Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Alt-Männer-Blues

2 min · 11 de may de 2026
Portada del episodio Alt-Männer-Blues

Descripción

260511 PC-Roadmovie 5 Veteranentreffen Mensch Mahler am 11.5.2026 1980 haben wir Examen gemacht. Vor 46 Jahren. Uli wurde erfolgreicher Architekt in Hamburg, Andreas ging in die Musik und in die Medienarbeit, Peter wurde zufriedener Dorfpastor, Arthur Pharmareferent und Kommunalpolitiker, Thomas wurde nach der pastoralen Laufbahn Therapeut. Uwe ging in seinen Geburtsort zurück, übernahm den Fußballverein und sitzt im Rat der Stadt. Ich selbst? Na ja, nach Pastor in der Kirchengemeinde, Jugendpfarrer, hauptamtlicher Friedensarbeiter und Rundfunkmensch bin ich im Ruhestand unruhig. Versuche, noch mitzumischen. Mit Mahler meint, Podcast, Geschäftsführer einer Stiftung, Parteimitglied und ehrenamtlicher Ruhestandspastor in meiner Kirchengemeinde – ach, irgendwie egal. Wir saßen heute an der Nordsee in einem wunderbaren Fischlokal und haben gemeinsam den Endlichkeits-Blues geschoben. Ja, wir werden gehen. Die größte Kränkung des Lebens ist die Endlichkeit. Wir sind sterblich. Ich denke, das ist auch gut so. Alles hat seine Zeit. Und so sehr wir kämpfen um unsere Wichtigkeit, um Fitness für Leib und Seele – es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: wir gehen den Weg wie viele Generationen vor uns. Und die Welt wird sich ohne uns weiterdrehen. So denkt man halt mir über 70. Die Jungen übernehmen, machen die Musik und sie werden sie so machen, wie es ihnen entspricht. Unsere Aufgabe ist es, uns herauszunehmen. Ohne Groll, ohne: „Früher war alles besser“. War es nicht. Es war anders. Immer schon haben die Alten den Fortschritt argwöhnisch betrachtet  - war es die Eisenbahn, die industrielle Revolution – heute die künstliche Intelligenz, die jetzt schon die Welt beherrscht. Schon immer war Fortschritt Chance und Gefahr. Und jede Generation musste sich auseinandersetzen mit dem, was ist und was es bedeutet – im Guten und im Schlechten. Ich möchte mich nicht davonmachen. Aber ich möchte mich versöhnen. Jetzt sind andere dran. Wir haben ihnen weiß Gott genug Erblast übertragen. Fördern wir sie, ohne ihnen im Weg zu stehen, wünschen wir ihr ihnen Glück und treten wir zurück. Wir hatten unsere Zeit und: es war uns ein Vergnügen. Danke. Ich habe fertig.          ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

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episode Red Card I Didn't know what a red Card was artwork

Red Card I Didn't know what a red Card was

260709PC Trump Card beats the Red Card Mensch Mahler am 9.7.2026 O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Klar, woher soll ein dummer Mensch, der nichts von Fußball versteht wissen, was eine rote Karte ist? Also zog er die goldene America fist Trump Maga Karte. Mit der hat er immer bekommen, was er will.  O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Und siehe da: Die Karte sticht. Giani Infantino, FIFA Boss, der ebenso wenig von Fußball versteht wie Trump, aber ebenso viel von Geld, Macht und Korruption, nahm die rote Karte zurück. Wenn schon sein Freund, in dessen Land sie spielen, ihn darum bittet. Er hat schon Milliarden mit der WM 2026 gemacht, warum dann einem Freund nicht einen kleine Gefallen tun … O-Ton Trump: And tehy say he can’t play. Thats very unfair. Ja verdammt noch mal. Die Fifa Regeln, die die ganze Welt befolgen muss, sind unfair, wenn Donald das sagt. Warum sagt er so was? Weil er es kann. Und damit auch noch durchkommt. Damit haben Trump und Infantino geschafft, was nicht einmal Russlands Putin und Katars Scheichs mit ihren Menschenopfern hingekriegt haben: Sie haben die FIFA gekillt. Sie ist keine Institution mehr, die im Weltfußball irgendeine Autorität besitzt. Diese WM muss annulliert werden. Und im nächsten Jahr findet eine neue statt. Mit einem neuen Verband, ohne Idioten die nichts von Fußball verstehen …. O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  … und ohne Schweizer Funktionäre wie Blatter und Infantino, die nur eins im Kopf haben: nämlich wie sie die ganze Welt beklauen können. Sie haben im Fußball nichts zu suchen und der Fußball darf ihnen keine Bühne geben. O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Nein, du Vollpfosten, du wusstest nicht einmal was Fußball ist. Während der WM warst du bisher kein einziges Mal im Stadion. Du musstest Käfigkämpfe gucken. Davon verstehst du wenigstens was. Also: Abbruch und Abreise. FIFA boykottieren, eine neue Fußball-Weltorganisation aufbauen ohne Korruption und nächstes Jahr spielt die Welt wie früher einmal in acht Gruppen a 4 Mannschaften, die Gruppen-Ersten und zweiten kommen ins Achtelfinale, der Rest geht nach Hause und die Einzigen, die was zu sagen haben, sind die Schiedsrichter. Wenn sie nicht gekauft sind. Wir holen uns den Fußball zurück. So viel ist sicher.            ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

