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Wie China Taiwan erobern könnte: „Wenn China angreift“ von Andreas Fulda

4 min · 16 de ago de 2026
Portada del episodio Wie China Taiwan erobern könnte: „Wenn China angreift“ von Andreas Fulda

Descripción

Binnen einer Woche könnte die Volksrepublik China die Insel Taiwan erobern und deren demokratische Regierung stürzen, um das Land, das die Kommunistische Partei Chinas als abtrünnige Provinz betrachtet, gewaltsam mit dem Festland zu vereinigen. Das ist das Ergebnis eines Szenarios, das der Politologe Andreas Fulda in seinem Buch „Wenn China angreift“ entwickelt. Einer Annexion des Inselstaates lässt er eine Seeblockade der chinesischen Streitkräfte vorausgehen. Als Anlass der militärischen Konfrontation dient der Absturz eines chinesischen Kampfjets über dem taiwanesischen Luftraum, den die militaristisch gesinnte Kommunistische Partei Chinas ausnützt, um ihren Angriff zu rechtfertigen und Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung zu schüren. Ein Propagandafeuerwerk wird gezündet und die innenpolitische Polarisierung in Taiwan zwischen der chinafreundlichen KMT-Partei und der demokratischen DDP geschürt, die auf der auf Unabhängigkeit und Souveränität des Landes besteht. DIE USA IM ISOLATIONISMUS GELÄHMT  Die USA, so die voraussetzungsreiche Grundannahme von Fuldas Szenario, würden sich im Fall eines chinesischen Angriffs nicht ausreichend für die Verteidigung der Insel engagieren, weil die Administration auf Isolationismus setzt. Chinesische Truppen könnten nach der Zerstörung amerikanischer Abhörstationen und des Internets an der Westküste Taiwans landen und den Präsidenten durch ein Spezialkommando entführen. Amerikanische und japanische Truppen kämen zur Verteidigung des Landes zu spät.   > Aus Angst vor nuklearer Eskalation schreckt der amerikanische Präsident vor dem Ziel einer kompletten Befreiung Taiwans zurück. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift SZENARIO ALS WECKRUF Schließlich führten, so das Szenario, Demonstrationen innerhalb der USA gegen eine Kriegsbeteiligung zum Rückzug amerikanischer Truppen. Taiwan würde das Schicksal von Hongkong teilen, die Gesellschaft nach einer Annexion brutal unterdrückt. Die Medien würden gleichgeschalten, Dissidenten in Umerziehungslager deportiert. Das Ergebnis des chinesischen Sieges wären nicht nur Flüchtlingsströme von Taiwan nach Japan und in die USA, sondern die Hegemonie Chinas im Indopazifik und eine Schwächung des Westens gegen die Achse der Autokratien. Andreas Fulda entwickelt dieses Szenario einer chinesischen Annexion Taiwans als sogenannten „Weckruf“ und kritisiert, dass Chinas autokratisches System im Westen zu oft „weichgezeichnet“ werde.   GEGEN DEFÄTISMUS UND OPPORTUNISMUS  Auf die geopolitische Herausforderung antworte man mit „Defätismus und Opportunismus“.  > Wer aber gegenüber China, dem autokratischen Regime der KPCh, Appeasement betreibt, gefährdet damit Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in Deutschland. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift Vermutlich weil Fulda die deutsche Öffentlichkeit wachrütteln will, hat er sein Szenario bewusst überzeichnet: Zu schnell und wie geschmiert verläuft die militärische Eroberung des Landes, die USA schrumpfen zum Papiertiger, ihr angeblicher Isolationismus ist durch Trumps Interventionen in Venezuela und dem Iran längst widerlegt. Fraglich auch, ob der Westen tatsächlich in ohnmächtiger Appeasementpolitik verharren würde. Man sollte Andreas Fuldas „spekulative geopolitische Analyse“ daher nicht allzu alarmistisch nehmen. Sein plakatives Szenario zeichnet eine Dystopie. Seine Forderungen, dass sich Deutschland wirtschaftlich stärker von China entflechten und Taiwans Verteidigungsfähigkeit durch Waffenlieferungen unterstützen müsse, kann man dennoch unterschreiben. Der Westen muss mehr in seine Abschreckungsfähigkeiten investieren und auch Russland Paroli bieten, denn:  > Wenn Putin gewinnt, erhöht sich auch die Gefahr einer Invasion Taiwans enorm. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift

