
mit Milch und Zucker
Podcast von Christiane Hurnaus, Brenda Annerl
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Du wirst Podimo lieben und damit bist du nicht allein
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Hoffnung, Not und der unermüdliche Kampf für Menschlichkeit an Europas Grenze Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter doroblancke.at [https://doroblancke.at/spenden/] Auf Instagram kannst du sie unter @doroblancke [https://www.instagram.com/doroblancke] bei ihrer Arbeit begleiten. ---------------------------------------- ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] Die bisherigen Podcastfolgen mit Doro kannst du hier hören: 2024 - Doro Blancke - Wie ist ist Situation für geflüchtete Menschen in Griechenland? [https://mitmilchundzucker.podigee.io/270-doro2024] 2023 - Doro - Flüchtlingshilfe - doro blancke [https://mitmilchundzucker.podigee.io/244-doro2023] 2022 - Doro - Veränderungen und Notwendigkeiten auf den griechischen Inseln [https://mitmilchundzucker.podigee.io/201-doro] 2021 - Eiskaffee und Sonnencreme - Sommerupdate mit Doro [https://mitmilchundzucker.podigee.io/149-sommerdoro] 2021 - Doro - Choose Love - Warum wir die Menschen in Griechenland nicht vergessen dürfen [https://mitmilchundzucker.podigee.io/127-doro] Im vergangenen Sommer haben wir Doro unseren Podcast übergeben. Dabei sind 4 Folgen live aus Lesbos entstanden: Folge 1 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/272-liveauslesbos1] Folge 2 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/273-lesbos2] Folge 3 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/274-lesbos3] Folge 4 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/275-lesbos4] ---------------------------------------- (05:41) Lesbos ist schon ein bisschen meine zweite Heimat. (07:15) Ich lebe auf Lesbos, wenn ich Freizeit habe – sehr privat. (07:23) Ich trinke meistens Kaffee, viele Griechinnen trinken Ouzo. (10:15) Seit Monaten sind 50 bis 75 % der Menschen im Camp Frauen und Kinder. (10:24) Im Winter gab es nicht mal Decken im Camp. Wir haben aus Österreich palettenweise Decken bekommen. (10:55) Es müssen 9–10 Menschen und 2 Kinder in einem Container leben. (11:16) Wenn die NGOs nicht da wären, gäbe es kaum medizinische Versorgung. (11:36) Es gibt über 60 Familien mit Kindern, die hier einfach festhängen. (11:47) Mit Afghaninnen hat man alle Interviews eingestellt, weil man auf einen neuen Türkei-Deal hofft. (13:45) Die griechische Küstenwache hat versucht, ein Schiff zurückzudrängen. Neben dem Schiff der griechischen Küstenwache, 100 Meter vor der Küste, sind 8 Menschen und 2 Kinder ertrunken. (15:09) Es weinen Mütter mit uns und bitten uns um eine Windel am Tag. (16:49) Man darf nicht nur Geflüchtete im Auge haben, wenn man helfen will. (16:57) Für mich war es von Anfang an wichtig, dass wir mit den Einheimischen zusammenarbeiten. (19:04) Es ist das Bedürfnis, zusammenzukommen und den Status zu erhalten. (19:54) Das Einzige, worüber man sich in Europa einig ist, ist die Brutalität des Grenzschutzes. (20:51) Die