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Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken?

1 h 7 min · 11. Juni 2026
Episode Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken? Cover

Beschreibung

Arbeit auf einer Landwirtschaft Mehr zum Simon Hof findest du unter karinta.at [https://www.karinta.at/]. Das Interview von Karin Stöttinger, Female Chefs, und Martina kannst du hier [https://www.female-chefs.com/martina-payer/]nachlesen. Unsere Folge mit Karin "Female Chefs - Bühne frei für Frauen in der Kulinarik" gibt es hier [https://mitmilchundzucker.podigee.io/306-karin-stoettinger]zu hören und wie immer überall, wo es Podcasts gibt. Unter @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] und lies mit. Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at [http://www.mitmilchundzucker.at] auf Instagram @mit.milch.und.zucker [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] oder Facebook @mitmilchuzucker [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (10:01) Meine Eltern haben zwar die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben, allerdings wirklich in erster Linie erhaltend. (10:37) Wir haben gesagt, wir wollen den Simonhof übernehmen, wenn wir auch etwas verändern dürfen. (10:43) Wir wollten Lebensmittel produzieren. (11:23) Ganz am Anfang haben wir die Streuobstwiese revitalisiert. (13:34) Reich wird man sicher nicht mit einer Landwirtschaft. (13:47) Es ist einfach schön, ein Produkt zu erschaffen. (14:33) Wir hatten die Möglichkeit, mit einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu starten, als Quereinsteiger. (18:00) Es sind so viele Dinge, die man beachten muss, damit man am Ende ein gutes Produkt bekommt, deswegen war schnell klar, dass wir uns eine Nische suchen wollen. (19:27) Wir sind schnell auf die Idee gekommen, den klimafitten Baum der Edelkastanie in Kärnten anzubauen, und sind die Ersten, die eine Edelkastanienplantage in Kärnten errichtet haben. (20:08) Die Edelkastanienplantage haben wir von Anfang an so errichtet, dass dazwischen viel Biodiversität Platz hat. (22:36) Wir haben uns überlegt, eine Blutegelfarm zu machen, aber die Betreuung ist nicht einfach, wenn man nur am Wochenende vor Ort ist. (23:32) Wir haben aktiv Flächen gesucht, die wir aktiv betreiben wollen, und die anderen Flächen eben, die wir aktiv sein lassen. (23:40) Als Landwirt ist es gar nicht so einfach, dass man die Natur aktiv sein lässt. (24:00) Weil wir eben immer ganz gerne Risotto gegessen haben und die Ersten in Österreich im Trockenreisanbau-Verfahren Reis angebaut haben, da haben wir uns gedacht: Okay, das probieren wir einfach auch einmal. (24:26) Wir haben dann tatsächlich auf 3000 m² Risottoreis angebaut. (25:00) Der hohe Wasserbedarf beim Reisanbau ist in Zeiten von Klimawandel nicht ideal. (25:21) Durch eine Dokumentation sind wir dann auf den Tauernroggen gekommen. (30:02) Wir sind Biopioniere am Simonhof. (30:49) Man muss als Landwirt wirtschaftlich bleiben, sonst geht der Hof verloren. (31:40) Es ist uns gelungen, den ersten geschliffenen Roggen in Österreich zu produzieren. (32:13) Wenn wir auf einem Hektar Tauernroggen anbauen, dann erwirtschaften wir eineinhalb, vielleicht zwei Tonnen, im besten Fall. (32:25) Eine moderne Hybridsorte erwirtschaftet das Vier- bis Fünffache im Vergleich. (32:33) Wir haben mit Bauern geredet, die haben gesagt: Bevor ich das mit so einem Ertrag ernte, fahr ich mit dem Schlägler drüber, das heißt, der vernichtet die Ernte. (32:43) Uns war immer wichtig, dass nicht der Ertrag im Vordergrund steht, sondern eine naturnahe Anbauweise. (35:43) Mein Zugang ist schon immer gewesen: Ich sehe nicht die Probleme, sondern ich sehe Lösungen. (36:01) Wenn man lösungsorientiert arbeitet, ist die Frustration einfach viel geringer. (36:56) Als wir im ersten Jahr die Edelkastanie angebaut haben, sind wir jedes Wochenende hin, um mit der Hand zu gießen und jeden Baum anzuschauen, ob er gesund ist oder ob er vielleicht einen Anstrich braucht. (37:33) Wir haben auch erkannt, dass es für die Baumgesundheit natürliche Wege gibt. (41:58) Uns interessiert es auch, Dinge wissenschaftlich zu betrachten. (44:18) Ein bisschen Glück braucht man auch. (45:31) Wenn man dann zwei Anrufe vom Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann bekommt, der sagt, er kennt den Tauernroggen nicht, aber er schmeckt wunderbar, dann freut man sich richtig. (46:59) Die Wahrnehmung von Frauen in der Landwirtschaft ist immer noch ein schwieriges Thema. (50:14) Die Landwirtschaft ist das, was uns besonders viel Spaß macht, weil wir da gemeinsam ein Projekt entwickeln können. (51:17) Es gibt nichts Schöneres, als auf dem eigenen Grund und Boden zu stehen und dort mit den Händen einfach wirklich arbeiten zu können. (52:27) Wenn man von Baum zu Baum fahren muss, fahren die Männer mit dem Traktor und die Frauen gießen. (54:00) Wir machen zum Beispiel aus unserem Tauernroggen auch einen Tauernroggenflammeri. (54:26) Wir haben uns darauf fokussiert, dass wir naturnah produzieren, und da haben wir uns auf drei Produkte fokussiert: den Tauernroggen, die Ackerbohne und die Edelkastanie, ein Zukunftsprojekt. (01:04:36) Wenn man ein Herzensprojekt hat, dann einfach gut recherchieren und ins Tun kommen.

