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Neues Heizungsgesetz: weniger Förderung, günstigere Wärmepumpe?

5 min · 10 de jul de 2026
Portada del episodio Neues Heizungsgesetz: weniger Förderung, günstigere Wärmepumpe?

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"Es ist nicht so, dass die Förderung komplett eingestellt wird", beruhigt Anne Held, Geschäftsführerin der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur. Man befinde sich aktuell in der Umstellungsphase, prinzipiell gehe die Förderung weiter. Allerdings unter neuen Bedingungen, die am 21. Juli in Kraft treten sollen. Für den Einbau von Wärmepumpen und anderen klimafreundlicheren Heizungen gibt es in Zukunft weniger Zuschüsse vom Staat. Die Regierung begründet diesen Schritt mit Sparzwängen. Außerdem soll es künftig eine stärkere soziale Staffelung bei der Heizungsförderung geben. "Die Tatsache, dass Haushalte mit einem geringen Einkommen gezielt stärker unterstützt werden, ist in der Tendenz eine gute Sache", so Held. Schaue man aber genauer hin, lägen die Grenzen bei einem doch sehr geringen Einkommen. Da diese einkommensschwachen Menschen aber selten im Besitz von Eigentum in Form einer Immobilie seien, komme die soziale Staffelung nicht so stark zum Tragen. PREIS FÜR WÄRMEPUMPEN KÖNNTE SINKEN Was bleibe, sei die Hoffnung, dass die Preise für Wärmepumpen sinken, sagt Held. Im europäischen Ausland seien Wärmepumpen schon günstiger, was nahelege, dass die hohen Preise in Deutschland auf die Förderung zurückzuführen seien, so die Energieexpertin. Wichtig sei es, sich eine langfristige Heizungslösung für sein Wohngebäude zu überlegen, sich frühzeitig zu informieren und verschiedene Angebote einzuholen. Warum der Blick auf die Anschaffungskosten zwar wichtig, aber nicht ausschlaggebend für eine Entscheidung sein sollte, erklärt Anne Held von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.

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Neues Heizungsgesetz: weniger Förderung, günstigere Wärmepumpe?

"Es ist nicht so, dass die Förderung komplett eingestellt wird", beruhigt Anne Held, Geschäftsführerin der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur. Man befinde sich aktuell in der Umstellungsphase, prinzipiell gehe die Förderung weiter. Allerdings unter neuen Bedingungen, die am 21. Juli in Kraft treten sollen. Für den Einbau von Wärmepumpen und anderen klimafreundlicheren Heizungen gibt es in Zukunft weniger Zuschüsse vom Staat. Die Regierung begründet diesen Schritt mit Sparzwängen. Außerdem soll es künftig eine stärkere soziale Staffelung bei der Heizungsförderung geben. "Die Tatsache, dass Haushalte mit einem geringen Einkommen gezielt stärker unterstützt werden, ist in der Tendenz eine gute Sache", so Held. Schaue man aber genauer hin, lägen die Grenzen bei einem doch sehr geringen Einkommen. Da diese einkommensschwachen Menschen aber selten im Besitz von Eigentum in Form einer Immobilie seien, komme die soziale Staffelung nicht so stark zum Tragen. PREIS FÜR WÄRMEPUMPEN KÖNNTE SINKEN Was bleibe, sei die Hoffnung, dass die Preise für Wärmepumpen sinken, sagt Held. Im europäischen Ausland seien Wärmepumpen schon günstiger, was nahelege, dass die hohen Preise in Deutschland auf die Förderung zurückzuführen seien, so die Energieexpertin. Wichtig sei es, sich eine langfristige Heizungslösung für sein Wohngebäude zu überlegen, sich frühzeitig zu informieren und verschiedene Angebote einzuholen. Warum der Blick auf die Anschaffungskosten zwar wichtig, aber nicht ausschlaggebend für eine Entscheidung sein sollte, erklärt Anne Held von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.

10 de jul de 20265 min
Portada del episodio Bevölkerungsentwicklung: Ohne Zuwanderung geht es nicht?

Bevölkerungsentwicklung: Ohne Zuwanderung geht es nicht?

