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Studie zu Digital Detox: Angst und Schlafprobleme nehmen ab

6 min · 23 de jul de 2026
Portada del episodio Studie zu Digital Detox: Angst und Schlafprobleme nehmen ab

Descripción

In Ulm läuft an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gerade eine Studie dazu. Was passiert, wenn Jugendliche und junge Erwachsene eine Auszeit von Social Media nehmen? Das untersuchen dort Wissenschaftler unter der Leitung des Klinikdirektors Jörg Fegert. Heute wurde ein Zwischen-Ergebnis vorgestellt. Darüber spricht er mit SWR Aktuell-Moderator Christian Hauck. WENIGER STRESS, BESSERER SCHLAF "Wir haben die Leute nach ihrem subjektiven Wohlbefinden gefragt und das hat sich signifikant verbessert," erzählt Fegert. Der wahrgenommene Stress habe deutlich abgenommen. "In der Gruppe, die nur eine Stunde am Tag Social Media nutzen durfte, nahmen auch Schlafprobleme ab. Ungefähr 40 Prozent hatten eigentlich Symptome, die auf eine behandlungsbedürftige Depression hinwiesen. Nach dem einen Monat waren das nur noch 20 Prozent." Ein Drittel habe Angstsymptome gehabt. Auch die hätten sich um die Hälfte reduziert. Das sei vielversprechend, denn es gebe eine große Nachfrage nach Therapien und lange Wartelisten. Die Teilnehmenden hätten ihre tägliche Social Media-Zeit sogar freiwillig auf 40 Minuten reduziert. VOR DER STUDIE WAREN DIE TEILNEHMER TÄGLICH LÄNGERE ZEIT ONLINE Deutlich über vier Stunden haben die Teilnehmer im Alter von 16 bis 29 Jahren vor der Studie Social Media genutzt. "Wir wollen dort ansetzen, wo es schon riskantes Verhalten gibt, weil wir wissen, dass die psychische Belastung mit der Dauer der Nutzung ansteigt." Mit 150 Teilnehmern haben die Forscher die Studie begonnen, 19 haben abgebrochen. SOCIAL MEDIA-FASTEN WIRKT NACHHALTIG "In einer anderen Gruppe konnten die Teilnehmenden selbst bestimmen, wie sehr sie ihre Online-Zeit reduzieren. Die sind dann auf etwas mehr als eine Stunde am Tag runter," erklärt Fegert. Die Ergebnisse der Nachuntersuchung dieser Gruppe seien sehr interessant. Im Anschluss an das Fasten steige die Nutzung von sozialen Medien natürlich wieder an. "Aber sie sind jetzt bei etwas über zwei Stunden. Das bedeutet, dieser Reset des Konsumlevels bringt auch längerfristig eine Veränderung in der Nutzung." ES GIBT KEINE ALLGEMEINGÜLTIGE EMPFEHLUNG "Es gibt keine Normwerte. Ich denke, man muss schauen, was das individuell mit den einzelnen Personen macht." Es hänge einiges davon ab, ob sich der Einzelne zum Beispiel im automatischen Downscrollen verliere oder ob er gezielt Sachen fürs Studium recherchiere. Social Media sei für viele junge Menschen unter anderem eine wichtige Informationsquelle. "Ich würde das nicht pauschalisieren. Es geht darum, dass man ein bewusster Nutzer wird und nicht Opfer von Mechanismen, die einen austricksen und süchtig machen." Es sei auch eine zentrale Empfehlung an die EU gewesen, diese Mechanismen zu reduzieren und die Anbieter stärker in die Pflicht zu nehmen. DAS GESAMTE UMFELD IST WICHTIG Es fange früh bei Eltern und Schule mit einer vernünftigen Medienerziehung an. "Das Vorbild der Eltern ist sehr wichtig, wir Erwachsene hängen ja genauso an den Geräten. Und bei Jugendlichen haben Gleichaltrige eine große Bedeutung." Sich gegenseitig zu ermutigen und einander ein Vorbild zu sein, helfe jungen Menschen enorm. "Ich bin komplett gegen totale Medienverbote für Jugendliche. Die werden ohnehin umgangen, das haben wir in Australien gesehen. Es geht um eine mündige Nutzung und einen eigenen Blick darauf, was einem guttut."

