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Formen von Entzündungen: Ein Überblick - mit PD Dr. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner

💜🔥222 min · 16. juni 2026
episode Formen von Entzündungen: Ein Überblick - mit PD Dr. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner cover

Beskrivelse

"Patho aufs Ohr x Klinisch Relevant" Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant? Schau gerne mal hier! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Patho aufs Ohr Entzündungen verstehen: Grundlagen, Einteilungen und wichtige pathologische Konzepte Mit: PD Dr. Christiane Kümpers & Prof. Sven Perner Worum geht’s in dieser Folge? Entzündungen gehören zu den zentralen Konzepten der Medizin – und trotzdem werden viele Begriffe im klinischen Alltag oft unscharf verwendet. Was genau ist eigentlich eine Entzündung? Welche Aufgaben erfüllt sie? Wie werden Entzündungen pathologisch eingeteilt und welche Begriffe sollte jede:r Healthcare Professional sicher beherrschen? In dieser Gastfolge des Podcasts Patho aufs Ohr geben Prof. Sven Perner und PD Dr. Christiane Kümpers einen strukturierten Überblick über die Grundlagen der Entzündungslehre und schaffen Ordnung in die Vielzahl pathologischer Klassifikationen. Was ist eine Entzündung? Eine Entzündung ist ein lokal begrenzter Abwehrprozess des Gewebes als Reaktion auf eine Schädigung. Ziel dieses Prozesses ist die Beseitigung der auslösenden Noxe und die anschließende Reparatur des entstandenen Gewebeschadens. Auslöser können sein: * Mechanische Traumata * Chemische Noxen * Physikalische Einwirkungen (z. B. UV-Strahlung) * Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten * Ischämische Gewebeschäden * Autoimmunerkrankungen Die Pathophysiologie der Entzündung Im Zentrum der Entzündungsreaktion stehen: * Blutgefäße * Entzündungszellen * Entzündungsmediatoren * Bindegewebszellen Zu den wichtigsten Mediatoren zählen: * Histamin * Prostaglandine * Leukotriene Sie steuern sowohl die Aktivierung als auch die spätere Beendigung der Entzündungsreaktion. Die fünf Kardinalsymptome der Entzündung Ein echter Klassiker der Medizin: Rubor → Rötung Calor → Überwärmung Dolor → Schmerz Tumor → Schwellung Functio laesa → Funktionsverlust Die Folge erklärt anschaulich, wie sich diese Zeichen direkt aus den Gefäßveränderungen und der Wirkung von Entzündungsmediatoren ableiten lassen. Wie heilt eine Entzündung? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Restitutio ad integrum Vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Gewebes. Defektheilung Reparatur durch Narbenbildung mit funktionellen Einschränkungen. Die Hosts erläutern anhand alltagsnaher Beispiele, warum eine Defektheilung zwar stabil sein kann, aber nie die ursprüngliche Gewebequalität erreicht. Die wichtigsten Einteilungen von Entzündungen 1. Nach dem zeitlichen Verlauf Akute