Andreas Backhaus ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Er hat also die Entwicklung der Bevölkerung im Blick: speziell in Deutschland, aber auch weltweit. Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli hat er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler einen Ausblick gegeben, wie es mit der Bevölkerungsstruktur in Deutschland und im Südwesten weitergehen könnte. BEVÖLKERUNGSRÜCKGANG AUF DEM LAND, WACHSTUM IN DER STADT "Eine zunehmende demographische Polarisierung nenne ich das mal", sagt Bevölkerungsforscher Backhaus. Das bedeute, "dass der ländliche Raum also stärker altern wird, zum Teil auch Bevölkerung verlieren wird, während die städtischen Räume weiterhin wachsen oder ihre Bevölkerung relativ stabil halten können." FACHKRÄFTE-LÜCKE MIT ZUWANDERUNG SCHLIESSEN? Backhaus sagt, dass die kommenden Jahrzehnte vielfache Herausforderungen durch den demographischen Wandel in sich bergen. Erst gehen nun mehr und mehr Menschen aus den "Babyboomer"-Jahrgängen in Rente, "die uns dann als Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter fehlen werden - und das in Millionenhöhe". Dieser Arbeitskräfte-Ausfall [https://www.swr.de/swr1/silverworker-auf-dem-vormarsch-wie-wir-erfuellt-laenger-arbeiten-koennen-arbeitsplatz-2025-10-04-100.html] ließe sich nicht allein mit den geburtenschwächeren Jahrgängen ausgleichen. Gleichzeitig entstehe noch mehr Bedarf für Arbeitskräfte, wenn die jetzt in die Rente gehenden Jahrgänge mittelfristig pflegebedürftig werden. "Das heißt, ohne Zuwanderung hätten wir einen sehr starken Rückgang der Erwerbsbevölkerung", sagt der Wissenschaftler. Zuwanderung ließe sich aber nicht gut planen – das hätten die Fluchtbewegungen aus Syrien und der Ukraine gezeigt. FACHKRÄFTE-MANGEL HAT VIELE GESICHTER – UND TRIFFT NICHT ALLE GLEICH STARK Der Fachkräfte-Mangel spielt für manche Wirtschaftsbranchen in Deutschland aber auch eine kleinere Rolle als bisher. Die staatliche Förderbank KfW berichtete im Juni, in Bereichen, in denen die Wirtschaft schwächele, würden weniger Menschen eingestellt - und deshalb weniger Fachkräfte gesucht. In der Industrie etwa hätten zu Beginn des zweiten Quartals nur noch 14 Prozent der Unternehmen von Engpässen berichtet. Vor vier Jahren waren es mehr als 44 Prozent.  Das strukturelle Angebot an Fachkräften hat sich dagegen laut KfW kaum verbessert. Bauwirtschaft und Dienstleistungsbranchen, wie die Gastronomie, klagten weiter über Engpässe. Die Förderbank geht davon aus, dass sich der Mangel an Spezialisten wieder verschärft, wenn sich die konjunkturelle Lage bessert. ARBEIT IN DER PFLEGE BELIEBTER ALS ZULETZT In vielen anderen Ländern wirbt die Politik um junge Menschen, die als Pflegekräfte nach Deutschland kommen sollen. Gleichzeitig soll der Beruf attraktiver werden. Tatsächlich sehen die meisten Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland ihre Arbeit als sinnvoll an - zugleich aber auch als frustrierend [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/studie-sozialer-roboter-in-mannheimer-pflegeheim-100.html]. Das zeigt eine Befragung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe. Demnach gaben in einer Umfrage aus dem Mai 83 Prozent der befragten Pflegekräfte an, dass der Beruf sie erfüllt. Allerdings halten nur wenige von Ihnen das Ansehen von Jobs in der Pflege für gut. Rund drei Prozent sind der Meinung, dass sie für ihre Arbeit genügend Wertschätzung erhalten. WETTBEWERBSNACHTEILE FÜR OSTDEUTSCHLAND? Zugewanderte Fachkräfte wollen laut einer Studie aus dem April nicht in den ostdeutschen Bundesländern leben und arbeiten. Wie das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft schreibt, lag der Anteil der Zuwanderer an den Fachkräften in diesen Ländern unter neun Prozent. In Baden-Württemberg und Hessen waren es dagegen über 20 Prozent, in Berlin, Bremen und Hamburg sogar rund 25 Prozent.

10 de jul de 20265 min
Portada del episodio Zeugnis aus der Wissenschaft: 2-3 für die Bundesregierung