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Episode Erwin Ernst Steinhammer - Wie transparent ist Österreich wirklich? Cover

Erwin Ernst Steinhammer - Wie transparent ist Österreich wirklich?

Welche Fragen sollten BürgerInnen dem Staat stellen? Mehr über Erwin Ernst könnt ihr auf Erwins Blog eest9.eu [https://eest9.eu/] lesen. Das Forum Informationsfreiheit findet ihr unter informationsfreiheit.at [https://www.informationsfreiheit.at/] erwähnte Links mit mehr Informationen und Hilfestellungen zur Anfragenstellung und Beantwortung: fragdenstaat.at [https://fragdenstaat.at/] offenevergaben.at [https://www.offenevergaben.at/] parteispenden.at [https://www.parteispenden.at/] Unter @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] und lies mit. Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at [http://www.mitmilchundzucker.at] auf Instagram @mit.milch.und.zucker [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] oder Facebook @mitmilchuzucker [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (07:16) Sie haben mich an dem Tag aufgefangen. (08:22) Informationsfreiheit wird oft mit Transparenz verwechselt. (08:36) Für mich ist Informationsfreiheit der Grundsatz, dass staatliche Information öffentlich sein sollte. (09:28) Mir ist Demokratie allgemein ein großes Anliegen. (11:04) Informationsfreiheit ist der nächste Schritt, den es braucht, damit die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung kleiner wird und Demokratie besser funktioniert. (12:17) Parteien, die in der Regierung sitzen, glauben, Informationsfreiheit ist etwas, um die Opposition zu stärken. (12:53) Wenn wir in andere Länder schauen, sehen wir, dass zum Beispiel die Verwaltungseffizienz steigt. Das bringt der Wirtschaft was. (13:37) Dadurch, dass man Informationen herausgeben muss, dass man darauf vorbereitet sein muss, muss man sie besser managen und verwalten. (15:51) Vielleicht war auch der ein oder andere politische Skandal in letzter Zeit hilfreich dafür, dass dann doch die Forderung nach Informationsfreiheit und Transparenz größer geworden ist. (16:48) Wenn in einer Gemeinde ein Sessellift gefördert wurde, Sitzbänke oder ein Brunnen aber nicht, dann kann man das erfragen. (19:00) Man kann alle Bundes- und Landesbehörden befragen, man kann alle Gemeinden befragen. Auch kleine Gemeinden müssen auf Fragen antworten. (20:37) Das müssen wir uns vor Gericht nochmal ausverhandeln, ob das wirklich so ist. (24:35) Anfragen kann ich prinzipiell alles, was vorhanden und verfügbar ist. (27:15) Es geht nicht darum, alles zu kritisieren, zu raunzen und in Zynismus zu verfallen, sondern zu sehen, dass man mit diesen Infos was machen kann. (28:03) Es gab Leute, die haben am Tag vor dem Beschluss im Nationalrat gesagt, sie glauben nicht, dass das jemals durchgesetzt wird. (31:26) Aus Staatsperspektive würde ich so eine Plattform fördern, weil dann eben nicht dieselbe Anfrage 15-mal gestellt wird. (38:06) Manche Fälle bringen mich zum Lachen, aber noch mehr zum Kopfschütteln. (39:13) Mit der Mauer des Schweigens wollen wir Behörden dafür auszeichnen, wenn sie sich besonders um die Verschwiegenheit amtlicher Informationen verdient gemacht haben. (43:00) Ohne dieses Verfahren hätte ich die Aussage so nie bekommen. (44:20) In unserem Anfrageguide gibt es eine bebilderte Anleitung, die erklärt, wie der Weg zum Informationsbegehren ist. (46:01) Ich glaube, es gibt nicht die eine Anfrage, die jeder einmal stellen sollte. (46:37) Es ist erstaunlich, wie oft Gemeinden tatsächlich Gutachten in Auftrag geben. (50:14) Im Moment habe ich mehr Fragen, als ich stellen kann. (53:01) Eigentlich tun wir was Gutes für das ganze Staatswesen. (53:38) Seid optimistisch. (53:53) Das Informationsfreiheitsgesetz zeigt, dass doch etwas geht.

25. Juni 202656 min
Episode Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken? Cover

Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken?

