Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Armes Amerika. Zerrissen, gespalten und kaputt

1 min · 6 de jul de 2026
Portada del episodio Armes Amerika. Zerrissen, gespalten und kaputt

Descripción

260706PC 250 Jahre und ein tief zerrissenes Land Mensch Mahler am 6.7.2026 Blutüberströmte Cage-Fighter malträtieren sich in einem Stahloktagon auf dem Gelände des Weißen Hauses. Rennwagen rasen durch Washington. Ein Staatsjahrmarkt mit kaum Besuchern zieht sich über die National-Mall, und Konzerte werden angesichts eines Boykotts von Musikern abgesagt. Die überparteiliche Kommission, die 2016 unter Barack Obama eingerichtet wurde und mit den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA betraut war, hätte sich ein solches Szenario nie vorstellen können. Das Jubiläum, so sagen Kritiker, sei dem Bestreben der Regierung von Donald Trump [https://www.fr.de/politik/donald-trump-per32650/] zum Opfer gefallen, die Kontrolle über die Veranstaltungen an sich zu reißen. Statt die Feierlichkeiten wie geplant unter der überparteilichen Gruppe America250 stattfinden zu lassen, gründete der US-Präsident 2025 eine konkurrierende Organisation mit dem Namen Freedom 250, die nun die Führung bei den Feiern übernommen hat. Was einst als Moment nationaler Einheit gedacht war, wird nun von parteipolitischen Kämpfen, Streitigkeiten und Betrugsvorwürfen überschattet. „Freedom 250 ist nichts weiter als ein Eitelkeitsprojekt, um das unstillbare Ego des Präsidenten zu besänftigen“, erklärte die demokratische Abgeordnete und Kommissionsmitglied Bonnie Watson Coleman. „Es geht nur um ihn.“ Die Feierlichkeiten sind ein Abbild der Lage der Nation: chaotisch, zerstritten und aufgehetzt. Nichts mehr vom Land der Freien und der Tapferen. Armes Amerika. Der Fisch stinkt vom Kopf her.   ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

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episode Tax the Rich artwork

Tax the Rich

260710PC Tax the Rich - TaxMeNow Mensch Mahler am 9.7.2026 Am bekanntesten ist wohl die BASF-Erbin Marlene Engelhorn, die 25 Millionen ihres Vermögens über einen sogenannten Bürgerrat an 77 verschiedene Organisationen und Vereine in Österreich verteilte. Das Geld floss in gesellschaftliche Bereiche wie Klimaschutz, Obdachlosenhilfe, Menschenrechte, Bildung und Armutsbekämpfung, ohne dass die Erbin selbst über die Empfänger entschied. Inzwischen gibt es in der TAxMeNow-Bewegung zahlreiche Follower Engelhorns. Da ist zum Beispiel Stefanie Bremer, die erst als Teenager erfuhr, das sie in Kürze über 15 Millionen Mark verfügen würde, ohne dafür einen Finger krumm gemacht zu haben. Stefanie Bremer ist nicht ihr richtiger Name, den hält sich geheim, um sich selbst zu schützen. Das in Deutschland weit verbreitete Mäzenentum sieht sie kritisch. Es darf nicht vom Goodwill einzelner Mäzenen abhängen, was in Kommunen noch finanziert wird. Dann lieber freiwillig mehr Steuern zahlen in der Hoffnung, dass sie gut verwaltet und verwendet werden. Jannik K. hat geerbt. So viel, dass er sich zwei Wohnungen leisten konnte und er sich deutlich von seinen Kumpeln unterschieden hat, ohne etwas dafür getan zu haben. O-Ton Jannik K: „Wie kann das eigentlich sein, dass wir in ner vermeintlich Leistungsgesellschaft leben und in der einen hab ich was geleistet, nämlich arbeitet und bei dem einen hab ich leistungsloses äh Erbe bekommen und muss darauf keine Steuern zahlen“ Dass unser System systematisch die Reichen begünstigt liegt daran, dass die Vermögenssteuer Mitte der 90iger Jahre abgeschafft wurde, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nach dem Motto: Besser Arbeitsplätze schaffen als Steuern zahlen. Auch die Erbschaftssteuer ist im Fall der Großverdiener lächerlich gering, außerdem gibt es viele Schlupflöcher. Was zu Folge hat, dass 10% der Deutschen über knapp 70% des Kapitals verfügen. In Berlin herrscht zudem Lobbyismus. O-Ton Thomas Eigentaler: „Also wer mal ne Weile in Berlin gearbeitet hat wie ich der weiß, dass in Berlin ein buntes Lobbywesen herrscht. Und Leute, die ein hohes Einkommen haben, die viel Vermögen haben, die im unternehmerischen Bereich tätig sind, die sind es gewohnt, ihre Interessen unmittelbar der Politik zu spiegeln. Und: die Lobby sagt natürlich: Vermögenssteuer die wollen wir gar nicht.  Sagt Rechtsanwalt Thomas Eigentaler. Ich habe mich der TaxMeNow-Bewegung angeschlossen. Ich bin zwar kein Superreicher, meine aber dennoch, dass die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden sollte, die Erbschaftssteuer deutlich angehoben werden sollte, ebenso wie der Spitzensteuersatz. Ich bin und bleibe eben ein Gerechtigkeitsfanatiker.               ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