Zeugnis aus der Wissenschaft: 2-3 für die Bundesregierung

Der Bundestag geht in die Sommerpause. Vorher will die Regierung noch einige ihrer wichtigsten Reformprojekte vom Parlament verabschieden lassen. Immerhin tue sich was, sagt Uwe Wagschal im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler: "Es ist einiges passiert, würde ich sagen." Der Professor für Politikwissenschaft von der Uni Freiburg zählt unter anderem die Reformen bei Gesundheit und im Rentensystem [https://www.swr.de/swr1/leute/marlene-haupt-rentenexpertin-wie-fair-ist-die-rentenreform-100.html] auf, Änderungen bei der Grenzsicherung, bei Sozialleistungen oder das sogenannte "Sondervermögen". Viele dieser Punkte seien aber auch kritisch zu sehen. So komme die Umstellung des Rentensystems viel zu spät und "Sondervermögen" seien gleichzeitig der Weg in die Schuldenwirtschaft. ZEUGNISNOTE 2-3: VERSETZUNG NICHT GEFÄHRDET - ABER REICHT DAS? In der Schule gibt es Zeugnisse vor den Sommerferien. Übertragen auf die Politik sagt Uwe Wagschal: "Das Halbjahreszeugnis war schlecht, würde ich sagen, jetzt würde ich eine 2-3 geben, also man hat viel gemacht." Der Reformwille sei erkennbar und begrüßenswert, allein bleibe unklar, ob dies angesichts der globalen Herausforderungen ausreiche - das zeige schon allein der Blick auf die Wirtschaft: "Wir haben die Auto-Krise [https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-zukunftsplan-100.html], wir haben seit fast sieben Jahren kein Wachstum mehr, also es muss was passieren." GESUNDHEITSREFORM IM BUNDESTAG Der Bundestag will unmittelbar vor der Sommerpause abschließend über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung [https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/reform-krankenversicherung-100.html] abstimmen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warb im Vorfeld dafür, das Gesetzespaket sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat passieren zu lassen. Söder sagte in einem Fernseh-Interview im ZDF, das Paket sei gerecht und fair, auch wenn es an einigen Stellen schmerze. Auf Druck der Länder seien in den vergangenen Tagen noch massive Nachbesserungen erreicht worden, zum Beispiel für die Krankenhäuser, betonte Söder. Das Paket sei jetzt unter dem Strich zustimmungsfähig. Dass der Bundestag über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden kann, ist erst kurzfristig klar geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht Eilanträge gegen die Abstimmung abgelehnt hatte. AUCH BEFUGNISSE FÜR BUNDESPOLIZEI IM BUNDESTAG Der Bundestag entscheidet ebenfalls noch vor der Sommerpause darüber, ob die Bundespolizei mehr Befugnisse [https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ki-ermittlungen-gesetz-100.html] bekommt. Die Bundespolizei ist an den deutschen Grenzen, an Bahnhöfen und an Flughäfen im Einsatz. Ihr soll unter anderem erlaubt werden, Live-Bilder von Überwachungskameras mit biometrischen Daten gesuchter Personen abzugleichen. Auch die Möglichkeiten, Personen zu überwachen und Mobiltelefone zu orten, sollen ausgeweitet werden. Außerdem sollen die Beamtinnen und Beamten in Zukunft auch Drohnen abschießen dürfen.

10 de jul de 20266 min
Portada del episodio Hitze-Tote in Deutschland: "Wir sind zu langsam"

Hitze-Tote in Deutschland: "Wir sind zu langsam"

Vielen graut vor der nächsten Hitzewelle. Wir alle erinnern uns an die vergangenen Wochen. Das war kein Sommer-Spaß mehr, das war in vielen Fällen dramatisch: Die Juni-Hitze Ende Juni hat vorläufigen Schätzungen des Berliner Robert-Koch-Instituts [https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html] zufolge Tausende Menschen in Deutschland getötet. HITZE-SCHUTZ KOMMT NICHT SCHNELL GENUG Das sei nicht überraschend, eine Übersterblichkeit sei schon in früheren Hitzewellen vorgekommen, sagt Julia Hellmann vom LMU Klinikum in München [https://www.lmu-klinikum.de/newscenter/newsmeldungen/tipps-und-tricks-fur-heisse-tage/bde02071fcd880c0]. Sie forscht am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerhard Leitner sagt sie aber auch: "Ende Juni - das ist wahnsinnig früh im Jahr." Außerdem könnten Gegenmaßnahmen nicht schnell genug greifen: "Es werden ja Programme aufgelegt, die mehr Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen oder in Krankenhäusern beinhalten, aber wir sind nicht schnell genug und die Finanzierung fehlt oftmals." Es fehle also nicht an Lernbereitschaft [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/hitze-robert-bosch-krankenhaus-leichensack-eiswuerfel-100.html]. > Wir sind einfach zu langsam. > > > Quelle: Julia Hellmann, LMU Klinikum in München Dazu käme eine psychologische Komponente: Sonnige Sommertage tauchten in unserer Wahrnehmung meist nicht als problematische Extremwetter-Ereignisse auf. "Man denkt: Ach, die Sonne lacht vom Himmel - aber es ist eben ein Extremwetter und deswegen wird die Gefahr auch oftmals unterschätzt." RKI SCHÄTZT ÜBERSTERBLICHKEIT AUF MEHR ALS 5.000 FÄLLE Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutschland in der ersten Jahreshälfte schon mehr Menschen an den Folgen von Hitze gestorben sind, als im gesamten Jahr 2025 - dasselbe treffe auch auf die Jahre 2024 und 2023 zu. Laut dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Sterblichkeit gab es in Baden-Württemberg fast 800 Tote, in Rheinland-Pfalz 560 - die meisten dieser Sterbefälle gab's im Juni [https://www.swr.de/barrierefrei/leichte-sprache/nachrichten/hitzetote-rki-baden-wuerttemberg-rheinland-pfalz-100.html]. In der Woche vom 22. bis 28. Juni lag die Übersterblichkeit deutschlandweit bei circa 4.300 Fällen. In dieser Woche stiegen die Temperaturwerte in mehreren Orten in Deutschland auf über 40 Grad Celsius. Betroffen waren vor allem ältere Menschen. Die Bundesländer mit der höchsten Übersterblichkeit durch die Hitze waren das Saarland und Rheinland-Pfalz [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/hitze-schutz-wie-sind-kliniken-pflegeheime-vorbereitet-100.html]. WIE KOMMT DAS RKI AUF DIE ZAHL DER HITZE-TOTEN? Die Zahl der Hitzetoten ist eine Schätzung. Das Robert-Koch-Institut ermittelt sie aus den Sterbezahlen in Wochen mit besonders hohen Temperaturwerten, in denen sich regelmäßig eine Übersterblichkeit zeigt [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/bestattungsunternehmen-spueren-folgen-der-hitze-100.html], für die es keine anderen logischen Gründe gibt. Das RKI betonte in einer Stellungnahme, die Auswirkungen der extremen Hitze könnten sogar noch größer sein, als sein Rechenmodell ergab. Das Statistische Bundesamt geht in seiner Schätzung sogar von 6.800 Hitzetoten allein in der Hitzewoche Ende Juni aus. Grund für die Diskrepanz ist eine andere Berechnungsart beim Statistischen Bundesamt.