Entzündung * rascher Beginn * ausgeprägte Symptomatik * häufig vollständige Heilung Leitzelle: neutrophiler Granulozyt Perakute (foudroyante) Entzündung * extrem schneller Verlauf * potenziell lebensbedrohlich Subakute Entzündung * Übergangsform zwischen akut und chronisch Chronische Entzündung * langsamer Verlauf * lange Persistenz * häufig unvollständige Heilung Leitzelle: Lymphozyt Zusätzlich wird zwischen primär und sekundär chronischen Entzündungen unterschieden. 2. Nach der räumlichen Ausbreitung Entzündungen können sich auf unterschiedliche Weise ausbreiten: Canaliculär Über vorgebildete Gangsysteme (z. B. Gallengänge oder Harnwege) Hämatogen Über die Blutbahn Lymphogen Über das Lymphsystem Neurogen Entlang von Nervenstrukturen Per continuitatem Direkte Ausbreitung im Gewebe Generalisiert Systemische Entzündungsreaktion mit Fieber und Laborveränderungen Die Folge liefert zu jeder Ausbreitungsform klinische Beispiele aus der täglichen Praxis. 3. Nach der vorherrschenden Entzündungskomponente Eine besonders wichtige pathologische Einteilung erfolgt anhand des dominierenden Exsudats. Formen der akuten Entzündung * serös * serös-schleimig * fibrinös * eitrig (purulent) * hämorrhagisch * nekrotisierend * gangränisierend Formen der chronischen Entzündung * granulierend * granulomatös Die Unterschiede dieser Entzündungsformen werden in einer Folgesendung anhand konkreter Beispiele vertieft. Was ist eigentlich eine Gangrän? Ein Begriff, der häufig verwendet wird, dessen Definition jedoch oft unklar bleibt. Eine Gangrän liegt vor, wenn mehrere Gewebeschichten eines Organs gleichzeitig betroffen sind. Typische Beispiele: * diabetische Fußgangrän * gangränöse Darmischämie * ausgedehnte nekrotisierende Weichteilinfektionen Ein wichtiges Prüfungs- und Praxiswissen, das die Hosts besonders hervorheben. Take-Home Messages * Entzündungen sind zentrale Abwehr- und Reparaturmechanismen des Körpers. * Die fünf Kardinalsymptome leiten sich direkt aus Gefäßreaktionen und Entzündungsmediatoren ab. * Entzündungen lassen sich nach zeitlichem Verlauf, Ausbreitungsmuster und Exsudat klassifizieren. * Neutrophile Granulozyten dominieren akute, Lymphozyten chronische Entzündungen. * Restitutio ad integrum und Defektheilung beschreiben die beiden grundlegenden Heilungswege. * Das Verständnis pathologischer Entzündungsmuster erleichtert die Einordnung zahlreicher klinischer Erkrankungen. Hörenswert für * Medizinstudierende * Ärzt:innen in Weiterbildung * Patholog:innen * Internist:innen * Chirurg:innen * Notfallmediziner:innen * Pflegefachpersonen mit Interesse an Pathophysiologie * Alle Healthcare Professionals, die pathologische Grundlagen auffrischen möchten Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] * Patho aufs Ohr [https://pathopodcast.de?utm_source=chatgpt.com] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