Arbeit auf einer Landwirtschaft Mehr zum Simon Hof findest du unter karinta.at [https://www.karinta.at/]. Das Interview von Karin Stöttinger, Female Chefs, und Martina kannst du hier [https://www.female-chefs.com/martina-payer/]nachlesen. Unsere Folge mit Karin "Female Chefs - Bühne frei für Frauen in der Kulinarik" gibt es hier [https://mitmilchundzucker.podigee.io/306-karin-stoettinger]zu hören und wie immer überall, wo es Podcasts gibt. Unter @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] und lies mit. Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at [http://www.mitmilchundzucker.at] auf Instagram @mit.milch.und.zucker [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] oder Facebook @mitmilchuzucker [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (10:01) Meine Eltern haben zwar die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben, allerdings wirklich in erster Linie erhaltend. (10:37) Wir haben gesagt, wir wollen den Simonhof übernehmen, wenn wir auch etwas verändern dürfen. (10:43) Wir wollten Lebensmittel produzieren. (11:23) Ganz am Anfang haben wir die Streuobstwiese revitalisiert. (13:34) Reich wird man sicher nicht mit einer Landwirtschaft. (13:47) Es ist einfach schön, ein Produkt zu erschaffen. (14:33) Wir hatten die Möglichkeit, mit einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu starten, als Quereinsteiger. (18:00) Es sind so viele Dinge, die man beachten muss, damit man am Ende ein gutes Produkt bekommt, deswegen war schnell klar, dass wir uns eine Nische suchen wollen. (19:27) Wir sind schnell auf die Idee gekommen, den klimafitten Baum der Edelkastanie in Kärnten anzubauen, und sind die Ersten, die eine Edelkastanienplantage in Kärnten errichtet haben. (20:08) Die Edelkastanienplantage haben wir von Anfang an so errichtet, dass dazwischen viel Biodiversität Platz hat. (22:36) Wir haben uns überlegt, eine Blutegelfarm zu machen, aber die Betreuung ist nicht einfach, wenn man nur am Wochenende vor Ort ist. (23:32) Wir haben aktiv Flächen gesucht, die wir aktiv betreiben wollen, und die anderen Flächen eben, die wir aktiv sein lassen. (23:40) Als Landwirt ist es gar nicht so einfach, dass man die Natur aktiv sein lässt. (24:00) Weil wir eben immer ganz gerne Risotto gegessen haben und die Ersten in Österreich im Trockenreisanbau-Verfahren Reis angebaut haben, da haben wir uns gedacht: Okay, das probieren wir einfach auch einmal. (24:26) Wir haben dann tatsächlich auf 3000 m² Risottoreis angebaut. (25:00) Der hohe Wasserbedarf beim Reisanbau ist in Zeiten von Klimawandel nicht ideal. (25:21) Durch eine Dokumentation sind wir dann auf den Tauernroggen gekommen. (30:02) Wir sind Biopioniere am Simonhof. (30:49) Man muss als Landwirt wirtschaftlich bleiben, sonst geht der Hof verloren. (31:40) Es ist uns gelungen, den ersten geschliffenen Roggen in Österreich zu produzieren. (32:13) Wenn wir auf einem Hektar Tauernroggen anbauen, dann erwirtschaften wir eineinhalb, vielleicht zwei Tonnen, im besten Fall. (32:25) Eine moderne Hybridsorte erwirtschaftet das Vier- bis Fünffache im Vergleich. (32:33) Wir haben mit Bauern geredet, die haben gesagt: Bevor ich das mit so einem Ertrag ernte, fahr ich mit dem Schlägler drüber, das heißt, der vernichtet die Ernte. (32:43) Uns war immer wichtig, dass nicht der Ertrag im Vordergrund steht, sondern eine naturnahe Anbauweise. (35:43) Mein Zugang ist schon immer gewesen: Ich sehe nicht die Probleme, sondern ich sehe Lösungen. (36:01) Wenn man lösungsorientiert arbeitet, ist die Frustration einfach viel geringer. (36:56) Als wir im ersten Jahr die Edelkastanie angebaut haben, sind wir jedes Wochenende hin, um mit der Hand zu gießen und jeden Baum anzuschauen, ob er gesund ist oder ob er vielleicht einen Anstrich braucht. (37:33) Wir haben auch erkannt, dass es für die Baumgesundheit natürliche Wege gibt. (41:58) Uns interessiert es auch, Dinge wissenschaftlich zu betrachten. (44:18) Ein bisschen Glück braucht man auch. (45:31) Wenn man dann zwei Anrufe vom Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann bekommt, der sagt, er kennt den Tauernroggen nicht, aber er schmeckt wunderbar, dann freut man sich richtig. (46:59) Die Wahrnehmung von Frauen in der Landwirtschaft ist immer noch ein schwieriges Thema. (50:14) Die Landwirtschaft ist das, was uns besonders viel Spaß macht, weil wir da gemeinsam ein Projekt entwickeln können. (51:17) Es gibt nichts Schöneres, als auf dem eigenen Grund und Boden zu stehen und dort mit den Händen einfach wirklich arbeiten zu können. (52:27) Wenn man von Baum zu Baum fahren muss, fahren die Männer mit dem Traktor und die Frauen gießen. (54:00) Wir machen zum Beispiel aus unserem Tauernroggen auch einen Tauernroggenflammeri. (54:26) Wir haben uns darauf fokussiert, dass wir naturnah produzieren, und da haben wir uns auf drei Produkte fokussiert: den Tauernroggen, die Ackerbohne und die Edelkastanie, ein Zukunftsprojekt. (01:04:36) Wenn man ein Herzensprojekt hat, dann einfach gut recherchieren und ins Tun kommen.