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Portada del episodio Hightech auf der Plantage: So helfen Roboter bei der Apfelernte

Hightech auf der Plantage: So helfen Roboter bei der Apfelernte

DER ROBOTER IST NICHT HUMANOID "Der Roboter sieht klar aus wie eine Maschine. Er hat weder Füße noch Hände. Stattdessen fährt er auf Ketten. Und obendrauf sind verschiedene Sensoren montiert." Der Roboter habe die Aufgabe sich ein Bild von dem zu machen, was im Obstgarten passiere, erklärt Dietmüller. "Er schaut, wie reif die Äpfel sind, ob es irgendwelche Krankheiten in der Plantage gibt und hilft natürlich bei der Ernte. Außerdem transportiert er die Kisten im Anschluss." PFLÜCKEN KANN DIE MASCHINE NICHT "Momentan noch nicht," sagt der Professor. „Die Idee ist, eine Plattform zu bauen – ähnlich wie ein Traktor. Die nimmt erstmal die Daten auf und erkennt alles, was im Umfeld dieser Obstplantage auftaucht." Der Obstbauer werde unterstützt, weil er nun weiß, wann er ernten kann und wie viele Äpfel auf den Bäumen sind. "Der Roboter, der später auf diese Plattform draufgebaut werden soll, pflückt dann die Äpfel. Das ist aber ein Folgeprojekt. Ich denke, da werden wir in zwei Jahren nochmal ein Update geben können." MENSCHEN BRAUCHT ES NICHT "Der fährt autonom, hat verschiedene Sensoren - unter anderem ein GPS-System - er erkennt die Umwelt und fährt durch die Plantage. Der Roboter stoppt, sobald ein Mensch auftaucht und ich denke auch für Igel." AB WANN LOHNT SICH DER ROBOTER? "Die genauen Investitionskosten haben wir noch nicht. Aber es ist unser Ziel, etwas zu bauen, das verschiedene Anwendungsmöglichkeiten bietet. Der Bauer kann sich ja nicht einen Roboter für beispielsweise 150.000 Euro nur für die Ernte leisten. Es muss ein Gerät sein, welches über das gesamte Jahr einsetzbar ist - auch für den Winterschnitt oder das Ausdünnen."

23 de jul de 20265 min
Portada del episodio Studie zu Digital Detox: Angst und Schlafprobleme nehmen ab