Grausamkeiten, die man an der Grenze macht, sind ein Test, wie man’s mit den Menschenrechten tatsächlich hält. (21:45) Die Mechanismen gehen dahin, Menschen zu demütigen, zu entwürdigen und Hass zu schüren. (29:15) Wie wir mit den Menschen an den Außengrenzen umgehen, ist eine Unverantwortlichkeit. Die Gewalt. Das Sterben. Wie sollen wir einmal friedlich zusammenleben? (30:20) Es ist an der Zeit, dass wir aufbegehren – Empörung allein reicht nicht. (32:12) Unsere Lebensmittelpakete bekommen jeden Samstag besonders Personen – das sind Menschen, denen von NGOs Unterkünfte bezahlt werden. Die Geschichten reichen von Vergewaltigungen bis zu krebskranken Kindern. (32:46) Wir bezahlen die Miete und liefern Lebensmittel für „Safe Shelter Lesbos“, das Frauenschutzhaus. (37:41) Ich hab ChatGPT am Anfang mit „Sie“ angesprochen, und alle haben fürchterlich gelacht. (38:59) Ich lerne viel beim Crowdfunding, und ich sehe, wie viele liebende und hilfsbereite Menschen es gibt – aber ich muss viel Zeit investieren, um die Hilfe auf Lesbos aufrechtzuerhalten. (39:28) Was wir tun, was hier passiert – das gehört verbreitet. Ich bereite die Posts meistens in der Nacht vor. Es sind Stunden, die ich brauche. Am Tag habe ich anderes zu tun. (39:47) Ich bin viel mit Tod konfrontiert auf Lesbos. Der Refugee-Friedhof füllt sich. (39:53) Ich komme in ein Alter, wo ich darüber nachdenke: Wie will ich gewesen sein? (42:51) Die Schande hat sich potenziert. Es war in allen Medien: Moria – die Schande Europas. Mittlerweile ist die Situation für alle normal, und je normaler es wird, desto größer wird mein Zorn und meine Power, dass ich das so nicht stehen lasse. (43:39) Ich empfinde Schmerz bei dem Gedanken: Wie können wir so sein? (47:12) Erkennen wir die Realität an – es muss noch keiner rennen und etwas tun, aber sprechen wir wenigstens die Realität an. (49:40) „Ein Mensch, der bei uns 170 Euro verdient und noch 140 Euro heimschicken kann – den sollten wir zum Finanzminister machen.“ Ein geiler Ausspruch von Lukas Gahleitner-Gertz als Antwort auf den Innenminister. (50:31) Wie könnten wir alle Migrant*innen empowern, von ihrem Streikrecht Gebrauch zu machen – und alle gehen in der Früh in die Arbeit, setzen sich hin und tun nichts. Beim Spar, das Reinigungspersonal, Spital, Kindergärten – alle. Drei Viertel von Österreich würde stillstehen. (5:27) Die meisten Menschen, die jetzt hier sind, haben 10 grausamste Pushbacks hinter sich, bei denen ihnen Handy, Geld – alles – weggenommen wurde. Sie probieren es immer wieder, herzukommen, weil sie sagen: Wo sollen wir denn hin? (51:48) Welche Nachricht hat sich durchgesetzt? Die Menschen wissen: Sie kommen in die emotionale Hölle. (56:29) Menschenrechtspreis heißt nicht nur, sich auf die Schulter zu klopfen – sondern ist auch eine Verantwortung. (56:34) Mein Charakter ist nicht, zu allen immer lieb zu sein. Ich will zu allen respektvoll sein – aber ich will nicht mit allen lieb sein. (1:01:52) Die Geschichten, die ich auf Lesbos höre, die Menschen, die ich treffe – es sind Ereignisse, die der Gesellschaft gehören.

