Intelligente Roboter in der Pflege: Wer streichelt uns, wenn wir alt sind?
Wenn es um Robotik geht und Künstliche Intelligenz, scheiden sich oft die Geister: Die einen fürchten eine Zukunft, in der die Maschinen immer mehr Macht an sich ziehen - der "Terminator" lässt grüßen. Die anderen versprechen schier unbegrenztes Wachstum und Wohlstand zum Nulltarif - Elon Musk zum Beispiel [https://www.swr.de/swraktuell-radio/elon-musk-sagt-ki-macht-altersvorsorge-ueberfluessig-warum-das-nicht-so-einfach-ist-100.html] sagt, er glaube, mit Künstlicher Intelligenz, die alle Arbeit übernimmt, liefen wir nicht nur auf ein Zeitalter des Überflusses zu, sondern des "Super-Überflusses".
REALISTISCHE SZENARIEN FÜR ROBOTIK UND KI
Realistisch ist vermutlich keines dieser Szenarien. Mit realistischen Szenarien beschäftigt sich David Rieger. Er ist Geschäftsführer von "Neura Robotics" [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/hoffnungstraeger-aus-bw-neura-robotics-100.html] - eine Firma mit dem Motto "We serve humanity", die für knapp 100.000 Euro humanoide, KI-gesteuerte Roboter anbietet. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr relativiert er die Disruption durch den Wegfall von Arbeitskräften durch Künstliche Intelligenz: "Bis 2030 werden wir allein in Europa rund sieben Millionen weniger Arbeitskräfte haben", argumentiert Rieger. Das werde allein durch den demographischen Wandel geschehen. Es brauche Roboter, um Wohlstand zu erhalten und diese Aufgaben überhaupt zu bewältigen.
DER ROBOTER ALS PFLEGEKRAFT?
Ohne Roboter sei es kaum denkbar, so viele Menschen im Alter zu betreuen [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/sozialer-roboter-navel-karlsruhe-100.html], wie in den kommenden Jahrzehnten Unterstützung brauchten, meint David Rieger. Er will aber auch beruhigen: "Wir wollen nicht, dass der Roboter jetzt hingeht und jemanden streichelt oder mit jemandem quatscht - das versuchen auch welche, aber wir sehen das eher anders". Seine Firma wolle Zeit bei den menschlichen Pflegekräften freiräumen: "Man ersetzt den Mensch nicht, man ergänzt ihn, dass sie wirklich rund um den Menschen wieder die Zeit finden für das Wichtige, für das Zwischenmenschliche, was nur Menschen tun können und auch in der Zukunft tun sollen."
ROBOTIK- STATT AUTOMOBILWIRTSCHAFT IM SÜDWESTEN?
"Hier ist eine riesige Chance für Europa und auch für Deutschland, überhaupt noch irgendwie in der Welt teilzuhaben und mitzumischen", sagt David Rieger. Mit Blick auf die Automobilwirtschaft meint er, es sei nicht so, dass deutsche Autos schlechter geworden seien - die Industrie schaffe es aber nicht mehr, sie effizient auf die Straße zu bringen [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/automobil-wirtschaft-hoffmeister-kraut-vw-porsche-mercedes-100.html]. Die Robotik sei heute so weit, dass man einem Roboter innerhalb weniger Stunden eine neue Aufgabe beibringen könne. "Das hat ein extrem großes Potenzial."
VORSICHT VOR ÜBERREGULIERUNG
Damit Unternehmen gute Roboter für den Alltag entwickeln können [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/tech-2026-heilbronn-oezdemir-ministerpraesident-estland-schwarz-digits-handelsblatt-100.html], brauchen sie freie Hand, sagt David Rieger: "Die Politik braucht erst mal nichts mehr regulieren." Es gelte das Grundgesetz - das Verbot, Menschen physisch oder psychisch Leid zuzufügen. Rieger zieht einen Vergleich zur Entwicklung des Sicherheitsgurts: "Man hat nicht erst einen Gurt entwickelt und dann die Räder und den Motor. Man muss erst mal die Technologie entwickeln, führend werden und dann natürlich beginnen, sie zu regulieren, um mehr Sicherheit hineinzubekommen."
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