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21,5 Prozent CDU/CSU, 12,5 Prozent SPD, 29 Prozent AfD: Die ehemaligen Volksparteien fahren mit Vollgas auf die Mauer zu

3 min · 24 de jun de 2026
Portada del episodio 21,5 Prozent CDU/CSU, 12,5 Prozent SPD, 29 Prozent AfD: Die ehemaligen Volksparteien fahren mit Vollgas auf die Mauer zu

Descripción

Laut einer aktuellen INSA-Umfrage [https://www.wahlrecht.de/umfragen/insa.htm] zur Bundestagswahl liegen CDU/CSU bei 21,5 Prozent. Die SPD kommt auf 12,5 Prozent und die AfD auf 29 Prozent. Die ehemaligen Volksparteien sind zu einem Schatten ihrer selbst verkommen. Trotzdem lautet die Losung: „Volle Fahrt voraus!“, während der wache Teil der Bevölkerung immer lauter ruft: „Vorsicht, Mauer!“ Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Was sagen wohl die Mitglieder der Regierungsparteien bei Betrachtung der aktuellen Umfrageergebnisse? Wahrscheinlich: „Das ganze Land steht hinter uns. Wir sind auf dem richtigen Kurs. Weitermachen.“ Die Realitätsverweigerung auf politischer Seite ist längst hinlänglich bekannt. Seit vielen Jahren machen die ehemaligen Volksparteien samt ihrer Koalitionsanhängsel konsequent eine Politik am Interesse des Landes vorbei. Bei aller gebotenen Distanz zu Umfragen und den zu ziehenden Schlüssen: Der Verlust an Wählern sowohl bei der CDU als auch der SPD ist echt. Dass auf der anderen Seite die AfD immer stärker wird und längst kurz davor ist, die 30 Prozent zu reißen, verdeutlicht das Ausmaß der „Brett-vorm-Kopf-Politik“ der Regierung. „Volle Fahrt voraus!“ lautet die Losung, während der wache Teile der Bevölkerung immer lauter ruft: „Vorsicht, Mauer!“ Doch es nutzt ja nichts. Allen Anzeichen und allen Warnungen zum Trotze regiert die Regierung so wie seit Jahrzehnten: Sie setzt ihre politische Talfahrt fort – egal, was kommt. Ob Energiepolitik, Wirtschaftspolitik, Migrationspolitik, Russlandpolitik, Armutspolitik: Kein Sinn, kein Verstand, kein Erkenntnisgewinn. Nichts. Absolut nichts davon ist bei dieser Regierung zu sehen. Der Volksmund sagt: „Aus Fehlern lernt man.“ Und das stimmt. Nur nicht für diese Politik. Es ist ja nicht nur so, dass sie sich weigert, aus Fehlern zu lernen. Sie weigert sich mit Nachdruck, überhaupt anzuerkennen, dass sie Fehler macht. Wobei: Bei Lichte betrachtet wird das Gerede von „Fehlern“ der Situation nicht gerecht. Dass nämlich „Fehler“ immer und immer und immer wieder nur in eine Richtung gehen, ist unwahrscheinlich. Diese Politik des Totalschadens verläuft zielgerichtet. Titelbild: penofoto / Shutterstock[http://vg07.met.vgwort.de/na/6547caca774840cf96d8e5389a7c19f4]

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21,5 Prozent CDU/CSU, 12,5 Prozent SPD, 29 Prozent AfD: Die ehemaligen Volksparteien fahren mit Vollgas auf die Mauer zu