Vom Grenzen überwinden und heil wieder ankommen "Das ist kein Spaziergang" gibt es im Buchhandel eures Vertrauens oder hier [https://www.knesebeck-verlag.de/das_ist_kein_spaziergang/t-111/1378?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAaeXHTTKMfyT1TbKbO37ORW05ZAnDaMUfnXwbtuJgfxYTlx8CNWQH-jLCEyClA_aem_nF3iluNmf6GI9YAFM5csSg] Die Bilder zum Buch und Martins Reise gibt es auf instagram unter @sultans_trail [https://www.instagram.com/sultans_trail/]anzusehen. Mehr über Martin erfährst du auf seiner Homepage martinzinggl.com [https://martinzinggl.com/] WENN DU AM SULTANS TRAIL INTERESSIERT BIST, SCHAU HIER [https://www.sultanstrail.net/en/]ENTLANG! ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (04:44) Die Kaffees, die ich in meinem Leben getrunken habe, kann ich an einer Hand abzählen. (06:30) Ob in Nepal der Chai oder auch in der Türkei der çay, der in kleinen tulpenähnlichen Gläsern serviert wird, Schwarztee ist immer das Heißgetränk meiner Wahl. (07:24) Milch und Zucker zerstören den Tee-Geschmack. (08:02) Ich hab nie geplant diesen Trail zu gehen. (08:27) Ich hatte eine gesundheitliche Krise, die dann eine Sinneskrise ausgelöst hat. (08:54) Gehen erdet mich. (10:01) Wieso lass ich eigentlich nicht alles liegen und stehen und geh einfach? (10:39) Der Trail hat mich angesprochen, weil ihn kein Schwein kennt und dort nur zwei Dutzend Leute im Jahr gehen. (12:09) Einer der Gründe, warum ich mich für den Weg entschieden habe, war der, dass er in Wien startet. (12:50) Dieses Gefühl von einfach Freiheit, einfach rausgehen und loslassen, war sehr reizvoll. (13:34) Ich bin mit der U-Bahn zum Stephansplatz gefahren, weil dort der Trail offiziell startet. (14:59) In der Regel bereitet man sich auf sowas vor, ich bin da kein gutes Beispiel. (15:45) Geh einfach los und schau, was kommt. (16:42) Man hat ja keine Ahnung, wie’s hinter Simmering ausschaut. (17:14) Deo auf einem Wanderweg, wo du allein bist, ist vollkommen nutzlos. Lieber Gewicht reduzieren, wo du nur kannst. (18:30) Ich hab immer darauf gehofft, dass es auf den nächsten 20-40 km eine Schlafmöglichkeit gibt. (20:19) Ich bin auf den 2400 km einem einzigen anderen Wanderer begegnet und der hatte überhaupt keinen Bock, mit mir zu reden. (22:20) Du kannst Lieder singen, Schritte zählen oder sonst was machen, irgendwann beginnst du unweigerlich nachzudenken. (23:45) Auch bei der besten Ausrüstung wirst du irgendwann, wenn du stundenlang durch den Regen gehst, nass. (25:48) Ich bin sehr ungeübt als Wanderer. (29:04) Beginnend am Tag zwei gab es immer wieder Momente, in denen ich mir gedacht habe: Fetzendeppate Idee, geh heim. (29:59) Ich bin nicht losgegangen mit der Idee, ein Buch zu schreiben. (32:29) Es wäre schade, die Erfahrung nicht zu teilen. (34:11) Im Vergleich Sultans Trail und Buchschreiben war der Sultans Trail ein Spaziergang. (35:15) In dem Tagebuch stand nichts anderes drinnen als: x km gegangen von A nach B. (38:20) Ich habe versucht mich aus der digitalen und auch realen Welt zu entfernen. (41:15) Ich wollte unter keinen Umständen, dass man mich live mitverfolgen kann. (42:25) Ich versuche mich nicht allzu ernst zu nehmen. (43:55) Wenn’s nicht sein muss, wollte ich keine Umwege gehen. (46:10) Du willst nicht im Amazonas Europas knietief in einer Senke versinken und von einer Schlange gebissen werden. (50:10) Manchmal sitze ich daheim und schau mir auf Google Maps Grenzen an. (55:28) Ich war Feuer und Flamme bei dem Gedanken, in eine Gegend zu kommen, die nicht oft begangen wird. (57:17) Gehet hin und kaufet mein Buch.

