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Mehr Sach & Fachgeschichten – Der Pneumo-Podcast
Der Pneumo-Podcast von Boehringer Ingelheim berichtet in einem lockeren Dialog zwischen mehreren Expert*innen mitten aus dem medizinischen Alltag – unterhaltsam, aber stets lehrreich. Er informiert zu aktuellen Forschungsergebnissen und diskutiert umstrittene Themen auf wissenschaftlicher Basis. Alles, was Pneumolog*innen und Interessierte in den Therapiegebieten COPD, Asthma sowie Lungenfibrose bewegt, landet in diesem Podcast auf dem Besprechungstisch. Renommierte Expert*innen beleuchten gemeinsam mit Dr. Justus de Zeeuw die neuesten Entwicklungen und geben praxisrelevante Updates aus der Wissenschaft und dem Ärzt*innenalltag. Lassen Sie sich von Ihren Fachkolleg*innen updaten.
De Zeeuw, Schäfer und die Hürden und Chancen bei ILD-Boards
Wie ILD-Boards die Diagnostik und Therapie interstitieller Lungenerkrankungen verbessern und welche Erkenntnisse eine deutschlandweite Umfrage liefert. Interstitielle Lungenerkrankungen (ILDs) sind komplex und können im Zusammenhang mit Systemerkrankungen auftreten. Um diesen komplexen Krankheitsbildern und ihrer systemischen Dimension gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen von großer Bedeutung. Doch wie können sogenannte ILD-Boards dabei helfen, diese Prozesse zu optimieren? In dieser Folge des Pneumo-Podcasts widmen sich Dr. Justus De Zeeuw und Prof. Dr. Valentin Schäfer, Leiter der Sektion Rheumatologie an der Universitätsklinik Bonn, genau dieser Frage. Prof. Schäfer erläutert die Struktur und Arbeitsweise von ILD-Boards, die je nach Fall unterschiedliche Fachdisziplinen wie Pneumologie, Rheumatologie, Radiologie oder Pathologie einbinden. Gemeinsam analysieren die Expert:innen komplexe Fälle, treffen fundierte Therapieentscheidungen und verbessern so die Versorgung von Patient:innen mit ILDs. Eine deutschlandweite Umfrage, die Prof. Schäfer und sein Team durchgeführt haben, liefert Erkenntnisse über die Organisation und Arbeitsweise dieser interdisziplinären Gremien und zeigt zugleich Unterschiede im internationalen Vergleich auf. Dabei wird klar, dass selbst bei einer im internationalen Vergleich höheren Beteiligung von Rheumatolog:innen in deutschen ILD-Boards weiterhin erheblicher Optimierungsbedarf besteht, um eine umfassende interdisziplinäre Besetzung in allen Boards sicherzustellen. Die Episode beleuchtet die Herausforderungen, die mit der Organisation und Durchführung von ILD-Boards verbunden sind. Dazu zählen der zeitliche und personelle Aufwand, die Frage nach der Vergütung und die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzt:innen. Trotz dieser Aspekte entfalten ILD-Boards einen erheblichen Nutzen: Sie können nicht nur die Diagnostik und Therapie verbessern, sondern auch als Plattform für den fachlichen Austausch und die Weiterbildung dienen. Diese Strukturen bieten sowohl für die Fachwelt als auch für die Patient:innen einen echten Mehrwert. Zum Abschluss der Folge werfen die beiden einen Blick auf ein faszinierendes Forschungsergebnis aus der Natur: Eine aktuelle Studie zeigt, wie Ameisen auf Infektionen in ihrem Kollektiv reagieren. Sobald einige ihrer Artgenossen mit einem Pilz infiziert sind, ändern die anderen Tiere ihre Verhaltensweisen radikal. Sie vergrößern Abstände, gestalten ihre Nester um und minimieren Kontakte, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Was können wir Menschen von diesem „Social Distancing“ der Ameisen lernen? Die Folge bietet einen umfassenden Einblick in die Welt der ILD-Boards, ihre Bedeutung für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Versorgung von Patient:innen mit komplexen Krankheitsbildern. Hören Sie rein und erfahren Sie, wie diese Expertenkreise die medizinische Praxis bereichern und welche spannenden Erkenntnisse die Natur für uns bereithält. Behandelte Studien: * 0:50 min: Nationale Umfrage zur Präsenz von interdisziplinären Fallkonferenzen bei interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD-Boards) an Kliniken in Deutschland. [Bauer CJ et al., Pneumologie 2025;79.09:619–26.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40913127/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40913127/] * 1:58 min: The characterisation of interstitial lung disease multidisciplinary team meetings: a global study [Richeldi L et al., ERJ open research 2019;5.2.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30949489/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30949489/] * 29:55 min: Architectural Immunity: ants alter their nest networks to fight epidemics [Leckie L et al., Science 2025;390.6770:266–71.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41100621/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41100621/] Univ.-Prof. Dr. med. MU Dr. Valentin Schäfer ist der Leiter der Sektion Rheumatologie und klinische Immunologie, sowie Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie an der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Bonn. Er ist Leiter des Psoriasis Arthritis Zentrum Bonn und des Vaskulitis Zentrum West Ko-Leiter Uveitis Zentrum Bonn. Zudem ist Dr. Schäfer Stellv. Sprecher des Zentrums für seltene Erkrankungen Bonn (ZSEB) und Sprecher Zentrum für seltene rheumatologische Erkrankungen des ZSEB.