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episode Advance Care Planning - mit Prof. Ralf Jox, Prof. Tanja Krones, Prof. Georg Marckmann, Prof. Jürgen in der Schmitten cover

Advance Care Planning - mit Prof. Ralf Jox, Prof. Tanja Krones, Prof. Georg Marckmann, Prof. Jürgen in der Schmitten

Kohlhammer Verlag meets Klinisch Relevant Summary In diesem Podcast-Interview diskutieren fünf Experten die Grundlagen, Herausforderungen und klinischen Implikationen von Advance Care Planning (ACP). Sie beleuchten die Bedeutung der Patientenautonomie, die Rolle der Dokumentation und die Integration in das Gesundheitssystem, um eine patientenzentrierte Versorgung zu fördern. keywords Advance Care Planning, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Demenz, Patientenautonomie, Gesundheitsversorgung, Ethik, Digitalisierung im Gesundheitswesen key topics Grundlagen und Bedeutung von Advance Care Planning Herausforderungen bei der Umsetzung und Dokumentation Klinische Implikationen und ethische Überlegungen Rolle der Digitalisierung und elektronische Akten Spezielle Patientengruppen: Demenz und Notfallsituationen Chapters 00:00 Einführung in das Thema Advance Care Planning 02:59 Vorstellung der Experten und deren Hintergründe 05:52 Die Bedeutung von Patientenverfügungen und Stolpersteine 08:52 Akutsituationen und die Rolle von Advance Care Planning 11:52 Therapieziele und individuelle Patientenwünsche 15:02 Die Rolle der Autonomie im Advance Care Planning 18:14 Qualitative Aspekte und Dokumentation im ACP 21:11 Vertreterdokumentation und rechtliche Aspekte 23:54 Besondere Patientengruppen und deren Bedürfnisse 26:46 Angst vor Demenz und deren Einfluss auf Entscheidungen 28:24 Fortlaufende Aktualisierung im Advance Care Planning 29:59 Demenz und Lebensqualität 32:06 Der Prozess des Advance Care Planning 36:45 Herausforderungen bei der Umsetzung von ACP 38:00 Triggerpunkte für die Aktualisierung von ACP 44:09 Digitale Möglichkeiten im Advance Care Planning 46:54 Zusammenfassung und Ausblick auf ACP Infos zum aktuellen Buch der Podcast-Referenten: Jox et al. – Advance Care Planning • Thema: Advance Care Planning • Herausgeber im Gespräch: Ralf Jox, Tanja Krones, Georg Marckmann, Jürgen in der Schmitten • Infos zu den Herausgebern: o Prof. Dr. med. Dr. phil. Ralf J. Jox ist Palliativmediziner und Medizinethiker am Universitätsklinikum Lausanne. o Prof. Dr. med. Dipl.-Soz. Tanja Krones ist Klinische Ethikerin am Universitätsspital Zürich. o Prof. Dr. med. Georg Marckmann, MPH, ist Medizinethiker an der LMU München. o Prof. Dr. med. Jürgen in der Schmitten, MPH, ist Hausarzt und lehrt Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Essen. Mit Beiträgen von: Ralf J. Jox, Tanja Krones, Georg Marckmann, Jürgen in der Schmitten, Verena Albrecht, Stephanie Anderson, Aukje Bartsch-de Jong, Birgitta Behringer, Raoul Borbé, Linda A. Briggs, Josephine Clayton, Klara Doppler, Bianka Dörr, Berend Feddersen, Monika Führer, Lars Garten, Joni Gilissen, Jane Goodwin, Kornelia Götze, Julia Gramm, Andreas Günther, Bernhard Hammes, Thomas D. Harter, Claire Henry, Wolfram Höfling, Paul Hüster, Isabelle Karzig-Roduner, Gina King, Maria Kletecka-Pulker, Kathrin Knochel, Ida J. Korfage, Katja Kühlmeyer, Esther Liem, Volker Lipp, Barbara Loupatatzis, Christiane Luderer, Leigh Manson, Eva Katharina Masel, Settimio Monteverde, Carole Montgomery, Friedemann Nauck, Monika Obrist, Thomas Otten, Stefanie Otten-Marré, Theodore Otto-Achenbach, Anouk Overbeek, Sabine Petri, Nicole Poletti, Katrin Radenbach, Judith A. C. Rietjens, Daniela Ritzenthaler, Stephan Rixen, Niek Rogger, Ana Rosca, Frank Scherff, Jan Schildmann, Graig Sinclair, Henrikje Stanze, Thomas Strahleck, Lieve van den Block, Agnes van der Heide und Kerstin von der Hude. • Buchtitel: Praxisbuch Advance Care Planning – Behandlungsentscheidungen gemeinsam vorausplanen • Weblink zum Buch: https://shop.kohlhammer.de/praxisbuch-advance-care-planning-36567.html#147=22 [https://shop.kohlhammer.de/praxisbuch-advance-care-planning-36567.html#147=22] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

18. juni 202654 min
episode Formen von Entzündungen: Ein Überblick - mit PD Dr. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner cover

Formen von Entzündungen: Ein Überblick - mit PD Dr. Christiane Kümpers und Prof. Sven Perner