Wie schreibt und produziert man ein Theaterstück? "DANN" kannst du von 17.7.-18.7. und 8.8. auf der Open-Air-Bühne in Pellendorf sehen. Tickets dafür gibt es hier [https://eventfrog.at/de/p/gruppen/dann-7323258596984100198.html] Hintergrundinfos findest du auf Instagram unter @dann_theater [https://www.instagram.com/dann_theater/]. Maria findest du unter mariagruber.com [https://maria-gruber.com/] und auf Instagram unter @mariaandreagruber [https://www.instagram.com/mariaandreagruber/] MICHAELA FINDEST DU UNTER MICHAELAPRENDL.COM [https://michaelaprendl.com/] UND AUF INSTAGRAM UNTER @MICHAELA.PRENDL [https://www.instagram.com/michaela.prendl/] Bisherige Folgen mit Michaela: "Ohne Kunst wird's still" - 8.6.2020 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/90-michaela] "Eine Umarmung - Weihnachten mit Milch und Zucker" - 23.12.2021 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/171-eine-umarmung] "KUNSTRÄUME SCHAFFEN UND KUNST RAUM GEBEN" - 21.5.2023 [https://mitmilchundzucker.podigee.io/248-michaela2023] ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker] (07:31) Ich hab den besten Kaffee mehrmals getrunken. (08:11) Leni’s Café in Sommerhausen würde ich jedem empfehlen. (09:33) Wie schön wär’s, wenn wir ein gemeinsames Projekt starten könnten? (10:34) Maria, ich hab‘ ein Stück für uns geschrieben! (13:45) Beim ersten Mal Lesen war das Ende noch nicht klar. (15:04) Sie wissen nicht: Bin ich die Mutter, die Tochter, die Partnerin von irgendwem? Das gibt ihnen eine gewisse Freiheit. (17:07) Ich hab‘ noch nie so ein Stück gelesen. (19:23) Unsere erste Intuition ist auch die richtige gewesen. (20:53) Es ist auch eine Challenge zu sagen: Wie hat sich das für dich angefühlt, wie hat sich das für mich angefühlt? (23:12) Es ist immer schlimmer, wenn du es einer Person zeigst, als bei einem ganzen Publikum. (24:40) Es ist schön und respektvoll. (26:48) Die Frauen, bei denen ich mich entschieden habe, sie in meinem Leben haben zu wollen, sind alle sehr inspirierende Personen. (28:04) Alles, was ich gerade tue, ist daraus entstanden, dass ich gesagt habe, ich will nicht darauf warten, dass jemand sagt: Genau. Dich. Will ich. (28:25) Ich bin nie der Typ, der gerade gesucht ist, deswegen mache ich jetzt meinen eigenen Scheiß. (31:59) Es ist schön, jemanden zu haben, der das Ruder in die Hand nimmt. (33:54) Wenn du es gewohnt bist zu stolpern, dann stolpert man leichter weiter. (35:32) Es soll Leute dazu anregen, zu überlegen: Lassen sie ihr Leben nur passieren? (35:53) Wie oft sagt man: Das mach ich dann. Und für die Frauen in unserem Stück ist es eben zu spät. (45:44) Wenn ich Leuten zuhöre, wie sie Geschichten erzählen, muss ich oft lachen. (46:17) Ich kann noch nicht sagen, ob die Leute es so lustig finden werden. (54:05) Lachen ist nicht das Gegenteil von Traurigsein. (55:12) Ich hab den Traum von einem Stück am Fringe Festival in Edinburgh. (55:58) Haben wir das Geld für KI-Übersetzer? (59:53) Kreative Prozesse sind etwas Intimes. (01:02:14) Ich geh auch nicht zum Bäcker und sag: „Naja, die eine Semmel haben’s doch eh sicher gern gemacht.“

Ein Blick in die integrative Vereinsarbeit von Frauen für Frauen DIE NACHBARINNEN FINDEST DU UNTER WWW.NACHBARINNEN.AT [https://nachbarinnen.at/]. WENN DU SIE DIREKT UNTERSTÜTZEN MÖCHTEST, SCHAU AM BESTEN HIER [https://nachbarinnen.at/spenden/]VORBEI. AUF INSTAGRAM GIBT ES UNTER @NACHBARINNENINWIEN [https://www.instagram.com/nachbarinnen_in_wien/] ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker]** (06:07) Wir fragen prinzipiell jeden, der beim Türl reinkommt, ob sie oder er einen Kaffee will. (08:02) Wir haben jemanden gebraucht, der uns zu den Frauen die Brücke bildet. (08:23) Wir haben gesagt: Was klein geht, geht auch groß. (08:26) Nach einer Sozialraumanalyse haben wir definiert, wer am ehesten die Menschen sind, die nach Österreich kommen und am ehesten in Gefahr sind, in