De Zeeuw, Hasseli-Fräbel und der Nutzen der gemeinsamen CTD-Leitlinie
Praxistipps, um Lungenbeteiligungen bei Systemerkrankungen frühzeitig erkennen Lungenbeteiligungen in Form von ILDs stellen bei rheumatischen Erkrankungen eine relevante Manifestation dar, deren oft verzögerte Erkennung die therapeutischen Möglichkeiten limitiert und die Prognose ernsthaft beeinträchtigt. Die neue ERS/EULAR-Leitlinie setzt genau hier an: Sie bietet klare Empfehlungen für die Früherkennung, Diagnostik und Therapie dieser komplexen Krankheitsbilder und verbindet die Expertise der Rheumatologie und Pneumologie. Dabei wird die Expertise weiterer Fachdisziplinen wie Radiologie, Pathologie und weiterer Spezialisten umfassend integriert. In dieser Folge des Pneumo-Podcasts diskutieren Dr. Justus de Zeeuw und PD Dr. Rebecca Hasseli-Fräbel, Oberärztin für Rheumatologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Münster, die zentralen Inhalte der Leitlinie. Sie erklären, warum die hochauflösende Computertomographie (HRCT) als Goldstandard in der Diagnostik gilt und wie die Lungenfunktionsprüfung eine entscheidende Rolle bei der Verlaufsbeurteilung spielt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung zwischen entzündlichen und fibrotischen Veränderungen des Lungengewebes, die maßgeblich die Wahl der Therapie beeinflusst. Die beiden Expert:innen beleuchten außerdem die Bedeutung eines interdisziplinären Ansatzes, der eine enge Zusammenarbeit zwischen Rheumatolog:innen, Pneumolog:innen, Radiolog:innen und weiteren Fachdisziplinen erfordert. Die Leitlinie berücksichtigt dabei nicht nur die medizinische Evidenz, sondern auch die Perspektive von Patient:innen, um eine ganzheitliche und praxisnahe Versorgung zu gewährleisten. Darüber hinaus thematisieren sie die Herausforderungen bei der Umsetzung der Leitlinie in der klinischen Praxis, insbesondere in niedergelassenen Praxen ohne direkten Zugang zu interdisziplinären Teams. Einen Blick über die klinische Praxis hinaus wagen die Expert:innen mit einer aktuellen Studie über zurückgezogene wissenschaftliche Artikel, die Fragen zur Geschlechterverteilung in der Wissenschaft aufwirft. Die Diskussion darüber, warum Männer signifikant häufiger als Frauen als Autoren von "Retracted Papers" genannt werden und welche Rolle die oft geringe Evidenzlage in der Medizin seltener Erkrankungen spielt, regt zum Nachdenken an. Die Episode zeigt, wie evidenzbasierte Medizin und Teamarbeit dazu beitragen können, Lungenbeteiligungen frühzeitig zu erkennen, irreversible Schäden zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Dabei werfen die Expert:innen auch einen kritischen Blick auf die Geschlechterverteilung in der Wissenschaft selbst und plädieren für mehr Transparenz und die unersetzliche Rolle des menschlichen Austauschs in einer zunehmend algorithmengesteuerten Welt. Behandelte Studien: * 01:00 min: ERS/EULAR clinical practice guidelines for connective tissue diseases associated interstitial lung disease. [Antoniou KM et al., Eur Respir J. 2025;11:2500896.] * 42:30 min: Gender disparities among authors of retracted publications in medical journals: A cross-sectional study [Sebo P, PLoS One 2025;20(11),e0335059.] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0335059 [https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0335059] PD Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel ist stellvertretende Sektionsleitung, leitende Oberärztin und Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie mit der Zusatzbezeichnung Immunologie sowie Osteologin DVO am Universitätsklinikum Münster.
De Zeeuw, Blum und das Lungenkrebs-Screening: Ein Blick in die Zukunft der Früherkennung?