11. Juni 20261 h 7 min
Episode Doro Blancke und Lukas Gahleitner - Das gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) Cover

Doro Blancke und Lukas Gahleitner - Das gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS)

Solidarität, Abschreckung oder der Anfang des Endes der Grundrechte? In dieser Folge wird kurz über das Thema Vergewaltigung gesprochen. Mehr zur Asylkoordination Österreich findet ihr unter asyl.at [https://www.asyl.at/de/spenden/] Die Flüchtlingshilfe Doro Blancke könnt ihr euch unter doroblancke.at [https://doroblancke.at/spenden/] ansehen. Beide Vereine akzeptieren steuerlich absetzbare Spenden und sind auf diese angewiesen. Die bisherigen Podcastfolgen mit Doro kannst du hier hören: 2025 - Lesbobs 2025 - Hoffnung oder Verzweiflung [https://mitmilchundzucker.podigee.io/298-doro2025] 2024 - Wie ist die Situation für geflüchtete Menschen in Griechenland? [https://mitmilchundzucker.podigee.io/270-doro2024] 2023 - Flüchtlingshilfe Doro Blancke [https://mitmilchundzucker.podigee.io/244-doro2023] 2022 - Veränderungen und Notwendigkeiten auf den griechischen Inseln [https://mitmilchundzucker.podigee.io/201-doro] 2021 - Eiskaffee und Sonnencreme - Sommerupdate mit Doro [https://mitmilchundzucker.podigee.io/149-sommerdoro] 2021 - Choose Love - Warum wir die Menschen in Griechenland nicht vergessen dürfen [https://mitmilchundzucker.podigee.io/127-doro] Weitere Folgen mit Lukas: 2025 - [Asylpolitik zwischen Realität und Rhetorik](https://mitmilchundzucker.podigee.io/301-lukas-asylkoordination( 2023 - Flucht und Asyl [https://mitmilchundzucker.podigee.io/232-lukas] Unter @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] und lies mit. Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at [http://www.mitmilchundzucker.at] auf Instagram @mit.milch.und.zucker [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] oder Facebook @mitmilchuzucker [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (07:25) Was bei der Asylkoordination wichtig ist, ist, dass man einfach die ganzen Leute, die aktiv in diesem Feld tätig sind, kennenlernt, sich austauscht, damit man schaut, wo wer arbeitet. (08:55) Es hat sich eine gewisse FreundInnenschaft entwickelt. (10:15) Lukas hat einen sehr guten Messstab, wie’s mir geht, und manchmal sagt er mir auch: „Ich glaube, es wäre gut, wenn du jetzt wieder mal heimfliegst und dich bissl regenerierst.“ (12:06) Das gemeinsame europäische Asylsystem, das ist jetzt per se grundsätzlich nichts Neues, es mangelte auch bisher nicht an Regeln, sondern eher an der Durchsetzung von Regeln. (14:15) Was schon auch historisch ist, ist, dass wir jetzt zum Beispiel grundsätzlich ein gemeinsames Verfahrensrecht haben in allen Mitgliedstaaten. Das könnte durchaus eine gewisse Harmonisierung bringen im europäischen Recht in diesem Bereich. (15:10) Diese Verordnungen auf europäischer Ebene sind quasi der Rohbau, der im Garten steht, die nationalen Gesetze müssen jetzt so angepasst werden, dass das Haus tatsächlich auch bewohnt werden kann. (16:14) Wir stehen vor der größten Asylreform seit 30 Jahren und es gibt bemerkenswert wenig Raum für Vorbereitungen. (16:23) Wir gehen davon aus, dass es am Anfang auf jeden Fall chaotisch werden wird. (17:28) Ein Moment der Freude ist unmittelbar nicht spürbar oder zu erwarten. (17:57) Wenn ich jetzt dem Ganzen eine gute Intention unterstellen wollen würde, dass man versucht hat, ein System zu machen, dass wir möglichst früh schon scannen und Leute möglichst früh erkennen, die einen hohen Schutzbedarf haben. (18:31) Es ist nicht vollkommen blöd, dass man sagt, man soll nicht von Bulgarien bis nach Finnland durchfahren müssen, um ein faires Asylverfahren zu bekommen. (19:52) Mit den neuen Asylgesetzen wird man allein durch das Herkunftsland pauschalen Auswirkungen ausgesetzt. (21:20) Es gibt in Herkunftsländern verschiedene Gruppen mit verschiedenen Vulnerabilitäten und ich sehe nicht, dass ein System etabliert wurde, das geeignet ist, diese Vulnerabilitäten dieser Personen auch tatsächlich und nicht nur auf dem Papier möglichst rasch zu entdecken. (21:56) Ich sehe beim „Gemeinsamen europäischen Asylsystem“ das gemeinsame Europäische nicht wirklich, sondern nur die Fortführung des bisherigen Systems mit mehr Restriktionen für Schutzsuchende. (26:09) Die Europäische Kommission hat den Mitgliedstaaten viel Spielraum gegeben, die Mindeststandards bei den Aufnahmebedingungen zu regeln, und es wird schwierig sein, diese durchzusetzen. Wir haben dann viele hundert Seiten mehr Regelungen, aber das Grundproblem wurde nicht analysiert und angegangen. (27:51) Griechenland bereitet sich seit einem Jahr vor, aber anders als es Medien oder andere Mitgliedsstaaten erzählen, indem es massive, brutale Pushbacks gibt. (29:12) Man sieht die Auswirkungen der Pushbacks am Friedhof, an der Anzahl der Gräber. (30:38) Der zuständige Minister in Griechenland hat bereits mehrmals in Interviews gesagt, dass es den Schutzsuchenden in Griechenland schlechter gehen soll als in ihrem Heimatland, weil dann werden sie nicht mehr kommen. (32:22) Man kann sich nicht vorstellen, wenn man nicht vor Ort ist, wie in Griechenland Menschen entmenschlicht und