Laut einer aktuellen INSA-Umfrage [https://www.wahlrecht.de/umfragen/insa.htm] zur Bundestagswahl liegen CDU/CSU bei 21,5 Prozent. Die SPD kommt auf 12,5 Prozent und die AfD auf 29 Prozent. Die ehemaligen Volksparteien sind zu einem Schatten ihrer selbst verkommen. Trotzdem lautet die Losung: „Volle Fahrt voraus!“, während der wache Teil der Bevölkerung immer lauter ruft: „Vorsicht, Mauer!“ Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Was sagen wohl die Mitglieder der Regierungsparteien bei Betrachtung der aktuellen Umfrageergebnisse? Wahrscheinlich: „Das ganze Land steht hinter uns. Wir sind auf dem richtigen Kurs. Weitermachen.“ Die Realitätsverweigerung auf politischer Seite ist längst hinlänglich bekannt. Seit vielen Jahren machen die ehemaligen Volksparteien samt ihrer Koalitionsanhängsel konsequent eine Politik am Interesse des Landes vorbei. Bei aller gebotenen Distanz zu Umfragen und den zu ziehenden Schlüssen: Der Verlust an Wählern sowohl bei der CDU als auch der SPD ist echt. Dass auf der anderen Seite die AfD immer stärker wird und längst kurz davor ist, die 30 Prozent zu reißen, verdeutlicht das Ausmaß der „Brett-vorm-Kopf-Politik“ der Regierung. „Volle Fahrt voraus!“ lautet die Losung, während der wache Teile der Bevölkerung immer lauter ruft: „Vorsicht, Mauer!“ Doch es nutzt ja nichts. Allen Anzeichen und allen Warnungen zum Trotze regiert die Regierung so wie seit Jahrzehnten: Sie setzt ihre politische Talfahrt fort – egal, was kommt. Ob Energiepolitik, Wirtschaftspolitik, Migrationspolitik, Russlandpolitik, Armutspolitik: Kein Sinn, kein Verstand, kein Erkenntnisgewinn. Nichts. Absolut nichts davon ist bei dieser Regierung zu sehen. Der Volksmund sagt: „Aus Fehlern lernt man.“ Und das stimmt. Nur nicht für diese Politik. Es ist ja nicht nur so, dass sie sich weigert, aus Fehlern zu lernen. Sie weigert sich mit Nachdruck, überhaupt anzuerkennen, dass sie Fehler macht. Wobei: Bei Lichte betrachtet wird das Gerede von „Fehlern“ der Situation nicht gerecht. Dass nämlich „Fehler“ immer und immer und immer wieder nur in eine Richtung gehen, ist unwahrscheinlich. Diese Politik des Totalschadens verläuft zielgerichtet. Titelbild: penofoto / Shutterstock[http://vg07.met.vgwort.de/na/6547caca774840cf96d8e5389a7c19f4]

24 de jun de 20263 min
episode Lisa Fitz – Wie Mitarbeiter ticken artwork

Lisa Fitz – Wie Mitarbeiter ticken

Stellen wir uns vor, so ein Sozialkredit-System würde bei uns eingeführt. Punkte sammeln wie Autofahrer in Flensburg, nur umfassender: Bist du politisch korrekt, klimaneutral, meinungsstabil? Dann musst du dich als systemkonformer Mitarbeiter trotzdem ganz schön nach der Decke strecken, um den Job in diesen Zeiten zu behalten. Dann reicht es nicht mehr, dass du meinungskonform/-kompatibel gelächelt hast – dann musst du performen. Und die KI sitzt schon im Büro nebenan und flüstert: „Ich mach das schneller. Und billiger. Und ohne Urlaub. Ohne Krankheit und ohne Weihnachtsgeld.“ Von Lisa Fitz. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. ---------------------------------------- Externer Inhalt Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Inhalt von Youtube zulassen Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen ---------------------------------------- Die nächsten Auftritts-Termine und das aktuelle Programm von Lisa Fitz erfahren Sie stets auf der Website lisa-fitz.de [https://www.lisa-fitz.de].

24 de jun de 20269 min
episode Keir Starmer, ein Handelsvertreter der Macht artwork