"Patho aufs Ohr x Klinisch Relevant" Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant? Schau gerne mal hier! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Patho aufs Ohr Entzündungen verstehen: Grundlagen, Einteilungen und wichtige pathologische Konzepte Mit: PD Dr. Christiane Kümpers & Prof. Sven Perner Worum geht’s in dieser Folge? Entzündungen gehören zu den zentralen Konzepten der Medizin – und trotzdem werden viele Begriffe im klinischen Alltag oft unscharf verwendet. Was genau ist eigentlich eine Entzündung? Welche Aufgaben erfüllt sie? Wie werden Entzündungen pathologisch eingeteilt und welche Begriffe sollte jede:r Healthcare Professional sicher beherrschen? In dieser Gastfolge des Podcasts Patho aufs Ohr geben Prof. Sven Perner und PD Dr. Christiane Kümpers einen strukturierten Überblick über die Grundlagen der Entzündungslehre und schaffen Ordnung in die Vielzahl pathologischer Klassifikationen. Was ist eine Entzündung? Eine Entzündung ist ein lokal begrenzter Abwehrprozess des Gewebes als Reaktion auf eine Schädigung. Ziel dieses Prozesses ist die Beseitigung der auslösenden Noxe und die anschließende Reparatur des entstandenen Gewebeschadens. Auslöser können sein: * Mechanische Traumata * Chemische Noxen * Physikalische Einwirkungen (z. B. UV-Strahlung) * Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten * Ischämische Gewebeschäden * Autoimmunerkrankungen Die Pathophysiologie der Entzündung Im Zentrum der Entzündungsreaktion stehen: * Blutgefäße * Entzündungszellen * Entzündungsmediatoren * Bindegewebszellen Zu den wichtigsten Mediatoren zählen: * Histamin * Prostaglandine * Leukotriene Sie steuern sowohl die Aktivierung als auch die spätere Beendigung der Entzündungsreaktion. Die fünf Kardinalsymptome der Entzündung Ein echter Klassiker der Medizin: Rubor → Rötung Calor → Überwärmung Dolor → Schmerz Tumor → Schwellung Functio laesa → Funktionsverlust Die Folge erklärt anschaulich, wie sich diese Zeichen direkt aus den Gefäßveränderungen und der Wirkung von Entzündungsmediatoren ableiten lassen. Wie heilt eine Entzündung? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Restitutio ad integrum Vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Gewebes. Defektheilung Reparatur durch Narbenbildung mit funktionellen Einschränkungen. Die Hosts erläutern anhand alltagsnaher Beispiele, warum eine Defektheilung zwar stabil sein kann, aber nie die ursprüngliche Gewebequalität erreicht. Die wichtigsten Einteilungen von Entzündungen 1. Nach dem zeitlichen Verlauf Akute Entzündung * rascher Beginn * ausgeprägte Symptomatik * häufig vollständige Heilung Leitzelle: neutrophiler Granulozyt Perakute (foudroyante) Entzündung * extrem schneller Verlauf * potenziell lebensbedrohlich Subakute Entzündung * Übergangsform zwischen akut und chronisch Chronische Entzündung * langsamer Verlauf * lange Persistenz * häufig unvollständige Heilung Leitzelle: Lymphozyt Zusätzlich wird zwischen primär und sekundär chronischen Entzündungen unterschieden. 2. Nach der räumlichen Ausbreitung Entzündungen können sich auf unterschiedliche Weise ausbreiten: Canaliculär Über vorgebildete Gangsysteme (z. B. Gallengänge oder Harnwege) Hämatogen Über die Blutbahn Lymphogen Über das Lymphsystem Neurogen Entlang von Nervenstrukturen Per continuitatem Direkte Ausbreitung im Gewebe Generalisiert Systemische Entzündungsreaktion mit Fieber und Laborveränderungen Die Folge liefert zu jeder Ausbreitungsform klinische Beispiele aus der täglichen Praxis. 3. Nach der vorherrschenden Entzündungskomponente Eine besonders wichtige pathologische Einteilung erfolgt anhand des dominierenden Exsudats. Formen der akuten Entzündung * serös * serös-schleimig * fibrinös * eitrig (purulent) * hämorrhagisch * nekrotisierend * gangränisierend Formen der chronischen Entzündung * granulierend * granulomatös Die Unterschiede dieser Entzündungsformen werden in einer Folgesendung anhand konkreter Beispiele vertieft. Was ist eigentlich eine Gangrän? Ein Begriff, der häufig verwendet wird, dessen Definition jedoch oft unklar bleibt. Eine Gangrän liegt vor, wenn mehrere Gewebeschichten eines Organs gleichzeitig betroffen sind. Typische Beispiele: * diabetische Fußgangrän * gangränöse Darmischämie * ausgedehnte nekrotisierende Weichteilinfektionen Ein wichtiges Prüfungs- und Praxiswissen, das die Hosts besonders hervorheben. Take-Home Messages * Entzündungen sind zentrale Abwehr- und Reparaturmechanismen des Körpers. * Die fünf Kardinalsymptome leiten sich direkt aus Gefäßreaktionen und Entzündungsmediatoren ab. * Entzündungen lassen sich nach zeitlichem Verlauf, Ausbreitungsmuster und Exsudat klassifizieren. * Neutrophile Granulozyten dominieren akute, Lymphozyten chronische Entzündungen. * Restitutio ad integrum und Defektheilung beschreiben die beiden grundlegenden Heilungswege. * Das Verständnis pathologischer Entzündungsmuster erleichtert die Einordnung zahlreicher klinischer Erkrankungen. Hörenswert für * Medizinstudierende * Ärzt:innen in Weiterbildung * Patholog:innen * Internist:innen * Chirurg:innen * Notfallmediziner:innen * Pflegefachpersonen mit Interesse an Pathophysiologie * Alle Healthcare Professionals, die pathologische Grundlagen auffrischen möchten Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] * Patho aufs Ohr [https://pathopodcast.de?utm_source=chatgpt.com] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