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Wie China Taiwan erobern könnte: „Wenn China angreift“ von Andreas Fulda

Binnen einer Woche könnte die Volksrepublik China die Insel Taiwan erobern und deren demokratische Regierung stürzen, um das Land, das die Kommunistische Partei Chinas als abtrünnige Provinz betrachtet, gewaltsam mit dem Festland zu vereinigen. Das ist das Ergebnis eines Szenarios, das der Politologe Andreas Fulda in seinem Buch „Wenn China angreift“ entwickelt. Einer Annexion des Inselstaates lässt er eine Seeblockade der chinesischen Streitkräfte vorausgehen. Als Anlass der militärischen Konfrontation dient der Absturz eines chinesischen Kampfjets über dem taiwanesischen Luftraum, den die militaristisch gesinnte Kommunistische Partei Chinas ausnützt, um ihren Angriff zu rechtfertigen und Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung zu schüren. Ein Propagandafeuerwerk wird gezündet und die innenpolitische Polarisierung in Taiwan zwischen der chinafreundlichen KMT-Partei und der demokratischen DDP geschürt, die auf der auf Unabhängigkeit und Souveränität des Landes besteht. DIE USA IM ISOLATIONISMUS GELÄHMT  Die USA, so die voraussetzungsreiche Grundannahme von Fuldas Szenario, würden sich im Fall eines chinesischen Angriffs nicht ausreichend für die Verteidigung der Insel engagieren, weil die Administration auf Isolationismus setzt. Chinesische Truppen könnten nach der Zerstörung amerikanischer Abhörstationen und des Internets an der Westküste Taiwans landen und den Präsidenten durch ein Spezialkommando entführen. Amerikanische und japanische Truppen kämen zur Verteidigung des Landes zu spät.   > Aus Angst vor nuklearer Eskalation schreckt der amerikanische Präsident vor dem Ziel einer kompletten Befreiung Taiwans zurück. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift SZENARIO ALS WECKRUF Schließlich führten, so das Szenario, Demonstrationen innerhalb der USA gegen eine Kriegsbeteiligung zum Rückzug amerikanischer Truppen. Taiwan würde das Schicksal von Hongkong teilen, die Gesellschaft nach einer Annexion brutal unterdrückt. Die Medien würden gleichgeschalten, Dissidenten in Umerziehungslager deportiert. Das Ergebnis des chinesischen Sieges wären nicht nur Flüchtlingsströme von Taiwan nach Japan und in die USA, sondern die Hegemonie Chinas im Indopazifik und eine Schwächung des Westens gegen die Achse der Autokratien. Andreas Fulda entwickelt dieses Szenario einer chinesischen Annexion Taiwans als sogenannten „Weckruf“ und kritisiert, dass Chinas autokratisches System im Westen zu oft „weichgezeichnet“ werde.   GEGEN DEFÄTISMUS UND OPPORTUNISMUS  Auf die geopolitische Herausforderung antworte man mit „Defätismus und Opportunismus“.  > Wer aber gegenüber China, dem autokratischen Regime der KPCh, Appeasement betreibt, gefährdet damit Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in Deutschland. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift Vermutlich weil Fulda die deutsche Öffentlichkeit wachrütteln will, hat er sein Szenario bewusst überzeichnet: Zu schnell und wie geschmiert verläuft die militärische Eroberung des Landes, die USA schrumpfen zum Papiertiger, ihr angeblicher Isolationismus ist durch Trumps Interventionen in Venezuela und dem Iran längst widerlegt. Fraglich auch, ob der Westen tatsächlich in ohnmächtiger Appeasementpolitik verharren würde. Man sollte Andreas Fuldas „spekulative geopolitische Analyse“ daher nicht allzu alarmistisch nehmen. Sein plakatives Szenario zeichnet eine Dystopie. Seine Forderungen, dass sich Deutschland wirtschaftlich stärker von China entflechten und Taiwans Verteidigungsfähigkeit durch Waffenlieferungen unterstützen müsse, kann man dennoch unterschreiben. Der Westen muss mehr in seine Abschreckungsfähigkeiten investieren und auch Russland Paroli bieten, denn:  > Wenn Putin gewinnt, erhöht sich auch die Gefahr einer Invasion Taiwans enorm. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift

16 de ago de 20264 min
Portada del episodio Die Autorin Anne Weber empfiehlt Robert Walser

Die Autorin Anne Weber empfiehlt Robert Walser

DER AUTOR ALS STREUNER „Edith liebt ihn. Hiervon nachher mehr.“ – So beginnt Robert Walsers Roman „Der Räuber“. Den Roman verfasste Walser schon 1925 in mikroskopisch kleiner Kurrentschrift, veröffentlicht aber wurde er erst 1972. Der darin auftretende Räuber ist ein mittelloser Schweizer Schriftsteller, der in den Tag hineinlebt, mit den Frauen Edith und Wanda bekannt ist und sich mit kleinen Jobs über Wasser hält. EINE HERRLICHE ZUSAMMENHANGLOSIGKEIT Der Roman thematisiert das Schreiben selbst, erinnert etwa immer wieder daran, was noch zu erzählen sein wird. Zugleich ergeht sich der Text in zahlreichen Abschweifungen. „Ich bin entzückt und erstaunt über die Freiheit und Unerschrockenheit der Erzählweise Robert Walsers, auch über seine Sprunghaftigkeit“, sagt Anne Weber auf SWR Kultur. Sie selbst habe als Autorin bei Walser gelernt, „dass zwei Sätze, die aufeinander folgen, gar nichts miteinander zu tun haben müssen, auch keinen logischen Zusammenhang.“ Gerade aus dieser Zusammenhangslosigkeit entstehe „eine ungeheure Komik“.

14 de ago de 20261 min
Portada del episodio Konfliktreiche Coming-of-Age in Indonesien: „Bellende Katzen“ von Eka Kurniawan

Konfliktreiche Coming-of-Age in Indonesien: „Bellende Katzen“ von Eka Kurniawan

SCHLÄFRIG ZUM ERSTEN MORGENGEBET Jeden Tag klopft der Vater an Sato Reangs Zimmertür. Draußen ist es noch dunkel, doch der Junge muss mit in die Moschee zum ersten Morgengebet. Wie Sato Reang das hasst! Überhaupt ist Schluss mit Kindheit, seit er beschnitten wurde. Er soll ein frommer Junge werden. Der Vater zerstört den Fußball und den Stoffaffen. Jetzt ist Schluss mit lustig. DER ERFOLG DES EKA KURNIAWAN Sato Reang wächst im westlichen Java auf. Von dort stammt auch der Autor Eka Kurniawan. Kurniawan wurde 1975 in Tasikmalaya geboren, auch genannt „the City of a Thousand Pesantrens“. Pesantrens sind Koran-Internate. Eka Kurniawan weiß also, wovon er schreibt. Heute lebt er in der Hauptstadt Jakarta und ist einer der wenigen indonesischen Autoren, die international erfolgreich sind. „Bellende Katzen“ ist sein dritter Roman, der ins Deutsche übersetzt wurde. Außerdem liegen sein Debüt „Schönheit ist eine Wunde“ und der Roman „Tigermann“ auf Deutsch vor. KRITIK AM STRENG REGELKONFORMEN ISLAM Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. Trotzdem spielt der Islam erst in Eka Kurniawans neuem Roman „Bellende Katzen“ eine Rolle. Jetzt allerdings die Hauptrolle! Darin erleben wir Sato Reang zunächst als kleinen Jungen, der seinen Kinderangelegenheiten nachgeht. Das klingt ein bisschen wie in René Goscinnys [https://www.swr.de/kultur/literatur/rene-goscinny-100-jahre-asterix-lucky-luke-100.html] „Der kleine Nick“. Mit der Beschneidung aber soll Sato ein „frommes Kind“ werden. Dadurch entwickelt er eine unheimliche Wut. „Ich lese den Roman als Kritik am fundamentalen, streng regelkonformen Islam, der mit der streng religiösen Erziehung sehr früh beginnt“, sagt SWR-Literaturredakteurin Anja Brockert. Zugleich lässt der Roman offen, ob es besser ist, regelmäßig zu beten oder das Beten sein zu lassen. Darin liegt seine große Stärke. FRISCH UND PRÄGNANT ÜBERSETZT „Der Roman ist aber kein Buch, das sich nur an Menschen richtet, die im Islam zu Hause sind“, betont Anja Brockert. Es ist eine Coming-of-age-Geschichte, die jeder gut lesen kann, auch weil der Autor Sato Reangs Entwicklung „psychologisch gut und überzeugend hergeleitet“ hat. Überhaupt liest sich der Roman sehr gut. „Der Roman klingt frech und auch bildreich, manchmal etwas märchenhaft, sehr umgangssprachlich“, so Brockert. „Auch die die deutsche Übersetzung von Sabine Müller liest sich nicht nur sehr flüssig, sondern auch frisch und prägnant.“

