#564: Open Banking neu gedacht: Wie Yaxi Bankdaten wieder in Nutzerhand legt
André Bajorat und Maik Klotz sprechen mit Vincent Haupert von Yaxi
Open Banking ist eigentlich kein neues Thema. In Deutschland reicht die Geschichte von HBCI über FinTS bis zur PSD2. Trotzdem ist der Zugang zu Bankdaten für viele Entwickler:innen, Unternehmen und Nutzer:innen bis heute alles andere als „open“. Genau darüber sprechen André Bajorat und Maik Klotz in dieser Folge mit Vincent Haupert, Gründer und Geschäftsführer von Yaxi.
Vincent ist vielen in der Branche aus der Sicherheitsforschung bekannt. Schon früh hat er sich mit Mobile Banking, starker Kundenauthentifizierung und Sicherheitsfragen rund um Banking-Apps beschäftigt. Mit Yaxi ist er nun auf die unternehmerische Seite gewechselt und adressiert eine Schwachstelle, die ihn schon länger beschäftigt: Open Banking ist häufig zu kompliziert, zu stark von Drittanbietern geprägt und zu wenig aus Sicht der Nutzer:innen gedacht.
Yaxi geht deshalb einen anderen Weg als klassische Open-Banking-Provider. Im Mittelpunkt stehen nicht die Drittanbieter, sondern die Nutzer:innen selbst. Sie rufen ihre Kontodaten ab und entscheiden, welche Informationen sie teilen. Technisch setzt Yaxi dafür auf Confidential Computing. So können Daten authentisch nachgewiesen werden, ohne dass Yaxi selbst Einblick in die Inhalte bekommt.
Das ist vor allem für Use Cases interessant, bei denen nicht die komplette Transaktionshistorie geteilt werden muss, sondern nur bestimmte Aussagen relevant sind: Gibt es einen regelmäßigen Gehaltseingang? Ist der Kontostand über einem bestimmten Betrag? Stimmt der Name des Kontoinhabers? Gerade für Risk, Identifizierung, Buchhaltung oder neue Banking-Anwendungen entstehen dadurch neue Möglichkeiten.
Im Gespräch geht es auch um die regulatorische Einordnung, den Austausch mit der BaFin und die Frage, warum der Zugang zu Open Banking bisher oft so schwer war. Vincent erklärt, warum Yaxi bewusst niedrigschwellig starten will: Entwickler:innen sollen nicht erst Sales-Gespräche führen müssen, sondern direkt loslegen können.
Am Ende bleibt eine zentrale Botschaft: Open Banking ist nicht erledigt. Es fängt gerade erst an, wenn der Zugang einfacher, sicherer und stärker an den Nutzer:innen ausgerichtet wird.