Studie zu Digital Detox: Angst und Schlafprobleme nehmen ab

In Ulm läuft an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gerade eine Studie dazu. Was passiert, wenn Jugendliche und junge Erwachsene eine Auszeit von Social Media nehmen? Das untersuchen dort Wissenschaftler unter der Leitung des Klinikdirektors Jörg Fegert. Heute wurde ein Zwischen-Ergebnis vorgestellt. Darüber spricht er mit SWR Aktuell-Moderator Christian Hauck. WENIGER STRESS, BESSERER SCHLAF "Wir haben die Leute nach ihrem subjektiven Wohlbefinden gefragt und das hat sich signifikant verbessert," erzählt Fegert. Der wahrgenommene Stress habe deutlich abgenommen. "In der Gruppe, die nur eine Stunde am Tag Social Media nutzen durfte, nahmen auch Schlafprobleme ab. Ungefähr 40 Prozent hatten eigentlich Symptome, die auf eine behandlungsbedürftige Depression hinwiesen. Nach dem einen Monat waren das nur noch 20 Prozent." Ein Drittel habe Angstsymptome gehabt. Auch die hätten sich um die Hälfte reduziert. Das sei vielversprechend, denn es gebe eine große Nachfrage nach Therapien und lange Wartelisten. Die Teilnehmenden hätten ihre tägliche Social Media-Zeit sogar freiwillig auf 40 Minuten reduziert. VOR DER STUDIE WAREN DIE TEILNEHMER TÄGLICH LÄNGERE ZEIT ONLINE Deutlich über vier Stunden haben die Teilnehmer im Alter von 16 bis 29 Jahren vor der Studie Social Media genutzt. "Wir wollen dort ansetzen, wo es schon riskantes Verhalten gibt, weil wir wissen, dass die psychische Belastung mit der Dauer der Nutzung ansteigt." Mit 150 Teilnehmern haben die Forscher die Studie begonnen, 19 haben abgebrochen. SOCIAL MEDIA-FASTEN WIRKT NACHHALTIG "In einer anderen Gruppe konnten die Teilnehmenden selbst bestimmen, wie sehr sie ihre Online-Zeit reduzieren. Die sind dann auf etwas mehr als eine Stunde am Tag runter," erklärt Fegert. Die Ergebnisse der Nachuntersuchung dieser Gruppe seien sehr interessant. Im Anschluss an das Fasten steige die Nutzung von sozialen Medien natürlich wieder an. "Aber sie sind jetzt bei etwas über zwei Stunden. Das bedeutet, dieser Reset des Konsumlevels bringt auch längerfristig eine Veränderung in der Nutzung." ES GIBT KEINE ALLGEMEINGÜLTIGE EMPFEHLUNG "Es gibt keine Normwerte. Ich denke, man muss schauen, was das individuell mit den einzelnen Personen macht." Es hänge einiges davon ab, ob sich der Einzelne zum Beispiel im automatischen Downscrollen verliere oder ob er gezielt Sachen fürs Studium recherchiere. Social Media sei für viele junge Menschen unter anderem eine wichtige Informationsquelle. "Ich würde das nicht pauschalisieren. Es geht darum, dass man ein bewusster Nutzer wird und nicht Opfer von Mechanismen, die einen austricksen und süchtig machen." Es sei auch eine zentrale Empfehlung an die EU gewesen, diese Mechanismen zu reduzieren und die Anbieter stärker in die Pflicht zu nehmen. DAS GESAMTE UMFELD IST WICHTIG Es fange früh bei Eltern und Schule mit einer vernünftigen Medienerziehung an. "Das Vorbild der Eltern ist sehr wichtig, wir Erwachsene hängen ja genauso an den Geräten. Und bei Jugendlichen haben Gleichaltrige eine große Bedeutung." Sich gegenseitig zu ermutigen und einander ein Vorbild zu sein, helfe jungen Menschen enorm. "Ich bin komplett gegen totale Medienverbote für Jugendliche. Die werden ohnehin umgangen, das haben wir in Australien gesehen. Es geht um eine mündige Nutzung und einen eigenen Blick darauf, was einem guttut."

23 de jul de 20266 min
Portada del episodio Neuer Unionsfraktionschef: Ist Thorsten Frei der Richtige?

Neuer Unionsfraktionschef: Ist Thorsten Frei der Richtige?

Thorsten Frei soll neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag werden. CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz sowie CSU-Chef Markus Söder haben den CDU-Politiker aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis als Nachfolger von Jens Spahn [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/jens-spahn-ausladung-beim-volksfest-in-crailsheim-100.html] vorgeschlagen. Gewählt werden soll Frei in der kommenden Woche. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem wies Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, Kritik an Frei zurück. Er habe als Kanzleramtsminister maßgeblich dazu beigetragen, dass die Koalition in den vergangenen Monaten wichtige Vorhaben wie die Gesundheitsreform und Einigungen mit den Ländern umgesetzt habe. Frei bringe deshalb beste Voraussetzungen für das neue Amt mit. BILGER SIEHT FREI ALS GUTEN NACHFOLGER Auf die Frage, ob Frei als enger Vertrauter von Bundeskanzler Merz die Interessen der Fraktion auch gegenüber dem Kanzler vertreten könne, zeigte sich Bilger überzeugt. Zu einem vertrauensvollen Verhältnis gehöre es auch, unterschiedliche Positionen klar anzusprechen. Sollte es innerhalb der Fraktion Widerstand gegen Vorhaben der Bundesregierung geben, werde Frei diese Anliegen auch gegenüber Merz deutlich vertreten. Wer Frei als Kanzleramtsminister nachfolgen soll, wollte Bilger nicht kommentieren. Diese Entscheidung liege allein beim Bundeskanzler.