Keir Starmer, ein Handelsvertreter der Macht

Keir Starmer ist das perfekte Beispiel der neuen Banalität der Handelsvertreter imperialer Interessen. Nicht starke Persönlichkeiten halten offensichtlich ein solches System noch am Leben, sondern angepasste Funktionäre ohne feste Überzeugungen. Starmer war nie mehr als das freundliche Gesicht politischer Kräfte, die Demokratie abbauen, Kriege antreiben und Völkermord ermöglichen und unterstützen. Er war dazu da, die gesellschaftlichen Interessen seiner Bevölkerung zugunsten der Bedürfnisse von Macht- und Finanzeliten zu verraten und dabei so unspektakulär und harmlos wie möglich zu wirken. Jetzt hat er seinen Rücktritt angekündigt. Ein Kommentar von Maike Gosch. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Als Starmer die Labour-Partei übernahm, versprach er, die pragmatische Alternative zu Jeremy Corbyn zu sein und die Partei zum Erfolg zu führen. Stattdessen hat er die Labour-Partei, die historische Partei der Arbeiterbewegung in Großbritannien, komplett entkernt – beziehungsweise das, was von ihr nach Tony Blairs „New Labour“-Projekt noch übrig war, endgültig zerlegt. Unter dem Deckmantel der „Modernisierung“ und dem Vorwand von konstruierten „Antisemitismus-Vorwürfen“ zerstörte er zunächst Corbyns Karriere, „säuberte“ die Partei dann von Corbyns Anhängern und errichtete ein repressives internes Parteiregime, das jede abweichende Meinung im Keim erstickte. Demokratische Strukturen innerhalb der Partei wurden abgebaut, Abgeordnete bei der geringsten Kritik sanktioniert und die Partei damit systematisch in ein gefügiges Werkzeug für neoliberale Interessen, transatlantische Eliten, den Kriegskurs der NATO und die pro-zionistische Lobby verwandelt. Der Betrug am Wähler und an der Parteibasis begann schon mit Starmers berühmten „10 Pledges“ (zehn Versprechen), mit denen er 2020 die Labour-Mitglieder davon überzeugte, ihn anstelle von Jeremy Corbyn zum Parteivorsitzenden zu wählen. Darin versprach er z.B. höhere Steuern für Spitzenverdiener, die Abschaffung von Studiengebühren, einen Green New Deal, die Stärkung der Gewerkschaften, die öffentliche Kontrolle zentraler Infrastruktur, eine an Menschenrechten orientierte Außenpolitik und weitere Positionen, die viele Mitglieder als Fortführung des Corbyn-Kurses verstanden. Kaum im Amt, begann Starmer jedoch, eines dieser Versprechen nach dem anderen zu kassieren. Steuererhöhungen für Reiche wurden verworfen, die Abschaffung der Studiengebühren aufgegeben, zentrale Elemente des Green New Deal gestrichen, die Rekommunalisierung von Energie- und Wasserversorgung fallen gelassen, und selbst die versprochene Orientierung an Menschenrechten zeigte sich spätestens bei Gaza als leere Floskel, wenn nicht als purer Zynismus. Am Ende verschwanden die „10 Pledges“ sogar von seiner eigenen Website. Starmer gewann also die Führungsposition der Partei mit einem Programm, das er anschließend selbst systematisch demontierte – was fast schon wie eine satirische Überzeichnung von politischem Opportunismus wirkt. Starmer lieferte auch in anderer Hinsicht konsequent das Gegenteil von dem, was er versprach. Lange stützte er seine politische Glaubwürdigkeit auf seine Vergangenheit als hochqualifizierter Jurist im Bereich Menschenrechte. Umso bitterer, dass er in seiner Tätigkeit als Politiker wahrscheinlich für nichts stärker in Erinnerung bleiben wird als dafür, den Völkermord Israels an den Palästinensern gedeckt und aktiv unterstützt zu haben und dafür für den massiven Abbau von Bürgerrechten im eigenen Land gegen Menschen, die dagegen protestierten, verantwortlich zu sein. Starmer hat bewiesen, dass er ein Mann ohne jede politische Überzeugung ist – ein Technokrat der Macht, ein Opportunist reinsten Wassers, mit dem „Look & Feel“ einer Ken-Plastikpuppe. Jetzt, wo er seinen Rücktritt angekündigt hat (und auch schon während seiner Amtszeit), wird in Großbritannien viel von ihm als „good and decent man“ (guter und anständiger Mann) gesprochen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Er ist das Gegenteil von prinzipientreu. Seine einzige zweifelhafte Stärke war und ist es, für zynische Machtpolitik, Völkermordunterstützung, die massive Einschränkung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit im Dienst der Israel-Lobby und eine massive Fortführung neoliberaler Politik ein guter Verkäufer mit unschuldigem Blick und ruhiger Stimme zu sein. Ohne den Charme eines Obamas, eher mit der langweilig-unschuldigen Ausstrahlung eines braven Schwiegersohns. Mit Starmer kippt der erste aus dem Triumvirat der unbeliebten Regierungschefs der drei mächtigsten europäischen Länder. Zusammen mit Präsident Macron in Frankreich und Bundeskanzler Merz in Deutschland hatte auch er die zweifelhafte Ehre, bei der eigenen Bevölkerung historisch unbeliebt zu sein. Auch bei Macron und Merz hat man den Eindruck, dass sie inzwischen gegen den Willen der eigenen Bevölkerung regieren. Macron sitzt aufgrund der Besonderheiten der französischen Verfassung immer noch im Sattel, obwohl er die Parlamentsmehrheit längst verloren hat und die von ihm ernannten Premierminister immer wieder von Misstrauensvoten gestürzt wurden. Egal, wie oft die Opposition (sowohl von links als auch von rechts) seinen Rücktritt fordert, er tut es einfach nicht. Ob er sich so bis zum regulären Ablauf seiner Amtszeit im Mai 2027 halten wird, ist fraglich, aber es würde auch nicht mehr überraschen. Das inzwischen blinde Klammern an die Macht ist ja zum neuen „Normal“ geworden. Auch Merz hat historische Unbeliebtheitswerte. Ungeheure 78 Prozent der Bevölkerung sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Aber um ihn abzusetzen, braucht es ein konstruktives Misstrauensvotum, bei dem sich die Opposition im Bundestag auch auf einen alternativen Kanzler geeinigt haben muss – was sehr unrealistisch ist. Zudem wird die SPD einen Teufel tun, die Koalition platzen zu lassen und Neuwahlen anzustreben, weil sie sich laut den Sonntagsfragen ebenfalls an einem historischen Tiefpunkt befindet und daher Neuwahlen auf Bundesebene aktuell hauptsächlich der AfD nützen würden. Dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit dem Rücktritt Starmers diese „unpopuläre Front“ deutliche Risse zeigt und vielleicht auch die anderen beiden Pfeiler bald einzustürzen drohen. In Großbritannien wird vermutlich zunächst die rechte Reform-Partei von Nigel Farage profitieren, aber auch die Green Party (nicht zu verwechseln mit den deutschen Grünen) steht bereit (siehe zu ihrem Aufstieg hier [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147904]). Als Nachfolger von Starmer wird Andy Burnham gehandelt – bis vor Kurzem Bürgermeister von „Greater Manchester“ mit einem aktuellen Sieg im Rücken (er gewann am 19. Juni die Nachwahl und wurde Abgeordneter im Parlament). Mit diesem Kandidaten will die Partei vermutlich frischen Wind für einen Neustart signalisieren. Wes Streeting, ehemaliger Gesundheitsminister von Keir Starmer, der davor als Kandidat gehandelt wurde, war selbst noch viel zu nah am „System Starmer“ und der Clique rund um Morgan McSweeney und Peter Mandelson, um das glaubwürdig verkörpern zu können (s. hierzu ausführlich [https://www.nachdenkseiten.de/?p=146366]). Viele Kommentatoren bemängelten aber bereits Burnhams Nähe zur Pro-Israel-Lobbyorganisation „Labour Friends of Israel“, deren Mitglied er seit 2015 ist, sowie die Tatsache, dass er es bis jetzt nicht geschafft hat, das Vorgehen Israels gegen die palästinensische Bevölkerung deutlich zu verurteilen. Als Bürgermeister von Manchester war er jedoch sehr beliebt und es spricht für ihn, dass er – anders als Tony Blair und Keir Starmer vor ihm – kein Teil der Londoner Elitezirkel ist [https://www.middleeasteye.net/opinion/long-last-starmer-out-can-burnham-bring-new-hope-britain]. Es bleibt abzuwarten, ob er vernünftige sozialdemokratische Politik und ethische Prinzipien zurück in die britische Politik bringen wird oder lediglich ein weiteres nettes Gesicht ist, das zynische Macht- und Kapitalinteressen vertritt. Auch wenn der Ausgang jetzt noch in den Sternen steht – es kommt dennoch fast so etwas wie Neid auf. Denn auf der Insel besteht damit, anders als in Deutschland, wenigstens eine Chance auf eine politische Erneuerung. Titelbild: Fred Duval / Shutterstock Mehr zum Thema: Ein bisschen Hoffnung [https://www.nachdenkseiten.de/?p=147904] Der Morgan-McSweeney-Komplex [https://www.nachdenkseiten.de/?p=146366] [https://vg07.met.vgwort.de/na/5d506639772f49a6acce1623dae9ebf2]