entrechtet werden. (34:07) Wenn man für ein faires Asylverfahren kämpft, dann gibt es Fälle, wo es einen negativen Bescheid gibt, und das muss man akzeptieren, wenn man für ein faires Verfahren kämpft. (35:53) Wir plädieren seit Jahren für ein Screeningverfahren, es sollte aber einen anderen Hintergrund haben, nämlich um genau die besonders vulnerablen Menschen zu finden. (37:17) Ich möchte auch über die gleichen Standards der Versorgung sprechen, die Menschen hier bekommen, seit ich in Lesbos bin, nicht mal die 70 EUR Grundversorgung, das Geld kommt von der EU-Kommission, wo bleibt das Geld? Es ist unser Steuergeld. (37:45) Wenn ich das Geld von der EU in die eigene Tasche stecke und wir müssen mit Geld von der Zivilgesellschaft die Menschen am Leben halten, dann finde ich das nicht mehr lustig. (38:26) Wir haben vor dem Camp eine Familie gefunden, ohne Versorgung und ohne Unterkunft. Die hatten schon Asyl, also waren sie schutzberechtigt, sie waren obdachlos. (38:54) GEAS bedeutet: Keiner übernimmt für jemanden anderen die Verantwortung. (39:52) Gemeinsames europäisches Asylsystem bedeutet hier für mich in der Praxis in Griechenland: Gemeinsam schauen wir weg. (42:00) Schutzsuchende Frauen sind in der Türkei, werden misshandelt, die Kinder haben Todesängste, sie kommen nach Griechenland, werden geprügelt, die Handys werden weggenommen, wo die letzten Fotos der Familien drauf sind, dann kommen sie in ein Camp, wo sie nicht genug Essen für sich und die Kinder bekommen und dann sollen sie später Europa lieben und Leistung bringen? (42:20) Ein Grund, warum ich in Lesbos bin, um das freundliche Gesicht Europas zu zeigen. (43:15) Wir brauchen die Zivilgesellschaft und die Zivilgesellschaft fragt sich schön langsam: Warum müssen wir das Überleben finanzieren? Es ist ja eigentlich eine staatliche Angelegenheit, Menschen menschenwürdig unterzubringen. (45:17) Wir waren in den letzten Monaten sehr damit beschäftigt, die handelnden Personen der Regierungsparteien zu überzeugen, dass es nicht gescheit ist, das zu machen, was am gschissensten ist für die anderen Menschen. (46:12) Ein Gesetz kann nie so konkret sein, dass es auf jeden Einzelfall passen wird, und was gewisse Formulierungen bedeuten, werden uns dann erst Gerichte sagen. (46:24) Es wird eine oberste Auslegungsinstanz geben, die nicht national ist. Die ist der Europäische Gerichtshof. (46:56) Ein neues Rechtssystem bedeutet am Anfang vor allem Unsicherheit. (47:15) Die Rechtssicherheit, die wir jetzt gerade im Asylrecht haben, das heißt, wie eine Behörde agiert und was ich zu erwarten habe, wenn ich als Schutzsuchender zur Behörde gehe, werden wir erst wieder in 10 Jahren haben. (47:48) Wir werden aus der Perspektive der Schutzsuchenden handeln, um Rechtssicherheit herzustellen, weil die keine starke Lobby haben. (48:06) Aufgeben ist keine Option. (49:48) Meine These ist, dass die Umsetzung des GEAS in Österreich so spät passierte, weil die ÖVP die anderen Regierungsparteien unter Zeitdruck setzen wollte und die Verhandlungsdauer einschränken wollte. (52:04) Die Behörden, die am 12. Juni ein vollkommen neues System anwenden müssen, haben null Vorlaufzeit. (52:21) Die fehlenden Abläufe und Trainings sind, wenn ich schon nicht an die Schutzsuchenden denke, auch für die eigenen Beamtinnen und Beamten eine Zumutung. (54:14) Ich glaube, was sich grundsätzlich geändert hat, ist, dass Menschenrechte nicht mehr als Wert an sich gelten. (54:44) Auch wenn es schmerzhaft ist, aber wir sind in einer Zeit angekommen, wo es wurscht ist, ob Dinge in den Menschenrechten oder der Verfassung stehen. (55:07) Menschenrechte sind nicht kompliziert zu verstehen, aber wir haben verlernt, zu verstehen und auch zu erklären und zu vermitteln, was dahintersteht, denn es gibt einen guten Grund, warum es sie gibt. (55:36) Menschenrechte werden nicht dann spannend, wenn es uns eh allen gut geht, sondern Menschenrechte werden dann spannend, wenn’s knirscht. (55:47) Wenn Menschenrechte stören, ist es ein Alarmzeichen. (59:35) Wir wollen uns nicht nur auf die Schulter klopfen, weil wir zweihundert Lebensmittelpakete an besonders vulnerable Menschen ausgeben und Rechtsberatung finanzieren. Wir wollen strukturell etwas bewegen. (1:00:41) Kontakt halten ist zermürbend, PolitikerInnen wollen mit den Außengrenzen wenig zu tun haben. (1:00:52) Es gibt Minister, die sich für die Zustände in Griechenland interessieren, wie z. B. der Minister Matterbauer. (1:01:08) Es gibt Kraft, wenn wir sehen, es gibt Leute, die sich interessieren. (1:02:36) Integrationsarbeit, die wir jetzt auch machen, ist, dass wir für Rückkehrer legale Migration oder Studentenvisa erarbeiten. (1:02:50) Wir haben es zum Beispiel geschafft, jemandem ein Studentenvisum zu besorgen, der den Vorbereitungslehrgang für Gesundheit und Pflege gemacht hat. Der wurde eigentlich zuerst nach Griechenland zurückgeschickt. Was hätte er hier machen sollen? Für zwei Euro fünfzig im Gemüsefeld arbeiten und in einem Zelt auf einer Matratze schlafen? (1:03:51) Es ist eine Arbeit für die Gesellschaft, die wir hier machen. (1:12:37) Man muss nicht alles wissen, aber man sollte wissen, wo man sich hinwendet, wenn man etwas wissen will.