Chancen, Herausforderungen und der Weg zu einem erfolgreichen Screeningprogramm Lungenkrebs ist in Deutschland nach wie vor eine der häufigsten Krebsarten mit hoher Sterblichkeit. Ein wesentlicher Grund dafür ist die späte Diagnose, denn Lungenkrebs verläuft im frühen Stadium oft symptomlos. Um die Früherkennung zu verbessern und die Überlebenschancen zu erhöhen, ist in Deutschland ein nationales Lungenkrebs-Screeningprogramm geplant. Im Pneumo-Podcast diskutieren Dr. Justus De Zeeuw und Prof. Dr. Thorsten Blum die zentralen Aspekte dieses vielversprechenden Programms. Prof. Blum, Oberarzt an der Lungenklinik Heckeshorn am Helios Klinikum Emil von Behring und deutschlandweit anerkannter Experte für Lungenkrebs, erläutert die Notwendigkeit eines Screenings sowie eines risikoadaptierten Ansatzes. Das Screening richtet sich an Personen zwischen 50 und 75 Jahren mit einer hohen Tabakrauchexposition, da sie ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben. Die Untersuchung erfolgt mittels Niedrigdosis-CT (LDCT), die zwar eine geringe Strahlenbelastung mit sich bringt, die aber dennoch im Verhältnis zum Nutzen abgewogen werden muss. Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Qualifizierung der beteiligten Radiolog:innen und Ärzt:innen, um die Qualität der Untersuchungen und Befundung sicherzustellen. Die korrekte Interpretation der LDCT-Bilder und das Management von Rundherden sind entscheidend, um falsch positive Befunde und unnötige invasive Eingriffe zu minimieren. Neben der Früherkennung von Lungenkrebs bietet das Screeningprogramm auch die Chance, die Raucherentwöhnung zu fördern. Studien zeigen, dass die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören, im Rahmen eines Screeningprogramms deutlich erhöht ist. Ein weiteres Thema sind Zufallsbefunde, die bei der LDCT entdeckt werden können. Dazu zählen beispielsweise Koronarkalk, Lungenemphysem oder interstitielle Lungenanomalien (ILAs), die auf eine mögliche interstitielle Lungenerkrankung (ILD) wie Lungenfibrose hindeuten können. Die Entdeckung solcher Befunde im Rahmen des Screenings bietet die Chance, weitere Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln. Die Podcast-Folge bietet einen umfassenden Einblick in das geplante Lungenkrebs-Screeningprogramm in Deutschland, beleuchtet die Chancen der Früherkennung und diskutiert die damit verbundenen Herausforderungen. Behandelte Studien: * 01:09 min: Positionspapier zur Implementierung eines nationalen organisierten Programms in Deutschland zur Früherkennung von Lungenkrebs in Risikopopulationen mittels Low-dose-CT-Screening inklusive Management von abklärungsbedürftigen Screeningbefunden [Blum TG et al., Pneumologie 2024;78:15–34.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37816379/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37816379/] * 07:15 min: Reduced Lung-Cancer Mortality with Low-Dose Computed Tomographic Screening [Aberle DR et al., N Engl J Med. 2011;365:395–409.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21714641/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21714641/] * 08:38 min: Reduced Lung-Cancer Mortality with Volume CT Screening in a Randomized Trial [de Koning et al., N Engl J Med. 2020;382:503–13.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31995683/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31995683/] * 29:33 min: Golf habits among physicians and surgeons: observational cohort study [Koplewitz G et al., BMJ. 2018;363:k4859.] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30530803/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30530803/] Prof. Dr. med. Thorsten Blum ist Oberarzt an der Lungenklinik Heckeshorn, Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin.