💜🔥216. juni 202622 min
episode Update präklinische Schmerztherapie - mit Dr. Isabel Lück cover

Update präklinische Schmerztherapie - mit Dr. Isabel Lück

Notfallguru meets Klinisch Relevant 👉Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant zu vielen spannenden Themen? schau gerne mal vorbei! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Notfall Guru Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie? mit Dr. Isabel Lück Worum geht’s in dieser Folge? Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird. In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru [https://www.notfallguru.de/] spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme [https://eusem.org/images/251104_EUSEM_European_Pain_Initiative_Guidelines_Updated_Oct_2025.pdf]. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten. Zu Gast Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein. Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie? Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin: steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen Ressourcenknappheit und Overcrowding lange Wartezeiten die internationale Diskussion um die Opioidkrise weiterhin bestehende Defizite in der Schmerzversorgung Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln. Zentrale Inhalte der Folge * Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem * Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie. Besonders betroffen: Kinder ältere Menschen Patient:innen mit Kommunikationsproblemen Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf. Schmerzmanagement ist Teamarbeit Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung. Empfohlen werden: * standardisierte Schmerzprotokolle * validierte Schmerzskalen * frühzeitige Schmerzerfassung * Analgesie durch qualifiziertes Pflegepersonal oder Notfallsanitäter:innen nach festgelegten Algorithmen Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle: Ablenkung Kühlung Lagerung Beruhigung und Kommunikation Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie. *Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie: Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden. Alternativen: intranasale Applikation inhalative Verfahren orale Medikamente So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden. 💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie? 🔹 Milde Schmerzen Empfohlen werden insbesondere: Paracetamol Ibuprofen lokale bzw. topische Verfahren Wichtig: NSAR sollten nicht miteinander kombiniert werden. 🔹 Moderate Schmerzen Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich. Diskutiert werden: Paracetamol Ibuprofen orales Morphin Ketamin (intranasal, intravenös oder inhalativ) Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. 🔹 Starke Schmerzen Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage: Morphin intravenös Fentanyl Ketamin Regionalanästhesieverfahren Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen. 🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen? Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus: Tramadol begrenzte Wirksamkeit ungünstiges Nebenwirkungsprofil Codein keine relevante Rolle in der modernen Notfallanalgesie Oxycodon kritisch bewertet aufgrund seines hohen Euphorisierungspotenzials Bezug zur internationalen Opioidkrise Metamizol zurückhaltende Empfehlung Hinweis auf das Risiko einer Agranulozytose Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen. Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial? Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren. Besonders bei: Hüftfrakturen Verletzungen der Extremitäten Thoraxverletzungen zeigen Studien Vorteile hinsichtlich: Analgesiequalität Mobilisation Delirprävention Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen. Besonderheiten bei älteren Patient:innen Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden: Delirrisiko Sturzneigung Medikamenteninteraktionen Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden. ⚠️ Opioide bei Entlassung Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden. Wenn erforderlich: niedrigste wirksame Dosierung kürzestmögliche Dauer idealerweise maximal 2–3 Tage Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden. 💡 Take-Home Messages Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem in Präklinik und Notaufnahme. Kinder erhalten besonders häufig eine unzureichende Schmerztherapie. Schmerzmanagement sollte interprofessionell organisiert sein. Analgesie kann und sollte bereits vor Anlage eines IV-Zugangs beginnen. Die Leitlinie stärkt den Einsatz von Morphin, Ketamin und Regionalanästhesie. Tramadol, Codein und Oxycodon werden deutlich kritischer bewertet als in der Vergangenheit. Regionalanästhesieverfahren könnten insbesondere bei älteren Patient:innen künftig eine größere Rolle spielen. 🎧 Hörenswert für Notfallsanitäter:innen Rettungsdienstpersonal Pflegefachpersonen in Notaufnahme und Akutmedizin Anästhesist:innen Notfallmediziner:innen Allgemeinmediziner:innen Ärzt:innen in Weiterbildung 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert: 👉 Lust auf berufliche Abwechslung? Die Hire a Doctor Group vermittelt Sie als Notfallsanitäter:in [https://hireadoctor.de/rettungsdienst/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-retter], Notfallmediziner:in [https://hireadoctor.de/notarzt-vermittlung/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt] oder Notfallpfleger:in [https://hireadoctor.de/pflege/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-pflege] für befristete Einsätze in Notaufnahmen oder Rettungsdienste. Sie bestimmen, wann, wo und wie lange Sie eingesetzt werden. Sie erhalten neue Einblicke und eine attraktive Bezahlung. 👉 Zeit für den nächsten Karriereschritt? Die Hire a Doctor Group besetzt ärztliche und pflegerische Fach- und Führungspositionen [https://hireadoctor.de/personalberatung-im-gesundheitswesen/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt-fest] in Gesundheitseinrichtungen. Wir begleiten und beraten Sie im Bewerbungsprozess. Nutzen Sie unser Netzwerk, um ihre neue Stelle zu finden – auch wenn Sie derzeit noch nicht suchen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