10 de jul de 20268 min
episode Red Card I Didn't know what a red Card was artwork

Red Card I Didn't know what a red Card was

260709PC Trump Card beats the Red Card Mensch Mahler am 9.7.2026 O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Klar, woher soll ein dummer Mensch, der nichts von Fußball versteht wissen, was eine rote Karte ist? Also zog er die goldene America fist Trump Maga Karte. Mit der hat er immer bekommen, was er will.  O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Und siehe da: Die Karte sticht. Giani Infantino, FIFA Boss, der ebenso wenig von Fußball versteht wie Trump, aber ebenso viel von Geld, Macht und Korruption, nahm die rote Karte zurück. Wenn schon sein Freund, in dessen Land sie spielen, ihn darum bittet. Er hat schon Milliarden mit der WM 2026 gemacht, warum dann einem Freund nicht einen kleine Gefallen tun … O-Ton Trump: And tehy say he can’t play. Thats very unfair. Ja verdammt noch mal. Die Fifa Regeln, die die ganze Welt befolgen muss, sind unfair, wenn Donald das sagt. Warum sagt er so was? Weil er es kann. Und damit auch noch durchkommt. Damit haben Trump und Infantino geschafft, was nicht einmal Russlands Putin und Katars Scheichs mit ihren Menschenopfern hingekriegt haben: Sie haben die FIFA gekillt. Sie ist keine Institution mehr, die im Weltfußball irgendeine Autorität besitzt. Diese WM muss annulliert werden. Und im nächsten Jahr findet eine neue statt. Mit einem neuen Verband, ohne Idioten die nichts von Fußball verstehen …. O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  … und ohne Schweizer Funktionäre wie Blatter und Infantino, die nur eins im Kopf haben: nämlich wie sie die ganze Welt beklauen können. Sie haben im Fußball nichts zu suchen und der Fußball darf ihnen keine Bühne geben. O Ton Trump: I didn’t know what a red card was  Nein, du Vollpfosten, du wusstest nicht einmal was Fußball ist. Während der WM warst du bisher kein einziges Mal im Stadion. Du musstest Käfigkämpfe gucken. Davon verstehst du wenigstens was. Also: Abbruch und Abreise. FIFA boykottieren, eine neue Fußball-Weltorganisation aufbauen ohne Korruption und nächstes Jahr spielt die Welt wie früher einmal in acht Gruppen a 4 Mannschaften, die Gruppen-Ersten und zweiten kommen ins Achtelfinale, der Rest geht nach Hause und die Einzigen, die was zu sagen haben, sind die Schiedsrichter. Wenn sie nicht gekauft sind. Wir holen uns den Fußball zurück. So viel ist sicher.            ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

Ayer1 min
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Mein Haus soll ein Bethaus sein

260708PC Ich komm umsonst rein Mensch Mahler am 8.7.2026 Heute gehen wir in die Heilig-Geist-Kirche. Da kenn ich den Pfarrer, da komm ich umsonst rein. Alter Witz – neu aktualisiert. 12 Euro kostet der Eintritt in den Kölner Dom. Und er ist damit in guter Gesellschaft: Die Sagrada Familia in Barcelona und die Westminster Abbey in London nehmen über 20 Euro. Vergleichen mit den großen Museen dieser Welt wahre Schnäppchen. Und da sind wir am Kern: Kirchen sind nicht mehr nur Stätten der Anbetung Gottes. Sie gehören in säkularisierten Gesellschaften zum historischen Kulturgut und sind nichts anderes als Museen. Immerhin: der Gläubige darf in Köln noch in einer Seitenkapelle des Doms kostenlos beten oder so tun, als ob er beten würde. Das große Kirchenschiff ist dem zahlenden Publikum aus aller Welt vorbehalten. Am Tag sind es 20-30.000 Menschen. Vorwiegend Touristen aus der ganzen Welt, die Kosten für Wachdienste – so ein Selfie auf dem Altar kommt bei Insta gut – Putzdienste und diverse andere Dienste einfordern. 44.000 Euro pro Tag verschling der Unterhalt des Doms, den wir gerne in Kölle lasse.  Was sagt das aus? Ich muss unwillkürlich an den peitschenschwingenden Jesus im Tempel in Jerusalem denken. „Mein Haus soll ein Bethaus sein – ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ ruft er den Händlern und Geldwechslern zu. Der als sanft geltende Jesus in unheiligem Zorn. Manchmal hilft eben nur die Sanftwut. Und ein anderes Wort fällt mir ein, wenn ich die kühlen, prunkvollen Museen kirchlicher Macht sehe; Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Erhalten der Glut. Mehr Glut in der Kirche! Das wäre das Gebot der Stunde. Da, wo die Glut gelebt wird, brummt es auch. In Afrika, Lateinamerika und in Freikirchen auch hierzulande.  ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