23 de jul de 20265 min
Portada del episodio Stuttgarter Suchthilfe: Hunderte Anfragen, kaum Therapieplätze für Frauen und Mädchen

Stuttgarter Suchthilfe: Hunderte Anfragen, kaum Therapieplätze für Frauen und Mädchen

Die Therapeutische Wohneinrichtung Jella in Stuttgart schlägt Alarm: Für suchtkranke Mädchen und junge Frauen gibt es nach Angaben der Einrichtung viel zu wenige Therapieplätze. Jella feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und ist nach eigenen Angaben bis heute bundesweit die einzige suchttherapeutische Einrichtung speziell für Mädchen. SCHNELLE HILFE OFT NÖTIG, ABER NICHT MÖGLICH Einrichtungsleiterin Heidrun Neuwirth berichtet im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem von rund 400 bis 500 Anfragen pro Jahr. Dem stehen nur 16 Plätze gegenüber. Viele Betroffene müssten deshalb monatelang auf Hilfe warten, obwohl gerade bei Suchterkrankungen schnelle Unterstützung entscheidend sei. Nach Einschätzung von Neuwirth braucht es deutlich mehr Entzugs- und Therapieplätze für Minderjährige. Außerdem fordert sie einen Ausbau der Prävention und frühzeitiger Hilfsangebote, damit betroffene Mädchen möglichst früh erreicht werden.

23 de jul de 20264 min
Portada del episodio OpenAI greift Hugging Face an: Eine KI bricht aus

OpenAI greift Hugging Face an: Eine KI bricht aus

"Es geht hier um das neue Modell des KI-Anbieters OpenAI, ChatGPT-5.6 mit dem Namen Sol. Es ist ganz normal, dass Unternehmen testen, wie leistungsfähig und wie gefährlich solche Modelle sind," erklärt Winkler. Sol habe in diesem Szenario fortgeschrittene Hackerangriffe entwickeln sollen. Das System wird dann in einer sogenannten Sandbox getestet, also einer sicheren Umgebung, aus der die KI eigentlich nicht ausbrechen kann - zumindest in der Theorie. "Diese KI war gleich doppelt kreativ. Sie hat nämlich recherchiert, wo sie die meisten Infos über Sicherheitslücken herbekommt. Dann hat sie sich Hugging Face ausgesucht. Das ist eine Art Online-Bibliothek für KI-Programme. Und um an diese Infos zu kommen, hat Sol erst die Schutzmechanismen seiner eigenen Testumgebung ausgehebelt und dann Hugging Face angegriffen." HABEN DIE ENTWICKLER IHRE EIGENE KI UNTERSCHÄTZT? "Das ist zumindest möglich. Allerdings haben Forschende schon vor einiger Zeit davor gewarnt, dass KIs aus ihren Sandboxen ausbrechen können." In diesem Fall wurde die KI allerdings auch dazu ermutigt. Dass eine Künstliche Intelligenz das von sich aus macht, hält Winkler für unwahrscheinlich. "KI handelt ja nicht selbständig, da ist immer noch ein Mensch dahinter, der den Auftrag gibt." OPENAI HAT DEN VORGANG VON SICH AUS OFFENGELEGT "Ich würde behaupten, dass Marketing dabei eine große Rolle gespielt hat. Natürlich werden KI-Systeme immer besser, aber die Entwicklerfirmen übertrumpfen sich auch mit solchen Geschichten." Vor einem halben Jahr gab es den Fall bei Anthropic, dass das neueste Modell Mythos nur eingeschränkt veröffentlicht hat. Grund waren angeblich zehntausende Sicherheitsprobleme für andere Systeme. Davon seien bis heute aber nur wenige bestätigt worden, sagt Winkler. KI-FIRMEN VERDIENEN BISHER NOCH KEIN GELD "Geschichten wie die von Anthropic und OpenAI sollen sagen: Wir haben das beste Modell, bitte werdet unsere Kunden! Die KI-Firmen verdienen nämlich noch gar kein Geld. Dazu kommt das Problem – vor allem für amerikanische Firmen: Jetzt steigt auch noch China ein. Staatspräsident Xi höchstpersönlich hat gerade erst eine Strategie ausgerufen, mehr KI-Software weltweit kostenlos und öffentlich zugänglich zu machen." Das sei nichts anderes als eine Kampfansage an die USA, sagt Winkler. Denn die chinesischen Modelle seien zwar noch nicht auf Augenhöhe mit den amerikanischen Systemen, aber fast.

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