SWR Aktuell Im Gespräch
Lang anhaltendes, kühleres Wetter mit ausgedehnten, aber gut verteilten Regenphasen - das wär's jetzt, denkt sich Marieke Frassel von der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Zumindest wäre das für die Flüsse und Seen im Land dringend nötig, denn die aktuelle, leichte Abkühlung bei anhaltender Trockenheit hat die Lage noch nicht entscheidend verbessert: "Die Mosel hat immer noch knapp über 25 Grad und wir sehen ja auch in der Vorhersage, dass es wieder wärmer wird", sagt Frassel im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerhard Leitner. "Gerade für die Tiere, die im Wasser leben, kann die Hitze Stress bedeuten." Der Stoffwechsel beschleunige sich, dadurch brauchen die Tiere mehr Sauerstoff [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/freiburg/trockenheit-und-hitze-gefaehrdet-fische-im-rhein-wasser-100.html], der allerdings in warmem Wasser deutlich abnimmt. NIEDRIGE WASSERSTÄNDE NACH DER JUNI-HITZE "Wir sehen auch bei den Wasserständen, dass die Flüsse momentan sehr niedrige Wasserstände zeigen", sagt Marieke Frassel. Solche Wassermarken seien grundsätzlich nicht unbekannt, aber: "Die treten dieses Jahr sehr früh im Jahr auf." Damit verhalte es sich bei den Flusspegeln ähnlich, wie bei den Temperaturwerten - auch solche Hitze, wie wir sie im Juni erlebt haben, kommt sonst eher im August vor, wenn das System schon viel Wärme gespeichert hat. NIEDRIGWASSER IN DER DONAU Die Donau führt in Baden-Württemberg zum jetzigen Zeitpunkt so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/trockenheit-in-bw-bodensee-und-donau-auf-rekordtief-100.html] mehr. Laut dem Regierungspräsidium Tübingen floss am Pegel Hundersingen im Kreis Sigmaringen Ende Juni nur noch rund ein Sechstel der sonst üblichen Wassermenge durch das Flussbett. Solch niedrige Werte treten an der oberen Donau normalerweise erst im Spätsommer oder Herbst auf. Die Folgen sind entlang der Donau deutlich sichtbar: Kiesbänke ragen aus dem Wasser, flache Uferbereiche trocknen aus, und das Wasser erwärmt sich. AUCH BODENSEE IST VON TROCKENHEIT BETROFFEN Auch der Bodensee hatte Ende Juni einen historischen Tiefstand erreicht. Am Pegel Konstanz lag der Wasserstand bei 3,32 Metern [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/hitze-und-niedrigwasser-am-bodensee-100.html]. Das ist über ein Meter weniger als der langjährige Mittelwert von Ende Juni und 5 cm niedriger als der bisherige historische Minimalwert zu diesem Zeitpunkt. KEINE WASSERENTNAHME AN MANCHEN GEWÄSSERN Der Kreis Mayen-Koblenz und zahlreiche andere Kreise im Südwesten bitten die Bürgerinnen und Bürger, aktuell kein Wasser aus Bächen und Flüssen zum Gießen [https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/wegen-niedrigen-wasserstaenden-im-kreis-mayen-koblenz-kein-wasser-aus-baechen-und-fluessen-entnehmen-100.html] im Garten zu entnehmen. Grund sind auch hier die anhaltend niedrigen Pegel vieler Gewässer. Gerade viele kleinere Bäche und Flüsse seien wärmer als sonst, teilweise sogar ausgetrocknet, heißt es von verschiedenen Verwaltungen.
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