13. juni 202615 min
episode Der perfekte Moment kommt nicht! - mit Martin Werner cover

Der perfekte Moment kommt nicht! - mit Martin Werner

Eine Minute Mut: Impulse für Veränderungen im Gesundheitswesen - Die Audiokolumne mit Martin Werner Eine Minute Mut Folge #3: Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht! Viele Ärztinnen und Ärzte warten auf den richtigen Moment. Nach der Facharztprüfung. Wenn die Kinder größer sind. Wenn das Haus abbezahlt ist. Wenn mehr Sicherheit da ist. Doch was, wenn der perfekte Zeitpunkt gar nicht kommt? In dieser Folge von „Eine Minute Mut“ geht es darum, warum wir oft auf Sicherheit warten – und dadurch die Dinge aufschieben, die uns eigentlich wichtig sind. 👉 In Folge 1 ging es darum, Veränderung im Kleinen zu beginnen. [https://open.spotify.com/episode/44V46iozwetwlqc1nwDM2j?si=0LWRXkhLSBqc5L4_IXGnSg] 👉 In Folge 2 ging es um den Preis des Nicht-Handelns. [https://open.spotify.com/episode/7EUibIR5FBHmkPmWuSxA3M?si=Eh7An9F8RaSTVKIBt7k2EA] 👉 Diese Folge baut darauf auf und stellt eine entscheidende Frage: Worauf wartest du eigentlich noch? Das erwartet dich in dieser Folge ● Warum viele Menschen auf den perfekten Zeitpunkt warten ● Weshalb Sicherheit oft eine Illusion ist ● Eine persönliche Geschichte über meinen Podcast-Start ● Warum Ärztinnen und Ärzte besonders anfällig für Perfektionismus sind ● Eine Übung, die dir hilft, ins Handeln zu kommen Die Übung aus der Folge 👉 Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte diese Fragen: 1. Welche Entscheidung schiebe ich seit Monaten vor mir her? 2. Kann ich heute einen ersten Schritt machen? 3. Was könnte realistisch schiefgehen? Nicht die ganze Entscheidung. Nur den ersten Schritt. Wer spricht hier? Ich bin Martin Werner. Ich begleite Ärztinnen und Ärzte bei beruflichen Veränderungen – insbesondere bei der Entscheidung und dem Weg in die Schweiz. Dabei erlebe ich täglich, wie schwer Veränderung sein kann – und welche Faktoren wirklich den Unterschied machen. Diese Prozesse begleite ich auch unabhängig vom Ort: hin zu klaren Entscheidungen und konkreten nächsten Schritten. Wenn du diese Übung ausprobierst und: ● merkst, dass du festhängst ● Unterstützung brauchst ● oder deine Gedanken teilen möchtest 👉 Schreib mir gerne. Kontakt & weitere Inhalte 📩 E-Mail: info@docsgoswiss.ch [info@docsgoswiss.ch] 🌐 Website: www.docsgoswiss.ch [https://www.docsgoswiss.ch] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