24 de jun de 20269 min
episode Denglisch for advanced Beginners artwork

Denglisch for advanced Beginners

Nachdem ich den Artikel von Albrecht Müller gelesen habe zum Thema „Die Verhunzung unserer Sprache macht Fortschritte“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=152344] und ich im Newsletter nochmals auf den Artikel aufmerksam gemacht wurde, bin ich in mich gegangen, überlegte, wann ich dieses Denglisch anwende bzw. wann es mir begegnet, und habe ein paar Tage lang gesammelt, zum Thema, Arbeit, Sport, Sprache meiner Enkelinnen, Werbung u.v.m. Gut, das, was von den Enkelinnen kam, musste ich mir übersetzen lassen. Von Susanne Bur. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Ein ganz normaler fiktiver Tag (oder: Das absolute Cringe-Fest unseres Alltags): Dein Handy weckt dich, weil du das im Timer so gescheduled hast. (Fun Fact für die Besserwisser-Fraktion: „Handy“ ist kein englisches Wort, sondern kommt aus dem Schwäbischen „Hänn die koi Kabel?“. Der Brite nennt das Ding Mobile Phone, der Amerikaner Cell Phone, aber wir sind hier in Germany, also who cares.) Vor dem Aufstehen erst mal die absolute Core-Routine: Durch die Socials scrollen und ein paar Memes liken, die heute viral gehen. Danach kurz die News-Apps auschecken – man muss ja wissen, was die Headers und Subheaders an Breaking News droppen. Vor allem bei der Politik brauchst du das tägliche Update, um zu checken, welche Gamechanger in den aktuellen Kriegen mal wieder performed haben. Exciting! Ich dachte immer, Krieg sei die Hölle, aber dass es ein Game ist, also ein Spiel, lässt die Grausamkeiten doch viel freundlicher wirken. Dann: Aufstehen, das Outfit of the Day wählen und ab in den Job. Das Business-Meeting: Wo die Magic happens: Heute steht ein Marketing Meeting an – ein großes Event wirft seine Schatten voraus. Einer der Sales Manager kommt natürlich late, weil ihn der Check-In am Airport ge-delayed hat. Absolute Katastrophe, denn wir haben eine unfassbar tighte Deadline. Plötzlich crasht der Kollege aus der IT rein: Er braucht dringend einen Quick Call mit dem gesamten Team, um uns zu updaten. Parallel fragt der Customer Service, ob die Flyer schon ready gedruckt sind. Und boom – plötzlich talkst du wie ein kalifornischer Tech-Bro auf Koks, obwohl du eigentlich nur sagen wolltest, dass der Drucker im Flur mal wieder einen Papierstau hat. Deep. Shopping-Time & Generation-Crash: Nach dem Business schnell noch eine Runde Shoppen gehen. Die Enkelinnen (13 und 15) kommen zu Besuch. Also Quality Time im Discounter, Lebensmittel-Restocking betreiben. Und hey, ein paar T-Shirts für die Kids müssen auch mit. Direkt rein in die Grabbelkiste, über der ein fettes SALE-Schild prangt. Die Power-Drinks nicht vergessen – die lieben die Beiden. Schnell nach Hause und auf der Couch noch kurz chillen, bevor der Nachwuchs über dich herfällt wie eine Horde hungriger Zombies. Sie sind da! Ab jetzt wird’s richtig anstrengend. Am besten fährst du direkt den Google Translator oder eine High-End-KI hoch, um dieses Kauderwelsch zu entschlüsseln. Die Stories sprudeln nur so aus ihnen heraus – alles Updates aus ihrem Life. Aber hey, du bist heute der absolute Hero und maximal cool, weil du Eis gesnackt hast und eine TK-Pizza in den Air Fryer schiebst. Die Vibes mit den Freundinnen? Komplett lit! Jungs? Alle doof und lost, die werden direkt ge-ghosted. Aber der neue Crush? Absolute Ausnahme, der ist einfach nur slay. Du wirst direkt gezwungen, dir auf TikTok eine Influencerin reinzuziehen, die dir die neuesten Basics zeigt – angeblich absolute Klamotten-Must-Haves, um überhaupt noch in zu sein. Der Feierabend-Overkill: Dank deines Smart-TVs wird jetzt eine neue Serie gestreamt, die die Kids unbedingt sehen müssen. Du starrst auf den Screen und hörst nur Jugend-Gedöns, das du in deinem Alter mental nicht mehr verarbeiten kannst, performed von Stars, die du aus der Boomer-Generation nicht kennst. Bevor du komplett im Binge-Watching versinkst, gehst du als Raucher erst mal auf den Balkon und ziehst dir zwei bis drei Glimmstängel zur Beruhigung rein. „Hilfe, ich verstehe die Welt nicht mehr!