Ayer1 min
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Mein Haus soll ein Bethaus sein

260708PC Ich komm umsonst rein Mensch Mahler am 8.7.2026 Heute gehen wir in die Heilig-Geist-Kirche. Da kenn ich den Pfarrer, da komm ich umsonst rein. Alter Witz – neu aktualisiert. 12 Euro kostet der Eintritt in den Kölner Dom. Und er ist damit in guter Gesellschaft: Die Sagrada Familia in Barcelona und die Westminster Abbey in London nehmen über 20 Euro. Vergleichen mit den großen Museen dieser Welt wahre Schnäppchen. Und da sind wir am Kern: Kirchen sind nicht mehr nur Stätten der Anbetung Gottes. Sie gehören in säkularisierten Gesellschaften zum historischen Kulturgut und sind nichts anderes als Museen. Immerhin: der Gläubige darf in Köln noch in einer Seitenkapelle des Doms kostenlos beten oder so tun, als ob er beten würde. Das große Kirchenschiff ist dem zahlenden Publikum aus aller Welt vorbehalten. Am Tag sind es 20-30.000 Menschen. Vorwiegend Touristen aus der ganzen Welt, die Kosten für Wachdienste – so ein Selfie auf dem Altar kommt bei Insta gut – Putzdienste und diverse andere Dienste einfordern. 44.000 Euro pro Tag verschling der Unterhalt des Doms, den wir gerne in Kölle lasse.  Was sagt das aus? Ich muss unwillkürlich an den peitschenschwingenden Jesus im Tempel in Jerusalem denken. „Mein Haus soll ein Bethaus sein – ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ ruft er den Händlern und Geldwechslern zu. Der als sanft geltende Jesus in unheiligem Zorn. Manchmal hilft eben nur die Sanftwut. Und ein anderes Wort fällt mir ein, wenn ich die kühlen, prunkvollen Museen kirchlicher Macht sehe; Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Erhalten der Glut. Mehr Glut in der Kirche! Das wäre das Gebot der Stunde. Da, wo die Glut gelebt wird, brummt es auch. In Afrika, Lateinamerika und in Freikirchen auch hierzulande.  ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

8 de jul de 20262 min
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Totgesagte leben länger

260707PC Totgesagte leben länger Mensch Mahler am 7.7.2026 Als wir am 12. Februar 1997 mit Herzklopfen an den Start gingen, glaubte wohl keiner von uns, dass wir heute, 29 Jahre und 5 Monate später in den Räumen von Radio Paradiso in der Nähe des Check Point Charly sitzen würden und heute eine Gesellschafterversammlung abhalten. Aber: Allen Unkenrufen zum Trotz sendet Radio Paradiso seit dem Aschermittwoch 1997 jeden Tag 24 Stunden und finanziert sich ausschließlich über Werbeeinnahmen. Im Fokus des Vollprogramms stehen Nächstenliebe, Toleranz sowie stündliche geistliche Impulse, die sogenannten „Gedanken zum Auftanken“. Musikalisch setzt der Sender auf entspannte Soft Hits und Klassiker. „Totgesagte leben länger“ – das gilt sowohl für Paradiso, das erste und einzige werbefinanzierte Radioprogramm, dass sich den Jüdisch-christlichen Grundwerten verpflichtet sieht. Und das gilt auch für UKW, DAB und Internetradio. Video kills the Radiostar sang die britische Band The Buggles zum Sendestar 1979. Sie sollten nicht Recht behalten. Wenn man sich schon beim Chinesen unter 300 Gerichten entscheiden muss, stellt man sich nicht auch noch sein eigenes Radioprogramm zusammen. Das mag old fashend sein. Aber ich kenne einen Freund, meinen Ankermann, der mich morgens weckt, mich freundlich in den Tag begleitet und mir die eine oder andere musikalische Neuigkeit mit in den Tag gibt, Gedanken zum Auftanken, ein kurzer Impuls, der mich nachdenklich macht. Der Mahler meint auch schon lange, manche ärgern sich vielleicht darüber, aber die Mediadaten beweisen, dass nicht wenige Menschen bereit sind, sich auch mal mit gegen den Strich gebürsteten Aussagen konfrontieren und sich nicht nur berieseln zu lassen. Und: 80% des Einschaltimpulses ist Musik. Darum spielen wir das, was unser Publikum hören will und nicht nur das, was uns persönlich gefällt. Wir sind im 30igsten Jahr und wahrlich in die Jahre gekommen. Aber unser Team ist auch jung, und darum glauben wir an die Zukunft des Radios und auch von Radio Paradiso. Auf die nächsten dreißig Jahre!  ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

