ERF Plus - Wort zum Tag
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 3,6 – ausgelegt von Gesine Möller. Es gibt eine ganze Reihe Hilfsorganisationen, die weltweit Menschen in Notsituationen unterstützen. Sei es bei Umweltkatastrophen, Kriegen oder als Folge von Ausbeutung usw., humanitäre Hilfe und Entwicklungsarbeit wird geleistet. Ich finde, gerade eine starke Industrienation wie Deutschland hat Verantwortung. Dabei soll nach meiner Überzeugung solche Hilfe immer als „Hilfe zur Selbsthilfe“ gedacht werden. Allzu oft wurden fremde Länder als unterentwickelte Kulturen angesehen, von oben herab versorgt und in Abhängigkeiten gehalten. Das hat sich geändert, obgleich es oft immer noch eine Schieflage gibt. Doch es gibt gute Beispiele dafür, dass durch Bildungsprojekte Menschen in ihrer Selbständigkeit gefördert werden, sodass sie in der Lage sind, sich selbst und ihre Familien zu versorgen. So ein Projekt gibt es bspw. in Indien. Es trägt den Namen „Bridge of Hope Germany e.V “ Dieser Verein bildet in Indien Frauen zu Näherinnen aus. Mit erfolgreicher Ausbildung bekommen die Frauen ihre eigene Nähmaschine. Mittlerweile gibt es eine Produktreihe, die durch den Verein auch in Deutschland vertrieben wird. Der Erlös aus dem Verkauf der Produkte geht an die Frauen in Indien. Es ist besser, jemanden wieder auf die Beine zu helfen, als sie oder ihn mit Almosen zu versorgen. So eine Erzählung findet sich in Apostelgeschichte 3 [https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte3]. Die Apostel Petrus und Johannes sind in Jerusalem auf dem Weg in den Tempel. Wie üblich setzt man Menschen, die durch irgendeine Beeinträchtigung sich nicht selbst versorgen können, an besonders hoch frequentierte Plätze, wie den Eingang zum Tempel. So ist es auch an der Schönen Pforte. Dort sitzt ein Gelähmter. Er bettelt um Almosen. Erwartungsvoll blickt er Petrus und Johannes an, dass sie ihm etwas geben. Doch zu seiner Überraschung sagt Petrus: „Gold und Silber habe ich nicht.“ Sicher ist Petrus in einer besseren Lage als der Gelähmte. Vielleicht ist es ihm sogar möglich, durch eine Kollekte unter den Christen in Jerusalem eine Spende für den armen Mann zu sammeln. Doch was ändert das an seiner Situation? Nein, Petrus hat keine Almosen. Stattdessen bietet er ihm etwas an, worum ihn der Kranke nicht gebeten hat. Petrus fordert ihn auf: „Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“ Tatsächlich, der Gelähmte steht auf und läuft. Er kommt wieder auf die Beine. Ist das nicht die viel bessere Hilfe als eine einmalige Spende? Petrus belässt den Mann nicht in seiner Abhängigkeit. In seiner Hilflosigkeit. Er zeigt ihm einen Ausweg. Es braucht jedoch beide Seiten dazu. Und genau darin liegt für mich die Besonderheit, ja der Respekt vor dem anderen. Petrus fordert den Gelähmten heraus: Steh auf. Geh umher. Bleib nicht in der Haltung, dass du nichts kannst. Komm wieder auf die Beine und steh auf eigenen Füßen. Die Entscheidung des Mannes spielt dabei eine große Rolle. Ohne seine eigene Zustimmung, geschieht kein Wunder. Das erfordert Mut. Allein die Bitte um Hilfe, kann etwas sehr Mutiges sein. Der Satz: Ich brauche Hilfe, zeugt von der Einsicht, es alleine nicht zu schaffen. Und von der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen. Zudem wird damit auch das Vertrauen in das Gegenüber bezeugt. Ich traue dir zu, dass du mir helfen kannst. Allerdings kann es sein, dass ich von der Form der Hilfe überrascht werde. So wie es dem Gelähmten an der Schönen Pforte geschieht. Er bittet um Almosen. Anders als erwartet, bekommt er jedoch von Petrus ein aufrichtendes Wort. Im wahrsten und wundersamsten Sinne. Im Namen Jesu, steh auf! Das Wort des Petrus hat seinen Ursprung in der Kraft Jesu. Im Vertrauen auf dieses Wort richtet sich der Gelähmte auf und steht auf eigenen Beinen. Diesen Mut, um Hilfe zu bitten, wünsche ich mir. Und das Vertrauen, dass es jemanden gibt, der mir hilft. Sicherlich werde ich überrascht sein, dass meine eigenen Vorstellungen nicht immer erfüllt werden. Wahrscheinlich werden die Hilfsangebote meine Erwartungen sogar übertreffen und mich darin fördern, im Leben auf eigenen Beinen zu stehen. Eine respektvollere Liebe kann ich mir kaum vorstellen. Eine Liebe, die den anderen ernst nimmt und das Beste für den anderen will. Eine Liebe, wie ich sie bei Jesus finde. Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Gesine Möller ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17369183.gif]
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