen Deal auszuhandeln. Dazu muss man wissen, dass Börsen wie die Nasdaq für jeden einzelnen Handelsvorgang Gebühren erheben. Die Nasdaq verdient also recht gut daran, dass die SpaceX-Aktien bei ihr gehandelt werden. Und um dies zu ermöglichen, hat die Nasdaq quasi eine Lex Musk verabschiedet. Sämtliche Verbraucherschutzregelungen wurden über Bord geworfen und Musks SpaceX-Aktie wird bereits 15 Tage nach dem IPO im berühmten Nasdaq 100 gelistet – und da der Unternehmenswert ja durch den Emissionspreis so grotesk überhöht ist mit einer Gewichtung von rund 0,5 Prozent. Jeder ETF, der den Nasdaq nachbildet, muss also nun innerhalb weniger Tage SpaceX-Aktien im Volumen von rund 0,5 Prozent des jeweiligen Anlagevolumens kaufen. Wenn Sie also z.B. schon länger sparen und 20.000 Euro in einem Nasdaq-ETF angespart haben, muss ihr Anbieter – Sie selbst bekommen davon gar nichts mit – für rund 100 Euro SpaceX-Aktien kaufen. Brancheninsider schätzen, dass allein durch diesen Effekt SpaceX-Aktien im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar gekauft werden müssen. Und da – siehe oben – Nachfrage und Angebot monokausal den Preis einer Aktie bestimmen, geht der ganze Trick auch auf. Die Aktie wird nicht derart grotesk hoch bewertet, weil irgendwer an die glorreichen ökonomischen Visionen eines Elon Musks glaubt, sondern schlichtweg, weil das System der privaten Altersvorsorge über ETF den Konstruktionsfehler hat, dass es diese Aktien kaufen muss – egal ob grotesk überbewertet oder nicht. Gewinner und Verlierer Wer sich ein wenig mit dem Aktienmarkt auskennt, weiß auch, dass nach dem Börsengang ein Handel immer nur dann zustande kommt, wenn es einen Käufer und einen Verkäufer gibt. Wer die Käufer sind, wissen wir nun. Wer sind aber die Verkäufer? Ich erwähnte es schon weiter oben: Profis, die genau wissen, was sie da tun. Das können Hedge-Fonds sein, das können auch vermögende Privatinvestoren sein – wahrscheinlich genau die, die in Interviews oder eigenen YouTube-Formaten gerne erzählen, wie toll Elon Musk und wie wahnsinnig genial seine Visionen sind. Um mal ein paar Namen zu nennen – die meisten Namen sind leider nicht öffentlich, da sie unterhalb der Schwelle für eine Anzeigepflicht liegen. Ganz oben dabei ist ein gewisser Antonio Gracias, ein alter Freund von Elon Musk, der ihm auch schon in Trumps wirren „Sparministerium“ DOGE zur Seite stand. Gracias’ SpaceX-Anteile sind rund 70 bis 100 Milliarden US-Dollar wert. Wenn er sie verkauft, ist er allein dadurch reicher als der reichste Deutsche. Ähnlich verhält es sich mit den Venture-Kapitalisten Luke Nose und Gwynne Shotwell und natürlich ist auch wieder einmal der berühmt-berüchtigte Peter Thiel mit von der Partie, dessen SpaceX-Aktienpaket nun einen zweistelligen Milliardenbetrag wert sein sollte. Interessant ist auch, dass auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner über seine Investmentfirma Affinity Partners mit von der Partie ist – wenn auch in einem im Vergleich zu Musk, Gracias und Thiel eher überschaubaren Rahmen. Wenn sich also eine dieser Personen in Zukunft die nächste Super-Yacht, das nächste Traumanwesen oder dieses oder jenes Unternehmen kauft, denken Sie ruhig daran – einen Teil davon haben Sie indirekt mitfinanziert; über Ihre ETFs. Wie lange das Spiel noch so weitergeht, ist zurzeit offen. Neben der Nasdaq wird SpaceX auch im für ETFs besonders wichtigen globalen MSCI World Index gelistet werden. Einzig und allein der große Indexanbieter Standard & Poors weigert sich zurzeit noch beharrlich, seine Regeln zu Musks Gunsten zu ändern, sodass es noch dauern wird, bis SpaceX auch im S&P 500 vertreten ist und noch mehr Gelder aus der privaten Altersvorsorge über den Umweg ETF den „Wert“ von Musks Unternehmen aufblähen. Musk selbst hat übrigens erst einmal nur auf dem Papier etwas von diesem Wahnsinn. Aber das wird sich schon bald ändern, schließlich zahlen Milliardäre und erst Billionäre ihre Zukäufe ja nicht in bar, sondern per Kredit – abgesichert durch Aktien. Das ist alles Finanzakrobatik, die die Spekulationen vor der letzten großen Finanzkrise mühelos in den Schatten stellt. Wie lange es dauert, bis das Kartenhaus zusammenfällt, ist offen. Noch fließt das Geld ja, mit dem die Party bezahlt wird. Vielleicht wird Elon Musk ja tatsächlich mit Ihrem Geld den Mars „besiedeln“, während Sie sich das Spektakel über Starlink live anschauen können. Vielleicht platzt die Blase aber auch schon bald und mit ihr Ihre private Altersvorsorge. Da passt es ja ganz hervorragend, dass die Rentenkommission Sie jetzt auch noch zwingen will, ein Prozent ihres Bruttogehalts in solche Produkte zu stecken. So lange das Geld fließt, läuft die Party. Der Letzte macht dann irgendwann das Licht aus. Titelbild: Frederic Legrand – COMEO/shutterstock.com[http://vg07.met.vgwort.de/na/6fad8f92f4644057b2212adc5b0c849b]

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