De Zeeuw, Mitterdiami und die wichtige Rolle der Hausärzt:innen
Warum Hausärzt:innen auch bei seltenen Lungenerkrankungen eine Schlüsselrolle einnehmen Hinter unspezifischen Symptomen wie Atemnot und hartnäckigem Husten können sich manchmal ernsthafte Erkrankungen verbergen. In dieser Folge des Pneumo-Podcasts dreht sich alles um die Lungenfibrose, eine zwar seltene, dafür jedoch schwerwiegende und oftmals progredient verlaufende Lungenerkrankung. Dr. Justus de Zeeuw spricht mit Dr. Sylva Mitterdiami, einer erfahrenen Hausärztin aus Berlin, über die Herausforderungen und Chancen in der Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankung. Dr. Mitterdiami betont dabei die wichtige Rolle der Hausarztpraxis als erste Anlaufstelle und „Lotse“ im Gesundheitssystem. Durch die oftmals langjährige Kenntnis der Patient:innen und den umfassenden Blick auf den Menschen – inklusive Hobbys, Beruf und familiärer Vorgeschichte – können Hausärzt:innen Hinweise auf eine mögliche Lungenfibrose frühzeitig erkennen. Besonders wichtig ist das Wissen um Risikofaktoren wie Rauchen oder bestimmte Berufserkrankungen, sowie das Vorliegen von Komorbiditäten wie z. B. rheumatischen Erkrankungen oder Schlafapnoe. Das Auskultieren kann bei Patient:innen mit diesen Risikoprofilen eine entscheidende Rolle spielen. Denn das für eine Lungenfibrose typische Knisterrasseln, welches an das Öffnen eines Klettverschlusses erinnert, kann bereits hörbar sein, bevor Veränderungen im Lungengewebe im CT sichtbar werden. Um letztlich eine genaue Diagnose stellen und die bestmögliche Therapie einleiten zu können, ist die Zusammenarbeit mit Lungenfachärzt:innen und Kliniken essenziell. Dr. Mitterdiami erläutert anhand konkreter Beispiele, wie eine gute Kommunikation und ein optimaler Informationsaustausch zwischen den Kolleg:innen sowohl die Diagnostik beschleunigen, als auch die Therapietreue der Patient:innen fördern kann. Gerade beim Management von Nebenwirkungen, wie z. B. therapiebedingtem Durchfall, ist die enge Betreuung durch Hausärzt:innen unverzichtbar. Nicht selten sind diese für die Betroffenen die erste Anlaufstelle, wenn unter der Therapie der Lungenfibrose Nebenwirkungen auftreten. Doch nicht nur fachliche Expertise ist gefragt: Auch ein einfühlsames Erwartungsmanagement kann Patient:innen helfen, besser mit dem Fortschreiten der Erkrankung und der damit einhergehenden abnehmenden Lebensqualität umzugehen. Am Ende auch dieser Podcast-Folge steht wieder eine etwas abstruse Studie im Mittelpunkt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schlangen schneller erkannt werden, nachdem man jemanden gähnen gesehen hat. Was es damit auf sich hat und Vieles mehr, erfahren Sie in dieser Folge des Pneumo-Podcasts. Also nichts wie rein ins Hörvergnügen! Dr. med. Sylva Mitterdiami ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Berlin (Lehrpraxis der Charité). Behandelte Studie: Gallup AC, Animal Behaviour 2022;187:209–219.
De Zeeuw, Bauer und der Spagat im Gesundheitssystem
Zwischen Leitlinien, Budgets und Patientenversorgung In dieser Folge des Pneumo-Podcasts "Sach- und Fachgeschichten" taucht Justus De Zeeuw mit Prof. Thorsten Bauer, Direktor der Lungenklinik Heckeshorn und ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), tief in die Welt der Berufspolitik im Gesundheitswesen ein. Prof. Bauer, gleichzeitig Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, teilt seine langjährige Erfahrung und bietet ehrliche Einblicke in die komplexen Zusammenhänge, die die Lungenheilkunde prägen. Die beiden Experten diskutieren offen über die finanzielle Realität im Krankenhaus- und Praxisalltag, wo Kostenerstattungssysteme und Verhandlungen mit Krankenkassen den ärztlichen Handlungsspielraum beeinflussen. Sie beleuchten die Schwierigkeiten der Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor und plädieren für mehr Transparenz und Verständnis in der Finanzierungsdebatte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von Leitlinien in der medizinischen Praxis. Prof. Bauer erklärt den aufwändigen Prozess der Leitlinienerstellung, die Herausforderungen der Evidenzbasierung und die Notwendigkeit, medizinische Entscheidungen individuell an Patient:innen anzupassen. Die Diskussion berührt auch die Zentrumsbildung und die Vorteile einer interdisziplinären Zusammenarbeit für komplexe Krankheitsbilder wie Lungenfibrose oder Lungenkrebs. Besonders brisant ist der Austausch über die Rolle der Politik in gesundheitsrelevanten Fragen. Am Beispiel der Tabakentwöhnung zeigen De Zeeuw und Bauer die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen und politischen Entscheidungen auf. Sie runden diese Podcastfolge mit einer kuriosen Studie zur Nikotinaufnahme über die Haut ab. Diese liefert nicht nur überraschende Erkenntnisse, sondern regt auch zum Schmunzeln an. Prof. Dr. med. Thorsten Bauer ist Chefarzt der Klinik für Pneumologie an der Lungenklinik Heckeshorn, HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin. Er ist Facharzt für Pneumologie, Infektiologie und Allergologie. Außerdem ist er Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) und war von 2021 bis 2023 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP). Behandelte Studie: 34:50 min: Dermal uptake of nicotine from air and clothing: Experimental verification Bekö G et al. Indoor Air. 2018;28(2):247–257. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29095533/ [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29095533/]