SWR Aktuell Im Gespräch
Im Fall des in Rheinland-Pfalz getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar ist der Angeklagte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil des Landgerichts Zweibrücken [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/urteil-prozess-in-zweibruecken-getoeteter-zugbegleiter-schaffner-100.html] lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge - und ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht habe dem 26-jährigen Angeklagten nicht nachweisen können [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/serkan-calar-getoeteter-zugbegleiter-prozess-faq-rechtsfragen-100.html], dass er den Zugbegleiter mit den Schlägen habe töten wollen, so der Richter am Landgericht Zweibrücken. Ein Indiz: "That will teach him", soll der Angeklagte gesagt haben, berichtet SWR-Reporter Andreas Kahlmeyer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr. Daraus habe das Gericht gefolgert, dass der Angeklagte nicht mit dem Tod des Zugbegleiters gerechnet habe. Zugunsten des Angeklagten habe auch gesprochen, dass er keine Vorstrafen hat und versucht habe, sich zu entschuldigen. TÖTUNGSDELIKT IM FEBRUAR Im Februar war laut Landgericht Zweibrücken eine Fahrkartenkontrolle durch den Zugbegleiter Serkan Çalar in einer Regionalbahn in Landstuhl bei Kaiserslautern eskaliert, weil der Angeklagte kein gültiges Zugticket hatte. Laut Richter schlug der 26-Jährige mehrfach mit so großer Wucht zu, dass Serkan Çalar stürzte, schwerste Kopfverletzungen erlitt und wenig später an einer Hirnblutung starb. Die Tat hat eine breite Debatte über Verrohung in der Gesellschaft [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/interview-gewaltforscher-auswirkungen-tot-zugbegleiter-100.html] ausgelöst. DER ANWALT SPRICHT VON EINEM "SCHLAG INS GESICHT" Der Anwalt der Nebenklage spricht von einem klaren Fehlurteil. Gegen das Urteil des Landgerichts Zweibrücken können noch Rechtsmittel eingelegt werden - das hat die Familie von Serkan Çalar [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/erstmals-spricht-familie-des-getoeteten-zugbegleiters-serkan-100.html] auch vor. Sie wolle vor den Bundesgerichtshof ziehen und den Schuldspruch prüfen lassen - Nebenklage-Anwalt Yalçın Tekinoğlu sagte wörtlich: "Serkan Çalar wurde mit mindestens vier Schlägen getötet und niedergestreckt. Das Urteil heute ist für die Angehörigen und für alle Menschen, die für dieses Gemeinwesen arbeiten und sich jeden Tag in Gefahr begeben, ein weiterer Schlag ins Gesicht gewesen."
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