7 de jul de 20262 min
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Armes Amerika. Zerrissen, gespalten und kaputt

260706PC 250 Jahre und ein tief zerrissenes Land Mensch Mahler am 6.7.2026 Blutüberströmte Cage-Fighter malträtieren sich in einem Stahloktagon auf dem Gelände des Weißen Hauses. Rennwagen rasen durch Washington. Ein Staatsjahrmarkt mit kaum Besuchern zieht sich über die National-Mall, und Konzerte werden angesichts eines Boykotts von Musikern abgesagt. Die überparteiliche Kommission, die 2016 unter Barack Obama eingerichtet wurde und mit den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA betraut war, hätte sich ein solches Szenario nie vorstellen können. Das Jubiläum, so sagen Kritiker, sei dem Bestreben der Regierung von Donald Trump [https://www.fr.de/politik/donald-trump-per32650/] zum Opfer gefallen, die Kontrolle über die Veranstaltungen an sich zu reißen. Statt die Feierlichkeiten wie geplant unter der überparteilichen Gruppe America250 stattfinden zu lassen, gründete der US-Präsident 2025 eine konkurrierende Organisation mit dem Namen Freedom 250, die nun die Führung bei den Feiern übernommen hat. Was einst als Moment nationaler Einheit gedacht war, wird nun von parteipolitischen Kämpfen, Streitigkeiten und Betrugsvorwürfen überschattet. „Freedom 250 ist nichts weiter als ein Eitelkeitsprojekt, um das unstillbare Ego des Präsidenten zu besänftigen“, erklärte die demokratische Abgeordnete und Kommissionsmitglied Bonnie Watson Coleman. „Es geht nur um ihn.“ Die Feierlichkeiten sind ein Abbild der Lage der Nation: chaotisch, zerstritten und aufgehetzt. Nichts mehr vom Land der Freien und der Tapferen. Armes Amerika. Der Fisch stinkt vom Kopf her.   ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

6 de jul de 20261 min
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Die Sache mit dem Apfelbäumchen

260703PC Und wenn Morgen die Welt unterginge … Mensch Mahler am 3.7.2026 Beim letzten Besuch bei unserer schwer erkrankten Freundin Andrea war der Garten verwildert. Sie weiß, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr lange leben wird. Sie war in den letzten Monaten zweimal in Florida bei der Familie ihres Sohnes. Sie ist in unserer Kirchengemeinde weiterhin ehrenamtlich aktiv, ist musikalische Leiterin unseres Chores, in dem sie dank ihrer professionellen Gestaltung der Übstunden eine Menge mit uns erreicht hat.  Gestern haben meine Frau und ich Andrea besucht. Sie kam gerade aus dem Krankenhaus. Hat eine kräftezehrende Strahlen-Therapie-Runde hinter sich. Sie hat enorm abgenommen. Kann sich hervorragend anziehen, nordisch nobel eben, wie Grönemeyer singt. Wir hatten einiges mit ihr zu besprechen, zwei Veranstaltungen waren zu planen.  Sie war körperlich schwach, aber geistig fit und rege wie eh und je. Und als wir den vormals verwilderten Garten anschauten, waren wir von den Socken. Ein neuer Rollrasen wurde verlegt, ein elektrisches Schaf sorgt dafür, dass er schön bleibt. Und der Garten selbst: wunderschön neu angepflanzt, alles blüht und es ist einfach eine Pracht. Das Werk des grünen Daumens von Andrea. Natürlich kam mir Martin Luther in den Sinn. „Und wenn ich wüsste, dass Morgen die Welt untergeht, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Vermutlich ist dieses Zitat nicht von Martin Luther. Vielmehr entstamme es dem Lutherbild aus dem 19. Jahrhundert, des den Familiengarten pflegenden, frommen Hausvaters.  In einem Hadith [https://de.wikipedia.org/wiki/Hadith] findet sich eine ähnliche Aussage, die dem muslimischen Propheten Mohammed (570–632) zugeschrieben wird, wonach man selbst im Angesicht der Letzten Stunde noch einen Setzling einpflanzen sollte.  Das Leben geht weiter – vielleicht ohne mich, aber mit den Spuren, die ich auf dieser Welt hinterlassen habe. Selten habe ich eine solch schöne Illustration dieser Weisheit erlebt wie gestern in Andreas Garten.    ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

3 de jul de 20262 min