die Isolation abzurutschen. (10:43) Ich freue mich sehr, dass ich meine Muttersprache in meiner Arbeit nutzen kann und Menschen helfen kann. (11:09) Unser Ansatz ist: Ich begleite dich eine Zeit und zeige dir, wie du selber in dieser Stadt zurechtkommst. (12:57) Die allermeisten Frauen kommen zu uns durch ehemals begleitete Frauen. (13:49) Wenn ich eine Familie kennenlerne, schaue ich zuerst, was sie brauchen. Ich stelle mir vor, es ist meine Familie, und frage mich, was ich machen kann, um die Situation der Familie zu verbessern. (16:14) Unser Ziel ist nicht die Spaltung. Unser Ziel ist, dass die Familie zusammenbleibt und gemeinsam das Leben meistert. (17:48) Das Werkzeug der Familienkonferenz hätte ich mir, als ich Kinder bekommen habe, gewünscht. (18:00) Wir wenden Werkzeuge an, die auch hier Familien brauchen würden, damit eine gleichwertige Beziehung zwischen allen Familienmitgliedern besteht. (21:43) Der Weg der Integration ist eine zweiseitige Geschichte. Wir tun immer so: „Die sollen sich integrieren.“ Nein, wir müssen uns auch öffnen. Damit es gelingt, müssen sich beide Seiten öffnen. (22:05) Die Nachbarinnen vertreten immer das österreichische System, aber muttersprachlich und aus derselben Kultur kommend. (23:28) Jeder hat Vorurteile. Jeder, der sich mit einem Thema nicht besonders befasst, hat Vorurteile, die zum Beispiel aus Medien kommen. Deswegen reden wir miteinander, um einander zu verstehen. (31:16) Wir haben mit den Nachbarinnen gemeinsam eine Struktur entwickelt, wie wir Familien begleiten. Die Idee ist immer wie am Anfang geblieben, wir haben nur die Struktur verfeinert. (33:27) Ich hab ein derartiges Glück - ich bin im Nutellafass geboren und ein bisschen was von der Nutella kann man verteilen. (33:51) Es ist ein derartiges Glück, in das ich da hineingeboren bin, dass ich von dem auch ein bisschen weitergeben kann, wenn sich Menschen wie die Fatima auf mich einlassen. (34:18) Wir hören oft in den Medien, dass die ausländischen Familien viel Geld kosten, aber man sieht nicht, dass die Familien wirklich kämpfen, hier zu leben, alles zu lernen und alles für die Kinder zu machen. (35:03) Es gibt Familien, die Angst hatten, im Park zu spielen oder die Nachbarn zu begrüßen, weil die Menschen sie böse ansehen. (37:35) Die Menschen sind deutlich besser, als uns in den Medien klargemacht wird, mit irgendwelchen deppaten reingehenden populistischen Sagern. (38:15) Ganz pragmatisch gesehen: Was kann uns Besseres passieren? Wir müssen nichts anderes, als die Kinder, die kommen, auszubilden. (38:31) Jeder jammert ständig über den FacharbeiterInnenmangel, LehrerInnenmangel und was auch immer für einen Mangel, wir bräuchten nur ein bisschen helfen. (40:02) Wir haben viele Angebote, aber nicht jedes ist für jede Familie interessant. (42:44) Der Prozess des Alleinlassens ist während der gesamten Begleitung. (42:50) Beim Perspektivengespräch nach ca. 8 Wochen Begleitung fragen wir: Was hast du vorher nicht gekonnt und was kannst du jetzt und was willst du alleine können und was brauchst du dafür von mir? (43:12) Die Frauen sind stolz, dass sie es alleine können. (45:02) Wir sagen den Frauen von Anfang an, dass wir nicht ein Leben lang bleiben. (46:00) Vor dem Abschluss der Begleitung sind wir sicher, dass die Frauen es alleine schaffen werden. (47:08) In den Teamsitzungen, die wir jede Woche haben, wo wir stundenlang über die Familien reden, herrschen Offenheit, gegenseitige Unterstützung und eine Art, miteinander umzugehen, die allen hilft. (50:49) Eine Sache muss ich schon vielen Menschen erklären: die Grundzwiderheit der Österreicher. (51:56) Wir haben einen Grundrassismus erlebt, in einem Ort, der nur vom Tourismus lebt. (57:01) Demokratie ist nicht einfach, Demokratie ist etwas sehr vielschichtiges und kompliziertes. (57:09) Die wahre Basis der Integration wird abgelehnt, es ist einfacher zu sagen: Geh, schleichts euch.