Ayer6 min
Portada del episodio Zugbegleiter-Prozess: 10 Jahre für Körperverletzung mit Todesfolge

Zugbegleiter-Prozess: 10 Jahre für Körperverletzung mit Todesfolge

Im Fall des in Rheinland-Pfalz getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar ist der Angeklagte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil des Landgerichts Zweibrücken [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/urteil-prozess-in-zweibruecken-getoeteter-zugbegleiter-schaffner-100.html] lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge - und ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht habe dem 26-jährigen Angeklagten nicht nachweisen können [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/serkan-calar-getoeteter-zugbegleiter-prozess-faq-rechtsfragen-100.html], dass er den Zugbegleiter mit den Schlägen habe töten wollen, so der Richter am Landgericht Zweibrücken. Ein Indiz: "That will teach him", soll der Angeklagte gesagt haben, berichtet SWR-Reporter Andreas Kahlmeyer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr. Daraus habe das Gericht gefolgert, dass der Angeklagte nicht mit dem Tod des Zugbegleiters gerechnet habe. Zugunsten des Angeklagten habe auch gesprochen, dass er keine Vorstrafen hat und versucht habe, sich zu entschuldigen. TÖTUNGSDELIKT IM FEBRUAR Im Februar war laut Landgericht Zweibrücken eine Fahrkartenkontrolle durch den Zugbegleiter Serkan Çalar in einer Regionalbahn in Landstuhl bei Kaiserslautern eskaliert, weil der Angeklagte kein gültiges Zugticket hatte. Laut Richter schlug der 26-Jährige mehrfach mit so großer Wucht zu, dass Serkan Çalar stürzte, schwerste Kopfverletzungen erlitt und wenig später an einer Hirnblutung starb. Die Tat hat eine breite Debatte über Verrohung in der Gesellschaft [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/interview-gewaltforscher-auswirkungen-tot-zugbegleiter-100.html] ausgelöst. DER ANWALT SPRICHT VON EINEM "SCHLAG INS GESICHT" Der Anwalt der Nebenklage spricht von einem klaren Fehlurteil. Gegen das Urteil des Landgerichts Zweibrücken können noch Rechtsmittel eingelegt werden - das hat die Familie von Serkan Çalar [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/erstmals-spricht-familie-des-getoeteten-zugbegleiters-serkan-100.html] auch vor. Sie wolle vor den Bundesgerichtshof ziehen und den Schuldspruch prüfen lassen - Nebenklage-Anwalt Yalçın Tekinoğlu sagte wörtlich: "Serkan Çalar wurde mit mindestens vier Schlägen getötet und niedergestreckt. Das Urteil heute ist für die Angehörigen und für alle Menschen, die für dieses Gemeinwesen arbeiten und sich jeden Tag in Gefahr begeben, ein weiterer Schlag ins Gesicht gewesen."

Ayer4 min