SWR Aktuell Im Gespräch
Der Mittelrhein besteht gerade zu einem beachtlichen Teil aus Land: aus Sand- und Kiesbänken. Sehr früh im Jahr gibt es extremes Niedrigwasser [https://www.bafg.de/DE/5_Informiert/2_Publikationen/Niedrigwasserbericht/niedrigwasserbericht_node.html], was die Binnenschifffahrt schwierig macht. Dominik Mnich, selbstständiger Binnenschiffer, musste die Erfahrung selbst machen, als er sich festfuhr: "Ich hatte Glück, es war tatsächlich sehr unkompliziert". Ein Kollege habe ihn schnell freigeschleppt. Doch das Hauptproblem bleibt die Ladung: Aktuell kann Mnich nur ein Drittel der Fracht transportieren, die sein Schiff bei normalem Wasserstand tragen kann. Das belastet nicht nur die Nerven der Schiffer, sondern drückt auch extrem auf die Wirtschaftlichkeit, da die Schiffer trotz der geringen Auslastung den gleichen Aufwand haben. > Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist. > > > Quelle: Dominik Mnich, Binnenschiffer Die Folgen dieses extremen Wassermangels gehen weit über die Schifffahrt selbst hinaus. Wenn die Schiffe nicht mehr voll beladen fahren können, geraten wichtige Lieferketten ins Stocken – vom Brotweizen für den Bäcker bis hin zu Rohstoffen für Tierfutter und Speiseöl. Für die Schiffer bedeutet das Fahren bei Niedrigwasser puren Stress. "Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist", beschreibt Mnich die angespannte Lage in den schrumpfenden Fahrrinnen. Viele schwerer gebaute Schiffe müssen im Hafen bleiben, weil sie schon ohne Fracht zu viel Tiefgang haben. In dieser Krise nützt dem Binnenschiffer Mnich ausgerechnet ein "Oldtimer" aus den 1970er-Jahren. Das Schiffe sei damals so vorausschauend konstruiert worden, dass es auch bei extrem niedrigem Wasserstand noch vergleichsweise viel Ladung transportieren kann. > Die Ware muss auch bei geringsten Wasserständen von A nach B gelangen. > > > Quelle: Binnenschiffer Dominik Mnich Da der Klimawandel solche extremen Trockenphasen in Zukunft wohl noch häufiger und länger auslösen wird, muss sich die gesamte Branche anpassen. Für Mnich ist klar, dass beim Schiffskauf umgedacht werden muss: Die Schiffe müssten effizienter für flache Gewässer gebaut sein. Heute setzt der Binnenschiffer auf moderne Technik wie digitale Assistenzsysteme, die zentimetergenau anzeigen, wo in der Fahrrinne noch das meiste Wasser steht. Trotz der wachsenden Herausforderungen blickt Mnich positiv in die Zukunft und wirbt für seine Branche, denn am Ende führe kein Weg an ihr vorbei: "Die Ware muss auch bei den geringsten Wasserständen von A nach B gelangen". Schließlich sei Binnenschiffer trotz allem noch immer ein absoluter "Klasseberuf".
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