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Kultur og fritid
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Les mer Die fünfte Schweiz
Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern. In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten
Vom Jazzstudio in Ostermundigen auf die grosse Tanzbühne
Georgia Begbie ist in Ittigen (BE) aufgewachsen, hat irisch-schottische Wurzeln und lebt heute als Profitänzerin in Mannheim. Beim Tanzfestival «Steps» steht sie dieses Jahr erstmals selbst auf der Bühne. Ein lang gehegter Traum. Die 31-jährige Georgia Begbie entdeckte das Tanzen mit vierzehn Jahren. Nach ersten Jazzdance-Stunden in Ostermundigen führte sie ihr Weg nach Dublin und später an die renommierte Fontys-Tanzschule in Tilburg in den Niederlanden. Dort fand sie ihre künstlerische Heimat im zeitgenössischen Tanz: «Ich habe relativ spät mit dem Tanzen begonnen, aber ich wusste von Anfang an, ich will Tänzerin werden.» Dieses Jahr tritt sie erstmals beim renommierten Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps auf. Mit der belgischen Dance Company «Circumstances» und dem Stück «Beyond». Ein besonderer Moment in ihrer tänzerischen Laufbahn: «Früher sass ich im Publikum, heute darf ich mein Können auf der Bühne zeigen.» «Mannheim wirkt industriell aber dahinter pulsiert eine lebendige Subkultur.» Seit sieben Jahren lebt die Bernerin Georgia Begbie in Mannheim (D). Dort hat sie ihren Lebensmittelpunkt gefunden und in zahlreichen Tanzprojekten mitgewirkt. Auf den ersten Blick wirke die Stadt unscheinbar, doch ihr Charme zeigt sich schnell. Mannheim biete einiges. Eine kreative Szene, offene Menschen und mit dem Louisenpark am Neckarufer sogar ein idyllisches Naherholungsgebiet: «Wie wir hier zu sagen pflegen: Man weint zweimal in Mannheim. Wenn man ankommt und wenn man wieder gehen muss.»
Christine Grieder in Neuseeland – Leben wie vor 100 Jahren
In Wakefield auf Neuseelands Südinsel hat die Baselbieterin Christine Grieder ein kleines Freilichtmuseum geschaffen, das an Pionierzeiten erinnert. Zwischen historischen Gebäuden pflegt sie einen üppigen Garten und züchtet Monarch-Schmetterlinge. Christine Grieder wanderte vor 34 Jahren von Sissach (BL) nach Neuseeland aus. In Willow Bank bei Wakefield baute sie auf ihrem Grundstück über die Jahre ein kleines Dorf auf, das die Zeit vor über hundert Jahren lebendig macht. Mit Bäckerei, Post, alter Kirche und Cottages, in denen Gäste sogar übernachten können. «Es kommen auch viele Schulklassen zu Besuch und versetzen sich in die damalige Zeit.» Christine selbst lebt in einem historischen Haus aus dem Jahr 1879. Früher etablierte sie sich als Antiquitätenhändlerin und verschiffte 18 Container voller Möbel und anderer europäischer Stücke nach Neuseeland: «Dann kam das digitale Zeitalter mit Onlineplattformen.» Viele dieser antiken Gegenstände finden heute ihren Platz im Freilichtmuseum Willow Bank. Dank zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern hält Christine die Geschichte Neuseelands lebendig: «Hier kann man Geschichte anfassen!» Ihr kleines Dorf lässt Besucherinnen und Besucher in die Pionierzeit eintauchen. Grosser Garten und Schmetterlinge In ihrem Selbstversorgergarten wachsen Tomaten, Kartoffeln, Beeren, Bohnen, Chilis, Pflaumen und Rüebli. Fast alles, was man sich vorstellen kann. Daneben züchtet Christine Grieder mit viel Passion Schmetterlinge für die Natur. Mit grosser Geduld zieht sie Monarch-Schmetterlinge auf und lässt die prachtvollen Falter später in die wilde Natur Neuseelands ausfliegen.