“ Aber hey: Keep calm, have a break, have a Kitkat. Solche Micro-Pauses sind schließlich essenziell für die eigene Work-Life-Balance. Schnell noch ein paar Runden Stuhl-Yoga, um den Body in shape zu halten, während der Mind schon Feierabend hat. Die Boomer unter uns erinnern sich bestimmt noch an die Jacobs-Kaffee-Frau: das ultimative Role Model. Gut aussehend, beruflich erfolgreich, fancy Wohnung, sportlich und meistens glücklicher Single. Peak Performance halt. Weil gerade die Fußball-WM live übertragen wird – natürlich zu absolut unnormalen Zeiten mitten in der Nacht –, wird das Binge-Watching eiskalt ge-cancelt. Zeit für den guten alten Volkssport. Der Moderator legt direkt los: „Der Coach hat das Team gestern noch mal richtig ge-briefed und mental eingeschworen. Jetzt schießt Spieler X mit maximalem Wumms Richtung Tor… der Keeper ist chancenlos! Die Meute schreit GOAL! Aber Pfiff vom Referee: Der Spieler war im Offside! Großes Kino. Sprachlich so high-level, dass selbst ein fades 0:0 klingt wie ein glorreiches 7:1. „Deutschland wankt gegen die Elfenbeinküste, dann kommt der Finisher Deniz Undav. Mit zwei Treffern dreht der abermals eingewechselte Stürmer die Partie. Er ist jetzt Topscorer der gesamten WM.“ (Subheader bei der WELT) Und genau so husteln wir uns durch den Tag. Wir chillen, streamen, binge-watchen, fixen und updaten uns durch dieses Konstrukt namens Leben. Immer schön das richtige Framing im Hinterkopf behalten, bis wir am Ende des Tages gar nicht mehr checken, dass wir eine völlig mutierte Sprache sprechen: Denglisch. Aber hey – dabei bitte immer schön politically correct bleiben! I wish you what! p.s.: Verhunzen können die Politiker auch nicht schlecht, kleine Aufgabe für „runaways“ :-) in Deutsch und Englisch: Bitte übersetzt mal das offiziell längste deutsche Wort ins Englische:„Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung“ Bedeutung: Eine Verordnung darüber, wer dafür zuständig ist, die Genehmigung für den Verkehr (Kauf/Verkauf) von Grundstücken zu übertragen. ---------------------------------------- Glossar: einige möglicherweise gänzlich unbekannte Begriffe: * cringe: Fremdschämen bzw. peinlich (der absolute Klassiker, war auch schon Jugendwort des Jahres) * viben/Vibs haben: Eine gute Zeit haben, sich gut verstehen oder die Atmosphäre genießen („Wir viben voll miteinander“) * lit: toll, super, schön * ghosten: Den Kontakt zu jemandem plötzlich und ohne Erklärung komplett abbrechen. * lost: Planlos, verwirrt oder völlig neben der Spur („Ich bin heute echt komplett lost“) * crush: Jemand, in den man heimlich verliebt ist („Mein Crush hat mir geschrieben“) * slay: Großartig sein, cool aussehen oder eine Situation meistern („Dein Outfit slayt richtig“) * Binge-Watching: das Anschauen mehrerer Folgen einer Serie oder sogar ganzer Staffeln direkt hintereinander, oft über mehrere Stunden hinweg. * Topscorer:(top „Spitze“ und scorer „Schütze“),Spieler in einer Mannschaft, der die meisten Punkte erzielt * Offside: Abseits * hustln: Die moderne Bedeutung: Hart arbeiten & Durchziehen