11. juni 20266 min
episode Die Rolle der Logopädie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler cover

Die Rolle der Logopädie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler

Logopädie in der Palliativmedizin – mehr als Schlucken und Sprechen Mit: Cordula Winterholler Worum geht’s in dieser Folge? Welche Rolle spielt die Logopädie in der Palliativversorgung? Für viele Kolleg:innen scheint die Antwort zunächst nicht offensichtlich zu sein. Dabei gehören Themen wie Essen, Trinken, Schlucken, Kommunikation und Teilhabe zu den zentralen Bedürfnissen von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. In dieser Folge spricht Kai Gruhn mit der Logopädin Cordula Winterholler über die oft unterschätzte Bedeutung der Logopädie in der Palliativmedizin. Anhand konkreter Beispiele – insbesondere aus der Betreuung von Menschen mit ALS – wird deutlich, wie logopädische Expertise Lebensqualität, Autonomie und Kommunikation bis zum Lebensende unterstützen kann. Zu Gast Cordula Winterholler ist Logopädin, Autorin und Referentin mit besonderem Schwerpunkt auf palliativer Logopädie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Bartel beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie logopädische Versorgung in palliativen Settings gestaltet werden kann. Zentrale Themen der Folge Haben Logopäd:innen überhaupt eine Rolle in der Palliativmedizin? Eine provokante Einstiegsfrage der Folge. Obwohl Schluckstörungen, Kommunikationsprobleme und Ernährungsfragen im palliativen Alltag häufig auftreten, sind Logopäd:innen bislang vielerorts nicht selbstverständlich in palliative Versorgungsteams integriert. Diskutiert werden mögliche Gründe: * Palliativmedizin wird häufig ausschließlich mit der Terminalphase assoziiert * mangelnde Bekanntheit logopädischer Kompetenzen * historisch starke Orientierung der Palliativversorgung an onkologischen Erkrankungen Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende Ein zentrales Anliegen von Cordula Winterholler: Palliative Versorgung beginnt gemäß WHO-Definition bereits mit der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung – nicht erst in der Finalphase. Dadurch entstehen zahlreiche Ansatzpunkte für logopädische Interventionen: * Beratung * Symptommanagement * Kommunikationsförderung * Unterstützung von Alltagsaktivitäten * Angehörigenarbeit Schlucken, Essen und Trinken – zentrale Themen bis zuletzt Essen und Trinken bedeuten weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Besprochen werden: * Dysphagie bei neurologischen und onkologischen Erkrankungen * Ernährungsmanagement * Konsistenzanpassungen * Aspirationsrisiken * Lebensqualität trotz funktioneller Einschränkungen Dabei steht nicht die Funktionsverbesserung um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Frage: 👉 Was ist für die Patientin oder den Patienten in der aktuellen Lebensphase wichtig? ALS als Beispiel für palliative Logopädie Frühe Diagnostik und Begleitung Am Beispiel der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beschreibt Cordula Winterholler die verschiedenen Aufgaben der Logopädie. Bereits bei ersten Sprachveränderungen erfolgt: * umfassende Diagnostik * Schluckdiagnostik * Ernährungsassessment * Beobachtung von Atemfunktion und Belastbarkeit Oft zeigen sich bereits früh: * Gewichtsverlust * Mangelernährung * kompensierte Schluckstörungen Alltag statt Defizite Ein wichtiger Gedanke der Folge: Palliative Logopädie orientiert sich nicht primär an Funktionsverlusten, sondern am gelebten Alltag. Fragen sind beispielsweise: * Wie kann Berufstätigkeit erhalten bleiben? * Welche Hilfsmittel entlasten die Kommunikation? * Wie lassen sich soziale Aktivitäten weiterhin ermöglichen? Unterstützte Kommunikation und digitale Hilfsmittel Ein besonders spannendes Themenfeld: Die moderne Logopädie nutzt heute eine Vielzahl technischer Möglichkeiten: * Kommunikationshilfen * Sprachcomputer * Augensteuerung * KI-gestützte Systeme Besprochen wird außerdem das sogenannte Speech Banking: Dabei wird die eigene Stimme aufgezeichnet, solange sie noch ausreichend erhalten ist, um sie später in unterstützten Kommunikationssystemen weiter nutzen zu können. PEG, Ernährung und ethische Entscheidungen Ein wiederkehrendes Thema in der palliativen Versorgung: * Wann sollte eine PEG-Anlage diskutiert werden? * Welche Werte und Wünsche stehen hinter einer Ablehnung? * Wie können Patient:innen bei komplexen Entscheidungen begleitet werden? Die Folge macht deutlich: Logopäd:innen sind nicht nur therapeutisch tätig, sondern begleiten auch Entscheidungsprozesse und ethische Fragestellungen. Ethik als Kernkompetenz Ein zentrales Kapitel des geplanten Fachbuchs widmet sich ethischen Fragestellungen: * künstliche Ernährung * Autonomie * Lebensqualität * Therapiezieländerungen * Umgang mit existenziellen Fragen Denn Patient:innen stellen häufig Fragen, die weit über die reine Funktion hinausgehen: > „Was soll das alles eigentlich noch?“ Auch für solche Gespräche braucht es professionelle Kompetenz und Haltung. Warum Logopädie Teil des Palliativteams sein sollte Cordula Winterholler plädiert dafür, Logopäd:innen nicht nur konsiliarisch hinzuzuziehen, sondern fest in Palliativteams zu integrieren. Gründe hierfür: * kontinuierliche Begleitung * gemeinsame ethische Entscheidungsfindung * Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung * bessere individuelle Lösungen für Patient:innen und Angehörige Das neue Fachbuch zur palliativen Logopädie Gemeinsam mit Maria Bartel arbeitet Cordula Winterholler derzeit an einem umfassenden Fachbuch zur palliativen Logopädie. Themen werden unter anderem sein: * Grundlagen der palliativen Logopädie * internationale Perspektiven * Ethik * Kommunikation * Angehörigenarbeit * unterschiedliche palliative Settings * neurologische und onkologische Erkrankungen Take-Home Messages * Palliative Logopädie beginnt nicht erst in der Sterbephase. * Kommunikation, Schlucken und Essen sind zentrale Aspekte von Lebensqualität. * Logopäd:innen begleiten nicht nur Funktionen, sondern Menschen in komplexen Lebenssituationen. * Unterstützte Kommunikation gewinnt durch Digitalisierung und KI zunehmend an Bedeutung. * Ethische Fragestellungen gehören zum logopädischen Alltag in palliativen Settings. * Eine feste Integration der Logopädie in Palliativteams kann die Versorgung deutlich verbessern. Hörenswert für * Palliativmediziner:innen * Logopäd:innen * Neurolog:innen * SAPV-Teams * Pflegefachpersonen * Therapeutische Berufe * Alle, die Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen begleiten Weitere Informationen * https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/ [https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/] * https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html [https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html] Eine Folge über Lebensqualität, Kommunikation und die Frage, wie therapeutische Begleitung auch dann noch sinnvoll sein kann, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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9. juni 202629 min