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PHILIPPE SANDS ERHÄLT FRIEDENSPREIS DES DEUTSCHEN BUCHHANDELS Der französisch-britische Jurist und Bestsellerautor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Für Frank Hertweck, Leiter der Literaturredaktion von SWR Kultur, ist die Wahl ein deutliches Bekenntnis zur Bedeutung des Völkerrechts – gerade in einer Zeit, in der internationale Regeln zunehmend infrage gestellt werden. MENSCHENRECHTSANWALT AN DEN GROSSEN FÄLLEN DER ZEIT Sands lehrt Rechtswissenschaften am University College London und zählt zu den bekanntesten Experten für internationales Recht. Als Menschenrechtsanwalt war er unter anderem an Verfahren gegen den chilenischen Diktator Augusto Pinochet beteiligt und setzt sich seit Jahren dafür ein, den Begriff des Ökozids als Straftatbestand im Völkerrecht zu verankern. „Er ist immer an den ganz großen Sachen dran“, sagt Hertweck. Gerade diese Verbindung aus juristischer Praxis und wissenschaftlicher Arbeit habe Sands international bekannt gemacht. WENN RECHT ZU LITERATUR WIRD Einem breiten Publikum ist Sands vor allem als Autor bekannt. Bücher wie „Rückkehr nach Lemberg“ verbinden Familiengeschichte mit der Entstehung des modernen Völkerrechts. Ausgangspunkt ist häufig eine persönliche Spurensuche, die zu grundlegenden Fragen von Gerechtigkeit und historischer Verantwortung führt. „Recht fällt nicht vom Himmel, sondern ist immer Antwort auf Probleme und Ungerechtigkeiten in der Welt“, sagt Hertweck. Gerade diese Verbindung aus juristischer Analyse, historischer Recherche und literarischem Erzählen mache Sands' Werk außergewöhnlich. EIN SIGNAL FÜR DAS VÖLKERRECHT Nach Ansicht Hertwecks sendet die Jury mit ihrer Entscheidung auch eine politische Botschaft. Angesichts internationaler Konflikte sei die Auszeichnung ein klares Bekenntnis zu einer regelbasierten internationalen Ordnung. „Es ist ganz klar ein Plädoyer für die regelbasierte Ordnung“, sagt Hertweck. Rechtliche Regeln seien komplex und müshsam zu entwickeln – gerade deshalb dürften sie nicht leichtfertig infrage gestellt werden. LITERATUR ERINNERT AN DEN MENSCHEN Für Hertweck liegt die besondere Stärke von Philippe Sands darin, juristische Fragen immer mit den Schicksalen einzelner Menschen zu verbinden. „Er erinnert daran, dass das Recht immer für die Menschen da ist“, sagt Hertweck. Literatur wiederum erinnere daran, „dass es um Menschen geht“. An dieser Schnittstelle bewege sich das Werk von Philippe Sands seit Jahren. Deshalb sei die Auszeichnung mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels folgerichtig. „Dass er die Moralseite wieder stärkt und an die Moralseite erinnert, ist fundamental und ein großes Verdienst“, so Hertweck.
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