28. Mai 20261 h 13 min
Episode Moking Kitchen - Mehr als Bun und Patty Cover

Moking Kitchen - Mehr als Bun und Patty

Die Kunst des perfekten Burgers Moking Kitchen findest du auf Instagram unter @moking_kitchen [https://www.instagram.com/moking_kitchen/] und auf Youtube als MK Kitchen [https://www.youtube.com/@mokingkitchen] Das Moking Kitchen Pop Up findet am 30.5.26 von 17:00 - 24:00 Uhr in der Olinda Bar [https://www.instagram.com/bar_olinda/], Schönbrunnerstraße 23, 1050 Wien. Wenn ihr vorbeischaut, grüßt Mo von uns! Neben Burger und Drinks wird es Beats geben, geliefert von @ayotheartist [https://www.instagram.com/ayotheartist/] Mos Frau Izraa ist eine unglaubliche Künstlerin. Sie findet ihr auf Instagram unter @theizraabubble [https://www.instagram.com/theizraabubble/] Beim Brand Design und Schnitt wird Mo unterstüzt von dpx_design [https://www.instagram.com/dpx_design_/] In der Folge erwähnt wurde außerdem der einzige Burger-Spot, bei dem Mo Burger isst: Hotspot Burger [https://www.instagram.com/hotspot.vie/] zu finden im Prater und bei der U4 Station Heiligenstadt in Wien und der Butcher seines Vertrauens @crazybutcher1030 [https://www.instagram.com/crazybutcher1030/] ---------------------------------------- UNTER @DIEKOERNERINSCHREIBT [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] NIMMT CHRISTIANE DICH MIT REGELMÄSSIGEN KURZGESCHICHTEN UND GEDANKENTEXTEN AUF ZWEI REISEN GLEICHZEITIG MIT. EINEN ROADTRIP QUER DURCH DIE USA UND IHREN PERSÖNLICHEN WEG ZUR AUTORIN. FOLGE JETZT @DIEKOERNERINSCHREIBT [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] UND LIES MIT. ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (05:55) Kaffee ist eher ein Überlebensmittel. (06:55) Essen verbindet. (07:16) Meine Rezepte sind ein Prozess. (08:27) Die Burgerkreationen für die Videos sind das eine, die Pop-ups sind dann ganz was anderes. (08:39) Am 30.5.2026 in der Olinda Bar gibt’s eine Bloc Party by MoKing Kitchen. Da wird’s Burger geben, Beats und Drinks. (09:09) Ich hab da einen Burger, das ist der beste in Österreich. Mittlerweile einer der besten in Europa. (09:51) Es sind so viele Details in dem Burger. (11:23) Ich hab‘ begonnen Jamie Oliver Kochshows mit meiner Mutter zu schauen. (13:34) Meine Marke „MoKing Kitchen“, das steht 100 % für Geschmack. (13:46) Ich bin kein gelernter Koch. (14:40) Ich bin immer den sicheren Weg gegangen. (15:32) Dieser Angst jetzt entgegenzustehen, ist ein geiles Gefühl. (16:26) Es war eine Überwindung für mich und ich bin sehr stolz, dass ich das versucht hab. (18:22) Es war eine harte Phase, aber ich hab durchgezogen. (19:04) Demut zeigen und glücklich sein für das, was man hat. (20:08) Auch wenn in mir drinnen voll Stress ist, nach außen ist das Pokerface. (21:10) Ich würde gerne selbstständig sein. Das ist das große Ziel. (21:56) Ich würde mir schon irgendwann wünschen, ein eigenes Restaurant zu haben. Ob ich dort in der Küche steh, kann ich mir nicht vorstellen. (25:05) Wenn du einen Standard setzen möchtest, musst du in dein Personal investieren. (27:39) Das juckt keinen, mich juckts aber. (28:02) Ich möchte nicht mit irgendwas erfolgreich sein, an das ich nicht glaube. (29:53) Das Wichtigste ist die Qualität, darauf achte ich sehr und das schmeckt man auch. (30:57) Das ist ein Rezept von meiner Schwiegermutter, ein traditionell palästinensisches Falafel-Rezept. (37:38) Ich mags deftig und ich liebe Käse. (38:52) Ich bin sonst nicht so ein sozialer Mensch, aber wenn's ums Essen geht, dann teile ich das gern mit Leuten, vor allem mit denen, die ich mag und liebe. (40:48) Wenn man beginnt, selber an etwas zu glauben, dann setzt man es viel einfacher um. (44:31) Der Fokus ist zurzeit Burger und irgendwann wird sich das erweitern. (46:08) Wenn ich etwas entwickle, mach ich das für Leute, die ich liebe. (47:26) Es ist ein bisschen Hausverstand, Salz und Fett.

