SWR Aktuell Im Gespräch
"Allgemein gab es viel Freude darüber, dass nach doch relativ kurzer Zeit alles klar ist mit Klopp. Kontakt mit seinem Vorgänger Julian Nagelsmann hatte er bisher wohl nicht, will das aber nachholen," erzählt Brockmeier. Früher habe es Trainer-Findungs-Kommissionen gegeben, die wochenlang getagt hätten. "Jetzt war von vornherein klar, man will Klopp, das ist der Wunschkandidat, der soll das Rundum-Problemlöser-Komplettpaket sein." KLOPP HAT VIEL ZU TUN "Deswegen hatte ich auch das Gefühl, dass er nicht ganz so locker unterwegs war, wie er das sonst vielleicht ist. Er hatte schon ernste Momente bei dieser Pressekonferenz. Klopp hat klar gemacht, dass es für ihn eine große Ehre, aber auch eine große Aufgabe ist." Es gehe ihm nicht nur darum, jetzt mal eben die Nationalmannschaft wieder erfolgreich zu machen. Klopp habe gesagt, er wolle den DFB in die Zukunft führen. "Und dafür bringt er auch ne ganze Menge Personal mit: Drei Co-Trainer, einen eigenen Berater, der sich um Strategie und Kommunikation rund um die Nationalmannschaft kümmern soll plus dann ab 2027 Per Mertesacker als neuer Geschäftsführer für Sport beim DFB." Da werde sich auch strukturell einiges ändern. DAS IST DAS NEUE TEAM "Mit zwei der Co-Trainer arbeitet Klopp ja schon lange zusammen, erst in Dortmund, dann in Liverpool: Pepijn Lijnders und Peter Krawietz. Dann als dritter Co-Trainer kommt Sven Bender, mit dem hat er auch in Dortmund schon zusammengearbeitet." Bender solle ein Bindeglied zur Mannschaft sein. Er soll aber auch mit seiner Art, wie er früher Fußball gespielt hat, ein Vorbild sein - sehr robust und sehr kampfbetont. "Außerdem kommt Klopps langjähriger Berater Marc Kosike. Der wird zwar nicht beim DFB angestellt sein, aber eben als Berater fungieren, um die Nationalmannschaft als Komplettpaket bei den Fans zu präsentieren. Per Mertesacker wird dann ab kommendem Jahr Geschäftsführer Sport, der sich vorrangig mit seiner großen Expertise in Sachen Nachwuchsförderung und Scouting einbringen soll. Er ist damit auch für die Nationalmannschaft der Frauen und alle U-Nationalmannschaften zuständig." ES BRAUCHT GEDULD "Klopp hat immer wieder gesagt, lasst uns die Erwartungen nicht ganz so hochschrauben. Es ist ein großer Transfer von der Arbeit eines Vereinstrainers zu der Arbeit eines Nationaltrainers. Du hast deine Mannschaft nicht jeden Tag, wie im Verein, sondern fünf Mal im Jahr. Du kannst nicht, wenn dir irgendein Spielertyp fehlt, einen auf dem Transfermarkt kaufen, sondern du musst mit denen arbeiten, die da sind. Klopp sagt, es ist genug da und er hat sich eine Liste mit 57 Namen von möglichen Spielern aufgeschrieben."
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