Wie ein Verein Whistleblower unterstützt, um für mehr Transparenz in Österreich zu sorgen Mehr Infos über Ans Licht findest du auf der Homepage unter ans-licht.org [https://ans-licht.org/] und auf Instagram unter @_anslicht [https://www.instagram.com/_anslicht]. DIE ERWÄHNTE EPISODE VON "SCHEUBA FRAGT NACH" FINDEST DU AUF SPOTIFY [https://open.spotify.com/episode/79Ywl0CGpRhytHrFcU4hX7?si=5e702cfbba9a4b3f], FALTER.AT [https://www.falter.at/podcasts/scheuba/20250416/live-fleissige-belohnen-der-whistleblower-talk] UND APPLE PODCASTS [https://podcasts.apple.com/at/podcast/scheuba-fragt-nach-der-whistleblower-talk-120/id1611234957?i=1000704584524] ALLES WEITERE ERFÄHRST DU UNTER WWW.MITMILCHUNDZUCKER.AT [http://www.mitmilchundzucker.at] AUF INSTAGRAM @MIT.MILCH.UND.ZUCKER [https://www.instagram.com/mit.milch.und.zucker] ODER FACEBOOK @MITMILCHUZUCKER [https://www.facebook.com/mitmilchuzucker]** (07:18) Seit ich keinen Kaffee mehr trinke, geht mir auch dieses „Trinken wir einen Kaffee?“ ab. (07:50) Die Idee für den Verein Ans Licht kam aus dem Bedarf. (08:17) Wir sind draufgekommen, dass die Unterstützung eines Whistleblowers interdisziplinär sein muss. (09:07) Ich finde diese Menschen, die diesen Mut haben, etwas zu tun, wobei sie selbst ihre Reputation und die Grundstruktur ihres Lebens riskieren, extrem bewundernswert. (09:55) Ibiza war ein Meilenstein. (11:24) Ich weiß aus meiner eigenen Biografie, wie es ist, wenn man etwas Whistleblower-Ähnliches macht, und das assoziiere ich mit einer gewissen Emotion – nämlich, Schutz in Anspruch nehmen zu wollen. (12:28) Wenn sich jemand an uns wendet, findet zuerst eine Prüfung statt, ob wir näher treten sollten. Dann findet relativ bald ein persönliches Treffen statt, und wir versuchen herauszufinden, was der Bedarf ist. (13:12) Es gibt Personen, die eher eine juristische Unterstützung, Bewertung und Analyse brauchen, andere benötigen eine mediale Begleitung, und wieder andere sind in einer Lebenskrise und Stresssituation. (13:57) Ich traue uns zu, dass wir eine 360-Grad-Perspektive haben. (15:21) Ein ganz großes Problem für Whistleblower:innen ist: Wo können sie vertrauen? Wo können sie etwas erzählen, das dann nicht gegen sie verwendet wird? (16:38) Ich würde potenziellen Whistleblowern den Rat geben, sehr genau Buch zu führen. (16:51) Ich würde allen betroffenen Personen raten, sich schnell Hilfe zu holen. (17:34) Wichtig ist es, sich Menschen anzuvertrauen, die vertrauenswürdig sind. (18:00) Es ist wichtig, eine Balance zu finden zwischen dem eigenen Interesse, dem Schutzbedürfnis der eigenen Person und dem Veröffentlichungsinteresse der eigenen Geschichte. (18:25) Sicherheitsmaßnahmen im Bereich IT und Datenschutz sind etwas, das man dieser Tage vielleicht auch nicht unterschätzen sollte. (18:33) Lieber Signal als WhatsApp verwenden. (19:14) Überall dort, wo es ein starkes Machtgefälle gibt, ist der Nährboden für Missstände. (19:44) Unsere herkömmlichen Moralvorstellungen können gut als Kompass gegen Korruption gelten. (19:53) Es ist spannend, dass sich in