14. Mai 202653 min
Episode Max Hammel - Goodbye Österreich Cover

Max Hammel - Goodbye Österreich

Auswandern nach Deutschland Wenn du in Köln unterwegs bist, schau doch mal beim Schauspiel Köln vorbei. Die erwähnte Homepage findest du unter schauspiel.koeln [https://www.schauspiel.koeln/] Weitere Folgen mit Max: 2021: Meine Welt durch die Augen einer Videokamera [https://mitmilchundzucker.podigee.io/163-max] 2024: Wie lebt es sich ohne Social Media? [https://mitmilchundzucker.podigee.io/262-max2024] 2024: 6 JAHRE MIT MILCH UND ZUCKER [https://mitmilchundzucker.podigee.io/280-geburtstagsfolge] UNTER @DIEKOERNERINSCHREIBT [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] NIMMT CHRISTIANE DICH MIT REGELMÄSSIGEN KURZGESCHICHTEN UND GEDANKENTEXTEN AUF ZWEI REISEN GLEICHZEITIG MIT. EINEN ROADTRIP QUER DURCH DIE USA UND IHREN PERSÖNLICHEN WEG ZUR AUTORIN. FOLGE JETZT @DIEKOERNERINSCHREIBT [https://www.instagram.com/diekoernerinschreibt/] UND LIES MIT. ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (08:19) Es ist verwirrend, vor allem für Österreicher, dass man in Köln 0,2er Bier trinkt. (08:23) Kölsch ist krass charmant und besticht einen, sodass man sich denkt: Ein Kölsch geht immer. (08:38) Man hat das Gefühl, man hat riesige Hände, weil ein Kölschglas so klein ist. (08:55) Für mich ist immer der erste Kaffee, wenn man bei einer Reise ankommt, magic. (11:08) Es ist irgendwie interessant, weil man sich so gefühlt vorneweg denkt: Was kann daran so schwer sein? (11:48) Ich habe schon ein bisschen unterschätzt, wie heftig es trotzdem ist, in ein anderes Land zu ziehen. (11:53) Auch wenn es nur Deutschland ist, wo man das Gefühl hat, es gibt so viele Basics, die man eh kennt, man kennt so halbwegs die Kultur und man kennt so halbwegs die Sprache, aber es war dann doch einfach ein Ritt. (12:46) Man hat so überhaupt keine Habits, die man jetzt irgendwie so automatisiert in der neuen Stadt machen kann. (12:51) Man muss sich irgendwie so am Anfang alles neu erarbeiten. (13:24) Man hat am Anfang das Gefühl, alles ist irgendwie Effort. (13:36) Es ist der krasse Kontrast für mich, von Österreich nach Paris zu gehen, zu von Österreich nach Deutschland zu gehen, weil ich jeden Scheiß ChatGPT gefragt habe. (15:43) Ich habe mir richtig versucht, auf die Finger zu klopfen, dass ich nicht andauernd alles vergleiche. (15:59) Es ist am Anfang alles stellvertretend für das ganze Land und die ganze Kultur und die ganze Gesellschaft. (16:07) Ich habe mir am Anfang richtig vornehmen müssen, beim Vergleich zumindest nur Köln mit Wien und nicht Deutschland mit Österreich zu vergleichen. (16:16) Es war schon am Anfang im Kopf: "Oida, die Deutschen". (16:55) Wenn ich Leuten Köln erkläre, sage ich immer, es ist für mich wirklich so ein bisschen ein Anti-Wien. (17:03) Köln hat eine Infrastruktur, die überhaupt nicht funktioniert, und Köln hat gleichzeitig eine Menschlichkeit, die extrem gut funktioniert. (17:31) Ich habe das Glück gehabt, in Köln kommst du an und alle sind scheißefreundlich und nett zu dir, wirklich die weirdesten Erlebnisse. (18:39) Köln ist wirklich eine superherzliche Stadt, aber umgekehrt, im Vergleich zu Wien, muss man echt drauf klarkommen, dass du dich auf die Infrastruktur nicht verlassen kannst, aber auf die Leute dafür umso mehr. (18:59) Die Stadt ist kaputt, aber irgendwie macht man es sich so schön, wie es geht. (19:47) Ich weiß, dass ich in Köln angekommen bin, weil bei mir so seit einem Monat ab und zu so ein bisschen Heimweh kommt. (19:56) Das Heimweh kommt ein bisschen daher, dass sich Köln normalisiert hat und ich zum ersten Mal wieder ein bisschen über die Heimat nachdenke. (20:18) Dieses Ankommen bewirkt plötzlich, dass ich zum ersten Mal so in solchen Momenten denke: Jetzt kann ich den und den Freund nicht sehen. (20:44) Spazierengehen ist meine Medizin für alles. (21:35) Heimweh macht für mich zumindest so was aus wie Selbstverständnis. (22:11) Mein erstes richtig großes Heimweh war, wie ich Besuch von so einer Partie Wiener gekriegt habe und gemerkt habe, dass der Humor ganz anders funktioniert. (22:40) Es wäre bescheuert, wenn man nie Heimweh hätte. (23:14) Ich glaube auch, wenn ich jemals nach Wien zurückkomme, dass man auch Wien oder Österreich ganz anders schätzt. (23:45) Ich glaube, dass Wien für mich irgendwie immer schon so eine Heimat war. (24:58) Wir haben am Volkstheater weitergedacht mit der Videoabteilung und haben gesagt, wir wollen ein künstlerisches Video-Department, wo die Videokünstler und -künstlerinnen aus dem Theater kommen und alles eine Handschrift trägt. (25:49) Nach fünf Jahren Videodepartment habe ich eine Pause davon gebraucht. (28:26) Dieses Bürojobige hat einfach seine ganz anderen Qualitäten, die super spannend sein können. (28:49) Ich hatte