8 de jul de 20262 min
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Totgesagte leben länger

260707PC Totgesagte leben länger Mensch Mahler am 7.7.2026 Als wir am 12. Februar 1997 mit Herzklopfen an den Start gingen, glaubte wohl keiner von uns, dass wir heute, 29 Jahre und 5 Monate später in den Räumen von Radio Paradiso in der Nähe des Check Point Charly sitzen würden und heute eine Gesellschafterversammlung abhalten. Aber: Allen Unkenrufen zum Trotz sendet Radio Paradiso seit dem Aschermittwoch 1997 jeden Tag 24 Stunden und finanziert sich ausschließlich über Werbeeinnahmen. Im Fokus des Vollprogramms stehen Nächstenliebe, Toleranz sowie stündliche geistliche Impulse, die sogenannten „Gedanken zum Auftanken“. Musikalisch setzt der Sender auf entspannte Soft Hits und Klassiker. „Totgesagte leben länger“ – das gilt sowohl für Paradiso, das erste und einzige werbefinanzierte Radioprogramm, dass sich den Jüdisch-christlichen Grundwerten verpflichtet sieht. Und das gilt auch für UKW, DAB und Internetradio. Video kills the Radiostar sang die britische Band The Buggles zum Sendestar 1979. Sie sollten nicht Recht behalten. Wenn man sich schon beim Chinesen unter 300 Gerichten entscheiden muss, stellt man sich nicht auch noch sein eigenes Radioprogramm zusammen. Das mag old fashend sein. Aber ich kenne einen Freund, meinen Ankermann, der mich morgens weckt, mich freundlich in den Tag begleitet und mir die eine oder andere musikalische Neuigkeit mit in den Tag gibt, Gedanken zum Auftanken, ein kurzer Impuls, der mich nachdenklich macht. Der Mahler meint auch schon lange, manche ärgern sich vielleicht darüber, aber die Mediadaten beweisen, dass nicht wenige Menschen bereit sind, sich auch mal mit gegen den Strich gebürsteten Aussagen konfrontieren und sich nicht nur berieseln zu lassen. Und: 80% des Einschaltimpulses ist Musik. Darum spielen wir das, was unser Publikum hören will und nicht nur das, was uns persönlich gefällt. Wir sind im 30igsten Jahr und wahrlich in die Jahre gekommen. Aber unser Team ist auch jung, und darum glauben wir an die Zukunft des Radios und auch von Radio Paradiso. Auf die nächsten dreißig Jahre!  ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

7 de jul de 20262 min
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Armes Amerika. Zerrissen, gespalten und kaputt

260706PC 250 Jahre und ein tief zerrissenes Land Mensch Mahler am 6.7.2026 Blutüberströmte Cage-Fighter malträtieren sich in einem Stahloktagon auf dem Gelände des Weißen Hauses. Rennwagen rasen durch Washington. Ein Staatsjahrmarkt mit kaum Besuchern zieht sich über die National-Mall, und Konzerte werden angesichts eines Boykotts von Musikern abgesagt. Die überparteiliche Kommission, die 2016 unter Barack Obama eingerichtet wurde und mit den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA betraut war, hätte sich ein solches Szenario nie vorstellen können. Das Jubiläum, so sagen Kritiker, sei dem Bestreben der Regierung von Donald Trump [https://www.fr.de/politik/donald-trump-per32650/] zum Opfer gefallen, die Kontrolle über die Veranstaltungen an sich zu reißen. Statt die Feierlichkeiten wie geplant unter der überparteilichen Gruppe America250 stattfinden zu lassen, gründete der US-Präsident 2025 eine konkurrierende Organisation mit dem Namen Freedom 250, die nun die Führung bei den Feiern übernommen hat. Was einst als Moment nationaler Einheit gedacht war, wird nun von parteipolitischen Kämpfen, Streitigkeiten und Betrugsvorwürfen überschattet. „Freedom 250 ist nichts weiter als ein Eitelkeitsprojekt, um das unstillbare Ego des Präsidenten zu besänftigen“, erklärte die demokratische Abgeordnete und Kommissionsmitglied Bonnie Watson Coleman. „Es geht nur um ihn.“ Die Feierlichkeiten sind ein Abbild der Lage der Nation: chaotisch, zerstritten und aufgehetzt. Nichts mehr vom Land der Freien und der Tapferen. Armes Amerika. Der Fisch stinkt vom Kopf her.   ---------------------------------------- Hosted on Acast. See acast.com/privacy [https://acast.com/privacy] for more information.

6 de jul de 20261 min