14 de ago de 202612 min
Portada del episodio Heinrich Manns Urenkelin legt ihr Debüt vor mit „Zeppelin und Karpfen“

Heinrich Manns Urenkelin legt ihr Debüt vor mit „Zeppelin und Karpfen“

West-Berlin im kalten Februar 1988. In ihrem Debütroman „Zeppelin und Karpfen“ erzählt Hannah Mann von einer Familie in der ummauerten Stadt. Mann wuchs selbst in West-Berlin auf, und ihre Romanfamilie hat Ähnlichkeiten mit ihrer eigenen: Der Vater floh aus der Tschechoslowakei, die Mutter aus Polen. Beide kamen nach West-Berlin und gründeten dort eine Familie. Wer im Roman keine Rolle spielt: Heinrich Mann [https://www.swr.de/kultur/geschichte/zeitwort-20251205-thomas-mann-schreibt-seinem-bruder-heinrich-100.html], Hannah Manns berühmter Autoren-Urgroßvater. BEI UNS DENKT JEDER, ER KÖNNE SCHREIBEN „Es kursiert das Gerücht, dass bei uns in der Familie jeder denkt, er könne schreiben oder sollte es mal probieren. Das hat mich immer eher abgeschreckt“, sagt Hannah Mann im Gespräch mit SWR Kultur. Als in ihrem Leben Pandemie und Elternzeit zusammenfielen, tastete sie sich aber doch ans Schreiben heran. „Wir waren zu zweit zu Hause mit einem Kind, und da hatte ich die Zeit und die Freiheit, ein bisschen herumzuprobieren“, erinnert sie sich. „Die Sachen, die ich da geschrieben habe, haben mir gut gefallen. Und dann kam der Wunsch, das weiterzuentwickeln.“ DIE GROSSMUTTER VERSCHWINDET UND WILL NACH HAUSE So entstand ihr erster Roman „Zeppelin und Karpfen“. Darin erzählt Hannah Mann die Geschichte der Familie Vrábel in Form eines ruhigen, poetischen Drei-Generationen-Romans. Im Zentrum steht Erzählerin Suzanna, die mit Mann Arthur und Tochter Daria zusammenlebt. Häufige Besuche gelten Arthurs Eltern, die ebenfalls in West-Berlin wohnen. Doch plötzlich verschwindet die Großmutter. Verwirrt und voller Heimweh nach ihrer russischen Heimat streunt sie durch die Stadt. Die Familie macht sich auf die Suche nach ihr. Auch ein Recherche-Abstecher ins Zeppelinmuseum Friedrichshafen gehört dazu. AUTOBIOGRAPHISCHE KETTENMIGRATION Die Großmutter stammt ursprünglich aus Russland, ist nach Polen gegangen und von dort mit ihrem polnischen Mann nach Berlin. „Migration spielt eine große Rolle in meiner Familie, auch so eine Form von Kettenmigration“, sagt Hannah Mann über die familienbiographische Inspiration für ihr Debüt. Ihr eigener Vater wiederum stammt – wie Romanvater Arthur – aus der Tschechoslowakei. Er ist der Sohn von Heinrich Manns einziger Tochter Leonie, die aus der Verbindung mit der tschechischen Schauspielerin Maria Kanová hervorging. Die Familienlinie väterlicherseits spielt in „Zeppelin und Karpfen“ keine Rolle. In die ausufernde Mann-Forschung möchte Hannah Mann auch nicht einsteigen, aber: „Ich beginne gerade, mir die Geschichte der Manns mal anzuschauen“, verrät sie auf SWR Kultur.

14 de ago de 202620 min