das noch nie in meinem Leben, dass man einfach sagen kann: Das, was ich bis 18, 19 Uhr nicht geschafft habe, arbeite ich am nächsten Tag weiter. (30:37) Ich merke auch jetzt erst, wie viel kreative Energie man daraus schöpfen kann, dass man einfach wirklich eine bewusst gesetzte Pause hat. (32:31) Als angestellter Videokünstler habe ich plötzlich das, was ich eigentlich immer so mit Freude gemacht habe, mit einer Deadline machen müssen, und das hat keinen Spaß mehr gemacht. (33:06) Was man oft unterschätzt, auch selber, finde ich, ist, dass du, wenn du etwas Künstlerisches machst, dass du auf irgendeine Art und Weise in die Realität umsetzt, was du in der Welt siehst. Du realisierst was raus in die Welt, was ein bisschen aus deiner Seele kommt, und wenn das Werk kritisiert wird, tut es sehr weh. (34:12) Es fühlt sich für mich nicht so an, als hätte ich den Job im Volkstheater aufgegeben. Ich habe das Gefühl, es war eine lustige Station im Leben, aber ich habe genug davon. (34:45) In meinem neuen Beruf habe ich viel mehr Verantwortung für andere Leute. (36:06) Du bist im Marketing jemand, der das Geschenkpapier vom Weihnachtsgeschenk macht. (38:07) Ein Ding, das da ganz viel mit mithilft, dass ich mich mit meinem Team so gut verstehe, ist, dass Kölner an sich einfach super aufgeschlossene, offene Menschen sind, die dich erstmal mit einer Umarmung empfangen. (38:25) Kölner sind erstmal interessiert, was du machst, und sie quatschen extrem viel, aber dabei sehr wenig Smalltalk. (39:37) Ich glaube, dass wenn du deine eigene Kunst irgendwie auf die Welt bringen willst, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man sich zu schnell davon abhängig macht, dass es irgendwie funktionieren muss. (40:46) Kreativität ist eher ein Muskel, den man einfach aktivieren kann und die ganze Zeit wieder aktiviert und dem man wie einem Muskel auch Pausen geben muss, damit er keinen Muskelkater kriegt. (41:00) Kreativität an sich ist eher Training, dass man einfach sich diesen kindlichen Geist beibehält und einfach ganz locker wird im Kopf. (42:01) Ich glaube, dass Leute Marketing mit Sales verwechseln. (43:06) Es ist Teil von meinem Job, auch mit zu überlegen: Wie sieht eigentlich das Theater aus, in das man reingeht? (43:20) Die Theaterbühne ist mein Inhalt, mein Produkt, mein Ding, um das es geht. Das muss ich in- und auswendig kennen. (43:32) Ich muss im besten Falle die Texte kennen, die da besprochen werden, und aus dem heraus entwickelt man eine Idee, wie eigentlich die Welt drumherum aussieht, wie das Geschenkpapier um dieses Theaterstück aussieht, das man irgendwie auspackt, bevor man da reingeht. (43:54) Für mich ist das eine totale inhaltliche Arbeit. (45:14) Ich liebe es, mich daran festzubeißen, was Cooles zu erschaffen. (47:07) Die Wiener Seele fehlt mir manchmal, dieser morbide, lustige, todessehnsüchtige Humor. (48:47) Ich finde den Karneval in Köln erstaunlich anders, als ich ihn mir vorgestellt habe, weil bei mir Karneval irgendwo zwischen Ballermann und Oktoberfest abgespeichert war. (49:13) Karneval ist auch etwas mega Politisches, und ich habe mich noch nie irgendwo unter besoffenen Leuten so beschützt und wohlgefühlt wie in Köln am Karneval. (49:30) Kölner Karneval hat extrem viel damit zu tun: Wir halten jetzt zusammen, wir stellen uns gemeinsam auf die Straße, die Straße gehört uns. (49:39) In der Südstadt, da, wo ich wohne in Köln, sind überall so Banner gehangen mit: „Hier ist kein Platz für Rassismus“. (50:47) Ich war noch nie in einer Stadt außerhalb Italiens, in der man so sehr das Gefühl hat, die Leute, denen gehört einfach die Straße. (50:57) Sobald die Sonne scheint, stehen alle irgendwo draußen, trinken ein Bier. (51:55) Es ist wie leben und leben lassen, und die Einstellung ist so: Nervt uns nicht mit Auflagen bei irgendwelchen Feiern, und nerven wir euch nicht damit, dass die Straße kaputt ist. (54:06) Köln hat das richtig im Herzen, diese Kultur, dass Leute kommen und gehen, dass man sich Hallo und Tschüss sagt. (54:16) Wenn du zum Beispiel in Köln abends in eine Bar gehst, ist es da nicht so üblich, dass du an einem Einzeltisch irgendwo am Rand sitzt, sondern man knödelt sich immer zusammen, aber ohne, dass die Leute einander am Nerv gehen. (54:55) Die Stadt begegnet der Kunst auf jeden Fall zuallererst mit Neugier. (56:10) Wenn du was probieren willst, findest du in Köln aufgeschlossene Leute. (58:03) Ich träume manchmal immer noch davon, dass ich irgendwann einmal ein bisschen in Japan leben darf. (58:28) Mir geht es jetzt schon so, dass ich, wenn ich ab und zu zurück bin in Österreich, immer denke: Bist du deppert, so ein halber Liter Bier ist schon viel. (1:00:58) Ich habe gemerkt, wie wenig Facetten ich von der deutschen Kultur kenne.

30. Apr. 20261 h 3 min