Ayer9 min
episode ARD-Interview mit Pistorius zur Litauen-Brigade: Wie beim Fußball – Steilvorlagen für den Minister artwork

ARD-Interview mit Pistorius zur Litauen-Brigade: Wie beim Fußball – Steilvorlagen für den Minister

„Reichen 5.000 Soldaten aus Deutschland, um Russland abzuschrecken?“ [https://www.ardmediathek.de/video/tagesschau24/schutz-der-nato-ostflanke-verteidigungsminister-pistorius-zur-deutschen-litauen-brigade/tagesschau24/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvY2ExNGI0YTMtOWU1OS00NzMyLTlkOWItMmI1ZDE1NzMxN2Ji] Diese Frage stellt eine ARD-Redakteurin bei einem Interview mit Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Sendung „Berlin direkt“. Wie wäre es, wenn die ARD zukünftig Interviews mit dem Verteidigungsminister gleich von der Pressestelle der NATO führen lassen würde? Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundeswehr gehen deutsche Soldaten zu einer dauerhaften Stationierung ins Ausland. Sie sollen die, wie es heißt, „Ostflanke“ in Litauen „schützen“. Deutsche Soldaten, die in einem Krieg gegen Russland zur Verteidigung der NATO gegen russische Soldaten kämpfen? Das zieht die Politik – im Falle eines Falles – längst als reale Möglichkeit in Betracht. Viele kritische Fragen müssten insbesondere von Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu dieser Entwicklung gestellt werden. Doch was macht die Leiterin der Radio-Gemeinschaftsredaktion im ARD-Hauptstadtstudio, Anna Engelke [https://www.ard.de/ard-hauptstadtstudio/ueber-uns/studioleitung-und-redaktionen-100.html]? Sie eröffnet ein Interview mit Pistorius mit der Frage: „Reichen 5.000 Soldaten aus Deutschland, um Russland abzuschrecken?“ Was das auch nur im Ansatz mit einem kritischen Journalismus zu tun haben soll – für den der öffentlich-rechtliche Rundfunk immerhin Milliarden erhält – erschließt sich nicht. Da gerade die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet: Beim Fußball versuchen die Mitglieder einer Mannschaft einander Steilvorlagen zu liefern. Dieses Bild drängt sich auf, wenn man als Zuschauer dieses rund vierminütige Interview sieht. Eine Gefälligkeitsfrage, die jeden kritischen Gedanken zum gesamten politischen Wahnsinn der deutschen Konfrontationspolitik im Ansatz erstickt: Das setzt die ARD ihren Zuschauern vor. Warum will Pistorius überhaupt 5.000 deutsche Soldaten in Litauen stationieren? Wäre jemand bei der ARD vielleicht mal in der Lage, die politisch gesetzten Grundannahmen zu hinterfragen? Oder ist das zu viel verlangt? Und so geht es munter weiter. Pistorius spricht davon, dass deutsche Soldaten bereit sind, „jeden Quadratzentimeter NATO-Territorium auch zu verteidigen“, und sagt, dass die deutsche Brigade alleine Russland nicht aufhalten werde, aber „es geht darum, dass eine Brigade da ist, die aufhält“. Das heißt im Klartext: Im Kriegsfall würden 5.000 deutsche Soldaten an vorderster Front die Ersten sein, die sterben – aber wenigstens würden sie Russland ein bisschen bremsen. Wie dieses ‚bisschen bremsen‘ im zeitlichen Sinne zu verstehen ist, darüber verliert der Minister kein Wort und die Interviewerin stellt auch keine entsprechende Frage. Je nach Waffeneinsatz reden wir von: Ein paar Stunden? Minuten? Sekunden? Gewiss: Alleine schon der Gedanke, dass Russland die NATO angreift, ist absurd und Teil politischer Paranoia. Doch davon abgesehen: In Anbetracht der Ungeheuerlichkeit, die in den so selbstverständlich vorgetragenen Aussagen Pistorius’ steckt, wäre eine ganze Reihe an kritischen Einlassungen vonseiten der Interviewerin angebracht. Stattdessen geht es weiter mit der nächsten Frage: „Es fehlen noch ungefähr 3.000 Soldatinnen und Soldaten (…), die sollen sich möglichst freiwillig melden zu dem Umzug nach Litauen: Klappt das?“ Nochmal die Frage: Was soll das sein? Das hat mit kritischem Journalismus nichts zu tun. Ob das „klappt“ oder „nicht klappt“ – darüber haben Medien bereits breit berichtet. Längst ist bekannt, dass die Politik eine Verpflichtung von Soldaten zur Stationierung in Litauen in Betracht zieht. Pistorius darf dann noch ungestört sagen: „Es wird einen Prozentsatz geben – davon kann man wahrscheinlich ausgehen – wo wir verpflichten müssen, aber dann ist das eben so. Das ist dann die Frage der Einsatzbereitschaft vor Ort an der Ostflanke (…).“ Kritische Nachfrage? Erneut Fehlanzeige. Engelke war übrigens von 2017 bis 2022 Sprecherin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk verkauft der demokratischen Öffentlichkeit Politik im Gewand des Journalismus. Das ist untragbar. Titelbild: Screenshot ARD[http://vg07.met.vgwort.de/na/6547caca774840cf96d8e5389a7c19f4]

Ayer5 min