Richy Hafner und Family – Liebe Grüsse vom anderen Ende der Welt
Richy Hafner ist mit seiner Familie nach Wellington ausgewandert in Neuseelands Filmhochburg, wo Filme wie «Herr der Ringe» und «Avatar» entstanden. Jetzt will der Filmemacher aus Horgen (ZH) dort Fuss fassen. Richy Hafner ist Filmemacher, Storyteller und Regisseur. Der 51-Jährige hat letzten Oktober mit seiner Familie den Zürichsee gegen die windige Hauptstadt Neuseelands getauscht. Wellington gilt als Zentrum der neuseeländischen Filmindustrie. Die spektakuläre Natur dient als Kulisse für Grossproduktionen wie «Herr der Ringe» und in den Filmstudios entstehen Blockbuster wie «Avatar». Regisseur James Cameron liess sich sogar einbürgern und ist jetzt ein Neuseeländer. Genau hier im kreativen Schmelztiegel der Hauptstadt will Richy als Filmemacher Fuss fassen und seine neue Chance nutzen: «Die Filmindustrie ist hier viel offener und neugieriger für Ideen.» Haus am Meer Richy und Carly Hafner leben mit ihren beiden Kindern Riley und Jonah in Eastbourne, einem kleinen Vorort in der Bucht von Wellington. Ihr Haus liegt am Ende der Strasse, wo der Leuchtturm steht und nur paar Gehminuten vom Strand entfernt: «Hier ist es ruhig. Es gibt einen Metzger, einen Supermarkt und ein Café», sagt Richy. Mit der Fähre kann man gemütlich nach Wellington City, auf die Seite von Downtown fahren. Richy Hafner hat einen 25-jährigen Sohn aus erster Ehe. Iain plant bereits, ihnen nach Neuseeland zu folgen.
Urs und Minda Grünig – Freiheit auf vier Rädern
Seit acht Jahren leben Urs und Minda Grünig ohne feste Adresse in ihrem kleinen VW-Bus mit Anhänger und Motorrad. Zwischen Tasmanien und dem australischen Festland erleben sie Natur, Freiheit und pures Abenteuer. Der Berner Urs Grünig, einst selbständiger Kameramann und Cutter für Film- und Fernseh- Produktionen, kehrte nach Jahren in Australien zurück in die Schweiz. Doch vor acht Jahren, zog es ihn erneut nach Down Under. Mit 70 lebt er heute zusammen mit seiner Frau Minda als moderner Nomade im VW-Bus. Besitz verkauft, Adresse aufgegeben, Freiheit gewonnen. «Warum soll ich im Alter in einer Wohnung sitzen und Däumchen drehen. Der VW-Bus ist unsere Altersresidenz auf vier Rädern», sagt Urs Grünig. Das Leben in der Freiheit sei immer wieder aufs Neue ein Abenteuer: «Jeder Tag ist anders, wir treffen auf die verschiedensten Menschen und erleben Momente, die man nie vergisst!» Tasmanien als Homebase Urs und Minda Grünig pendeln regelmässig zwischen dem australischen Festland und Tasmanien. Tasmanien sei ihre «Fluchtinsel», sagt Urs: «Hier ist alles ruhiger, die Menschen sind herzlich und das Klima deutlich angenehmer als auf dem Festland.» Was er aus seiner Schweizer Heimat am meisten vermisst, sind seine Familie, die Berge und richtig gutes Brot. «Darum backe ich mein eigenes, direkt aus der Backstube in unserem kleinen Zuhause auf vier Rädern».
Urs Gysin lebt in einem Schleusenwärter-Haus im Burgund
Seit 15 Jahren wohnt der Basler Urs Gysin im Schleusenwärterhaus Nr. 34S am Canal de Bourgogne. Zwischen vorbeiziehenden Hausbooten erfüllt er sich nach der Pensionierung einen Traum: Ein Leben am Wasser, das ihn seit Jahren unterwegs als Freizeitkapitän auf Europas Binnengewässern fasziniert. Als Urs Gysin vor rund 17 Jahren das verlassene Schleusenwärterhaus Nr. 34S in Gissey-sur-Ouche entdeckte, wusste er sofort: Hier beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das Haus am Canal de Bourgogne, nur 25 Kilometer südlich von Dijon, stand damals leer, heute ist es sein Lebensmittelpunkt. Mit viel Geduld konnte er die Behörden von seinem Projekt überzeugen und hat mit handwerklichem Geschick das Schleusenwärterhaus renoviert und zu neuem Leben erweckt. Der frühere Werber ist seit jeher von der Binnenschifffahrt begeistert und befuhr praktisch alle schiffbaren Flüsse und Kanäle in unserem westlichen Nachbarland: «Die Wasserstrassen kenne ich wie andere Strassenkarten. Jede Schleuse, jede Abzweigung, jede Passage.» Viele Jahre lang tuckerte er im Urlaub auf der Fracht-Péniche «Baron de l’Écluse», die er gemeinsam mit Freunden besass und zu einem Wohnschiff umbauen liess. Quer durch Frankreichs Gewässer, bis nach Deutschland, Holland und Belgien. Canal de Bourgogne Der Canal de Bourgogne mit seinen 242 Kilometern und 189 Schleusen ist Teil der Verbindung zwischen dem mediterranen und dem atlantischen Becken und war einst eine wichtige Verkehrsader im kontinentalen und lokalen Güterverkehr. Bis zu 30 Frachtschiffe pro Tag wurden an der «Ecluse 34S Moulin du Banet» hinauf oder hinuntergeschleust. Heute ziehen von April bis Oktober pro Tag noch etwa ein Dutzend Privat- und Hotelboote vorbei.
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