Österreich eine gewisse Form von Korruption normalisiert hat. (21:48) Wir haben eine gewisse Korruptionsfolklore. (21:58) Es entsteht gerade ein Bewusstsein, dass es mit der Korruption reicht. (23:20) Es tut sich ein bisschen was, dass die Menschen bewusster gegenüber dem Thema Korruption sind. (23:29) Es wird vor allem auf der politischen Ebene nicht mehr ganz so viel geduldet, aber es ist noch viel Luft nach oben. (27:19) Bei uns ist der Whistleblower im Zentrum, und wir folgen sonst keinem anderen Eigeninteresse. (27:59) Ich glaube, dass wir Whistleblower besonders gut helfen können, weil wir sonst keine Interessen haben als das Wohlergehen des Whistleblowers. (30:53) Eine Botschaft wäre, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt, dass eine Aufdeckung auch funktioniert hat. (31:15) Uschi hat durch ihr Engagement bewiesen – und ich auch –, dass jeder etwas machen kann. (31:41) Was uns im Verein vereint – und das ist auch das, was ich total schön finde –, ist, dass wir es machen, weil es Gerechtigkeit geben soll. (32:21) Die Gespräche, die wir bis dato hatten, waren schon der Versuch, diesen Menschen das Gefühl zu geben: Da können sie immer anklopfen. (33:55) Die Zivilgesellschaft, inklusive der Medien, ist so ein wichtiger Teil für eine funktionierende und lebendige Demokratie. Sie ist das Korrektiv für das, was Unternehmen und Politik machen. (34:21) Wir müssen die Säulen der Demokratie schützen. (35:27) Wir verlieren in Österreich 12–14 Milliarden aufgrund von Korruption. Das ist in etwa das österreichische Bildungsbudget. (36:20) Es hat mich bewogen, etwas zu machen und meine Erfahrungen, die ich damals gesammelt habe – und es waren nicht nur schöne Erfahrungen –, weiterzugeben, also ein bisschen vom Spieler zum Trainer zu wechseln und anderen zu helfen. (37:33) Demokratie ist mehr, als alle vier Jahre wählen zu gehen. (37:58) Ich würde den Leuten gerne sagen, dass sie nicht resignieren sollen aufgrund einer Ohnmacht. (40:30) Bei Korruption fehlt oft die Erklärung, was es für mich in meinem täglichen Leben bedeutet, wenn es korrupte Politiker gibt. (41:02) Die persönliche Betroffenheit ist bei der Korruption noch viel zu weit auseinander. (41:47) Ein korrupter Staat kostet wahnsinnig viel und ist sehr ineffizient. (42:21) Dieses Verhalten kostet uns jeden Tag sehr, sehr, sehr viel Geld. (45:46) Teilweise ist es auch so absurd, dass man es teilweise gar nicht glauben kann – vielleicht entwickelt man da auch eine Art Galgenhumor. (46:00) Korruption ist aber nichts, womit ich gerne zum Lachen gebracht werde. (46:45) Es ist eine österreichische Expertise, diese Haltung, dass Korruption nur ein Begriff des Strafrechts ist. (46:52) Das Strafrecht ist nicht die Grenze – es ist eine Grenze. (50:00) Solange Korruptionsanfälligkeit besteht, solange wird es Whistleblower geben – und brauchen. (50:46) Die Existenz von Whistleblowern und Ans Licht, um Whistleblower zu schützen, ist ein gewisses Checks and Balances. (53:30) Wir müssen und sollten uns mehr aufregen, wenn Dinge passieren, die ungerecht sind.